Ticketsystem und Kontaktnachverfolgung für den Berg in der Pipeline

2. Januar 2021

Wie der vorläufige Terminkalender der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft 2021 in die Tat umgesetzt werden kann, steht nach dem Jahreswechsel weiterhin in den Sternen. Viele Veranstalter können sich aktuell beim besten Willen nicht vorstellen, dass speziell in der ersten Jahreshälfte 2021 alle angemeldeten Bergrennen durchführbar sein werden. Viele Unwägbarkeiten und Herausforderungen kommen auf die jeweiligen Organisationsteams schon jetzt zu. In einem Punkt gibt es einen positiven Fortschritt zu vermelden. Aktuell entwickelt die Fa. TW Sportsoft in Zusammenarbeit mit dem DMSB ein Ticketsystem worüber u.a. eine lückenlose Kontaktnachverfolgung von allen bei einem Bergrennen anwesenden Personen möglich ist. Wenige Tage vor Weihnachten schalteten sich Kevin Ferner (MC Heilbad Heiligenstadt) und Michael Lippke (MSC Osnabrück) zu einem Webmeeting mit dem DMSB und Timo Weigert (TW Sportsoft) zusammen. Ziel dieses Onlinemeetings war es, den von der Veranstaltergemeinschaft bestimmten Verstretern das Konzept kurz vorzustellen und die Anforderungen der Bergrenn-Veranstalter an solch einem System aufzunehmen. Dieses vom DMSB unterstütze System wird keine Vorgabe des Verbandes werden. Das heißt, jeder Veranstalter kann auch sein eigenes System, oder beispielsweise die Onlineplattform Ticketpay.de benutzen. Bei einer Bergrennveranstaltung gibt es zahlreiche Personengruppen, wie Fahrer, Helfer und Mechaniker, Organisatoren, Funktionspersonal, Zuschauer oder Medienvertreter. Um ein Event coronakonform durchzuführen ist eine Ticket- und Nachverfolgungssystem wesentlicher Bestandteil des Hygienekonzepts. Hier einige Details zur Entwicklung von TW Sportsoft, das bereits in der vergangenen Saison im Kartsport zum Einsatz kam und derzeit für den Berg angepasst wird. Unterteilt in Gruppen erfolgt die Anmeldung über das Nennportal oder auch über die jeweilige Webseite der Veranstaltung. Eine Verbindung der Fahrerhelfer-Daten mit den Fahrern ist ebenfalls möglich. Via QR Code müssen sich registrierte Personen beim Betreten und Verlassen des Geländes an bzw. abmelden. Zuschauer können sich vorab ihr Ticket online sichern, optional sind hier Zusatzartikel wie Programmheft und Merchandising. Bezahlt wird per E-Payment – also ausschließlich online z.B. via PayPal. Der Zuschauer bekommt sein personalisiertes Ticket per Mail zugesandt. Darauf ist der QR Code, den er beim Betreten der Veranstaltung scannen muss um die Zugangskontrollen zu passieren. In ähnlicher Form erfolgt das Besuchermanagement bereits seit Jahren in anderen Sportarten und Konzerten. Gedruckte Eintrittskarten gibt es vielerorts schon lange nicht mehr. So könnte die Corona-Krise für den Bergrennsport auch zu einer Chance werden. „Mich hat das Konzept überzeugt“ sagt Kevin Ferner. „Aus meiner Sicht wurde alles berücksichtigt, was auf Grund der Corona Bestimmungen notwendig ist und was die Veranstalter benötigen. Das System wird aller Vorrausicht nach Ende Januar fertig sein. […]

Neue Funktion des Hygienebeauftragten

7. Oktober 2020

Da derzeit nicht absehbar ist, ob und wann die Corona-Pandemie nicht mehr zu Einschränkungen im Motorsport führen wird und die Planungen und Durchführung von Veranstaltungen voraussichtlich auch bis in das nächste Jahr hinein nur mit gut vorbereiteten Hygienekonzepten durchgeführt werden können, hat der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die offizielle und lizensierte Funktion eines Hygienebeauftragten eingerichtet. Dieser wird von dem jeweiligen Veranstalter festgelegt. Neben der Beteiligung an der Erstellung eines Hygienekonzeptes, ist er für den reibungslosen Ablauf aus hygienefachlicher Sicht verantwortlich und ist auch an der Abstimmungsprozessen mit den zuständigen Behörden beteiligt. Beispielsweise für den MSC Osnabrück und das geplante 53. Int. Osnabrücker Bergrennen wird Marius Hassheider, bekannt als Mitverantwortlicher des Fahrerlagers am „Uphöfener Berg“ diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen.

