Lang Rennsport setzt Ausrufezeichen in Frankreich

4. Mai 2022

Das Niveau in der Französischen Bergmeisterschaft hat durch die Corona-Pandemie absolut nicht gelitten, ganz im Gegenteil. Am vergangen Wochenende präsentierte sich ein erlesenen Feld in allen Gruppen und Klassen beim 50. Jubiläums-Bergrennen von Abreschviller in Ostfrankreich, nahe der deutschen Grenze zu Kehl oder Saarbrücken. Präsent im Fahrlager war sehr kurzfristig Georg Lang von Lang-Rennsporttechnink, der das Fahrzeug von TracKing-Erfinder Fabien Bourgeon betreute. Der Osella PA 30 V8 wurde vom Eigner Alexander Hin ebenso kurzfristig zur Verfügung gestellt. Da sich die Entwicklung des neuen Turbo-Motors für Bourgeons Revolt-Eigenbau etwas verzögert, er aber endlich Meisterschaftspunkte sammeln muss, kam das großzügige Angebot von Alexander Hin gerade recht. Der Französische Spitzenfahrer kam im Training auf Anhieb sehr gut bei seiner Premiere mit dem potenten Osella zurecht, sodass Georg Lang (ab Wolsfeld wieder hinterm Steuer seines Tatuus Renault) etwas Extraleistung und Endgeschwindigkeit zugeben konnte. Nachdem ersten von drei Durchgängen war dann die Überraschung perfekt. „Fab“ Bourgeon führte mit 47,668 Sekunden das Gesamtklassement an, vor der versammelten Französischen Elite. Nur Geoffrey Schatz wartet weiter auf seinen neuen Motor. Im zweiten Lauf rollte der italienische Bolide beim Versuch des herausbeschleunigen aus der engen Spitzkehre, mit gebrochener Antriebswelle aus. Aber, noch war nichts verloren, denn in Frankreich zählen nur die beiden schnellsten Läufe am Ende für das Resultat. Wohlweislich hatte Alexander Hin am Freitag noch eine Ersatzwelle verbeigebracht, die dann auch rechtzeitig vor dem alles entscheidenden dritten Lauf eingebaut war. Zum Abschluss verbesserte sich Bougeon marginal zur seiner Zeit am Morgen, musste aber Damien Chamberod im Norma M20 FC Turbo, den Tagessieg überlassen. Hinter dem zweitplatzpierten Bourgeon folgten Cyrille Frantz (Osella PA 30 Turbo), Billy Ritchen (Nova Proto NP01 V8) und Sebastien Petit im brandneuen Nova Proto NP01 Turbo. Rang sechs ging an den jungen Belgier Corentin Starck im Nova Proto NP01 Turbo aus der 2-Literklasse. Erstmals in diesem Jahr saß der Freiburger Patrik Zajelsnik in seinem Norma M20 FC V8 um Kilometer zu sammeln. Er belegte Gesamtrang acht. Fotos: Nicolas Millet

