Der Monster-Zwerg vom Balkan

7. Februar 2017

Dass man in Slowenien und Kroatien dem Bergrennsport frönt, ist durch die beiden EM-Läufe von Ilirska Bistrica und Butzet  ja hinreichend bekannt. Doch das auch weiter südlich in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Montenegro Bergrennen veranstaltet werden, ist weniger bekannt. Umso interessanter ist die kürzlich in der Hauptstadt Podgorica vorgestellte, neu aufgebaute „Rennsemmel“ von Jovan Acimic, einem der bekanntesten Bergpiloten Montenegros. Jovan, der sich die vergangenen Jahre mit seinem Osella PA20 S BMW an der FiA Zonen Meisterschaft (CEZ) beteiligte, wird in der bevorstehenden Saison einen Fiat 600-Protoyp mit Motorradmotor, ebenfalls in der CEZ und der heimischen Meisterschaft pilotieren. Der aufsehenerregende Renner wurde von Jovans Vater Tihomira Acimic, einem ehemaligen jugoslawischen Champion gebaut. Mittelpunkt dieser Konstruktion, ist im wahrsten Sinne des Wortes, der Superbike-Motor aus der BMW S 1000 RR, also ein Reihen-Vierzylinder mit einem serienmäßigen Drehzahlband bis 14.000 U/min. Rund 200 PS, bei einem Fahrzeuggewicht von 550 kg, sollen den kleinen Exoten bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h beschleunigen. Ein Großteil der in der Fiat-Silhouette verbauten Technik stammt aus einem Formel 3-Rennwagen. Somit dürfte der Rennwagen der Gruppe E2-SH zugeschrieben werden. Vater und Sohn Acimic „erwarten gute Ergebnisse“ in der Saison 2017.

Interview Ralf Kroll: Die Einführung der CM-Rennwagen ist weiter auf dem Vormarsch

26. Januar 2017

Nach dem enormen Interesse an unserem November-Artikel über die Zulassung der ersten CM-Fahrzeuge durch den DMSB, hat sich „Bergrennen in Deutschland“ vorgenommen an diesem interessanten Thema dran zu bleiben und führte kürzlich ein Interview mit dem Ziehvater dieser in Deutschland neuen Rennwagenkategorie Ralf Kroll. BiD: Deine Bemühungen für die „CM-Autos“ eine Zulassung am Deutschen Berg zu bekommen, waren jetzt schlussendlich von Erfolg gekrönt. Wie gingen die Verhandlungen vonstatten und wer hat Dich dabei unterstützt? Ralf Kroll: Begonnen hat es 2012, als ich mich mit dem damaligen DMSB Fachausschuss Berg über die CM Fahrzeuge unterhalten habe. Konkreter wurde es im Winter 2013 mit dem neu formierten Fachausschuss, die von den CM Fahrzeugen sehr angetan waren. Eine Unterstützung seitens des Fachausschusses wurde mir für das Vorhaben signalisiert. Im Sommer 2013 besuchte ich den EM Lauf von Mont Dore in Zentralfrankreich, alle CM Hersteller waren mit Ihren Fahrzeuge vertreten. Zuvor hatte ich mit dem Hersteller Silver-Car in Spanien Kontakt aufgenommen. Silver-Car hat für mich sehr viel Potential, das war schon damals mein Eindruck. Ich nutzte die Gelegenheit und schaute mir die Fahrzeuge von den verschiedenen Herstellern  näher an, und durfte auch mal im ein oder anderen CM probesitzen. Ich schaute dabei, ob es zu mir passen könnte und ein Wohlfühleffekt aufkommt. Im Frühjahr 2014 bekam ich die Möglichkeit, dass Meisterschaftsauto von Frankreich zu kaufen. Der Silver-Car S2 lief bis dahin nur fünf Rennen und hatte Vollausstattung. Die Gespräche mit dem Fachausschussvorsitzenden Marcus Malsch und Rüdiger Julius–Bernhart wurden intensiver, weil ich den S2 kaufen wollte. Im Juni 2014 habe ich den S2 beim französischen Silver-Car Händler abgeholt und nach Spanien ins Werk für einen Check gebracht. Im Vorfeld hatte ich schon den Technischen DMSB-Kommissar Christian Schleicher wegen eines Wagenpass kontaktiert, denn das Ibergrennen war als das erste Rennen mit dem S2 geplant. Dann gab es leichte Probleme, weil es für Deutschland noch kein nationales CM Reglement gab und ein paar Dinge nicht den DMSB Bedingungen bzw. Regularien entsprachen. BiD: Die Zulassung für den DMSB-Bereich zu bekommen, war dann doch komplizierter als gedacht? Ralf Kroll: Ich ging damals davon aus, da Silver-Car für den S2 eine nationale spanische und französische Homologation und ein Zertifikat für den Gitterrohrahmen hatte, dass es keine Probleme gibt. In Europa und Übersee, wurden Silver-Car Fahrzeuge seit 2006 verkauft und im nationalen  Motorsport ohne Zulassungsprobleme eingesetzt. Dem war dann leider nicht so, und es mussten mehrere Dinge abgeklärt und besprochen werden. […]

