Erinnerungen an «Conny», Roman und all die Andern

24. Mai 2016

Die Motorsportwelt und ganz besonders die groβe Familie des Bergrennsports stand unter Schock, als Mitte Februar die Nachricht sich wie ein Lauffeuer ausbreitete: Marco Conrardy, besser bekannt unter seinem Pseudonym “Conny”, hat uns im Alter von 61 Jahren verlassen. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rennsportler des Groβherzogtums hatte den Start zu seinem allerletzten Rennlauf genommen. Nachdem “Conny” die Anfangsjahre des Eschdorfer Bergrennens mit seinen spannenden und siegreichen Kämpfen gegen die damaligen deutschen Messlatten wie Klaus Koch, Frank Taubert oder Werner Eckert in der Formel 3-Klasse geprägt hatte, drückte der Moutforter Krauskopf besonders ab 1994 dem “European Hill Race” seinen Stempel auf, nachdem er sich über Winter einen Ralt Rt23 F3000 mit Ford-Cosworth-Motor (Foto unten) zugelegt hatte, einen der ersten Formel 3000 überhaupt im Bergrennsport. Bereits am 1. Mai des gleichen Jahres konnte sich “Conny”, nach einem nervenraubenden Zweikampf-Krimi gegen den Schweizer Heinz Steiner im Martini-BMW Mk69 Formel 2, wobei mehrfach die Führung und der Streckenrekord den Besitzer wechselten, erstmals den Eschdorf-Gesamtsieg sichern und war damit nach Christian Hauser 1991 erst der zweite Luxemburger, der seinen Namen in die Siegerliste eintragen durfte. Konnte sich Heinz Steiner, der Papa von Marcel, anschlieβend 1995 und 1996 durchsetzen, gefolgt von Christian Hauser 1997, so fand “Conny” 1998 zum Ende seiner Karriere zurück auf das oberste Podiumstreppchen unseres Bergrennen, erneut nach einem knappen Kampf um Hundertstelsekunden mit dem Franzosen Christian Debias im Martini-BMW Mk74 Formel 2. Mit drei internationalen Luxemburger Bergmeistertiteln 1994, 96 und 97, dem belgischen Bergmeistertitel 1997, aber auch 12 (!) Luxemburger Slalommeistertiteln und mehreren Siegen in der “Trophée Honoré Wagner”, damals inoffizielle nationale Luxemburger Bergmeisterschaft, sowie natürlich unzähligen Gesamtsiegen und Podiumsplätzen in Luxemburg (Holtz, Nommern, Lorentzweiler…) und im Ausland stellt das Palmarès von “Conny” eines der besten sämtlicher Luxemburger Rennfahrer aller Zeiten dar. Bereits knapp drei Monate zuvor, und fatalerweise unter ähnlich dramatischen Umständen, war Roman Sonderbauer zu seinem letzten Rennen aufgebrochen. Im bildschönen weiβen Opel Kadett (Foto oben) zählte der Niederbayer seit einigen Jahren zu den Pfeilern im Startfeld des “KW-Berg-Cups”, das seit 1989 bereits in Eschdorf gastiert. In den Jahren 2012 und 2013 konnte Roman sich in Eschdorf den Sieg in der stark besetzten und stets hart umkämpften 2 Liter-Klasse der (damaligen) Gruppe H sichern. Insgesamt gingen seit seinem Debüt im “Berg-Cup” 2009 5 Klassensiege, 22 Podiumsplätze und 54 Top10-Ränge auf Romans Konto, was ihm zwei dritte Gesamtränge in der Endwertung des “KW-Berg-Cups” 2013 und 2015, sowie den Vize-Meistertitel seiner […]