Flexibilität gefragt: Hygienekonzepte im Motorsport am Berg

2. Juli 2020

Fahrer und Fans fiebern gleichermaßen darauf hin, dass die Motoren endlich starten. In gewissem Rahmen ist Motorsport bereits wieder möglich. Eines aber ist anders: Ebenso wie das Restaurant und das Kino braucht jetzt auch jedes Rennen ein Hygienekonzept. Wie viele Personen dürfen auf das Gelände gelassen werden? Wie hält man eine Fahrerbesprechung, wenn doch Menschenansammlungen in engen Räumen vermieden werden müssen? Was passiert bei einem Covid-19-Verdachtsfall? Die Rennveranstalter sind eigentlich Experten für Sicherheitskonzepte auf und an der Rennstrecke. Ihre Zauberwörter heißen etwa „Streckenposten“ oder „Sperrzone“. Jetzt müssen sie sich plötzlich Gedanken machen, wo sie Desinfektionsmittelspender aufstellen und ob Fotografen ins Fahrerlager dürfen. Die bewährten gelben und roten Flaggen nützen da wenig. Zuschauer sind ohnehin vorerst tabu. Wo fängt man an, wenn man ein Hygienekonzept entwickeln will? Glücklicherweise muss nicht jeder Veranstalter das Rad neu erfinden. Ob Freiwillige Feuerwehr oder Sportverein, sie alle stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Wer sich umschaut, entdeckt bereits viele Best-Practice-Beispiele. Zu den Besonderheiten im Motorsport haben sich ebenfalls schon andere Gedanken gemacht. Die FIA, der Automobil-Weltverband, gibt auf gleich 81 Seiten dem kleinen regionalen Slalom ebenso wie dem großen professionellen Rundstreckenrennen detaillierte Tipps, wie die Rückkehr zum Motorsport bewerkstelligt werden kann. Natürlich kommt es immer auf die Gegebenheiten vor Ort an, und an erster Stelle stehen die jeweiligen behördlichen Vorschriften. Aber Schilder mit Hinweisen auf die Abstandsregelung, eine größtenteils virtuell stattfindende Dokumentenabnahme oder der Verzicht auf die persönliche Pokalübergabe bei der Siegerehrung sind nur einige Beispiele von Maßnahmen, um die vorerst kein Rennen herumkommen wird. Auch der DMSB lässt die Veranstalter nicht allein. In zwei Webinaren erläuterte er seine auf der Website veröffentlichten Handlungsempfehlungen und umfangreichen weiteren Hilfestellungen und ging auf konkrete Fragen der Veranstalter ein. Schon beim ersten Webinar schalteten sich rund 80 Personen zu. DMSB-Pressesprecher Michael Kramp begrüßte als Referenten Sven Stoppe und Horst Seidel vom DMSB-Academy-Beirat, die auch ihre ersten Praxis-Erfahrungen mit Motorsportveranstaltungen unter Corona-Bedingungen weitergaben. Worauf also kommt es an? Frühzeitig das Gespräch mit den Genehmigungsbehörden suchen, mit dem medizinischen Team genau vereinbaren, wie bei einem Covid-19-Verdachtsfall vorgegangen werden soll, auch ungewöhnliche Lösungen in Betracht ziehen, um die einzelnen Bestandteile der Veranstaltung coronakonform zu gestalten  – und das alles unter der Ägide eines eigens benannten Hygienebeauftragten, der sämtliche Vorgaben nicht nur genau kennt, sondern auch vor Ort durchsetzt. Denn das beste Konzept nützt nichts, wenn es nicht konsequent befolgt wird. Sven Stoppe hat schon seine eigenen Erfahrungen gemacht: „Am ersten Tag hat es ganz gut funktioniert, […]