Traumhafter erster Gesamtsieg für Frank Derbuyne

19. Juni 2018

Das neu gebildete Organisationsteam des MC Heilbad Heiligenstadt um Sascha Herz hat sich mit dem 23. ADAC Ibergrennen, dem fünften Lauf der Deutschen Bergmeisterschaft 2018, die ersten Sporen verdient. An beiden Tagen brachte man vier Läufe durch und am Renntag verstummten die Rennmotoren rechtzeitig vor dem Fußball WM-Spiel Deutschland gegen Mexiko, das sich sicherlich bei der Zuschauerzahl negativ bemerkbar machte. Dennoch wollten an die 3.000 Fans die über 100 Akteure am Berg sehen, die mitten in der Innenstadt der thüringischen Kleinstadt im Eichsfeld ihre Zelte aufschlugen. Diese verwandelten ganze Straßenzüge in ein großes Fahrerlager. Einen Supermarkt, ein Pizza-Bistro, eine Bäckerei, Tankstelle und Bank findet man hier in unmittelbarer Nähe – sowas gibt es nur in Heiligenstadt. Die Spannung auf den Renntag war so groß wie lange nicht mehr, denn insgesamt vier Fahrer lagen mit ihren Trainingsbestzeiten innerhalb einer Sekunde und die Insider ahnten, dass alle noch eine Schippe drauflegen konnten. Alexander Hin im offenen PRC-Sportwagen mit dem legendären Opel-ITC Triebwerk im Heck setzte in 55.324 Sekunden die Bestzeit der Probeläufe, hauchdünn vor den Dallara Formel 3-Piloten Christian Triebstein und Frank Debruyne, sowie Wolsfeld-Gesamtsieger Thomas Conard im 2 Liter CRS-Renault Sportwagen. Doch bereits bei der Ausfahrt aus dem Fahrerlager zum ersten Rennlauf reduzierte sich der prophezeite Vierkampf auf einen Dreikampf und kurz dachen auf ein Duell. Thomas Conrads Kupplung trennte nicht und Alexander Hin brachte keinen Öldruck im Motorsystem zusammen. Mit neuen Reifen hatte Frank Debruyne ein Ass im Ärmel, aber durch das notwendige anfahren der Reifen im letzten Trainingslauf, hatte er die zwei DM-Zusatzpunkte erneut an Christian Triebstein abgeben müssen. In allen vier Durchgängen setzte anschließend Frank Debruyne knapp die jeweiligen Laufbestzeiten vor Christian Triebstein, der erst im letzten Herbst vom Alfa Romeo Diesel in einen Formel 3-Rennwagen umgestiegen war und am Iberg genauso seinen bislang größten Erfolg feiern konnte wie Debruyne mit seinem allersten Gesamtsieg nach 13 Jahren im Bergrennsport. Ebenfalls bis dato noch nie stand Mathieu Wolpert in einem weiteren Dallara Formel 3 mit Rang 3 auf dem Podium eines DM-Laufs. Im DMSB Berg-Cup für Rennwagen liegen die Drei aktuell an der Spitze, wobei sich Debruyne etwas absetzten konnte. Im Lager der Tourenwagen war Norbert Handa im Lancia Delta Evo III der absolut schnellste. Der Franke, der nach 42 Jahren Bergrennsport am Saisonende den Helm an den Nagel hängen möchte, liegt damit auch im DMSB Berg-Cup für Tourenwagen weiter an der Spitze, vor Dirk Preißer der im Opel […]

