Mini-Comeback powered by Motorsport Lang

17. März 2017

Als sich vor ein paar Tagen der Luxemburger Frank Maas mit einer Suchanfrage an die Redaktion von Bergrennen in Deutschland wendete, legten wir uns sogleich ins Zeug. Der Luxemburger Bergmeister von 2008 verspürte wieder einmal Lust einen schnellen Rennwagen beim einzig verbliebenen Bergrennen im Großherzogtum, dem Hill Race von Eschdorf am 06. und 07. Mai dieses Jahr zu steuern. Einen eigenen Rennwagen besitzt der ACL-Mitarbeiter derzeit nicht. Nach ein paar Telefonaten und einem Aufruf über Facebook konnte BiD dem ehemaligen Formel 3000-Pilot eine stattliche Auswahl von Mietobjekten präsentieren. In die engere Wahl kamen schlussendlich ein Formel 3 aus dem Fundus des Heiligenstädters Sascha Herz und der potente Osella PA20 BMW 3-Liter Sportwagen von Uwe Lang. Da der vierfache Deutsche Bergmeister in der Saison 2017 aus Zeitgründen eh nicht das volle Programm fahren möchte, um sich vermehrt dem Bau einer Halle widmen zu können, stand diesem Deal nichts im Wege. „Der Osella war gleich mein Favorit. Wir waren uns schnell einig und ich freue mich total“, gibt Maas ein positives Feedback an die BiD-Redaktion. „Nach meinen beiden Teilnahmen am Pikes Peak International Hill Climb in den USA werde ich erstmals wieder einen Rennwagen steuern können. Weitere Rennen sind nicht geplant“.

Vorläufige Termine 2017 – Deutsche Bergmeisterschaft

4. September 2016

Die hier aufgelisteten Termine der Bergrennen in Deutschland 2017 sind ausdrücklich als vorläufig zu betrachten und teilweise noch nicht bestätigt. Wegen des Deutschen Wandertags zum Anlass der Feierlichkeiten „500 Jahre Reformation“ musste das ADAC Glasbachrennen, als Lauf zur Europameisterschaft und Deutschen Bergmeisterschaft, verlegt werden und wird im kommenden Jahr einmalig, auf dem alten „Trier-Termin“ im Juni stattfinden. Unter Vorbehalt zu sehen ist vor allem das Homburger ADAC Bergrennen. Wegen einem großen Mangel an freiwilligen Helfern und Funktionären steht das traditionsreiche Bergrennen in der Saarpfalz auf der Kippe. Wie es nach dem Rücktritt im vergangenen Juli von Organisationsleiter Nico Scheier mit dem Eschdorfer Hill Race weitergeht, ist derzeit nicht konkret. Laut des Veranstaltervereins Union des Pilotes soll das nurmehr einzige verbliebene Bergrennen in Luxemburg jedoch weiter bestehen bleiben. Für den MSC Rhön und sein Hauenstein-Bergrennen eröffnen sich nach der Verlegung des Rennsteigrennens einige Möglichkeiten, wenigstens für ein Jahr, vom ungeliebten „Mitte-August-Termin“ abzuweichen. Genaueres wird man nach dem Veranstaltertreffen am kommenden Wochenende im Rahmen des Bergrennen Unterfranken in Eichenbühl in Erfahrung bringen können. 29./30. April 2017 – ADAC Bergpreis Schottenring 06./07. Mai 2017 – Hill Race Eschdorf (L) 04./05. Juni 2017 – Wolsfelder AvD Bergrennen 10./11. Juni 2017 – ADAC Glasbachrennen 24./25. Juni 2017 – ADAC Ibergrennen-Heiligenstadt 15./16. Juli 2017 – Homburger ADAC Bergrennen 05./06. August 2017 – Osnabrücker ADAC Bergrennen 19./20. August 2017 – ADAC Hauenstein Bergrennen (Update: 29./30. Juli 2017) 09./10. September 2017 – AvD Bergrennen Unterfranken 30.09./01. Oktober 2017 – ADAC Bergrennen Mickhausen