Rang drei gegen übermächtige Konkurrenz

12. Mai 2016

Beim Auftakt zur Deutschen Bergmeisterschaft am Wochenende des 6./7. Mai im luxemburgischen Eschdorf schlugen alle Parameter voll ins Positive aus. Mit einem nahezu wolkenloser Himmel und angenehm warme Temperaturen verwöhnte der Wettergott die zahlreichen Zuschauer und die mehr als 150 Teilnehmer des „European Hill Race“, der größten Motorsportveranstaltung des Großherzogtums. Nach der langen Winterpause hatte auch die „Berg-Abteilung“ des Pirmasenser CR Racingteams, in Form von Frank Debruyne, seinen ersten Auftritt des Jahres. Der Dallara Opel Formel 3, der auch in der neuen Saison 2016 mit dem AST – Abwasser-Sanierungs-Technik Logo auf den Seitenkästen die Bergrennstrecken in Deutschland und Luxemburg hochschießen wird, war noch rechtzeitig zum ersten von neun Berg DM-Läufen des Jahres 2016 fertig geworden. Der Dallara F 303 Opel-Spiess wurde über die Wintermonate komplett zerlegt, überprüft, instand gesetzt und wieder rennfertig auf die profillosen Slik-Reifen gestellt. Den Trainingstag auf der 1.850 Meter kurzen Sprintstrecke in den Ardennen nutze Frank Debruyne als Funktionstest und erzielte eine Marke von 56,316 Sekunden, was die zweitschnellste Zeit in der Klasse E2-SS bis 2000 ccm Hubraum bedeutete. Mit Hilfe des extra aus Heiligenstadt angereisten Formel 3-Kollegen Sascha Herz wurde am Abend der Wagen auf den Renntag vorbereitet, an dem nur der schnellte von drei Durchgängen für die Wertungen um den Tagessieg und der Klasse herangezogen wurde. Dies ist etwas ungewöhnlich, da bei den Bergrennen in Deutschland immer die Summe alle Rennläufe den Ausschlag gibt. Am Rennsonntag kletterten die Temperaturen bereits in der Früh auf knapp unter 20 Grad, was natürlich bei der „Atemluft“ des Motors seine Auswirkungen hat. Bevor die Temperaturen weiter anstiegen, legte Frank Debruyne gleich am Morgen seine Tagesbestzeit auf die Bahn, der noch im letzten Herbst einen neuen Belag verpasst wurde und  somit noch nicht das Gripp-Niveau der letzten Jahre aufwies. Schlussendlich waren die beiden französischen Piloten Anthony Loeuilleux und Damien Berney in ihren, einem Formel 3 überlegenen Tatuus Formula Master Honda, vor den Badener gefahren. Über den Saisonstart, mit Rang drei in der Klasse und Platz 15 in der Gesamtwertung, war die Freunde zwar nicht riesengroß, aber ein gewisse Zufriedenheit stand dem Team ins Gesicht geschrieben. Bereits am kommenden langen Pfingstwochenende startet Frank Debruyne bei der nächsten Berg DM-Veranstaltung, dem Wolsfelder ADAC Bergrennen, vor den Toren Bitburgs. Bei trockenen Wetterbedingungen zählt zweifache Deutsche Bergmeister zu den drei bis vier Top-Favoriten auf den Gesamtsieg, auf der wohl engsten Bergrennstrecken Deutschlands. Wer sich das Spektakel in der Südeifel anschauen möchte, dem sei […]