80 Jahre Léon Linden – Der Methusalem des Autosports

2. Juni 2018

Er ist wirklich ein Unikum, der gute alte Léon! Alt, das darf man in diesem spezifischen Fall durchaus schreiben, ohne es abwertend zu meinen oder gar dem Mann mit dem so typischen, inzwischen längst von grau auf weiß übergegangenen Schnurrbart Unrecht zu tun. Im Gegenteil: gerade weil Léon Linden seit nun bereits 60 Jahren, ja, über einem halben Jahrhundert, im Automobilsport aktiv ist und sich nach wie vor mit ungebrochenem Ehrgeiz und Kämpferwillen ins enge Cockpit seines Formel-Rennwagens zwängt, erfüllt er irgendwie auch eine Vorbildfunktion für eine ganze Generation rüstiger Pensionäre, welche längst noch nicht dran denken, sich aufs Altenteil abschieben zu lassen. Und wenngleich der Petinger wohl als der insgesamt dienstälteste Sportler des Großherzogtums Luxemburg angesehen werden dürfte, kann sich so manch jüngerer Athlet aus den unterschiedlichsten Sportarten an Léons Fitness und der Akribie, mit der er sich immer wieder den Herausforderungen des Wettbewerbs stellt, ein Beispiel nehmen. Nach Rückschlägen, wie etwa jenem vor fünf Jahren, als ihn ein Motorschaden am Lkw ereilte, mit dem er sein Rennfahrzeug zu den unterschiedlichen Veranstaltungen im In- und vor allem Ausland bringt, hadert er zwar in der ihm gewohnten Manier lautstark mit dem Schicksal, ohne sich jedoch entmutigen zu lassen, sogar dann nicht, wenn die erhoffte Lieferung der Ersatzteile sich mitten im Sommer unerwartet lange hinzieht und ihn letztlich sogar zwingt, einen vorzeitigen Schlussstrich unter die damalige Saison 2013 zu ziehen. Noch ein Beispiel gefällig? Bitteschön! Als „sacré Léon“ vor einem guten Jahrzehnt beim Bergrennen Eschdorf – wo er seit der allerersten Ausgabe auf der Startliste fungiert – kurz nach der Zieldurchfahrt von der Strecke abkam und seinen Dallara-Opel an einem Hausgiebel in seine Einzelteile zerlegte, rechnete niemand ernsthaft damit, dass er bereits wenige Wochen später in Wolsfeld nahe Echternach wieder an die Startlinie rollen würde. Tag und Nacht hatte der ehemalige Werkstatt-Vorsteher bei der Luxemburger Eisenbahngesellschaft CFL und gelernte Automechaniker geschraubt, um sein Fahrzeug wiederherzurichten, „aufgeben“ gehört eben nicht zu Léons Wortschatz. „Ich hatte damals ein klein wenig zu lange auf die Zeitenanzeige geschaut und war unkonzentriert“. Seine unnachahmliche und zu weilen witzige Art kam aber auch in diesem Moment zum Vorschein. Als sich bei den Bergungsarbeiten die Hausbesitzern aufgeregt mehrfach bei Léon erkundigte, ob es ihm denn gut gehe, meine er nur lapidar „Madame, soll ich es ihnen beweisen“. Am 26. Mai 1936, also vor fast genau 80 Jahren geboren, war Léon Linden während der ersten Jahrzehnte seiner exemplarischen Motorsportkarriere vor allem als […]