Kostenlose Nennung für das FiA Hillclimb Masters ab sofort möglich

29. August 2016

Am Wochenende des 8. und 9. Oktober 2016, also eine Woche nach dem DM und FiA Hillclimb Cup-Finale von Mickhausen,  kommt es zur zweiten Auflage des FIA Hillclimb Masters. Nach der überaus gelungenen Erstlingsveranstaltung im Jahr 2014 im luxemburgischen Eschdorf, wird nun die tschechische Region Ölmütz, mit der Stadt  Šternberk und die aus der Berg-Europameisterschaft bekannten Bergrennstrecke von Ecce Homo, der zweie Austragungsort dieses „Race of Champions der Berge“ sein. Um den Teilnehmern entgegen zu kommen, die aus Ländern anreisen, wo relativ kurze Bergrennstrecken vorherrschen, wurde die Strecke von Ecce Home auf eine Distanz von 3,3 km verkürzt. Seit dem vorletzten Augustwochenende ist die Registrierung der Teilnehmer, für diesen außergewöhnlichen Event offen.  Bis zum 21. September 2016 um Mitternacht, ist die Einschreibung für Fahrerinnen und Fahrer möglich, die sich nach den Kriterien der FiA qualifiziert haben oder von ihrem nationalen Verband eine sogenannte Wildcard erhalten haben. Die letztendliche Entscheidung wer per Wilde Card dazu stoßen darf obliegt jedoch der FiA Berg Kommission. Neben dem klassischen Einzelzeitfahren, wo an die Gewinner und Platzierten Gold, Silber oder Bronze-Medaillen in drei Kategorien vergeben werden, gibt es erneut den Nationen Cup. Um allen National-Mannschaften eine faire Chance zu geben, erfolgt die Vergabe eines kompletten Medaillensatzes nach der Gleichmäßigkeit der gefahrenen Zeiten. Vier Aktive bilden ein Team, wobei die drei gleichmäßigsten Fahrer gewertet werden. Zudem erfolgt eine eigene Wertung für Junioren-Fahrer (U25) und eine für die schnellsten Damen. Für Letztere werden zusätzliche Startplätze reserviert. Grundsätzlich beim Masters Startberechtigt ist, wer folgende Kriterien der Platzierung (Stand: 19. September) erfüllt: – unter den Top 12 beider Kategorien der FIA Europa-Bergmeisterschaft 2016 – unter den Top 12 der drei Kategorien des FiA International Hill Climb Cup 2016 – unter den Top 3 einer FiA Zonen Meisterschaft 2016 – unter den Top 5 einer nationalen Meisterschaft 2016 oder Top 3 gruppeneingestuften nationalen Meisterschaft – Wilde Card über den nationalen Verband Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Deutsche Vertreter den Weg zu diesem einmaligen Happening in der Tschechischen Republik finden werden, um den Deutschen Bergrennsport würdig zu vertreten. Vor zwei Jahren in Eschdorf gingen 19 Fahrerinnen und Fahrer für die Bundesrepublik an den Start. Auf ein ähnlich großes deutsches Feld hofft Christoph Schackmann, das DMSB Fachausschussmitglied aus den Reihen des EMSC Bitburg, der wie in 2014 wieder als Team-Captain fungiert. Quasi als Delegationsleiter ist Schackmann im Vorfeld und am Masters-Wochenende selbst der Ansprechpartner. „Jede Fahreranfrage für eine Wild Card werden […]

