Werkstatt-Report #40: Verbessertes Schweizer Berg-Monster

28. August 2020

Es sind Renn-Tourenwagen, wie sie auch der Deutschen Bergszene gut zu Gesicht stehen würden, die Mitsubishi-Berg-Monster aus der Schweiz. Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann waren in der Vergangenheit dafür die besten Beispiele. Jetzt ist auch der Schwyzer Thomas Kessler mit seinem Mitsubishi Lancer optisch und technisch aufgeschlossen. Bei einem Test auf der französischen Rundstrecke von Circuit de l’Anneau du Rhin wurde der Renner kürzlich erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. „Es war ein reiner Funktionstest und das Einstellen grundlegender Funktionen. Leider hat sich am Nachmittag eine defekte Benzinpumpe bemerkbar gemacht, worauf wir denn Test frühzeitig beendet haben“, berichtet der Besitzer und Pilot Thomas Kessler. „Bis dahin funktionierte die Elektronik, Mechanik und Aerodynamik einwandfrei“. Nach dem Unfall beim Bergrennen Anzeré hatte Thomas Kessler mit Hilfe von MS Racing und MT Carbon die komplette Aerodynamik des grauen Mitsubishis überarbeitet und optimiert. Ein neues, stimmigeres Steuergerät wurde durch IRC Performance verbaut und durch das optimieren des Abgasstranges konnte der E1-Bolide auf dem Prüfstand an Leistung zulegen. „Uns war es sehr wichtig dass es für das Auge auch stimmig ist. Für dieses Jahr planen wir noch 1-2 Rundstreckenbesuche danach konzentrieren wir uns voll auf die Saison 2021, wenn sie dann stattfindet“.

Berg-Urgesteine: Fotostory Franz Weissdorn

10. April 2020

Franz Weissdorn ist Sinnbild für einen „hemdsärmeligen“ aber sehr erfolgreichen Bergrennsport. Der mittlerweile 67-jährige Niederbayer prägt noch immer die Szene hierzulande. Der Pionier in Sachen Motorrad-Zylinderkopftechnik begann 1970 mit dem Motorsport. Seit dem Jahr 1980 ist kaum ein Bergrennen vergangen, ohne das „Mister Berg-Cup“ am Start gestanden hatte. Insgesamt 8 Mal gewann Weissdorn die Division I des heutigen KW Berg-Cup, inbegriffen hier vier Gesamtsiege. 2002 sammelte er den DMSB Berg-Pokal hinzu. Seit dem Rückzug aus dem von ihm gegründeten Autohaus Weissdorn im Jahr 2010, ist das Feuer in ihm aber nicht erloschen. Mit seiner Firma Weissdorn Racing ist er Zulieferer für viele Fahrerkollegen und entwickelt und baut unterschiedliche Komponenten der Motortechnik und Aerodynamik.          

