Ronnie Bratschi kehrt mit neuem Mitsubishi zurück

26. April 2018

Darauf haben Fans von Bergrennen lange gewartet. Knapp zehn Monate nach dem Unfall in Hemberg kehrt der Schweizer Ronnie Bratschi mit einem neuen Mitsubishi Evo RS in dies Szene zurück. Das erste Testrennen ist an diesem Sonntag in Abdreschviller (Frankreich), unweit der Grenze zu Deutschland. Alles ging sehr schnell am 10. Juni 2017 beim Schweizer Meisterschaftslauf in Hemberg: Kurz nach dem Start zu seinem ersten Trainingslauf brach der Kardan am Mitsubishi Evo VIII. Ronnie Bratschi war nur noch Passagier und prallte heftig in einen zur Streckensicherung abgelegten Baumstamm. Diesen traf er so unglücklich am unteren Ende dass der Wagen dabei irreparabel beschädigt wurde. Zum Glück blieb Bratschi beim seitlichen Aufprall bis auf ein paar Prellungen unverletzt. Die Saison 2017 war für den Urner somit gelaufen, bevor sie richtig begonnen hatte. Motor, Getriebe und Differenzial waren noch zu gebrauchen, sodass sich der 31-jährige Urner bald an den Wiederaufbau eines komplett neuen und in allen Details optimierten Wagens machte. Als gelernter Polymechaniker verrichtete der Sieger des FIA Hill Climb Cups von 2015 und 2016 die meiste Arbeit selbst. Ronnie Bratschi: „So ein Auto kann man nicht mehr kaufen. Ich liess viele Ideen einfliessen und ging dabei an die Grenzen des Gruppe-E1-Reglements, ohne diese zu überschreiten. Gewisse Dinge habe ich verstärkt, andere erleichtert. Die Basis hatte ja funktioniert, daher sind es keine Riesensprünge. Es ist einfach alles etwas besser als bisher.“ Tiefer Schwerpunkt, sichere und steife Rallyezelle: Beim Chassis legte Bratschi Wert auf einen möglichst tiefen Schwerpunkt. Weil sich die Rallyezelle von OMP beim Unfall bewährte und diese günstig zu kaufen ist, baute er wieder eine solche ein. Alles, was der Sicherheit und der Steifigkeit dient, hat der Selfmademan verstärkt. Aerodynamische Details hat Bratschi ebenfalls selbst entworfen und mithilfe eines Karossiers auch gleich die Formen dazu hergestellt. So ist stets rascher Ersatz vorhanden. In Zusammenarbeit mit KW hat der Schweizer Slalom-Meister und Vize-Bergmeister von 2013 auch das Fahrwerk modifiziert, das beim Unfall ohnehin beschädigt worden war. Das Gewicht dürfte wie bisher um die 1080 kg betragen. Den genauen Wert wird der erste Gang auf die Waage ergeben. Motor mit mehr als 700 PS: Unter der Fronthaube steckt weiterhin der von Egmo (Eggenberger Motorsport) in Lyss optimierte 2,1-Liter-Turbomotor. Über dessen Leistung äußerst sich Bratschi etwas kryptisch. Ronnie Bratschi: „Bei der PS-Zahl steht vorne eine Sieben… Drehmoment hätte ich satt, aber wir nehmen wegen der Standfestigkeit etwas raus. Die volle Leistung rufe ich nur ab, wenn […]

