Arm in Arm zum gemeinsamen EM-Titel

2. September 2019

Die Berg-Europameisterschaft 2019 ist entschieden und zwei Champions stehen bereits vor dem Finale Mitte September im kroatischen Buzet fest. Beide Titelträger kommen aus der Kategorie II der Rennsportwagen, dass mit jeweils maximaler Punkteausbeute im Gleichstand. In der Touren- und Produktionswagen-Kategorie I wird der Meister erst am letzten Rennwochenende ermittelt. Brisanz lang vor dem Bergrennen in Ilirska Bistica in der Luft. Erstmals in Slowenien am Start war der Französische Meister Geoffrey Schatz in seinem Norma M20 FC mit Oreca-Turbo Motor, der auch prompt mit seinem E2-SC-Sportwagen die schnellst Trainingszeit überhaupt fuhr. Dennoch ließ sich der Franzose, auf eigenen Wunsch nicht in der EBM werten. Er wollte nicht in den Titelkampf der beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli eingreifen. Spätestens zur Saison 2021 plant Schatz jedoch den Einstig in der Berg-Europameisterschaft, im Rahmen dieser immer wieder einzelne Rennen auf seinem Programm stehen, um die EM-Strecken in den 12 beteiligten Ländern kennenzulernen – dann wir es interessant. So stand das gruppenübergreifende Fernduell der beiden „Tifosi“ im Vordergrund. Keiner ließ jedoch Federn und beherrschte seine Gegner sodass jeweils 25 Zähler vergeben wurden. Wegen des Streichresultats müssen Merli, wie Faggioli nicht mehr nach Buzet reisen und sind somit erstmals beide zugleich neuer Europameister. In der Tageswertung dominierte erneut Faggioli, der seine Aerodynamikprobleme ab der Saisonmitte gelöst hatte und danach wieder zu den Gesamtsiegen fuhr. Faszinierend hierbei die neue Rekordmarke von Ilirska Bistrica, die Faggioli um nahezu zwei Sekunden verbesserte. Aber auch Schatz, als Gesamtzweiter und Merli (3.) blieben unter der alten Bestmarke aus dem Jahr 2017. Bislang hat Merli dieses Jahr in Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien und der Tschechischen Republik den Tagessieg errungen, während in Trento-Bondone, der Slowakei, Polen, der Schweiz und jetzt in Slowenien Faggioli gewann. Im kommenden November werden Merli und Faggioli in Trient mit dem Preis der FIA-Berg-Europameisterschaft ausgezeichnet. Beide treten zum EM-Finale nicht mehr an. „Endlich! Wir sind sehr glücklich“, sagte Christian Merli. „Mein Team und ich haben gegen einen 10fachen Champion gekämpft und die Saison endet bestens. Für mich war es heute wichtig, den Gruppensieg zu erringen. Ich kann sagen, dass es eine fantastische Saison war, die mit jeweils fünf Siegen endet. Zum ersten Mal werden zwei Ex-Aequo Gewinner ausgezeichnet und ich freue mich für das gesamte Team „. Und auch Simone Faggioli strahle vor Glück. „Ich freue mich, heute gewonnen zu haben, da Schatz der amtierende französische Meister ist. Ich möchte Geoffrey zu seinem heutigen Ergebnis beglückwünschen! Ich […]