Eschdorf: Spannende Rennen mit Sonnenschein

11. Mai 2016

Krasse Gegensätze zum KW Berg-Cup Auftakt in Schotten vor 14 Tagen. Die Sonne verwöhnt das Bergrennvölkchen am 6. und 7. Mai mit angenehmen Temperaturen, die flüssige, sehr breite 1,85 Kilometer Strecke im Großherzogtum Luxemburg ist stets trocken. Ein kurzer Regenschauer über Nacht stört da nicht, eher reinigt er die Piste. „Die mir nach der Neuasphaltierung Mitte des letzten Jahres noch etwas rutschig erscheint und keine exakten Rückmeldungen über den Grip vermittelt“ erzählt uns Thomas Stelberg. Seine Ansicht teilen viele Fahrerkollegen. Dennoch können mit stets pünktlichem Beginn an beiden Tagen alle drei geplanten Läufe vor erfreulich vielen Zuschauern gefahren werden, am Sonntag sind so gegen 16:30 Uhr die Tourenwagen durch und haben Feierabend. Das Fahrerlager füllt sich früh, viele nutzen den freien Donnerstag zur Anfahrt und als Auftakt in ein langes Wochenende. Die 153 Fahrer kommen mitsamt Tross und Equipment gut unter, die Stimmung ist bestens. Etwas mehr als ein Drittel des Teilnehmerfeldes steuert der Berg-Cup e.V. mit seinen zwei Rennserien KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal bei. Traditionell ist der Anteil der Rennsportfahrzeuge beim „European Hill Race“ hoch, 40 davon haben den Weg nach Eschdorf gefunden, die Besetzung ist wie bei den Autos mit Dach international und hochkarätig. Neben dem Wetter gibt es einen weiteren gravierenden Unterschied, eine Spezialität des Gastgeberlandes sozusagen: Von den drei gefahrenen Rennläufen wird lediglich der schnellste zur Wertung herangezogen, was in den anderen Auffahrten geschieht spielt keine Rolle. Aber ein Schuss muss eben sitzen, muss die Ziellichtschranke so früh wie möglich auslösen. Taktik und Zuverlässigkeit treten da in den Hintergrund, gefragt sind Sprinterqualitäten und purer Speed. Der Kick daran ist, dass sich bis zum Schluss niemand seiner Sache so richtig sicher sein kann. Selbst dann nicht, wenn er im ersten Heat eine Fabelzeit in den Asphalt gebrannt haben sollte. Wie die KW Berg-Cup’ler mit der für sie relativ ungewohnten Situation umgegangen sind, das wollen wir uns nun in Ruhe gemeinsam anschauen. Wie immer Klasse für Klasse, in exakt der Reihenfolge, in der bei den Rennen gestartet wird. Also betrachten wir zuerst den NSU-Bergpokal, in dem sich Steffen Hofmann (Foto unten) die imaginäre Pole-Position sichert. Auch ein Dreher eingangs der Zielkurve während der zweiten Übungs-Auffahrt kann den ex-Moto-Crosser nicht einbremsen. Verglichen mit seinen anderen erzielten Zeiten kostet ihn der Vorfall samt nötig gewordenem Wendemanöver maximal 9 Sekunden! Acht Zehntel zurück markiert Karsten Steinert die zweitschnellste Zeit, Dritter ist Schotten-Sieger Uwe Schindler. Den ersten Race-Heat sichert sich Karsten Steinert […]