60 Jahre MC Heilbad Heiligenstadt

28. März 2018

In diesem Jahr häufen sich die runden Jubiläen der Veranstaltervereine der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Der MSC Rhön, als Ausrichter des Hauenstein-Bergrennens kann in diesem Jahr genauso seinen 50. Geburtstag feiern, wie der Homburger Automobilclub als Veranstalter des Homburger Bergrennens. Ganze 60 Jahre jung wird in diesen Tagen der MC Heilbad Heiligenstadt. Der Veranstalter des Ibergrennens kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Am vergangenen zweiten Samstagabend im März öffneten sich die Türen des Eichsfelder Kulturhaus zu einem Festakt mit zahlreichen geladenen Gästen. In diesem festlichen Rahmen gab es mehr zu feiern, als den 60. Geburtstag des Motorsportclubs Heilbad Heiligenstadt im ADAC, denn im Eichsfeld wird bereits seit 1923 Motorsport betrieben. „Damals“, erläuterte  Hermann Ludolph, war das Automobil noch jung. Auch Motorräder gaben es noch nicht lange, gaben es bereits die ersten Fans der knatternden Zweiräder in der Stadt, die gemeinsam nach Höherem strebten. „Das Ergebnis ihrer Arbeit war die Ausrichtung von insgesamt vier Bergrennen, die in den Jahren 1925 bis 1929 stattfanden und ausschließlich den Motorrädern vorbehalten waren“, berichtete der Vorsitzende des MC aus den Analen. Doch das Bergrennen schlief wieder ein, als die Rezession kam. Noch heute tauchen vereinzelt alte Programmhefte der Veranstaltungen, quasi als Zeitzeugen auf. Die werden im Club wie ein Schatz gehütet. Darauf folgten die NS-Zeit und der Wiederaufbau nach dem Kriege. „Das waren schwere Zeiten und an Rennsport war da nicht mehr zu denken.“ Doch bereits Ende der 1940er-Jahre keimte leise ein neues zartes Pflänzchen. Wieder war es eine Hand voll Motorradfahrer. Willi Degenhardt, Karl Weber, Klaus Kanngießer, Hans Althoff und Josef König waren bald bei den ersten großen Rennen erfolgreich, die damals in der sowjetischen Besatzungszone gefahren wurden. „Eigentlich waren es Aloys König und Werner Poppe, die als treibende Kräfte hinter dem organisierten Motorsport standen“, blickt Hermann Ludolph voller Respekt auf die Gründungsväter zurück, die die Sektion Motorrennsport ins Leben riefen. In den Abendstunden des 28. März 1958, als genau heute von 60 Jahren, geschah es im Saal des Hotels „Eichsfelder Hof“ in der Heiligenstädter Wilhelmstraße, dass die Sektion Motorrennsport dem ADMV, also dem Allgemeinen Deutschen Motorsportverband, beitrat und damit den „Motorsportclub Heiligenstadt im ADMV der DDR“ aus der Taufe hob. Erster Vorsitzende wurde – man musste sich den politischen Gepflogenheiten beugen, denn die Nominierung für diesen Posten hatten die Bezirksleitung des ADMV und die SED festgelegt – Erwin Retzlaff vom Rat des Kreises. Den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden bekam Walter Müller auf Vorschlag von […]

Weiterhin dünne Informationslage zum Masters

24. Februar 2018

Wir schreiben jetzt bereits Ende Februar und es herrscht immer noch Funkstille von Seiten der FiA zum Thema Hillclimb Masters 2018. Die bereits für Anfang Dezember 2017 von der FiA Berg-Kommission angekündigten Informationen zum Austragungsort und Veranstalters der dritten Auflage des „Race of Champions der Berge“ blieben bislang aus. Auch der vollzogene personelle Umbruch in der FiA Berg-Kommission dürfte nicht mehr Grund der Zurückhaltung sein. Wie das bekannte, französische Motorsport-Printmagazin Echappement aktuell in einer kurzen Meldung schreibt, muss es wohl zu einem überraschenden Rückzug des vorgesehenen Veranstalters gekommen sein. Wer besagter Veranstalter ist, lässt die Echappement-Redaktion offen. Aktuell sei die FiA auf der Suche nach einer Ausweichlösung. Somit bleibt nur für Fahrer, Fans und Medienvertreter sich weiter in Geduld zu üben, womöglich sogar bis zum nächsten FiA World Council das Mitte März stattfinden soll.