Nach Scheier-Rücktritt – Eschdorfer Hillrace soll weiterleben

15. Juli 2016

Ja, Vereinspäsident Nico Scheier ist von seinem Amt zurückgetreten. Es ist richtig, dass Nico Scheier, Gründungsmitglied der Union des Pilotes im Jahre 1981 und seither eine der treibenden Kräfte des Vereins, aus in erster Linie persönlichen Gründen von seinem Posten als Präsident zurückgetreten ist, Funktion, zu der er seit 2013 zurückgekehrt war, nachdem er bereits während des ersten 2000er-Jahrzehnts kürzer getreten war, um dann im Jahr 2010 nach dem tragischen Unfalltod seines Sohnes David, der sich inzwischen als Orgaleiter um das Eschdorfer Bergrennen verdient gemacht hatte, wieder verstärkt in Szene zu treten. Der Vorstand der Union des Pilotes sowie die gesamten Mitglieder des Vereins bedanken sich hiermit wärmstens bei ihrem scheidenden Präsidenten für seinen vorbildhaften und unerschöpflichen Einsatz, sowohl im Dienste des Clubs, des Eschdorfer Bergrennens, als auch im Interesse des Luxemburger Automobilsports ganz allgemein. Dennoch unterstreicht die Union des Pilotes, dass selbst wenn im Vereinsleben und Bereich des Ehrenamts der Rückzug eines verdienstvollen Mitglieds stets ein harter Schlag ist und sein wird, solche Rücktritte zwangsläufig in allen erdenklichen Bereichen, sei es in Vereinen oder auf beruflicher Ebene, nie ausbleiben werden und es dann gilt, die Herausforderung anzunehmen, die Lücke zu schlieβen, Aufgaben neu zu verteilen und gegebenenfalls, im Rahmen der Möglichkeiten, neue Energien und Kräfte zu mobilisieren. Eine Herausforderung, die der Vereinsvorstand der Union des Pilotes, dessen Vize-Präsident Alain Pier bis zur nächsten jährlichen Vollversammlung den Interim-Vorsitz übernehmen wird, sowie die Clubmitglieder mehr denn je bereit und motiviert sind, im Interesse des Fortbestands des Eschdorfer Bergrennens und des Luxemburger Automobilsports anzunehmen. Organisationsarbeit des Eschdorfer Bergrennen war nie eine «One-ManShow». Obschon es stimmt, dass der scheidende Präsident durch sein Temperament und seinen Perfektionsdrang einen erheblichen Teil der Verantwortungen selbst schulterte, wäre die Organisation eines Groβereignisses eines solchen Ausmaβes niemals ohne den aufopferungsvollen Einsatz und Arbeitsaufwand einer groβen Vielzahl von im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten und Verfügbarkeit in den verschiedensten organisationellen Aufgabenbereichen beteiligten Personen denkbar, sei es auf rein sportlichem Plan in der Rennleitung, dem Sekretariat, im promotionellen Bereich, in punkto Kontakte und Kontaktpflege zu den internationalen Gastfahrern, der Vorbereitung des Veranstaltungsgeländes und der Strecke, inklusive des arbeitsintensiven Aufbaus der imposanten VIP-Struktur, im Logistikbereich oder noch dem Veranstaltungsablauf selbst. Insgesamt sind alljährlich rund fünfzig Mitglieder, zu denen sich unzählige freiwillige Helfer, befreundete sowie lokale Eschdorfer Vereine, deutsche und luxemburgische Streckenposten, Zeitnehmer, Techniker usw… gesellen, vor, während und nach der Veranstaltung am Werkeln, um das erfolgreiche Gelingen und den internationalen Ruf des […]