Eschdorf: Dritter Heimsieg für David Hauser

9. Mai 2016

Nachdem er 2012 in Eschdorf seinen allerersten Gesamtsieg, genau wie jenen eines GP2 bei einem Bergrennen, auf feuchter und schmieriger Strecke errungen hatte und diese Leistung im Vorjahr im Wolf GB08F1 unter ähnlichen Bedingungen wiederholt hatte, konnte sich der junge Fahrer des Teams Racing Experience diesmal den Siegerpokal vor gut besetzten Publikumsrängen bei fast schon sommerlichem Wetter erkämpfen, dies nach einem extrem spannenden Rennverlauf, waren die drei Führenden doch nach dem ersten Lauf nur durch winzige 189 Tausendstelsekunden getrennt. Während bei den drei samstäglichen Trainingsläufen der dreifache Schweizer Bergmeister Eric Berguerand auf Lola-Cosworth Fa99 (Foto oben) in 51,295 Sekunden Bestzeit auf der 1850 m langen Strecke markierte, hatte David Hauser wie von ihm nicht anders gewohnt seine Karten noch nicht voll aufgedeckt und seinen Dallara GP2 nach 52,286 sec. über die Ziellinie ausrollen lassen, war also genau eine Sekunde langsamer als sein Schweizer Rivale, während der eidgenössische Vize-Meister Joël Volluz im Osella Judd FA30 sich bei seiner allerersten Eschdorf-Teilnahme erst einmal auf diesen extrem breiten Kurs einschieβen musste, auf dem es gilt, die ganze Straβenbreite optimal auszunutzen. Doch auch seine Trainingszeit von 52,759 sec. war bereits sehr vielversprechend. Genau jener Joël Volluz läutete am Sonntagvormittag mit 50,851 sec. im ersten Rennlauf den Dreikampf ein, gefolgt von seinem Landsmann Eric Berguerand, der bis auf 5 (!) Hundertstelsekunden heran kam. Der zu Letzt startende David Hauser schaffte es seinerseits im Dallara GP2 mit dem Mecachrome-V8-4L-Motor die Zeit des jungen Schweizer Nachwuchstalents um ganze….0,113 Sekunden zu unterbieten, kurzum, nur ein Wimpernschlag trennte die drei Sieganwärter vor den beiden letzten Auffahrten dieses spannungsgeladenen Wochenendes: “Wir liegen so eng beisammen, dass noch absolut nichts entschieden ist, es gilt weiter voll anzugreifen!”, blieb der Fahrer des roten GP2 vor der Hinabfahrt vom im Zielbereich befindlichen Fahrerlager zum Vorstartbereich am Fuβe des Eschdorfer Bergs vorsichtig. Doch während Hauser im zweiten Lauf nun seine erste Laufzeit noch um 243 Tausendstel auf 50,469 sec. herunterschrauben konnte, blieben Volluz (51,355) und Berguerand (51,655) diesmal deutlich über ihrer Zeit aus Lauf 1, wobei sich Letztgenannter darüber beklagte, dass im Lola an diesem Tag der Wurm drin sei in Form von Problemen mit den Schaltwippen am Lenkrad. Der folgende dritte Rennlauf lief am Ende für alle drei Kontrahenten nicht wunschgemäß, wobei Volluz in 51,294 zwar Laufbestzeit hinlegt, damit aber erneut seine Zeit vom Vormittag nicht verbessern kann. Während David Hauser sich nach einem kleinen Schlenker im unteren Streckenbereich recht rasch eingestehen muss, […]

Boxengeflüster 05/2016: Wussten Sie schon dass…?