50. Int. Osnabrücker Bergrennen zum „Event des Jahres“ ausgezeichnet

11. Februar 2018

In bester Stimmung nahm eine Gruppe aus dem Organisations-Team des Int. Osnabrücker Bergrennen am 27. Januar an der diesjährigen „Nacht des Sports“ im Alando Palais in Osnabrück teil. Über 650 Gäste waren erwartungsfroh gekommen und gespannt, welche Sportlerinnen und Sportler in diesem Jahr in den unterschiedlichsten Kategorien geehrt werden sollten. Die Spannung stieg als das Moderatorenteam die Kategorie „Event des Jahres“ aufrief. Insgesamt fünf hochkarätige Veranstaltungen und Sportturniere waren nominiert und mehrere Wochen lang konnten die Sportinteressierten via Internet ihre Stimme abgeben. Nach der Vorstellung der Events in kurzen Videoclips kam der spannende Moment: Das 50. Int. Osnabrücker Bergrennen wurde als Sieger ausgerufen und Organisationsleiter Bernd Stegmann und Holger Maes nahmen den begehrten Preis, den „Leo Award“ in Empfang. Bis tief in die Nacht wurde die Preisverleihung von den Anwesenden des Bergrennen-Teams gebührend gefeiert.

Boxengeflüster 10/2017: Wussten Sie schon dass…?

29. Oktober 2017

DASS der junge französische Rennwagenkonstrukteur Fabien Bourgeon am letzten Oktober-Samstag zu einem Testtag seiner TracKing „CM-Fahrzeuge“ auf den Circuit de Chambley in der Nähe der ostfranzösischen Stadt Metz geladen hatte. Knapp 20 Interessenten aus Deutschland und Luxemburg durften die beiden von Motorradmotoren angetriebenen Silhouettenrennwagen testen und waren nach jeweils vier Runden von den Fahrleistungen und dem Fahrspaß der quirligen „Renngeräte“ begeistert. Unter den Angereisten waren auch einige aus dem Bergrennsport bekannte Namen, wie Holger Hovemann, Georg Lang, Alexander Hin, Michael und Hauke Weber und ex-Berg-Cup Pilot Klaus Hummel sowie GLP-Fahrer Johannes Wetzel. Aus dem nahen Luxemburg kamen die Bergmeister Canio Marchione und Daniel Donkels sowie Marcel Nipperts. Ein paar schnelle Runden durfte auch „Videomacher“ Gilles Huntzinger von Pilotes.tv drehen. DASS sich David und Gary Hauser auf Anhieb den Gesamtsieg der «GT & Prototype Challenge» sichern konnten. Beim letzten Rennmeeting am 21./22. Oktober in Assen (NL) konnten David, als Bergspezialist „außer Dienst“ und Gary Hauser am Samstag im ersten Rennen ihren Ligier JS P3 des Teams Racing Experience zum Sieg fahren. Am Sonntag landete das Brüderpaar im letzten Saisonrennen auf dem zweiten Platz. Somit konnten sich die Brüder bei ihrem LMP3-Debüt auf Anhieb den Jahresgesamtsieg in der „GT & Prototype Challenge 2017“ sichern. DASS die in Mickhausen frisch gebackene FiA Hillclimb Cup-Gewinnerin Gabriella Pedroni auf Einladung von Renault Italia bei der Rallye due Valli rund um Verona den neuen Renault Twingo GT in R1-Version testen durfte. Die 36-jährige Rennamazone aus Tione bei Trento steuerte mit Co-Pilotin Chiara Corso  das kommende Cup-Fahrzeug für die Twingo-Trophäe 2018 leider ohne Glück, denn nach der vierten Wertungsprüfung schieden bei beiden Südtirolerinnen bereits aus. DASS die rund 1.100 Seelengemeinde Steinbach bei Bad Liebenstein, bekanntlich Startort und Fahrerlager des ADAC Glasbachrennens am Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“  teilnimmt. Somit ist der Ort im Wartburgkreis in Sachen Eigeninitiative etwas ganz besonderes. Bei dieser Aktion ist auch die Rennsportgemeinschaft Altensteiner Oberland sehr aktiv. Seit kurzem betreibt die RSG in Steinbach einen kleinen Tante-Emma-Laden, gerade zur Versorgung der älteren Bevölkerung. In Regie der RSG entstand auch die „Luther-Box“, ein Multimedia-Container mitten im Wald, der Wissen über Martin Luther vermittelt, der ja bei seiner Verschleppung auf die Wartburg im Mai 1521, in Steinbach festgenommen wurde. Und nicht zuletzt ist es das Glasbachrennen, welches seit 2011 wieder gibt, dass Leben in den Ort bring, der in der jüngeren Vergangenheit rund ein Viertel seiner Bevölkerung verloren hat. DASS bei der International Motor Show […]