Die Win-Win-Situation für das Team Lang und Alexander Hin

10. Dezember 2021

Der Schweinfurter Uwe Lang war als vierfacher Deutscher Bergmeister ein Meister seins Fachs, jetzt fungiert als Teamchef seines Motorsportteams Lang und dirigiert seinen Sohn Georg Lang und den Elzacher Alexander Hin in die Erfolgsspur. „Der Uwe ist unser Teamchef, Renningenieur und Strategiechef“, sagt Georg Lang schmunzelnd über seinen Vater, der sich mit einer Firmenhalle im Schonunger Ortsteil Abersfeld beste Voraussetzungen für sein Nebenerwerbs-Engagement geschaffen hat. Obwohl es in Osnabrück anno 2021 nur ein einziges Rennen zur Deutschen Automobil-Bergrennmeisterschaft auf deutschem Boden gegeben hat, bestritt das Team Lang dieses Jahr zumindest sechs Rennen – und das mit Erfolg. Alexander Hin gewann das zweithöchste Championat in Deutschland, den DMSB-Automobil-Berg-Cup für Sportwagen und direkt hinter ihm holte sich Georg Lang die Vizemeisterschaft. Das war für den Breisgauer Hin freilich nur eine Pflichtaufgabe, pilotiert er doch mit dem Osella PA 30, der nur 580 Kilogramm wiegt und 520 PS aus einem Zytek-V8-Aggregat schöpft, den mit Abstand besten Boliden eines deutschen Fahrers. „Uns fehlt wegen den Corona-Beschränkungen die Fahrpraxis“, begründet Uwe Lang die Strategie, heuer fünf Rennen in Nachbarländern bestritten zu haben. „Das österreichische Rennen in St. Agatha war für mich das wichtigste und schönste Rennen anno 2021“, resümiert Alexander Hin. Der 52-Jährige fuhr in Agatha Gesamtrang zwei heraus – und das pro Lauf nur 1,5 Sekunden hinter dem italienischen Europameister Christian Merli. Nicht nur deshalb will der Hausbau-Profi Hin kommendes Jahr neben dem deutschen Rennkalender auch bei mehreren Läufen zur Europa-Bergmeisterschaft mitmischen. „Wenn ich nur in Deutschland fahre, habe ich keine Gegner, das bringt mich nicht weiter“, sagt Alexander Hin und richtet deswegen seinen Blick auf das kontinentale Championat. In zwei bis drei Jahren will Hin voll bei der EM angreifen, bis dahin will er beruflich die Weichen stellen, dank der Kompetenz von Uwe Lang mit dem Fahrwerk und Aerodynamik Fortschritte machen und mit Erfahrungen auf neuen Strecken auf dem Kontinent. „Ich muss dann raus aus der Komfortzone, mich noch mehr mit Fliehkräften auseinandersetzen und an die Grenzen gehen“, weiß Hin um seine Aufgabe. Noch mehr Geschmack auf höhere Sphären machte ihm das FIA Hill Climb Masters 2021 im portugiesischen Braga vor geschätzten 100.000 Rennsportfans. Dort faszinierte ihn der heiße Kampf um Zehntelsekunden auf höchstem Niveau. „Alex muss noch mehr Konstanz gewinnen“, lautet die Hausaufgabe von Teamchef Uwe Lang. Die Konstellation des Teams Lang mit Vollservice und der potente Pilot Alexander Hin passt wunderbar, „das ergibt für alle eine Win-Win-Situation“, konstatiert Georg Lang. Im […]