Werkstatt-Report #39: Design, Diffusor und Zylinderkopf

5. April 2020

Für die Saison 2020, wenn sie dann irgendwann losgehen sollte, wurde eifrig in der Werkstatt von Heindrichs-Racing im kleinen deutschsprachigen Teil von Belgien gearbeitet, um die Performance des Opel Wiebe Corsa A 16V weiter zu verbessern. Bereits seit 2010 ist das Team um Werner Heindrichs und seinem Sohn Andy aus dem KW Berg Cup nicht mehr wegzudenken. Zuvor war Werner erfolgreich in seiner Heimat Belgien und in Luxemburg unterwegs, ehe er eine neue Herausforderung in Deutschland suchte. Im Jahr 2014 startete dann auch Andy seine aktive Karriere, zunächst auf einem schwächeren schwarzen 8V-Corsa. Als bei seinem Vater Werner Krebs diagnostiziert wurde, kam es beim Bergrennen Osnabrück zur Premiere mit dem stärkeren 16V-Corsa. Seither ist er der Stammpilot im Team von Heindrichs-Racing. Sein Vater absolviert aber immer noch 1-2 Rennen im Jahr und ist zudem als Mechaniker tatkräftig zusammen mit seiner Frau bei allen Rennen mit dabei. Im Jahr 2017 wurde der jetzige A Corsa komplett neu aufgebaut. Vor allem im letzten Jahr konnte Andy mit dem von Wiebe Motorsport vorbereiteten Boliden großartig aufzeigen und schlussendlich Rang Zwei in Endklassement bei den 1,6l Boliden im KW Berg Cup erzielen. Über den Winter wurde der Motor nochmals überarbeitet, wobei ein komplett neu bearbeiteter BMW 1000 RR Motorrad-Zylinderkopf verbaut wurde. Zudem wurden eine neue Nockenwelle und eine neue Ansaugung gefräst. Das Hauptaugenmerk widmete man aber dem Heck, wo man noch deutliches Verbesserungspotenzial erkannte. Dafür wurde die komplette Hinterachse um 6 cm verbreitert und wie man kaum übersehen kann, wurde ein Diffusor Made by Franz Weißdorn verbaut. Aber auch optisch wurde ein neues Design für den Opel Wiebe Corsa A 16V entworfen. Dafür hauptverantwortlich zeichnet Andy´s Cousin, welcher der Sohn von Danny Lorenzen ist, der mit seiner Firma TRISYS auch als Hauptsponsor von Heindrichs-Racing fungiert und dem an dieser Stelle ein besonderer Dank gilt. Zusammen mit der Firma Shirtbox wurden dann die Details ausgearbeitet und am Rennboliden verwirklicht. Text: www.hillclimbfans.com

KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal glänzen mit Top-Einschreibeergebnis!

4. Februar 2020

Schon die nackten Zahlen sprechen für sich. Denn mit insgesamt 148 Fahrerinnen und Fahrern sowie 125 Autos wurde das sehr gute Vorjahresresultat überboten. So richtig interessant wird es aber erst dann wenn man die Zusammensetzung dieses gigantischen Feldes näher betrachtet. Neben den schon lange bekannten Größen sind darin hochkarätige Zugänge und Rückkehrer ebenso zu finden wie völlig neue Team-Konstellationen. Gleich verdreifacht haben sich die spektakulären E2-Silhouetten-Renner. Neben dem Silver Car S2 G Evo von Ralf Kroll werden in der neuen Saison auch Hauke Weber und Lukas Boric (beide TracKing RC 01) in KW Berg-Cup Beklebung unterwegs sein. Total verstärkt präsentiert sich die Klasse E1/FS über 3000 Kubikzentimeter, in der jetzt mit Jochen Stoll (Porsche 911 Cup) und Bernhard Permetinger im mächtigen BMW Z4 nach GT3-Reglement zu finden sind. Aber das ist noch nicht alles. Der Österreicher Stefan Hetzenauer bringt einen bärenstarken Subaru Impreza WRX STI in den KW Berg-Cup, in dem neu auch Christian Handa auf Lancia Delta Integrale mit von der Partie ist. Mit 41 eingeschriebenen Teilnehmern und 35 Autos bleibt die 2-Liter-Abteilung die stärkste Fraktion des KW Berg-Cups. Für Spannung war sie schon immer gut. Die könnte jetzt neue Dimensionen erreichen. Thomas Strasser und Hansi Eller haben auf Toms Minichberger Scirocco 16V zusammengespannt, Lars Heisel (Opel Böhm Kadett 16V) meldet sich nach vielversprechenden Tests in 2019 zurück und, last, but not least, wechselt Erwin Buck mit seinem VW Spiess Scirocco 16V aus der 1600erKlasse zu den 2-Litern. Apropos, Stichwort 1,6-Liter: Stefan Faulhaber hat sich auf dem Minichberger Kadett 16V zusammen mit Patrick Orth angemeldet, Sarp Bilen rüstet technisch auf und zu dem Citroen AX Kit Car von Manfred Schulte gesellt sich jetzt ein zweites, das von seinem Junior Benedikt pilotiert wird. Mit 18 Rennfahrzeugen ist auch die 1400er-Abteilung gewachsen. In ihr haben sich viele neue Teams formiert. Unter anderen sind dies Sophia und Stefan Faulhaber im VW Minichberger Polo sowie Nico Müller und Stefan Winkler (Polo 16V). Mit neuem Teampartner geht Armin Ebenhöh in die Saison 2020. Er hat sich Youngster Tobias Mayer mit ins Cockpit seines Minichberger Scirocco 16V geholt. Auch die früheren 1150er-Überflieger Jürgen Schneider / Dominik Schlott geben jetzt im Schneider Polo 16V bei den 1,4-Litern Gas. Nach 15 Jahren „Berg-Pause“ kehrt Harald Leikeim zurück, bewegt einen VW Polo JWRC 6N. Kürzer war die Abwesenheit von Uwe und Markus Werner, die sich auf dem Ford Fiesta BDA eingeschrieben haben. Und auch die Auszeit von Frank Duscher […]