Bergrennen in Deutschland 2016 – Ein Zwischenbericht

29. Juni 2016

Die Pflanze Bergrennsport gedeiht nach wie vor üppig. Zuwendung und Pflege von Seiten der Veranstaltervereine, Medien, Aktiven und nicht zuletzt des DMSB Fachausschuss Bergrennen tragen Früchte. Die Gattung Tourenwagen blüht in allen Farben und Formen vor allem in den sechs Hubraumklassen der Gruppe E1 und der Gruppe A/F, hier besonders in der 2-Liter-Klasse. Bei den Rennsportfahrzeugen, mit ihren Formelrennwagen und Sportprototypen  ist der „grüne Daumen“ seit Jahren nicht so ausgeprägt. Gerade im internationalen Vergleich sind die Top-Fahrer und Fahrzeuge dieser Spezies hierzulande dünn gesät. Im Hinblick auf das zweite FiA Hillclimb Masters am 8./9. Oktober 2016 im tschechischen Sternberk Ecce-Homo fallen die Medaillenchancen somit äußerst gering aus. Als zusätzlichen Dünger wurde zur Saison 2016 von Seiten des Fachausschuss Berg der neue DMSB Berg-Cup untergemischt. Erstmals werden in dieser Meisterschaft Titelträger in den Gattungen Tourenwagen und Rennsportfahrzeuge separat gesucht. Die Punktezuteilung erfolgt, wie einst in der Berg-Meisterschaft nach dem Veranstaltungs-Gesamtergebnis der beiden Divisionen. Dafür wurde die Deutsche Automobil-Berg-Meisterschaft etwas zurück geschnitten. Ab sofort wird es nach den zehn Veranstaltungswochenende nur noch einen nationalen Meister des Bergrennsports geben. Wertvolle Zähler werden hierzu in den jeweiligen Hubraumklassen zugeteilt. Die neu gestaltete Meisterschaft ist somit ein „Chancengeber“ für alle die, die in ihrer Klasse regelmäßig um den Sieg mitfahren, ganz egal ob in der Gruppe N, A, E1 oder in den E2-Rennwagen-Kategorien. Spannung und Action steigen und der Titelkampf wird somit auf wesentlich mehr Schultern verteilt, als in der Vergangenheit. Das zarte Pflänzchen DMSB Berg-Team-Cup ist nach einigen Anfangsschwierigkeiten mittlerweile zu einem bunten Strauß herangewachsen. Im dritten Jahr seiner Durchführung kann mit acht Teams und 32 Fahrerinnen und Fahrern ein Rekord-Einschreibeergebnis vermeldet werden. Beispielhaft voran ging hier der MSC Osnabrück, der als Veranstalter des Osnabrücker ADAC Bergrennens am ersten August-Wochenende, die Initiative ergriff und gleich zwei Mannschaften, sortiert nach Sportwagen und Tourenwagen, zusammenstellte und ins Rennen schickt. Hier sind die Möglichkeiten der Teambildung für die Zukunft mannigfaltig und lässt noch einiges erwarten. Dass es in Deutschland interessante und sichere Bergrennstrecken gibt und viele Veranstalter von Läufen der Deutschen Berg-Meisterschaft für eine tolle Atmosphäre und das gewisse Flair bei ihrem Event sorgen, dass gestemmt ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften, hat sich mittlerweile bis auf die britischen Inseln herum gesprochen. Immer wieder kommen einige Bergspezialiten, wie zum Beispiel Keith Edwards mit seinem spektakulären Audi Sport Quattro S1 in Pikes Peak-Ausführung (Foto mitte),  über den Ärmelkanal und bereichern hierzulande die Teilnehmerfelder. In der laufenden Bergsaison stehen zehn Meisterschaftsläufe […]

