Berg-Urgesteine: Fotostory Ralf Kroll

3. Oktober 2020

Viele aktive Bergrennfahrer kommen aus Gegenden in denen es früher ein Bergrennen gab oder heute noch gibt, so auch Ralf Kroll. Als Bub war das Bergrennen in Eichenbühl, das nur 20 km von Ralfs Heimatort Walldürn entfernt liegt, alljährlich ein Pflichttermin und man freute sich wochenlang vorher auf das Rennwochenende Anfang September. An so einem Septemberwochenende reifte im damaligen Teenager der Wunsch bei diesem Rennspektakel auch einmal selbst aktiv dabei zu sein. Damals, wie heute, ist Ralfs Vater der Begleiter und Helfer. Im Jahr 1986, mit damals 20 Lenzen begann Ralf Kroll seinen motorsportlichen Werdegang mit einem Opel Kadett GSi 16V im Slalomsport. Zwei Jahre später, hier schon mit dem Gruppe A VW Golf, der ihn lange Jahre bis in die Spitze der Gruppe H-Klasse bis 1600 ccm begleiten sollte, kam es zur ersten Teilnahme bei einem Bergrennen – natürlich beim Bergrennen Unterfranken in Eichenbühl. Schnell fühlte er sich in dieser Motorsportdisziplin pudelwohl und sein technisches und fahrerisches Potential wuchs stetig an. Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Die Anfangsjahre gipfelten 1995 mit dem Gewinn der ONS Berg-Trophäe und einem mit Wetterglück begünstigten Gesamtsieg beim Wolsfelder Bergrennen. Der gelb-violette Golf war Ralfs Wegbegleiter bis zur Jahrtausendwende, die folgenden 13 Jahre hatte er den blauen Lehmann-Golf unter dem Hintern, lange Zeit in der Klasse bis 1600 ccm zum Ende hin in der 2-Liter Klasse der Gruppe H/E1. Gekrönt wurde diese Epoche vom Titelgewinn im DMSB Berg-Pokal 2004. Im Jahr 2012 wurde der inzwischen in Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis lebende, auf die flinken CM-Boliden aufmerksam. Ab 2014 widmete sich Kroll dieser Spezies von Rennwagen und tauchte in diesem Jahr erstmals mit einem SilverCar S2F bei Bergrennen in Deutschland auf. Mit seiner Firma RAK Performance übernahm er zwischenzeitlich die Generalvertretung des spanischen Rennwagenherstellers im deutschsprachigen Raum.  In diesen Tagen kann Ralf Kroll also auf 30 Jahre Bergrennsport zurückblicken, im Jubiläumsjahr coronabedingt leider ohne Renneinsatz.  

Berg-Urgesteine: Fotostory Franz Weissdorn

10. April 2020

Franz Weissdorn ist Sinnbild für einen „hemdsärmeligen“ aber sehr erfolgreichen Bergrennsport. Der mittlerweile 67-jährige Niederbayer prägt noch immer die Szene hierzulande. Der Pionier in Sachen Motorrad-Zylinderkopftechnik begann 1970 mit dem Motorsport. Seit dem Jahr 1980 ist kaum ein Bergrennen vergangen, ohne das „Mister Berg-Cup“ am Start gestanden hatte. Insgesamt 8 Mal gewann Weissdorn die Division I des heutigen KW Berg-Cup, inbegriffen hier vier Gesamtsiege. 2002 sammelte er den DMSB Berg-Pokal hinzu. Seit dem Rückzug aus dem von ihm gegründeten Autohaus Weissdorn im Jahr 2010, ist das Feuer in ihm aber nicht erloschen. Mit seiner Firma Weissdorn Racing ist er Zulieferer für viele Fahrerkollegen und entwickelt und baut unterschiedliche Komponenten der Motortechnik und Aerodynamik.          