Erwin Buck mit Tuner Spiess auf dem Weg in die Berg-Cup Königsklasse

2. Februar 2020

Die 2-Literklasse des KW Berg-Cup entwickelt sich mehr und mehr zum Spielfeld der professionellen Tuner, kein Wunder denn hier werden seit Jahren immer wieder Berg-Cup Gesamtsieger produziert. Unter den 145 Fahrern auf 123 Autos in der kürzlich geschlossenen Einschreibeliste 2020 der beliebten Breitensportserie, befinden sich allein 34 Exemplare mit einem Hubraum von 2000 ccm. Neuer „Hecht im Karpfenteich“ ist hier Erwin Buck, der quasi mit Werksunterstützung des schwäbischen Motoren-Papst Siegfried Spiess, versuchen wird die Phalanx von Minichberger, Wiebe oder Gerent zu brechen. Hierzu verlässt Buck die angestammte 1600er Klasse und steigt auf. Bereits zum Saisonfinale 2019 in Mickhausen präsentierte Geschäftsführer Holger Spiess eines seiner neuen 2-Liter Berg-Triebwerke im Fahrerlager. Das Antriebsaggregat auf Formel 3-Basis hört auf den Namen SP G02 und ist frei verkäuflich. Mit seinem Wiedereinstig in den Bergrennsport zum Saisonstart 2017, hier noch mit dem 1,6 Liter 8V-Motor, stellten sich für den schwäbischen Malermeister sogleich wieder erste Erfolge ein. Wie so viele dem Bergrennsport zugetane Piloten, kann Erwin Buck auf eine zweigeteilte Karriere zurück blicken. Zwischen 1996 und 2003 legte der Grabenstettener den Grundstein in Sachen Technikwissen und Fahrkönnen. Erfolge blieben damals schon nicht aus. Danach wurde das Unternehmen Maler Buck zu heutigen Größe weiterentwickelt und nun bleibt wieder mehr Zeit für den geleibeten Bergrennsport. Ende April letzten Jahres dann die Prämiere, die es so noch nicht gab. Die Fahrzeugkarosserie des bekannten orangenen VW Scirocco wurde modifiziert und erstrahlt in neuen Farben. Die Fans bekamen das typischen weiß-rot zu Gesicht, das historische Scirocco-Spiess-Design aus den 1970ern. In Schotten fand das schon lang ersehnte Rollout statt. Der Fahrer Erwin Buck startet mit einem neuen Motor in die Saison – powered by Spiess. Als Motor kam ein aktuelles VW Formel 3 Aggregat zum Einsatz, welches für die 1600er Klasse und den Einsatz am Berg im Hause Spiess modifiziert wurde. Die Kombination Buck-Spiess sorgte vom Start weg für Furore und der ersten Klassensieg konnte bereits beim dritten Saisonlauf, dem Wolsfelder Bergrennen gefeiert werden. Kaum zu Topen, fiel dann die Jahresbilanz 2019 aus: Meister des KW Berg Cup International bis 1600ccm, 5. Platz KW Berg Cup Gesamtwertung, Vize-Meister des DMSB Berg Cup für Tourenwagen und mit Rang 3 ein Podiumsplatz in der Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft. Zurück zu den Ursprüngen, wo alles begann: dem Bergrennen, lautet auch dieses Jahr der Slogan des weltbekannten Motorenbau-Unternehmens aus der schwäbischen Ditzingen. Vor über 50 Jahren startete die Karriere des Firmengründers Siegfried Spiess am Berg. Auch in der […]