Marcel Steiners strapazierte Nerven

17. Juni 2016

Manchmal können einem gestandene Bergrennfahrer schon leidtun, die sich einem völlig neuen Projekt widmen, viel Herzblut hinein stecken und quasi wieder bei null anfangen müssen. In der Schweiz geht es gerade zwei der wohl besten Bergrennfahrer des Landes so. Neben Reto Meisel bekommt in diesen Wochen und Tagen Marcel Steiner eine Menge neue graue Haare. Der Garagist aus dem Berner Oberland hatte über den Winter sein Berg-Comeback mit dem LobArt LA01, einer italienischen Neukonstruktion, vorbereitet. Der Zeitplan für die Modifikationen des E2-SC Rennwagens geriet in Verzug und das Team aus Oberdiesbach musste auf geplante Rennteilnahmen im Ausland anfangs verzichten. Die Premiere beim Eschdorfer Hill Race Anfang Mai lief zwar nicht reibungslos, aber gab Grund zur Zuversicht. Immer wieder ließ sich der Mugen V8-Motor nicht starten. Nach einer umfangreichen Fehlersuche war Marcel Steiner guten Mutes, dass der Schweizer Saisonstart am 11./12. Juni am Hemberg doch positiv ausfallen würde, aber weit gefehlt. Samstagfrüh gegen halb vier Uhr setzte im Toggenburg dann der Regen ein und blieb bis in den Vormittag. Leider wurde der Zeitplan schon sehr früh durch Ausrutscher verzögert. Dementsprechend fand Steiners 1. Trainingslauf erst gegen Mittag statt. „Guter Dinge machte ich mich auf dem Weg vom Fahrerlager Richtung Startgelände und konnte zugleich noch ein wenig meine neuen Regenreifen anfahren. Seit der Reparatur nach Eschdorf sprang der Motor nun jedes Mal perfekt an. Nur im entscheidenden Moment vor dem Start konnte ich dem Motor wieder keinen Ton entlocken!“ Auch mehrmalige Versuche halfen nichts, Papa Heinz Steiner musste den LobArt ein weiteres Mal ins Fahrerlager zurückschleppen. Nach dem wechseln der Batterie sprang der Motor dann wieder sofort an. „Auf der Rückführung zum 2. Probelauf stellte ich fest, dass die Strecke schon trockener war, als ich es vermutet hatte. Dies veranlasste uns dazu, kurz vor dem Start einen Boxenstopp einzulegen und auf Slicks zu wechseln. Doch auch dies sollte mir nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Startlinie schon in Sichtweite, starb mir der Motor ab. Aber kein Problem, dachte ich mir… Nur daraus wurde wieder nichts – abermals bekam ich den Motor nicht zum Laufen und musste wieder am Seil zurück! Es war zum Verzweifeln! Nochmals mit anderer Batterie und Überprüfung der Daten konnten wir dann den Motor vor dem 3. Training warmlaufen lassen und weil der Regen auch wieder zurück war, in der Startaufstellung auf Regenreifen wechseln. Die Nerven etwas angespannt, sprang der Motor einwandfrei an und ich konnte doch noch meine […]

Erinnerungen an «Conny», Roman und all die Andern

24. Mai 2016

Die Motorsportwelt und ganz besonders die groβe Familie des Bergrennsports stand unter Schock, als Mitte Februar die Nachricht sich wie ein Lauffeuer ausbreitete: Marco Conrardy, besser bekannt unter seinem Pseudonym “Conny”, hat uns im Alter von 61 Jahren verlassen. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Rennsportler des Groβherzogtums hatte den Start zu seinem allerletzten Rennlauf genommen. Nachdem “Conny” die Anfangsjahre des Eschdorfer Bergrennens mit seinen spannenden und siegreichen Kämpfen gegen die damaligen deutschen Messlatten wie Klaus Koch, Frank Taubert oder Werner Eckert in der Formel 3-Klasse geprägt hatte, drückte der Moutforter Krauskopf besonders ab 1994 dem “European Hill Race” seinen Stempel auf, nachdem er sich über Winter einen Ralt Rt23 F3000 mit Ford-Cosworth-Motor (Foto unten) zugelegt hatte, einen der ersten Formel 3000 überhaupt im Bergrennsport. Bereits am 1. Mai des gleichen Jahres konnte sich “Conny”, nach einem nervenraubenden Zweikampf-Krimi gegen den Schweizer Heinz Steiner im Martini-BMW Mk69 Formel 2, wobei mehrfach die Führung und der Streckenrekord den Besitzer wechselten, erstmals den Eschdorf-Gesamtsieg sichern und war damit nach Christian Hauser 1991 erst der zweite Luxemburger, der seinen Namen in die Siegerliste eintragen durfte. Konnte sich Heinz Steiner, der Papa von Marcel, anschlieβend 1995 und 1996 durchsetzen, gefolgt von Christian Hauser 1997, so fand “Conny” 1998 zum Ende seiner Karriere zurück auf das oberste Podiumstreppchen unseres Bergrennen, erneut nach einem knappen Kampf um Hundertstelsekunden mit dem Franzosen Christian Debias im Martini-BMW Mk74 Formel 2. Mit drei internationalen Luxemburger Bergmeistertiteln 1994, 96 und 97, dem belgischen Bergmeistertitel 1997, aber auch 12 (!) Luxemburger Slalommeistertiteln und mehreren Siegen in der “Trophée Honoré Wagner”, damals inoffizielle nationale Luxemburger Bergmeisterschaft, sowie natürlich unzähligen Gesamtsiegen und Podiumsplätzen in Luxemburg (Holtz, Nommern, Lorentzweiler…) und im Ausland stellt das Palmarès von “Conny” eines der besten sämtlicher Luxemburger Rennfahrer aller Zeiten dar. Bereits knapp drei Monate zuvor, und fatalerweise unter ähnlich dramatischen Umständen, war Roman Sonderbauer zu seinem letzten Rennen aufgebrochen. Im bildschönen weiβen Opel Kadett (Foto oben) zählte der Niederbayer seit einigen Jahren zu den Pfeilern im Startfeld des “KW-Berg-Cups”, das seit 1989 bereits in Eschdorf gastiert. In den Jahren 2012 und 2013 konnte Roman sich in Eschdorf den Sieg in der stark besetzten und stets hart umkämpften 2 Liter-Klasse der (damaligen) Gruppe H sichern. Insgesamt gingen seit seinem Debüt im “Berg-Cup” 2009 5 Klassensiege, 22 Podiumsplätze und 54 Top10-Ränge auf Romans Konto, was ihm zwei dritte Gesamtränge in der Endwertung des “KW-Berg-Cups” 2013 und 2015, sowie den Vize-Meistertitel seiner […]