Berg-Urgesteine – Fotostory Werner Weiss

22. Februar 2020

In der Deutschen Bergrenn-Szene existiert ein kleiner Kreis von Aktiven, die seit mehr als drei Jahrzehnte dem Bergrennsport die Treue halten. Seit rund 35 Jahren ist Werner Weiss aus Mengen in Oberschwaben dabei und zählt somit zweifellos zu den Urgesteinen dieser Sportart. Der 59-jährige Klemptnermeister und Sanitärfachmann, hat sein Herz bereits in jungen Jahren an die Marke Ford insbesondere an das Rennsportmodell Escort BDA Mark II verloren. Auf diesem Gebiet ist Weiss einer der gefragtesten Experten im deutschsprachigen Raum. Mit seinem Ford Escort BDA zählt er zum lebenden Inventar des KW Berg-Cup, das in der Klasse bis 2000 ccm Hubraum. (Foto oben: Homburger ADAC Bergrennen 1986 bei Posten 10)

Veranstalter auf den Barrikaden – KW Berg-Cup Kalender 2020 weiter vorläufig

11. Januar 2020

Mit der Veröffentlichung des noch vorläufigen Terminkalenders des KW Berg Cup 2020, kommt ans Tageslicht, was schon lange im Untergrund brodelte. Einige Rennveranstalter, meist aus der Deutschen Szene, aber auch ein Österreichischer Veranstalterverein, sind mit den Konditionen des Berg-Cup e.V. zur Vergabe eines Cup-Laufs nicht mehr einverstanden. Lange Zeit spielte man schon mit dem Gedanken die Verträge des Berg-Cup e.V. zu den gegebenen Konditionen nicht mehr zu unterzeichnen. Noch im alten Jahr brachte der MC Heilbad Heiligenstadt den Stein ins Rollen und unterbreitete dem Berg-Cup e.V. ein Gegenangebot. Parallel dazu reagierten drei weitere Orga Teams ähnlich und verweigerten vorerst die Unterschriften unter den Verträgen mit dem Berg-Cup e.V. „So kann es nicht mehr weitergehen“, sagte Christoph Schackmann vom Bitburger Eifel-Motorsportclub, „die Relationen stimmen nicht mehr“. Thomas Bubel vom saarländischen Homburger AC gibt zu bedenken, „dass alle Veranstalter ihre Rennen ehrenamtlich in ihrer Freizeit auf die Beine stellen und es immer schwieriger wird Sponsoren und vor allem Helfer zu akquirieren. Vor allem freiwilligen Helfer zu gewinnen wird mehr und mehr zum Problem, was somit auch zum finanziellen Negativpunkt wird. Denn fehlen die Helfer, muss beispielsweise Personal (Security) teuer eingekauft werden, um behördliche Auflagen sicher zu erfüllen“. Kevin Ferner vom Iberg bringt es auf den Punkt. „Es möchte niemand dem KW Berg-Cup schaden oder ihn kaputt machen, ganz im Gegenteil. Nur die Konditionen für die Veranstalter, die die unternehmerischen Risiken ganz allein tragen, müssen stimmen“. Stein des Anstoßes ist der an den KW Berg-Cup zu entrichtende Poolbeitrag, der in seiner Höhe vielen Rennveranstaltern mittlerweile schmerzlich in der Vereinskasse und dem Budget der Veranstaltung zu Buche schlägt. Ein weiterer Kritikpunkt war und ist das Berg-Cup Magazin, welches von den Veranstaltern über den Multimediabeitrag mitfinanziert wird. Nach Meinung vieler Organisatoren sollte das Magazin, das es seit 1998 in nahezu unveränderter Form gibt, zeitgemäßer in elektronischer und somit kostengünstigerer Form herausgeben oder die Papierausgabe einem völligen Neudesign unterwerfen werden. Im Dezember nahmen die Vertreter der Clubs MC Heilbad Heiligenstadt (Ibergrennen), RSG Altensteiner-Oberland (Glasbachrennen), EMSC Bitburg (Wolsfelder Bergrennen) und des Homburger Automobilclubs (Homburger Bergrennen) eigenständige, mitunter langwierige Verhandlungen mit dem Berg-Cup e.V. auf. Nach zähen Ringen und Zugeständnissen des Rennserienbetreibers haben der EMSB Bitburg und der Homburger AC zwischenzeitlich ihre Unterschriften unter das Vertragswerk gesetzt und haben die Konditionen zumindest für die Saison 2020 akzeptiert. Die beiden Thüringischen Rennen am Iberg und Glasbach konnten sich aktuell noch nicht dazu durchringen. „Wir haben dem Berg-Cup unserer Angebot […]