Veranstalter auf den Barrikaden – KW Berg-Cup Kalender 2020 weiter vorläufig

11. Januar 2020

Mit der Veröffentlichung des noch vorläufigen Terminkalenders des KW Berg Cup 2020, kommt ans Tageslicht, was schon lange im Untergrund brodelte. Einige Rennveranstalter, meist aus der Deutschen Szene, aber auch ein Österreichischer Veranstalterverein, sind mit den Konditionen des Berg-Cup e.V. zur Vergabe eines Cup-Laufs nicht mehr einverstanden. Lange Zeit spielte man schon mit dem Gedanken die Verträge des Berg-Cup e.V. zu den gegebenen Konditionen nicht mehr zu unterzeichnen. Noch im alten Jahr brachte der MC Heilbad Heiligenstadt den Stein ins Rollen und unterbreitete dem Berg-Cup e.V. ein Gegenangebot. Parallel dazu reagierten drei weitere Orga Teams ähnlich und verweigerten vorerst die Unterschriften unter den Verträgen mit dem Berg-Cup e.V. „So kann es nicht mehr weitergehen“, sagte Christoph Schackmann vom Bitburger Eifel-Motorsportclub, „die Relationen stimmen nicht mehr“. Thomas Bubel vom saarländischen Homburger AC gibt zu bedenken, „dass alle Veranstalter ihre Rennen ehrenamtlich in ihrer Freizeit auf die Beine stellen und es immer schwieriger wird Sponsoren und vor allem Helfer zu akquirieren. Vor allem freiwilligen Helfer zu gewinnen wird mehr und mehr zum Problem, was somit auch zum finanziellen Negativpunkt wird. Denn fehlen die Helfer, muss beispielsweise Personal (Security) teuer eingekauft werden, um behördliche Auflagen sicher zu erfüllen“. Kevin Ferner vom Iberg bringt es auf den Punkt. „Es möchte niemand dem KW Berg-Cup schaden oder ihn kaputt machen, ganz im Gegenteil. Nur die Konditionen für die Veranstalter, die die unternehmerischen Risiken ganz allein tragen, müssen stimmen“. Stein des Anstoßes ist der an den KW Berg-Cup zu entrichtende Poolbeitrag, der in seiner Höhe vielen Rennveranstaltern mittlerweile schmerzlich in der Vereinskasse und dem Budget der Veranstaltung zu Buche schlägt. Ein weiterer Kritikpunkt war und ist das Berg-Cup Magazin, welches von den Veranstaltern über den Multimediabeitrag mitfinanziert wird. Nach Meinung vieler Organisatoren sollte das Magazin, das es seit 1998 in nahezu unveränderter Form gibt, zeitgemäßer in elektronischer und somit kostengünstigerer Form herausgeben oder die Papierausgabe einem völligen Neudesign unterwerfen werden. Im Dezember nahmen die Vertreter der Clubs MC Heilbad Heiligenstadt (Ibergrennen), RSG Altensteiner-Oberland (Glasbachrennen), EMSC Bitburg (Wolsfelder Bergrennen) und des Homburger Automobilclubs (Homburger Bergrennen) eigenständige, mitunter langwierige Verhandlungen mit dem Berg-Cup e.V. auf. Nach zähen Ringen und Zugeständnissen des Rennserienbetreibers haben der EMSB Bitburg und der Homburger AC zwischenzeitlich ihre Unterschriften unter das Vertragswerk gesetzt und haben die Konditionen zumindest für die Saison 2020 akzeptiert. Die beiden Thüringischen Rennen am Iberg und Glasbach konnten sich aktuell noch nicht dazu durchringen. „Wir haben dem Berg-Cup unserer Angebot […]