Faggioli siegt in Slowenien – Merli erstmals Europameister

4. September 2018

Die Würfel in der Europa-Bergmeisterschaft sind bereits vor dem Finale, das in nicht ganz zwei Wochen im kroatischen Buzet abgehalten wird, gefallen. Die Europameister des Jahres 2018 heißen in der Kategorie II der Rennsportwagen Christian Merli und in der Kategorie I der Produktionstourenwagen und GT Lucas Vojacek. Beide gewannen am vergangenen Wochenende, beim vorletzten EM-Lauf der Saison in Ilirska Bistica in Slowenien ihre Gruppen souverän und können nicht mehr eingeholt werden. Der Italiener und der Tscheche stehen erstmals auf dem europäischen Olymp des Bergrennsports, nach jeweils zahlreichen Anläufen. Das Bergrennen im Südwesten Sloweniens lief am Trainingstag nicht ganz rund. Sintflutartige Regenfälle waren der Grund für zahlreiche Unterbrechungen und auch das Fahrerlager stand teilweise knöcheltief unter Wasser. Viele Akteure bezeichneten ihren Trainingslauf als „Eiertanz“, dem entsprechend landeten einige davon unsanft neben der Strecke. Unter den Gestrandeten befand sich auch der Bayer Valentin Schneider, der mit seinem 1600er VW Golf 16V mit arg deformierter Frontpartie aufladen musste und sich nun über eine Winterbeschäftigung keine Gedanken mehr machen muss. Aussagekräftige Zeiten brachten die wenigsten Teilnehmer zusammen und ein „Einschießen“ war selbst für die Favoriten auf den Gesamtsieg nicht möglich. Der Renntag versprach eine Wetterbesserung und ein Sonne-Wolken-Gemisch bescherte den verbliebenen 181 Startern, über lange Zeit recht ansprechende Bedingungen. Wohl nicht mit der letzten Entschlossenheit ging in der Tageswertung Osella-Pilot Christian Merli ans Werk. In Hinterkopf hatte der Mann aus der Nähe von Trento sicherlich in erster Linie die Absicherung des EM-Titels. Mehr als 2,5 Sekunden lagen er nach zwei Wertungsläufen hin dem Gesamtsieger des Wochenendes Simone Faggioli im Norma M20 FC zurück. Aus deutscher Sicht erfreulich ist auf alle Fälle der dritte Gesamtrang des Freiburgers Patrik Zajelsnik, in seiner alten Heimat. Bei besseren Wetterkonditionen in den Trainingsläufen wäre der Kampf um letzten Podiumsplatz sicherlich enger ausgefochten worden. Sebastien Petit, der zuletzt im Jahr 2009 hier antrat, brachte keinen gescheiten Probelauf zusammen und so war für den angehenden neuen französischen Meister, nicht mehr drin. Ebenfalls nicht mehr heraus zu holen, gab es für den Favoriten des Tourenwagenlagers, Karl Schagerl aus Österreich. Nach dem ersten Durchgang rangierte der Prugstaller in seinem VW Golf TFSI-R auf einem sensationellen sechsten Rang in der Gesamtwertung, mit einer neuen Rekordzeit für Tourenwagen, mit diesem Schikanenaufbau. Auf Grund der Wetterprognose zog die Rennleitung in Lauf zwei die EM-Gruppen vor und die E1-Piloten mussten sich, bei aufziehenden Regenwolken gedulden. Hier hatte Schagerl Pech und musste nach einem Dreher von Benjamin Duller, […]

Merli und Vojacek stehen vor EM-Titelgewinn

28. August 2018

Im September schlägt die Stunde der Wahrheit in der diesjährigen Berg-Europameisterschaft, zuerst am 01. und 02. in Ilirska Bistrica in Slowenen und zum Abschluss der zwölf Rennen umfassende Runde, beim Finale von Buzet in Kroatien am 15. und 16. 09. 2018. Spätestens nach dem Wochenende von St. Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, sind die beiden einzigen Titelanwärter in den beiden Kategorien übrig und nur noch durch großes Pech und eigene Fehler, wäre es möglich das Christian Merli bei den Rennsportwagen und Lukas Vojacek bei den Produktionswagen und GT noch die EM-Krone verwehrt bliebe. Beide Piloten, der Italiener und der Tschechen, stehen somit vor ihrem jeweils ersten EM-Titelgewinn. In der Kategorie 1 befindet sich Lukas Vojacek im Subaru Impreza auf dem Durchmarsch. In der Gruppe A, die nur selten qualitativ und quantitativ gut bestückt war, hatte Vojacek Junior nie ein ernsthaftes Problem seine Gruppe zu gewinnen und steht mit der aktuellen Maximalpunktzahl 225 an der Tabellenspitze. Mit nur einem weiteren Sieg oder einer vorderen Platzierung, aus den letzten zwei Rennen kann der Vize-Europameister und FiA-Trophäengewinner von 2009, 2011 und 2013 endlich auch einmal ganz oben auf dem EM-Podest stehen. Bis zum neunten EM-Lauf von Limanowa (Polen) lag der junge Franzose Pierre Courroye im Ranking gleichauf mit Vojacek. Seinen McLaren MP4 12C aus der GT-Gruppe stellte der noch amtierende Französische Bergmeister ebenfalls regelmäßig auf Platz 1. Doch dann zogen in der GT-Gruppe schwarze Wolken auf. Nach einem Protest von McLaren Markenkollege Jan Milon gegen das Getriebe in Courroye´s GT3, der von den FiA-Kommissaren abgelehnt wurde, verzichte der Slowake auf einen Start in Polen. Prompt wurde hier die Mindeststarterzahl in der GT-Gruppe unterschritten und Courroye kassierte für seinen Sieg in Limanowa nur halbe Punkte, die er aber hätte wegstreichen können. Seine Titelhoffnungen musste der Franzose dann am vorletzten August-Wochenende in St. Ursanne begraben, dass erneut unverschuldet. Beim Schweizer EBM-Lauf traten zwar drei und damit genügend GT-Piloten zum Training an, doch der Tscheche Martin Jerman geriet im Training in der Vollgaspassage Les Grippon mit seinem Lamborghini Gallardo in die Leitplanken und konnte am Renntag nicht mehr starten. Somit musste Courroye zum zweiten Mal mit halben Punkten vorlieb nehmen, bei nur einem Streichresultat. Die beiden Italiener Luca Zuurbier und Tonino Cossu in ihren Gruppe A Honda Civic Typ R streiten sich derweil um Rang drei. In der Kategorie 2, bei den Rennsport-Fahrzeugen, ist die Ausgangssituation ganz ähnlich wie bei den Tourenwagen und GT. […]