Rang drei gegen übermächtige Konkurrenz

12. Mai 2016

Beim Auftakt zur Deutschen Bergmeisterschaft am Wochenende des 6./7. Mai im luxemburgischen Eschdorf schlugen alle Parameter voll ins Positive aus. Mit einem nahezu wolkenloser Himmel und angenehm warme Temperaturen verwöhnte der Wettergott die zahlreichen Zuschauer und die mehr als 150 Teilnehmer des „European Hill Race“, der größten Motorsportveranstaltung des Großherzogtums. Nach der langen Winterpause hatte auch die „Berg-Abteilung“ des Pirmasenser CR Racingteams, in Form von Frank Debruyne, seinen ersten Auftritt des Jahres. Der Dallara Opel Formel 3, der auch in der neuen Saison 2016 mit dem AST – Abwasser-Sanierungs-Technik Logo auf den Seitenkästen die Bergrennstrecken in Deutschland und Luxemburg hochschießen wird, war noch rechtzeitig zum ersten von neun Berg DM-Läufen des Jahres 2016 fertig geworden. Der Dallara F 303 Opel-Spiess wurde über die Wintermonate komplett zerlegt, überprüft, instand gesetzt und wieder rennfertig auf die profillosen Slik-Reifen gestellt. Den Trainingstag auf der 1.850 Meter kurzen Sprintstrecke in den Ardennen nutze Frank Debruyne als Funktionstest und erzielte eine Marke von 56,316 Sekunden, was die zweitschnellste Zeit in der Klasse E2-SS bis 2000 ccm Hubraum bedeutete. Mit Hilfe des extra aus Heiligenstadt angereisten Formel 3-Kollegen Sascha Herz wurde am Abend der Wagen auf den Renntag vorbereitet, an dem nur der schnellte von drei Durchgängen für die Wertungen um den Tagessieg und der Klasse herangezogen wurde. Dies ist etwas ungewöhnlich, da bei den Bergrennen in Deutschland immer die Summe alle Rennläufe den Ausschlag gibt. Am Rennsonntag kletterten die Temperaturen bereits in der Früh auf knapp unter 20 Grad, was natürlich bei der „Atemluft“ des Motors seine Auswirkungen hat. Bevor die Temperaturen weiter anstiegen, legte Frank Debruyne gleich am Morgen seine Tagesbestzeit auf die Bahn, der noch im letzten Herbst einen neuen Belag verpasst wurde und  somit noch nicht das Gripp-Niveau der letzten Jahre aufwies. Schlussendlich waren die beiden französischen Piloten Anthony Loeuilleux und Damien Berney in ihren, einem Formel 3 überlegenen Tatuus Formula Master Honda, vor den Badener gefahren. Über den Saisonstart, mit Rang drei in der Klasse und Platz 15 in der Gesamtwertung, war die Freunde zwar nicht riesengroß, aber ein gewisse Zufriedenheit stand dem Team ins Gesicht geschrieben. Bereits am kommenden langen Pfingstwochenende startet Frank Debruyne bei der nächsten Berg DM-Veranstaltung, dem Wolsfelder ADAC Bergrennen, vor den Toren Bitburgs. Bei trockenen Wetterbedingungen zählt zweifache Deutsche Bergmeister zu den drei bis vier Top-Favoriten auf den Gesamtsieg, auf der wohl engsten Bergrennstrecken Deutschlands. Wer sich das Spektakel in der Südeifel anschauen möchte, dem sei […]