Erst VW Scirocco R-Debüt dann als Streckensprecher am Iberg

4. April 2019

Wesentlich schneller als gedacht, steht nun wieder ein Rennfahrzeug in der kurzzeitig verwaisten Halle von Günter Miethke. Der Fahrlehrer aus Helmstedt, gelegen an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, hatte ja zwischenzeitlich seinen Norma M20 Honda 2-Liter E2-SC Sportwagen verkauft. Der reinrassige Rennsportwagen soll, laut Miethke der Deutschen Berg-Szene erhalten bleiben. Wer nun der neue Besitzer ist, bleibt weiter im Dunklen. Doch wie man hört soll der Wagen ins Osnabrücker Land gegangen sein. Günter Miethke wird mit einem VW Scirocco R, der dritten und vorerst letzten Generation ein modernes Fahrzeug an den Start bringen, was so im Deutschen Bergrennsport viel zu selten eingesetzt wird. Nur hier und da findet ein fast noch aktuelles Modell, wie der VW Scirocco III, der noch bis 2017 vom Band lief, den Weg in den Deutschen Bergrennsport. Da ist die Quote in fast allen anderen europäischen Landesmeisterschaften wesentlich höher. Ab der Saisonmitte, pünktlich zum ADAC Glasbachrennen, wird sich der wortgewandte Niedersachse wieder dem Tourenwagensport widmen und anschließend sein Debüt als einer der Streckensprecher des ADAC Ibergrennens in Heiligenstadt geben. „Da ich es eh nicht mehr verheimlichen kann, möchte ich meinen Plänen nicht weiter unter der Decke halten“, so Miethke. „Vor kurzem habe ich mir einen ehemaligen Werk VW Scirocco R zugelegt. Dieser wird gerade an die Gruppe H/E1 angeglichen, um die Möglichkeit der Verwendung am Berg, vielleicht auch mal in Oschersleben beim NATC bzw. Slaloms zu verwirklichen. Der Bergsport wird aber vorläufig das Haupteinsatzgebiet bleiben. Der Wagen bekam einen neuen Motor, der zurzeit noch mit relativer Serienleistung glänzt, aber sicher noch mehr Kraft erhalten wird. Das Auto fühlt sich gut an und hinterließ bei ersten Probefahrten einen sehr guten Eindruck. Frontantrieb ist erst einmal wieder ungewohnt für mich, aber ich kenne diese Antriebsart ja schon aus den 1990er Jahren. Das wird schon wieder werden. Erster Start ist beim Glasbachrennen Mitte Juni geplant, genau ein Jahr nach meiner letzten Rennteilnahme mit dem Norma.

Werkstatt-Report #34: Valentin Schneider – Ohne geht´s doch a ned!

12. März 2019

Auch im bayrischen Warngau, dem Ort wo einst Georg Plasa lebte, wird aktuell in der Werkstatt von TS Motorsport eifrig am Neuaufbau eines VW Golf für Valentin Schneider gearbeitet. Nachdem schweren Unfall, auf regennasser Fahrbahn beim slowenischen Berg-EM Lauf in Ilirska Bistrica im Spätsommer letzten Jahres, war die Karosse des Gruppe E1-Golf 1 im Frontbereich nicht mehr reparabel. Lange hat es gedauert, bis sich der Familienvater dazu entschlossen, den VW TSM Golf 1 16V nochmals aufzubauen und den Helm nicht an den berühmten Nagel zu hängen. Noch ist viel zu tun, um für die neue Rennsaison vorbereitet zu sein. Die Karosseriearbeiten konnten mittlerweile erfolgreich abgeschlossen werden, womit bereits mit den Lackierarbeiten begonnen wurde. Dabei bleibt das Team den „Schneider´schen-Traditionsfarben“ Blau und Pink treu, sprich der Innenraum wird in Blau gehalten, während die Außenfarbe wieder als Pink bestehen bleibt. Wann jedoch die komplette Technik aus dem Unfallwagen übernommen ist und die ersten Testes und Rennteilnahmen anstehen, ist derzeit noch nicht genau terminiert. Wenn es soweit ist, steht sicherlich wieder ein internationales Programm, mit dem ein oder anderen Bergrennen auch in Deutschland auf dem Terminkalender. An dieser Stelle möchte sich Valentin Schneider bei seiner gesamten Familie sowie den fleißigen Helfern für die Unterstützung bedanken und auch die motivierenden Zusprüchen so mancher Fans nicht unerwähnt lassen.