29. April 2016

DASS KW Berg-Cup Fahrer Thomas Kohler mit Teamchefin Liane Kohler auf der Heimfahrt vom Bergpreis Schottenring eine Odyssee erlebten und erst am Montagmorgen um 4.45 Uhr zu Hause am Bodensee ankamen. Nach dem frühen Rennende, sind die Beiden um 17 Uhr in Schotten-Rudingshain los gefahren und freuten sich darauf einmal früher als sonst Daheim zu sein. Aber manchmal kommt es eben anders. Kurz vor Friedberg verloren die Kohlers ein Rad vom Transport-Anhänger mit dem Fiat X 1/9 darauf. Die Radaufhängung war gebrochen. Der ADAC brachte den lädierten Hänger mit Rennauto dann nach Nidda. Anhänger mit Renn-Tourenwagen im Huckepack sind auch für den ADAC nicht alltäglich. Um 23 Uhr 30 nahte dann spontane Hilfe aus Eichenbühl. Fiat-Markenkollege Stefan Winkler, der ebenfalls in Schotten am Start war, und Rudhard Grimm kamen mit zwei Fahrzeugen plus Anhänger wieder zurück und haben das gesamte Gespann aufgeladen und nach Eichenbühl mitgenommen. Dort wird der offene Anhänger von Stefan Winkler repariert und alles von den Eichenbühlern zum Hill Race am 7./8. Mai nach Eschdorf mitgebracht. Die Kohlers sind total überwältigt von der tollen Hilfe und sagen DANKE! DASS am Samstag des Schottener Bergpreises der 1.Vorsitzende Veranstalters MSC Rund um Schotten, der 54-jährige Wolfgang Wagner-Sachs in Frankfurt  zum neuen DMSB- Vizepräsident gewählt wurde. Der Wahl-Schottener ist damit hinter dem im Amt bestätigten Präsident Hans-Joachim Stuck zweithöchster Motorsportler in Deutschland und zuständig für den Motorradsport. Seit acht Jahren trägt Wagner-Sachs zudem im ADAC Hessen-Thüringen als Sportleiter Verantwortung und ist dort unter anderem einer der Promotoren der Deutschen Supermoto-Meisterschaft. DASS aufmerksame Teilnehmer des 13. ADAC Bergpreis Schottenring im Zielauslauf einen eindrucksvollen Blick über den Startort Rudingshain, die landschaftlich reizvolle Wetterau bis in die 50 km Luftlinie entfernte Metropole Frankfurt am Main erhaschen konnten, wenn es die Wetterlage gerade mal zuließ. Die Silhouette der „Mainhattan-Skyline“ war des Öfteren deutlich zu erkennen. DASS nach Meinung einiger Teilnehmer des Schottener Bergpreises der vom Juli auf April wieder vorgezogene Bergtermin ein wenig zu früh sei. Deren Wunschmonat wäre der Mai. Mit dem Wechsel auf Saisonbeginn im April sollte für die MSC-Helfer jedoch mehr Pause zum Motorrad Classic Grand-Prix am dritten August-Wochenende geschaffen werden. Eine Verschiebung in den Mai ist mit den örtlichen Landwirten jedoch nicht machbar. Außerdem macht so der Testnachmittag am Freitag mehr Sinn. DASS der Organisationschef des Berg EM-Laufs am österreichischen Rechberg Ehrenfried Seitinger nach 45 Jahren und knapp vor seinem 80. Geburtstag mit diesem 45. Rennen  abgetreten ist. Wie es […]