Eschdorf: Spannende Rennen mit Sonnenschein

11. Mai 2016

Krasse Gegensätze zum KW Berg-Cup Auftakt in Schotten vor 14 Tagen. Die Sonne verwöhnt das Bergrennvölkchen am 6. und 7. Mai mit angenehmen Temperaturen, die flüssige, sehr breite 1,85 Kilometer Strecke im Großherzogtum Luxemburg ist stets trocken. Ein kurzer Regenschauer über Nacht stört da nicht, eher reinigt er die Piste. „Die mir nach der Neuasphaltierung Mitte des letzten Jahres noch etwas rutschig erscheint und keine exakten Rückmeldungen über den Grip vermittelt“ erzählt uns Thomas Stelberg. Seine Ansicht teilen viele Fahrerkollegen. Dennoch können mit stets pünktlichem Beginn an beiden Tagen alle drei geplanten Läufe vor erfreulich vielen Zuschauern gefahren werden, am Sonntag sind so gegen 16:30 Uhr die Tourenwagen durch und haben Feierabend. Das Fahrerlager füllt sich früh, viele nutzen den freien Donnerstag zur Anfahrt und als Auftakt in ein langes Wochenende. Die 153 Fahrer kommen mitsamt Tross und Equipment gut unter, die Stimmung ist bestens. Etwas mehr als ein Drittel des Teilnehmerfeldes steuert der Berg-Cup e.V. mit seinen zwei Rennserien KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal bei. Traditionell ist der Anteil der Rennsportfahrzeuge beim „European Hill Race“ hoch, 40 davon haben den Weg nach Eschdorf gefunden, die Besetzung ist wie bei den Autos mit Dach international und hochkarätig. Neben dem Wetter gibt es einen weiteren gravierenden Unterschied, eine Spezialität des Gastgeberlandes sozusagen: Von den drei gefahrenen Rennläufen wird lediglich der schnellste zur Wertung herangezogen, was in den anderen Auffahrten geschieht spielt keine Rolle. Aber ein Schuss muss eben sitzen, muss die Ziellichtschranke so früh wie möglich auslösen. Taktik und Zuverlässigkeit treten da in den Hintergrund, gefragt sind Sprinterqualitäten und purer Speed. Der Kick daran ist, dass sich bis zum Schluss niemand seiner Sache so richtig sicher sein kann. Selbst dann nicht, wenn er im ersten Heat eine Fabelzeit in den Asphalt gebrannt haben sollte. Wie die KW Berg-Cup’ler mit der für sie relativ ungewohnten Situation umgegangen sind, das wollen wir uns nun in Ruhe gemeinsam anschauen. Wie immer Klasse für Klasse, in exakt der Reihenfolge, in der bei den Rennen gestartet wird. Also betrachten wir zuerst den NSU-Bergpokal, in dem sich Steffen Hofmann (Foto unten) die imaginäre Pole-Position sichert. Auch ein Dreher eingangs der Zielkurve während der zweiten Übungs-Auffahrt kann den ex-Moto-Crosser nicht einbremsen. Verglichen mit seinen anderen erzielten Zeiten kostet ihn der Vorfall samt nötig gewordenem Wendemanöver maximal 9 Sekunden! Acht Zehntel zurück markiert Karsten Steinert die zweitschnellste Zeit, Dritter ist Schotten-Sieger Uwe Schindler. Den ersten Race-Heat sichert sich Karsten Steinert […]