Erst VW Scirocco R-Debüt dann als Streckensprecher am Iberg

4. April 2019

Wesentlich schneller als gedacht, steht nun wieder ein Rennfahrzeug in der kurzzeitig verwaisten Halle von Günter Miethke. Der Fahrlehrer aus Helmstedt, gelegen an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, hatte ja zwischenzeitlich seinen Norma M20 Honda 2-Liter E2-SC Sportwagen verkauft. Der reinrassige Rennsportwagen soll, laut Miethke der Deutschen Berg-Szene erhalten bleiben. Wer nun der neue Besitzer ist, bleibt weiter im Dunklen. Doch wie man hört soll der Wagen ins Osnabrücker Land gegangen sein. Günter Miethke wird mit einem VW Scirocco R, der dritten und vorerst letzten Generation ein modernes Fahrzeug an den Start bringen, was so im Deutschen Bergrennsport viel zu selten eingesetzt wird. Nur hier und da findet ein fast noch aktuelles Modell, wie der VW Scirocco III, der noch bis 2017 vom Band lief, den Weg in den Deutschen Bergrennsport. Da ist die Quote in fast allen anderen europäischen Landesmeisterschaften wesentlich höher. Ab der Saisonmitte, pünktlich zum ADAC Glasbachrennen, wird sich der wortgewandte Niedersachse wieder dem Tourenwagensport widmen und anschließend sein Debüt als einer der Streckensprecher des ADAC Ibergrennens in Heiligenstadt geben. „Da ich es eh nicht mehr verheimlichen kann, möchte ich meinen Plänen nicht weiter unter der Decke halten“, so Miethke. „Vor kurzem habe ich mir einen ehemaligen Werk VW Scirocco R zugelegt. Dieser wird gerade an die Gruppe H/E1 angeglichen, um die Möglichkeit der Verwendung am Berg, vielleicht auch mal in Oschersleben beim NATC bzw. Slaloms zu verwirklichen. Der Bergsport wird aber vorläufig das Haupteinsatzgebiet bleiben. Der Wagen bekam einen neuen Motor, der zurzeit noch mit relativer Serienleistung glänzt, aber sicher noch mehr Kraft erhalten wird. Das Auto fühlt sich gut an und hinterließ bei ersten Probefahrten einen sehr guten Eindruck. Frontantrieb ist erst einmal wieder ungewohnt für mich, aber ich kenne diese Antriebsart ja schon aus den 1990er Jahren. Das wird schon wieder werden. Erster Start ist beim Glasbachrennen Mitte Juni geplant, genau ein Jahr nach meiner letzten Rennteilnahme mit dem Norma.

Marco Fink ist erstmal raus

8. Februar 2017

Eine Woche nach dem offiziellen Einschreibeschluss zum KW Berg-Cup 2017, ist die Bergrenngemeinde sehr gespannt auf die, für die kommenden Tage sehnlichst erwartete Veröffentlichung der brandaktuellen Starterliste. Eines ist jedoch jetzt schon klar, der Allgäuer Marco Fink wird man vergeblich in der Auflistung suchen. Der 31-jährige Automobilkaufmann hat zwischenzeitlich seinen BMW 320si WTCC verkauft und nimmt sich jetzt erst einmal eine Auszeit vom Motorsport. „Wir bekommen in den nächsten Tagen nochmal Familienzuwachs. Es ist ein kleiner Rennfahrer“, freut sich Marco schon auf die Babypause. „Zudem bin ich in unserem BMW und MINI Autohaus immer mehr eingespannt, sodass eine komplette Bergsaison für mich wahnsinnig schwierig ist. Des Weiteren möchte ich nach 10 Jahren Berg-Cup mit meinem E46 auch einfach mal was neueres, moderneres, anderes. Leider ist das Berg-Cup Reglement so ausgelegt, dass die Entwicklung eines zeitgenössischen BMW-Modells für den Berg da leider keinen Platz findet und wenig Sinn macht. Von da her werde ich 2017 erstmal eine Babypause einlegen und auch überlegen, wie es eventuell weitergehen kann. Meinen schönen BMW 320si WTCC konnte ich bereits kurz nach Saisonabschluss in die Schweiz verkaufen. Dieser wird zukünftig in der Schweizer Bergmeisterschaft von Manuel Santonastaso eingesetzt werden, der fuhr bislang einen BMW 320i E21“.