46 Formel und Sportwagen haben Eschdorfer Tagessieg im Visier

28. April 2016

Zum 28. Mal organisiert die Union des Pilotes am Wochenende des 7./8. Mai ihr traditionelles Bergrennen «European Hill Race», Lauf zur Luxemburger und zur deutschen Bergmeisterschaft sowie zum «KW-Berg-Cup» und zum «NSU Bergpokal», während auch die belgischen Fahrer Eschdorf als Auslandsresultat auf ihr Konto der belgischen Bergmeisterschaft verbuchen können. Zählt man noch den «Classic Day» zum 100. Geburtstag des Motorsports in Luxemburg im Jahre 2013 sowie das 1. FIA Hill Climb Masters im Oktober 2014 hinzu, so ist es also bereits das 30. Mal, dass in dem kleinen Ardennerdörfchen Eschdorf zwischen Wiltz und Ettelbrück, im Norden Luxemburgs die Rennmotoren aufheulen. Fast 180 Fahrerinnen und Fahrer, darunter 91 Deutsche, 26 Luxemburger, 23 Belgier, je 16 Franzosen und Schweizer, 4 Briten und 3 Österreicher haben sich eingeschrieben, um in den Kampf der einzelnen Wertungen zum Gesamtsieg, zu Gruppen- und Hubraumklassensiegen, Damen-Pokal oder noch der Junioren-Wertung für U25-Fahrer zu ziehen. Drei Trainingsläufe sind am Samstag ab 9.15 Uhr vorgesehen, drei Rennläufe (schnellste Einzelzeit wird gewertet) am Sonntag ab 8.30 Uhr. Zu bemerken auch, dass die komplette Strecke von 1,850 km im vergangenen Sommer mit neuem Belag versehen wurde. Nachdem er 2012 (im Dallara GP2) und 2015 (im Wolf GB08F1) jeweils auf feuchter Strecke zum Eschdorf-Sieg fuhr, nimmt der Luxemburger David Hauser im Dallara-Mécachrome 4L V8 nach seiner rezenten zweitschnellsten Zeit im französischen Abreschviller nun einen erneuten Heimsieg vor eigenem Publikum ins Visier.  Allerdings muss sich der Luxemburger Bergmeister 2013 und 5. der Europabergmeisterschaft 2015 dieses Jahr in Eschdorf gegen die komplette Schweizer Bergelite zur Wehr setzen. So wird Eric Berguerand, Schweizer Bergmeister 2013, 2014 und 2015, im Lola-Cosworth FA 99 F3000 (Foto unten) erneut versuchen, seinen Namen endlich ins Tagessieger-Palmares einzutragen, jenen obersten Podestplatz, den er bislang so oft in Eschdorf knapp verpasste: Platz 2 in den Jahren 2014 und 2015, P3 2007 und 2012, P4 2013, aber auch Dritter der Gesamtwertung und zugleich Goldmedaillengewinner in der Kategorie der FIA-Rennsportfahrzeuge beim FIA Masters 2014….kurzum, die Strecke liegt dem angriffslustigen Schweizer bestens, fehlt nur noch der langersehnte Siegerpokal. Als Neuzugang in Eschdorf muss aber auch die junge Nachwuchshoffnung Joël Volluz im Osella FA 30 Judd V8 (Foto oben) bei seinem allerersten Start in Luxemburg zum ganz engen Favoritenkreis gezählt werden. Der 24-jährige Schweizer Vize-Bergmeister 2015 kann aus dem Vorjahr auf Gesamtsiege in Osnabrück (D), Oberhallau, Ayent-Anzère und La Roche-La Berra verweisen, jeweils nach heißem Kampf gegen Eric Berguerand. Nach zwei Jahren Abwesenheit wird der […]

Stolz und Bratschi kämpfen um die Eschdorfer Tourenwagenkrone

28. April 2016

Seit 2004, also nunmehr 12 Jahren, hält der in Deutschland lizenzierte Österreicher Herbert Stolz in Eschdorf den Streckenrekord für “geschlossene” Tourenwagen & Gran-Turismo, und einmal mehr wird der Mann im bärenstarken Porsche 935 die Messlatte hochlegen. Doch der Deutsche Tourenwagen-Bergmeister 2006 und 2013 wird besonders vor dem hochmotivierten jungen Schweizer Ronnie Bratschi im Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO (Foto oben) auf der Hut sein müssen, der im Vorjahr mit seinem Sieg im Internationalen FIA-Berg-Pokal seinen definitiven Durchbruch schaffte. Genau wie man auch den Deutschen Tourenwagen-Bergmeister 2010 und 2002 Norbert Handa im monsterhaften Lancia Delta Integrale oder auch dessen Landsmann Mario Fuchs (Mitsubishi Lancer), im Vorjahr Gesamtsechster im Regen, direkt hinter dem Porsche 935 II von Herbert Stolz, nie unterschätzen darf. Genau wie die beiden Porsche Cup des Belgiers Yanick Bodson, Goldmedaillen-Gewinner beim FIA Masters 2014 auf der gleichen Strecke, und des Schweizers Fréderic Neff (Porsche 996 Cup). Ein Tourenwagenfeld mit PS zuhauf, so etwa jene 850, die sich unter der Motorhaube des Audi Quattro S1 des Briten Keith Edwards verstecken. Und auch einigen Exoten und Kuriositäten, wie dem Ford Puma Turbo des Briten Mike Manning, dem Lotus Elise mit Audi-Turbo-Motor des Belgiers Olivier Dubois oder auch dem süßen VRC Fiat 500 mit Suzuki-Motorradmotor von Bart de Saedeleer (ebenfalls Belgien). Ohne die beiden rassigen Ferrari (Foto unten) des Franzosen Vincent Lagache (458 Challenge), der erstmals in Eschdorf antritt, sowie Stammgast René Ruch (355 GT mit 4-Liter-Zytek-Motor) zu vergessen, genau wie den Nissan 350Z des Luxemburger Rallye-Spezialisten Ralph Schroeder, den Audi 80 Quattro Turbo des Briten Keith Murray oder den Subaru Impreza von dessen Landsmann John Davies. Oder noch den spektakulären Renault Mégane Trophy des Franzosen Jean-Jacques Jobert, den BMW M3 des belgischen Tourenwagen-Bergmeisters 2014 Stéphane Emond und die Allrad-Turbo-Armada des Schilling Performance Teams mit dem Subaru Impreza von Papa Nico, Luxemburger Tourenwagen-Bergmeister 2015, dem Mitsubishi Lancer von Sohnemann Cédric und dem zweiten Subaru Impreza von Charel Valentiny. Und auch der Tourenwagen-Europabergmeister 2010 Roland Wanek (D) im Mitsubishi Lancer Evo 8 ist natürlich wieder mit von der Partie. Doch selbstverständlich wird auch die Meute des «KW Berg-Cup», die dem Eschdorfer Bergrennen bereits seit 1989 die Treue hält, erneut mit ihren zahlreichen hochgezüchteten VW Golf, Polo, Corrado und Scirocco, Opel Kadett, Corsa und Ascona, Fiat 127, 128 und X1/9, Citroën AX Kitcar, BMW 2002, 320 (davon gleich zwei ex-WTCC), Renault Laguna BTCC, Clio und Mégane oder noch den zehn NSU die Herzen ihrer […]