Eschdorf: Dritter Heimsieg für David Hauser

9. Mai 2016

Nachdem er 2012 in Eschdorf seinen allerersten Gesamtsieg, genau wie jenen eines GP2 bei einem Bergrennen, auf feuchter und schmieriger Strecke errungen hatte und diese Leistung im Vorjahr im Wolf GB08F1 unter ähnlichen Bedingungen wiederholt hatte, konnte sich der junge Fahrer des Teams Racing Experience diesmal den Siegerpokal vor gut besetzten Publikumsrängen bei fast schon sommerlichem Wetter erkämpfen, dies nach einem extrem spannenden Rennverlauf, waren die drei Führenden doch nach dem ersten Lauf nur durch winzige 189 Tausendstelsekunden getrennt. Während bei den drei samstäglichen Trainingsläufen der dreifache Schweizer Bergmeister Eric Berguerand auf Lola-Cosworth Fa99 (Foto oben) in 51,295 Sekunden Bestzeit auf der 1850 m langen Strecke markierte, hatte David Hauser wie von ihm nicht anders gewohnt seine Karten noch nicht voll aufgedeckt und seinen Dallara GP2 nach 52,286 sec. über die Ziellinie ausrollen lassen, war also genau eine Sekunde langsamer als sein Schweizer Rivale, während der eidgenössische Vize-Meister Joël Volluz im Osella Judd FA30 sich bei seiner allerersten Eschdorf-Teilnahme erst einmal auf diesen extrem breiten Kurs einschieβen musste, auf dem es gilt, die ganze Straβenbreite optimal auszunutzen. Doch auch seine Trainingszeit von 52,759 sec. war bereits sehr vielversprechend. Genau jener Joël Volluz läutete am Sonntagvormittag mit 50,851 sec. im ersten Rennlauf den Dreikampf ein, gefolgt von seinem Landsmann Eric Berguerand, der bis auf 5 (!) Hundertstelsekunden heran kam. Der zu Letzt startende David Hauser schaffte es seinerseits im Dallara GP2 mit dem Mecachrome-V8-4L-Motor die Zeit des jungen Schweizer Nachwuchstalents um ganze….0,113 Sekunden zu unterbieten, kurzum, nur ein Wimpernschlag trennte die drei Sieganwärter vor den beiden letzten Auffahrten dieses spannungsgeladenen Wochenendes: “Wir liegen so eng beisammen, dass noch absolut nichts entschieden ist, es gilt weiter voll anzugreifen!”, blieb der Fahrer des roten GP2 vor der Hinabfahrt vom im Zielbereich befindlichen Fahrerlager zum Vorstartbereich am Fuβe des Eschdorfer Bergs vorsichtig. Doch während Hauser im zweiten Lauf nun seine erste Laufzeit noch um 243 Tausendstel auf 50,469 sec. herunterschrauben konnte, blieben Volluz (51,355) und Berguerand (51,655) diesmal deutlich über ihrer Zeit aus Lauf 1, wobei sich Letztgenannter darüber beklagte, dass im Lola an diesem Tag der Wurm drin sei in Form von Problemen mit den Schaltwippen am Lenkrad. Der folgende dritte Rennlauf lief am Ende für alle drei Kontrahenten nicht wunschgemäß, wobei Volluz in 51,294 zwar Laufbestzeit hinlegt, damit aber erneut seine Zeit vom Vormittag nicht verbessern kann. Während David Hauser sich nach einem kleinen Schlenker im unteren Streckenbereich recht rasch eingestehen muss, […]

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