Hillclimb Masters wird fortgesetzt

13. Oktober 2017

Das FiA Hillclimb Masters wird im Jahr 2018 seine dritte Auflage erleben, so ist es bereits auf der Internetseite der Federation Internationale de l´Automobile nachzulesen. Auf Anfrage von „Bergrennen in Deutschland“ gab David Moretto, der FiA Sporting Coordinator für die Bereiche Historischer Motorsport, Bergrennen und Off-Road, noch keine konkreten Informationen Preis, doch für die nächsten Wochen sind die ersten Pressemeldungen angekündigt. Mit Spannung wird erwartet welche Location nach Eschdorf 2014 und Ecce Homo 2016 das Race of Champions der Berge sehen wird. Natürlich kursieren in Fachkreisen bereits die ersten Gerüchte und Spekulationen über den Austragungsort der Edition 2018 des FiA Hillclimb Masters. Diesmal könnte die Schweiz das Gastgeberland sein. Eine der möglichen Bergrennstrecken die für Anfang Oktober 2018 zur Debatte stehen sollen, ist die EM-Piste von St. Ursanne – Les Rangiers im Jura, freilich auf einer verkürzten Streckenvariante. Das sind bislang alles nur Spekulationen, aber Bergrennen in Deutschland lag ja schon öfters nicht so ganz daneben. Aber, Warten wir´s ab. Wir bleiben auf jeden Fall an diesem interessanten Thema dran.

Gelungenes KW Berg-Cup-Finale in den Mickhausener Stauden

5. Oktober 2017

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten. Für die Freunde der Statistik halten wir noch schnell fest, dass 163 Fahrzeuge das Rennen aufnehmen, 159 davon beenden es in Wertung. Im […]

Steiners besonders schöner Saisonabschluss in Mickhausen

3. Oktober 2017

Der Schweizer Bergmeister Marcel Steiner gewann das Internationale Bergrennen Mickhausen nach einem harten Duell mit Patrik Zajelsnik. Romeo Nüssli triumphierte wie im Vorjahr in der Gruppe E1. Schönes Herbstwetter im Training vom Samstag, Regen am Morgen des Renntags, danach trocken und zum Schluss fast perfekte Verhältnisse – die 163 Fahrer aus sieben Nationen mussten sich beim Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg in Südbayern auf alle Bedingungen einstellen. Und am besten gelang dies Marcel Steiner. Nur im ersten Training und im zweiten Rennlauf am Sonntag war sein grosser Gegenspieler Patrik Zajelsnik im Norma M20 FC auf der 2,2 km langen Strecke um jeweils eine Zehntelsekunde schneller. Steiners klare Bestzeit im nassen ersten Rennlauf war aber für nichts, weil der Regen für den Rest des Tages aufhörte und die Piste langsam abtrocknete. Im zweiten Durchgang irritierten ihn die Ölflaggen im schnellen Régal-S, wo lange nach einem heftigen Unfall des Schweizers Patrick Hedinger (Peugeot 205) gar keine Rutschgefahr mehr bestand, etwas mehr als den mit slowenischer Lizenz startenden Deutschen. So musste der dritte, nahezu trockene Lauf die Entscheidung bringen. Steiner zeigte Nervenstärke und legte mit 49,258 die Tagesbestzeit hin, klar vor Zajelsnik (50,035). In der Addition der beiden besten Zeiten lag der Schweizer Bergmeister somit um 0,684 voraus. Nach seinen beiden Tagessiegen von 2010 und 2012 (als er Simone Faggioli bezwang) mit dem Osella FA30 war es für den 42-jährigen Berner der dritte beim grossen deutschen Finalrennen und der erste internationale Erfolg mit dem LobArt-Mugen. „Als weder Merli noch Faggioli auf der Startliste standen, wusste ich, dass ich hier mit Zajelsnik um den Sieg fahren werde. Der Saisonschluss in Mickhausen ist immer schön, und wenn man vor dieser tollen Zuschauerkulisse gut fährt und danach bei einer öffentlichen Siegerehrung gefeiert wird, ist das genial“, freute sich Steiner. Wie zuletzt beim Bergrennen Gurnigel durfte Christoph Lampert als Dritter auf dem Gesamtsiegerpodest mitfeiern. Mit jedem Rennen kommt der Vorarlberger besser mit dem Osella PA2000 Honda Evo zurecht. Hinter den drei Sportwagenpiloten belegte Simon Hugentobler zur eigenen Überraschung den vierten Platz und gewann damit die Gruppe E2-SingleSeater. Von seinem Sohn Robin Faustini gecoacht, der wegen Motorproblemen am Tatuus-Honda FM von Bossy Racing auf den geplanten Start verzichten musste, fand Hugentobler den richtigen Kompromiss, um die Power des Reynard-Mugen 97D bei den tückischen Bedingungen richtig einzusetzen. Fausto Bormolini, Tagessieger von 2007 in Mickhausen, blieb nach einem leichten Leitplankenkontakt im Nassen auch in den zwei weiteren Rennläufen […]