Steiners LobArt LA01 lernt laufen – Premiere in Eschdorf

17. April 2016

Seit Wochen und Monaten arbeitet der zweifache Schweizer Champion und Deutsche Bergmeister von 2008, Marcel Steiner an seinem Bergrenn-Comeback mit einer Rennwagen-Neukonstruktion des noch jungen italienischen Herstellers LobArt. Nach unzähligen Arbeitsstunden in der heimischen Werkstatt in Oberdiesbach, in denen der E2-SC Rennsportwagen komplett zerlegt und wieder zusammengesetzt wurde, durchdrang der kerniger V8-Sound des erste Motorstart am 2. März die Garage Steiner im Berner Oberland. „Am Mittwoch vor dem langen Osterwochenende erfolgte dann das erste Rollout auf der südelsässischen Rennstrecke von Anneau du Rhin. Dieses galt ausschließlich einem Funktionscheck. Erfreulicherweise arbeiteten alle Systeme und waren dicht“, kann Marcel Steiner berichten. Bis zum eigentlichen Test auf der Rennstrecke von Bresse konnten dann zuhause die letzten Feineinstellungen vorgenommen und das Auto auf die neue Reifengeneration umgebaut werden. Zudem wurden zu den ersten reinrassigen Tests am 8. und 9. April,  einige Aerodynamik-Updates geliefert. Ab Freitag konnten Marcel und sein Team die gesammelte Erfahrung mit dem Wissen der Rennwagenerbauer Giovanni und Stefano Lobartolo von LobArt verstärken, die eigens angereist waren. „Dadurch konnten wir mit dem neuen Rennwagen innerhalb weniger Runden große Fortschritte erzielen. Leider wurden wir dann, wie auch schon beim Rollout, von technischen Gebrechen gestoppt. Die erreichten Rundenzeiten lassen aber auf ein großes Potential des LobArt LA01/Mugen V8 hoffen“, so Steiner weiter. „Natürlich stehen wir noch immer am Anfang der Entwicklung dieses Autos – wir haben noch viel zu lernen und ich muss mich an den LobArt gewöhnen, um mit dem Fahrzeug zu einer Einheit zu verschmelzen. Weil wir unser ehrgeiziges Testprogramm leider nicht annähernd durchziehen konnten, werde ich auf die Teilnahme am Rechbergrennen (23./24. April) wohl oder übel verzichten. Wir organisieren dafür nochmals einen Testtag und wenn alles nach Plan läuft, freuen wir uns auf die Rennpremiere des LobArt beim Bergrennen in Eschdorf vom 07. bis 08. Mai 2016 in Luxemburg.