DMSB gibt grünes Licht für die ersten CM-Renner in Deutschland

12. November 2016

Die sogenannten CM-Rennsportfahrzeuge sehen aus wie geschrumpfte Le Mans-Sportwagen oder DTM-Boliden. Doch vom kompakten Aussehen dieser Zwergrennwagen sollte man sich nicht täuschen lassen, denn solche auf Gitterrohrrahmen aufgebauten, quirligen Renner haben es faustdick hinter den Ohren. Zu einem überschaubaren Neupreis oder auch gebraucht, gibt es je nach Hersteller sogar verschiedene, coole Karosserien im Look von BMW, Audi und Co. So ein Paket, angetrieben von PS-starken und leichten Motorrad-Triebwerken ist ideal für den ambitionierten Privatfahrer und bei Bergrennen für Top-Platzierungen in der Gesamtwertung gut. Drei Jahre ist es nun her, dass der Odenwälder Berg-Routinier Ralf Kroll seinen bekannt schnellen VW Golf 16V aus dem KW Berg-Cup in die Ecke stellte, und sich der Faszination der sogrannten „CM-Fahrzeuge“ hingab. Aus Spanien exportierte Kroll einen Silver Car S2 der von einem 1000 ccm-Suzuki GSXr-Motor befeuert wird. Der zweifache Deutsche Bergpokalsieger hatte sich sogleich das Ziel gesetzt diese in Spanien und Frankreich bereits weit verbreitete Art von Rennfahrzeugen auch in Deutschland zu etablieren. Dies war jedoch nicht so einfach wie sich der Mudauer das gedacht hatte. Anfangs durfte Krolls Silver Car nur bei GLP-Gleichmäßigkeits-Bergrennen starten. So konnte Ralf wenigstens sein neues „Gerät“ in nicht ganz freier Wildbahn kennen lernen. Seit 2014 befindet sich Ralf Kroll in Gesprächen mit dem Fachausschuss Bergrennen und dem DMSB selbst, für den diese Rennfahrzeuge ebenfalls Neuland waren. Mit dem Ausschussvorsitzenden Marcus Malsch gewann der Silver Car-Importeur für Deutschland zwischenzeitlich einen Verbündeten. „Mit diesen Fahrzeugen beschäftigt sich der Fachausschuss Bergrennen schon seit geraumer Zeit und hat in Zusammenarbeit mit der DMSB Geschäftsstelle nun die ersten Fahrzeuge in Deutschland mit einem DMSB-Wagenpass ausgestattet. Da für diese Fahrzeuge europaweit keine einheitlichen und ordentlichen Regularien  existieren und diese teilweise von einigen Herstellern sicherheitstechnisch nicht korrekt aufgebaut werden, musste die Abteilung Technik des DMSB nachhelfen und teilweise vor der sportrechtlichen Zulassung, sprich DMSB-Wagenpass, individuelle Umbaumaßnahmen anordnen“, erklärte Malsch. Das Thema stand auch bei der FA-Bergrennen-Sitzung im September zur Debatte. Marcus Malsch ging weiter auf die Problematik ein, dass gültige ASN-Zertifikate für Überrollkäfige von Seiten der DMSB-Geschäftsstelle nur anerkannt werden, wenn diese auch dem Anhang J der FIA entsprechen. Er bat diese Vorgehensweise zu überdenken und empfahl den DMSB-Verantwortlichen, dass gültige ASN-Zertifikate grundsätzlich anerkannt werden sollten, ohne weiter Umbauten anzufordern. Marcus Malsch wird die Hersteller, wie beispielsweise Silver Car, TracKing, BRC und Mitjet, darüber informieren, dass die Sicherheitsbestimmungen der FIA, insbesondere des Anhang J Art. 277, unbedingt eingehalten werden müssen und zukünftig hergestellte Fahrzeuge dahingehende […]