Finale furioso in Mickhausen

27. September 2017

Beim letzte Saisonlauf im FIA International Hill Climb Cup 2017 und dem gleichzeitigen Finallauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und zum KW Berg-Cup fallen am kommenden Wochenende (30.09.-01.10.) die Entscheidungen um die Preisgeldtöpfe und Pokalen. Aber das Bergrennen Mickhausen vor den Toren Augsburgs, als derzeit bedeutendsten Motorsportveranstaltungen in Süddeutschland, steht vor einer ungewissen Zukunft. Der ASC Bobingen e.V. sieht sich als Veranstalter des internationalen Bergrennens in der Staudenregion, nach 17-jähriger intensiver Ehrenamtsarbeit, vorerst nicht in der Lage den enormen Aufwand weiterhin zu schultern. Die Anforderungen in der Organisation sind momentan zu hoch, als dass sie in wichtigen Funktionsbereichen neben großen beruflichen Ansprüchen, ohne Wunden zu hinterlassen, in der nahen Zukunft erfüllt werden können. Umso mehr bemüht sich die Organisation, wieder einen besonderen Abschluss im Motorsportkalender zu präsentieren – und zumindest das sieht gut aus. Sportliches Highlight in den Stauden bei Augsburg bildet auch 2017 das letzte Saisonrennen um den FIA International Hill Climb Cup (IHCC). Wartet hier doch wieder ein spektakuläres Fahrerfeld aus vielen europäischen Nationen darauf, sich vor dem bekannt fachlichen Publikum zu messen. Der Cup wird in 3 Fahrzeugkategorien ausgetragen: 1. die Produktionswagen aus der Großserie in der Kategorie 1, 2. die Rennsportfahrzeuge und Formelwagen der Kategorie 2 und 3. die renntechnisch stark verbesserten Tourenwagen der Gruppe E1 in der Kategorie 3. pro Rennen können die Fahrer in den jeweiligen Kategorien 25 Wertungspunkte einfahren. Die Sportwagenkategorie hat auch 2017 der Tscheche Vaclav Janik vom Nutrend Racing Team auf seinem Prototypen Norma M20 FC bereits gewonnen. Spätestens nach seinem achten Gesamtrang von St. Agatha stand er zum dritten Mal in Folge als Titelträger fest. Janik hat daher auf einen Start in Mickhausen verzichtet. Dennoch sind die Sport- und Rennwagen das Herz der Veranstaltung. Gegen seinen Landsmann Marcel Steiner wird das aber wieder ein schwieriges Unterfangen. Seit Jahren erstmals als Top-Favorit auf den Gesamtsieg wird der Freiburger Patrik Zajelsnik in seinem Norma M20 FC V8 gehandelt. Wenn der LobArt-Mugen V8 des Schweizers Marcel Steiner weiterhin gut läuft, wird das sicher eine ganz spannende Kiste. Beide kennen sich sehr gut und beide kennen die Tücken des Mickhauser Kurses in und auswendig. Ambitionen auf Gesamtrang 3 dürften einige Piloten hegen. Darunter befinden sich auf jeden Fall der Schweizer F3000-Pilot Simon Hugentobler und das EM-Urgestein aus Italien Fausto Bormolini, ebenfalls wie Hugentobler auf einem Reynard. Chancen auf eine Top-10 Position haben sicher auch die Deutschen Asse, wie Uwe Lang (Osella), Frank Derbuyne (Dallara) oder Thomas […]