David Hauser zurück im Dallara GP2

13. April 2016

Gute Nachricht für seine europaweit zahlreichen Fans: David Hauser wird seinerseits nach zwei Saisons im Wolf GB08F1 dieses Jahr zurück ins Cockpit des Dallara GP2 wechseln: “Nachdem wir mein Vorjahresauto über Winter verkaufen konnten, haben wir lange überlegt, auf welches Einsatzfahrzeug wir setzen sollten. Da jedoch für 2018 möglicherweise einschneidende Regeländerungen im internationalen Bergrennsport anstehen, erschien es uns nicht der richtige Zeitpunkt, viel Geld in den Kauf eines neuen Fahrzeugs zu investieren, ohne zu wissen, ob es mittel- bis langfristig konkurrenzfähig bleiben würde. Und andererseits haben uns die Fans immer wieder zu verstehen gegeben, wir sollten doch unbedingt den GP2 zurück an den Berg bringen.” Racing Experience hat sich also schlussendlich für letztere Option entschieden, allerdings in der Originalversion mit dem V8-Mécachrome-4-Liter-Triebwerk, das die GP2-Rennfahrzeuge auch auf der Rundstrecke antreibt: “Unser ehemaliger 3-LiterMotor, den wir in den Saisons 2012 und 2013 im GP2 verbaut hatten, steht nicht mehr zur Verfügung und aufgrund der Komplexität der Fahrzeugkonzeption ist es extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, einen Fremdmotor, wie zum Beispiel einen F3000-Antrieb, in den GP2 zu verpflanzen. Dies ist auch der Grund, weshalb wir diese Saison leider nicht die Berg-Europameisterschaft bestreiten können, da dort der Hubraum für Monoposti auf 3 Liter begrenzt ist.”, erklärt Teamchef Christian Hauser. “Aber wir werden verschiedene Läufe zur Luxemburger Bergmeisterschaft bestreiten und so versuchen, uns für die 2. Ausgabe der FIA Masters zu qualifizieren, die dieses Jahr am Saisonende im tschechischen Sternberk/Ecce Homo ausgetragen werden und wo David den GP2 in der Kategorie 3 “Open” einsetzen kann, ähnlich wie die britischen Fahrer ihre sehr spezifischen Formelfahrzeuge oder die französischen Toppiloten ihre 4-Liter-Sportwagen der Gruppe CNplus.” Was die Bergrennfans natürlich freuen wird, deren inzwischen über eine Million das Onboard-Video von David Hausers Rennlauf im GP2 beim Bergrennen St Ursanne/Les Rangiers (Schweiz) 2013 auf youtube angeschaut haben. Nach einem Sabbatjahr wird auch Davids jüngerer Bruder Gary Hauser am Wochenende des 15. bis 17. April beim “Hockenheim Historic – Jim Clark Revival” im Rahmen der BOSS GP-Serie zurück ans Lenkrad eines der zwei Dallara GP2 von Racing Experience finden. Mit seinen neun Siegen hatte der gerade 24 Jahre junge Wormeldinger der Saison 2014 dieser internationalen Rennserie deutlich seinen Stempel aufgedrückt und halt seither auch den offiziellen Rundenrekord der bekannten italienischen Rennstrecke von Mugello. ”Ich freue mich riesig, endlich wieder im Cockpit eines Rennwagens sitzen zu dürfen. Nach anderthalb Jahren Abstinenz war mir ein wenig bange vor den ersten Testfahrten, […]

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