Hintergründe zu den Wertungsausschlüssen von St. Agatha

23. September 2019

Das Bergrennen St. Agatha  des oberösterreichischen MSC Rottenegg schrieb wieder einmal Geschichte. In den letzten Jahren gelang dies Markus Altenstrasser und seinem Team mit einer reibungslosen Organisation, einer wunderbaren Atmosphäre und sportlich hochwertigen Läufen. Doch die sportlichen Resultate sollten diesmal alsbald nach Rennende in den Hintergrund treten und die bis dahin glänzende Veranstaltung den Beteiligten in eher unangenehmer Weise in Erinnerung bleiben. Gegen die Piloten Marcel Steiner, Alexander Hin und Georg Lang wurde Protest eingelegt, in allen drei Fällen stattgegeben und die Angeschuldigten disqualifiziert. Protestführer war Patrik Zajelsnik, der zunächst hinter Marcel Steiner auf Gesamtrang zwei rangierte. An die beiden Laufbestzeiten des neuen Schweizer Vizemeisters (1:03,087 und 1:03,414 min) kam zuvor weder Zajelsnisk noch ein anderer Konkurrenten heran, doch das nützte dem Oberdiesbacher nichts. Die Nachuntersuchung der Techniker vor Ort ergab an Steiners LobArt LA01 das die Mittel-Finne der Airbox um 2,8 cm zu hoch war. Des Weiteren ragte der Auspuff 2,5 Zentimeter zu weit nach hinten heraus, was nicht unbedingt einen Wettbewerbsvorteil bedeutet und eher auf eine Nachlässigkeit oder Versehen hindeutet. Das Reglement kennt in diesem Fall aber keine Spielräume. Da es um den Tagessieg und viel Prestige ging, ist diese Protestnote noch einigermaßen nachvollziehbar. Im Fall der beiden Deutschen Alexander Hin und Georg Lang, kann man jedoch von einem klassischen „Zierleistenprotest“ sprechen, der eher auf die Personen abzielt, als auf die Fahrzeuge. Gegenstand und Angriffspunkt war in beiden Fällen die Außenspiegel. Die Spiegel waren laut österreichischem Chef-Techniker und geübten FIA-Funktionär, übrigens ur-original, wurden also einmal so legal gefahren bis die FIA die Mindestmaße für den Bergrennsport festgesetzt hat. Vorgeschrieben sind 150×50 mm, montiert waren 111×52 mm. Somit blieb den Verantwortlichen auch in diesem Fall keine andere Wahl als der Wertungsauschluss. Zweifellos in diesem Zusammenhang stehen die Vorfälle vom Osnabrücker Bergrennen diesen Jahres (BiD berichtete). Beim Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und FiA Hillclimb Cup legte Marcel Steiner einen Protest gegen den Hubraum an Zajelsniks Mugen-Triebwerk ein. Doch der Deutsch-Slowene verweigerte Anfang August eine technische Nachkontrolle und entzog seinen Norma M20 FC schlussendlich ohne Klärung den Technikern. Eine Feststellung der Hubraummaße konnte somit nicht durchgeführt werden. Der Fall wurde sogleich an die FiA gemeldet. Der aktuelle Stand der Ermittlungen und Konsequenzen daraus, sind derzeit nicht bekannt. Vier Wochen später fehlte das Zajelsnik-Team bei ihrem Heimatrennen, dem vorletzten Berg-EM Lauf von Ilirska Bistrica. Zum EM-Finale in Buzet (Kroatien), eine Woche vor St. Agatha, trat man wieder an. Unbestätigt ist ein Protest […]

Boxengeflüster 08/2019: Wussten Sie schon dass…?