Vier-Kampf der Meister in St. Agatha

25. September 2017

Das diesjährige Bergrennen St. Agatha war ein Bergrennsportfestival der Extraklasse. Dafür sorgte nicht nur dass international hochkarätige Starterfeld, sondern die auch zahlreich erschienen Zuseher. Diese sorgten für eine großartige Atmosphäre bei diesem Bergklassiker in Oberösterreich. Zudem hatte das Veranstalterteam vom MSC Rottenegg auch mit dem Wetter das Glück auf ihrer Seite, blieb es doch am gesamten Wochenende trocken. Im Kampf um den Gesamtsieg war auch in diesem Jahr der italienische Ausnahmekönner und Vize-Europameister Christian Merli nicht zuschlagen. Mit seinem Osella FA30 Fortech konnte er bereits im Training mit herausragenden Zeiten überzeugen, ehe er im 1. Rennlauf seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr regelrecht pulverisierte. Im 2. Rennlauf legte der Osella-Pilot nochmals nach und korrigierte den Streckenrekord schlussendlich um über 1sec. nach unten. Auf den ersten Verfolgerplatz konnte er somit einen Vorsprung von 5,5sec. herausfahren. Um diesen gab es einen elektrisierenden Dreikampf, welchen am Ende der neue französische Bergmeister Sebastien Petit knapp für sich entscheiden konnte. Nachdem er mit seinem Norma M20FC Mugen im 1. Rennlauf nur auf den vierten Platz lag, konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals kräftig zulegen und so noch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement nach vorne fahren. Mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,3sec. ging der letzte Platz auf dem Podium an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der mit seinem top-aktuellen Norma M20 FC Mugen eine weitere herausragende Vorstellung ablieferte und exzellente Zeiten erreichte. Jedoch haderte er im 2. Rennlauf ein wenig mit der Elektronik, womit er sich im Gegensatz zum Franzosen nicht mehr weiter steigern konnte. Mit weiteren 0,07sec. Rückstand ging der vierte Platz im Gesamtklassement an den neuen Schweizer Bergmeister Marcel Steiner, der erstmals in Österreich seinen selbst weiterentwickelten LobArt LA01 Mugen an den Start brachte und mit diesem Boliden ebenfalls begeistern konnte. Mit seiner beherzten Fahrweise konnte er den zahlreich erschienen Zuschauer imponieren. Die Top 5 komplettierte der Tscheche Dusan Neveril mit seinem einmalig klingenden Norma M20 FC Judd, der mit einer exzellenten Vorstellung überzeugen konnte und eine ebenfalls tolle Show beim diesjährigen Bergrennen St. Agatha ablieferte. Dahinter folgte auf dem sechsten Gesamtrang der Vorarlberger Christoph Lampert, der eine exzellente Performance mit seinem 2-Liter Osella PA2000 Evo Honda ablieferte. Mit einer großartigen Leistung auf dieser Powerstrecke war er am Ende bester Österreicher in St. Agatha, wobei er im 2. Rennlauf sogar die 1:10min. Schallmauer unterbieten konnte und so als schnellster 2-Liter Pilot am gesamten Rennwochenende beeindrucken konnte. Nicht zu vergessen ist Alexander Hin, als bester […]

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