Sturm und Drang in neuer Allianz mit Routine

21. März 2018

Jürgen Schneider zählt zum kleinen, erlesenen Kreis der Urgesteine des Gruppe H Berg-Cup. Als aktiver Fahrer eines VW Golf in der Klasse bis 2000 ccm der Gruppe H sammelte der Mann aus der Main-Tauber-Region in den 1980er und 90er Jahren Trophäen und Pokale. Doch im Frühjahr 1996 beim Berg-Cup Lauf im französischen Abreschviller, kam abrupte Aus bei einem Highspeed-Einschlag in die Leitschienen. Der weiße VW Golf 1 war nach dem Unfall in Lothringen angeschlagen und nach einem kapitalen Motorschaden in Unterfranken konvertierte Jürgen Schneider zum Zuschauer, blieb aber der Berg-Cup-Szene immer treu. Zwischenzeitlich mauserte sich Schneider mit seiner Power Schmiede Schneider in Lauffen am Neckar zu einem anerkannten Rennmotorenbauer für Slalom, Berg und Rundstrecke. Inzwischen vertrauen zahlreiche Teams vor allem aus dem KW Berg-Cup auf die Künste von Jürgen Schneider. Darunter auch Thomas Stelberg, der Schneider ab 2011 als Partner in sein Team holte. Seit dem dominierten Thomas und Jürgen abwechselnd hinter dem Lenkrad des VW Schneider Polo 16V nach Belieben die 1150er Klasse im Berg-Cup. Da die Stelbergs in der Saison 2018 nicht im KW Berg-Cup dabei sind und vorerst eine Pause einlegen, führte Schneider bereits zum Saisonende 2017 Gespräche mit seinen Kunden. „Ich kann sagen, die Jungs, die meine Motoren fahren sind alle meine Freunde und so war schnell klar, dass ich mit Dominik Schlott eine neue Union eingehe“, berichtet Jürgen Schneider in einem Gespräch mit der BiD-Redaktion. Mit 22 Jahren ist Dominik Schlott einer der Youngster im Berg-Cup. Seit Ende der Saison 2016 ist der Rhöner mit seinem orangen VW Polo 8V am Berg präsent. Der Automobilkaufmann und Mechatroniker aus Stetten, unweit des Hauenstein-Bergrennens vermochte sich in seiner ersten vollen Berg-Cup Saison im Vorjahr Rennen um Rennen zu steigern. Erste Erfahrungen im Motorsport sammelte Schlott zuvor bei Slaloms und bei Berg-GLPs. Das Team Schneider-Schlott schrieb sich in den neuen KW Berg-Cup gleich mit zwei schnellen Polos ein. Zum einen konnte Jürgen Schneider den ex-Glaser Polo, der im Slalomsport gelandet war, ausfindig machen und käuflich erwerben. Das Fahrzeug mit Berg-Cup Geschichte ist zwischenzeitlich wieder im „breiten Kleid des Berges“ und motorisiert mit Schneiders eigenen „1150 ccm 16V Werks-Triebwerk“, das bis zuletzt im Stelberg-Polo für Vortrieb sorgte. Das Hauptfahrzeug der Paarung ist praktisch „ready to race“, bis auf ein paar Kleinigkeiten und wird beim Saisonstart in Schotten zum Einsatz kommen. Mit in die „Ehe“ bringt Schlott seinen 8V-Polo ein, der in der Klasse bis 1400 ccm Hubraum beheimatet ist. […]

Endphasenaufgalopp des KW Berg-Cup in Unterfranken

14. September 2017

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel. Und schon sind wir bei den Wassergekühlten angelangt, widmen uns hier zuerst der Klasse bis 1150 Kubik der nach Gruppe H, FS und E1 Technik-Regeln vorbereiteten Fahrzeuge. Die Ränge eins bis fünf dieser […]

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