16. September 2019

DASS das Comeback des bis Anfang Oktober nochimmer amtierenden DMSB Berg-Cup Champion für Sportwagen 2018 und Deutschen Vize-Bergmeisters 2017 Frank Debruyne kein gutes Ende nahm. Beim Bergrennen Eichenbühl saß der Badener erstmals am Berg in seinem neuen Projekt, einem Formel 3 vom Typ Dallara F316 (Foto oben), also einem sehr modernen und erst drei Jahre alten Chassis. Im vergangenen Herbst hatte Debruyne mit den Arbeiten begonnen, nachdem er seinen altgedienten Dallara F303 nach Irland verkaufte. Sein neues Renngerät musste aus vielen Teilen erst zusammengesetzt werden. Ein Test auf der französischen Rundstrecke Anneau du Rhin verlief kürzlich vielversprechende. Doch am Eichenbühler Berg drehte sich der Neurieder bereits am Trainingstag mit dem Heck in die Leitplanken und verzichtete danach auf weitere Starts und geht noch einmal in heimischer Werkstatt in Klausur. DASS dem neuen Schweizer Vize-Bergmeister Marcel Steiner bei seinem Heim-Bergrennen am Gurnigel ein großes Missgeschick unterlief. Nachdem die „Legenden“ ihren ersten Show-Lauf im Anschluss an das reguläre Rennfeld absolviert hatten, besuchte Marcel kurz seinen Vater Heinz Steiner im Zielraum. Er wollte erfahren, welche Eindrücke er von seiner ersten Fahrt nach 20 Jahren im Martini Mk 77 BMW hatte. Als Marcel bemerkte, dass die Rückführung bereits im Gange war, rannte er zu seinem LobArt zurück. Nur stand dieser nicht mehr wie vorher am selben Platz, sondern etwa 20 Meter weiter unten hinter Absperrgittern – in der Seite eines PKWs. Die „autonome Fahrt“ hinterließ einigen Schaden vom Frontsplitter bis zum Heckflügel. Doch der größte Schaden entstand an Monika Fahrni, der Lebensgefährtin eines Rennfahrerkollegen, in Form eines Beinbruchs, der am Montag operiert wurde. Marcel Steiner und BiD wünschen gute und schnelle Besserung, liebe Moni! Den sympathischen Schweizer werden wir nach dem Abschluss der Schweizer Meisterschaft noch bei den Rennen in St. Agatha und Mickhausen erleben. DASS bei der ADAC Rallye Deutschland, dem Rallye-Weltmeisterschaftslauf im nördlichen Saarland, an der Mosel und dem Truppenübungsplatz Baumholder wieder ein wenig „der Geist des Bergrennsports“ dabei war. Teil von Wertungsprüfungen waren die ehemaligen Bergrennstrecken Fell-Thomm (Trierer Bergrennen) und des Teufelskopf-Bergrennens von Reichweiler (bei Kusel). Zudem mischten auch in der Organisation, aus dem Bergrennsport bekannte Personen mit. Einer der Umweltbeauftragten war Christoph Schackmann (EMSC Bitburg). Helmut Weyer der frühere Organisationsleiter des letztmals im Jahr 2011 ausgetragenen Trierer ADAC Bergrennens, fungierte wie in den Vorjahren als Abschnittsleiter der Mosel-WP´s. Hans-Peter Baehr, aus dem Organisationsteam ehemaligen des Potzberg-Rennens, das der MSC Potzberg bis in die 1990er Jahre veranstaltete und heutige Leiter des […]

Saisonvorbereitungen bei Lang Motorsport – Renate oder Black Daisy?

26. Januar 2019

Auch im Jahr 2019 wird die Marke Xetto Georg Lang als Hauptsponsor bei seinen Starts bei Bergrennen begleiten. Georg Lang, der Junior des vierfachen Deutschen Bergmeisters Uwe Lang wird dabei erneut von einem Filmteam sowie Promotionständen vor Ort begleitet. Zwischenzeitlich wurde der 2-Liter Renault Motor der aus dem Clio II RS stammt und denn Georg im vergangenen Jahr im Tatuus Formel Renault fuhr, revidiert. Über den Jahreswechsel wurde das Triebwerk wieder in „Renate“, so der Kosename des Tatuus, eingebaut und anschließende der Ansaugtrakt überarbeitet, um mehr Leistung aus dem Rennwagen auszuholen. Hierbei wurde eine neue Ansaugbrücke mit vier Einzeldrosseln im 3D-Druck von einem Spezialisten eigens angefertigt. Dieses neu Entwickelte Teil  ersetzt die reguläre Einzeldrossel, sodass der Motos nun freier atmen kann und mehr Leitung generiert wird. Mit welchem Fahrzeug Lang Junior letztendlich zum Saisonstart 2019 an der Linie stehen wird, lässt der junge Schweinfurter noch offen. Der MSW HS Formel, aufgrund seiner charakteristischen Nase „Black Daisy“ genannte „Formel 3-Testträger“, der bereits bei den beiden letzten Rennen des Jahres 2018 in Eichenbühl und St. Agatha zu Einsatz kam, wäre natürlich eine echte Alternative zum betagten Formel Renault. Wie es sich für einen ambitionierten jungen Motorsportler gehört, verfügt Georg Lang auch über einen eigenen Blog, wo man sich die vom Filmteam gedrehten Videos der einzelnen Rennwochenenden 2018 und den Besuch vor kurzem in der Werkstatt von Lang Motorsport ansehen kann. Via www.xettorama.com ist man in Zukunft also immer bestens über Georg informiert.