Defektteufel bringt die EM-Entscheidung

3. September 2017

Über die bislang zehn von zwölf Veranstaltungen in der Europa-Bergmeisterschaft lieferten sich die beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli ein faszinierendes Duell um den EBM-Titel 2017. Streckenrekorde purzelten und die Gesamtsiege wurden durchweg  im Kampf um Hundertstelsekunden  untereinander ausgemacht. Im elektrisierenden Zweikampf der beiden „Ausnahmefahrer der Berge“ vermochte sich niemand, auch nur ansatzweise einzumischen. Für viele Insider und Fans überraschend, fiel beim vorletzten EM-Lauf am vergangenen Wochenende im slowenischen Ilirska Bistrica die Entscheidung zu Gunsten von Simone Faggioli, der im Zielauslauf vergeblich auf seinen Rivalen wartete. Was war passiert? Als Merli zu seinem zweiten und letzten Rennlauf starten wollte, streikte plötzlich der Fortech-Motor im Heck seines Osella FA 30 und ließ sich nicht wieder starten. Nachdem der Südtiroler am Mont Dore mangels Gegner nur halbe Punkte einfuhr, bedeutete die Nullnummer von Bistrica das Aus im EM-Duell. Ein Geschenk war der vorzeigte Titelgewinn für Faggioli jedoch beileibe nicht. Der Norma-Werksfahrer im Modell M20 FC schraubte erneut an der Rekordmarke für diesen Berg. Seinen nunmehr neunten EM-Titel in der Kategorie II krönte Faggioli mit zwei Laufzeiten unter der bislang unerreichten zwei Minuten-Schallmauer. Dies war sein sechste Gesamtsieg in der Slowenischen Kleinstadt. Auf Gesamtrang zwei landet dennoch ein Osella FA 30, und zwar der mit dem Tschechen Milos Benes hinter dem Steuer, vor dem EM-Urgestein Fausto Bormolini im Reynard Cosworth F3000. In der EM-Wertung der Kategorie I, der Produktionswagen und GT, geht das Rechenspiel weiter. Hier wird die Entscheidung um die Europameisterschaft definitiv erst in zwei Wochen beim Endlauf im kroatischen Buzet fallen. Tabellenführer Tessitore aus Österreich gab sich keine Blöße und siegte mit seinem Audi R8 LMS in der Gruppe GT über seinen Hauptkontrahenten Jan Milon aus der Slowakei im BMW Z4 GT3. Milon ist damit so gut wie aus dem Titelrennen heraus, dafür ist der Tscheche Tomas Vavrinec zum Hauptgegner von Tessitore herangereift. Der EM-Rückkehrer gewann mit seinem Mitsubishi Lancer die Gruppe N und besitzt vor Buzet 156 Punkte, inklusive Streichresultat. Tessitore, alisa Erich Weber, der zu Jahresbeginn die Organisationsleitung beim Rechberg-Rennen übernommen hat, muss aktuell neun Punkte (aus Polen) streichen und kommt so auf 170 Zähler. Gehen wir in zwei Wochen von einem N-Gruppensieg von Vavrinec aus, für den es 25 Punkte gibt, benötigt Tessitore 12 Zähler um als erster Österreicher, nach Johann Ortner den Berg EM-Titel zu holen. Ortner war 1970 und 1971 Titelträger auf einem Fiat Abarth.