Neue Silver Car-Modelle mit E2-SC FiA-Zulassung

11. März 2016

Die spektakuläre CM-Kategorie mit den wieselflinken speziellen Rennwagen-Konstruktionen mit den hochdrehenden Motorrad-Triebwerken ist in Deutschland auf dem Vormarsch, aber langsamer als sich so mancher Bergrennfan und Aktive wünscht. In den Bergmeisterschaften von Spanien, Frankreich, Portugal, Belgien, Italien und jetzt auch Österreich sind die Rennfahrzeuge bereits die Publikumslieblinge. Kürzlich präsentierte der spanische Hersteller Silver Car seine brandneuen Modelle EF 10 und EF 13, die erstmals eine offizielle FiA-Zulassung für die Gruppe E2-SC besitzen. Das Unternehmen aus der Region Navarra kann nun drei Modelle  für den Bergrennsport und Slalom sowie den ST2 für die Disziplin Autocross anbieten. Im deutschsprachigen Raum gibt es bislang zwei Importeure und Ansprechpartner für diese Art von Rennfahrzuegen, mit Andreas Kuster (TracKing) und Ralf Kroll (Silver Car). Beide befinden sich seit geraumer Zeit in Gesprächen mit dem Deutschen Motorsport Bund (DMSB) und dem Fachausschuss Berg, mit dem Ziel der Einführung bzw. Zulassung der CM-Gruppe bei den Bergrennen in Deutschland. So Richtig von Erfolg gekrönt war die Kommunikation bislang noch nicht. Eine CM-Einführung in der Berg DM wird des demnach auch 2016 noch nicht geben. Bis jetzt dürfen CM Fahrzeuge bei allen FiA-Läufen in Deutschland, also bei den Bergrennen von Glasbach, Osnabrück und Mickhausen an den Start rollen. Auch beim DM-Auftakt im luxemburgischen Eschdorf sind die CM-Boliden seit Jahren startberechtigt. Die beiden kürzlich vorgestellten Silver Car Modelle EF kommen mit interessanten Technischen Daten daher. Motormäßig wird im EF 10 ein 1000 ccm Suzuki 16V Turbo-Triebwerk mit 450 PS bei 13.500 U/min verbaut. Der EF 13 zeiht aus dem Suzuki 1300 cm Motor 550 PS heraus, bei 10.500 U/min. Der Gitterrohrrahmen ist pulverbeschichtet und nach den FiA-Standats genehmigt. Die Motorelektronik hält verschiedene Programme bereit. Eine Erfassung der Daten ist möglich. Dazu kommt eine TFT-Displayanzeige in Farbe, gespeist von einer Leichtbau-Batterie. Fahrwerk vorne und hinten: Prinzip Doppellenkerachse mit Pushroad-Stoßdämpfer liegend und einstellbare Stabilisatoren für jede Achse. Stoßdämpfer: Renndämpfer von ENGIMEK 3-Fach verstellbar mit High-und Lowspeed in der Druckstufe, Zugstufe einfach verstellbar. Lenkung: Direkte Lenkung, Anschlag zu Anschlag ca. 1 Umdrehung (350°).Bremsen: System: Hydraulische 2-Kreis Bremse mit Bremskraftverstellung vorne und hinten vom Armaturenbrett aus. Hauptbremszylinder: 2 Stück, Bremssattel: 2-Kolben (AP-RACING), Bremsscheiben vorn: Innenbelüftete 265 mm (AP RACING), Bremsscheibe hinten: Innenbelüftete 265 mm (AP RACING), Handbremse: hydraulisch (Optional gegen Aufpreis). Karosserie: Material aus GFK oder gegen Aufpreis aus CFK. Nach oben öffnende Türen mit großen Öffnungen zum schnellen und bequemen Ein- und Ausstieg. Viel Abtrieb durch effizienten Unterboden mit Diffuser, Heckspoiler und Frontsplitter. Fahrerplatz: Tiefe Sitzposition für […]