Auch das Saisonfinale war von Erfolg gekrönt

12. Oktober 2017

Die Bergrennsaison 2017 ist Geschichte und das CR-Racingteam hat diese, wie erwartet sehr erfolgreich mit einem Klassensieg und einem sechsten Gesamtrang beim ADAC Bergrennen Mickhausen beendet. In der Stauden-Region im Augsburger Umland fand am Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit, die Finalveranstaltung der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und des internationalen FiA Hillclimb Cups statt. Diese hochrangigen Meisterschaften sorgten erneut für ein erstklassiges Teilnehmerfeld. Frank Debruyne, die Galionsfigur des Pirmasenser CR-Racingteams in Sachen Bergrennsport, stand bereits vor dem Rennwochenende als zweifacher Vize-Champion in der Deutschen Meisterschaft und dem DMSB Berg-Cup für Sportwagen fest. Der schwarz-weiße Dallara F303 Formel 3-Rennwagen mit dem Werbeschriftzug von AST – Abwasser-Sanierungs-Technik lief über die gesamte Saison wie ein Schweizer Uhrwerk. Dem entsprechend konnte es der 46jährige Badener ruhig angehen lassen, denn nicht nur die beiden Vize-Titel hatte er auf dem Habenkonto sondern auch zahlreiche persönliche Bestzeiten und Formel 3 b.z.w. 2-Liter-Formel-Streckenrekorde eingefahren. Beim Bergrennen Unterfranken Anfang September und beim Homburger Bergrennen Mitte Juli fuhr Frank Zeiten, die vor ein paar Jahren noch sehr nahe am damaligen absoluten Streckenrekord gelegen hätten. In den Tageswertungen der DM-Rennen konnte er insgesamt vier Mal auf Platz zwei das Podium erklimmen, wobei beim Wolsfelder Bergrennen an Pfingsten der Gesamtsieg nur hauchdünn verpasst wurde. Auch der Deutschen Berg-Europameisterschaftslauf am Glasbach in Thüringen im Juni war ein Highlight vom Ergebnis her und auch von den gefahrenen Zeiten. Bei diesem Höhepunkt der Deutschen Bergsaison war auch CR-Teamchef Andreas Germann mit seinem Dallara F305/11 in Brawoliner-Farben am Start. Aus beruflichen Gründen blieb dies leider die einzige Teilnahme in der diesjährigen Bergmeisterschaft für den Pirmasenser Unternehmer. Da bleibt nur die Hoffnung auf mehr Starts für Andreas im Jahr 2018. Doch zurück zum furiosen Finalwochenende in Mickhausen. Wunderbares „Altweibersommerwetter“ prägte den Trainingstag und Frank Debruyne beherrschte die Formel-Klasse bis 2-Liter Hubraum ohne Mühe vor bereits großer Zuschauerkulisse, vor dem jungen Nordschwarzwälder Mathieu Wolpert, der im Laufe der Saison auf einen mit Franks baugleichen Dallara F303 umgestiegen war. In der Nacht zum Sonntag kam der vorhergesagte Regen und machte die rund zwei Kilometer lange Sprintstrecke Richtung Birkach zur Rutschbahn. Die Grippverhältnisse sind bei diesen Bedingungen stets extrem schwierig, zumal der Regen alsbald nachließ und der Asphalt allmählich abtrocknete. „Ich wollte ich nichts mehr riskieren, doch nachdem ich nach dem zweiten Durchgang 1,3 Sekunden hinter Mathieu war, musste ich im letzten Lauf doch noch mal alles geben“, resümierte Frank. Auf der trockengefahrenen Ideallinie machte er mit seiner Tagesbestzeit von 55,318 […]

Uwe Lang steht vor der Titelverteidigung

31. August 2017

In gut einer Woche steht der Deutschen „Berggemeinde“ wieder Großes bevor. Beim 50. AvD Bergrennen Unterfranken wird nicht nur das eindrucksvolle Jubiläum gefeiert, sondern auch der spannende Endspurt in Sachen DMSB Berg-Prädikate eingeläutet. Zum zweiten Mal in der Geschichte wird der Titelgewinner des DMSB Berg-Cup für Sportwagen gesucht und zum zweiten Mal  könnte der Champion Uwe Lang heißen. Über den nahezu kompletten Saisonverlauf belauerten sich die beiden früheren Deutschen Bergmeister Uwe Lang im Dreiliter Osella BMW und Frank Debruyne im Dallara Formel 3 an der Tabellenspitze. Die Verfolgerrolle übernahm mit Ehrgeiz Georg Lang, der Junior aus dem Hause Lang Motorsport im Tatuus Formel Renault. Eine markellose Bilanz kann bis zu jetzigen Zeitpunkt der Schweinfurter Osella-Pilot vorweisen. Außer beim Saisonstart in Eschdorf, wo er seinen weißen Sportwagen an den Luxemburger Frank Maas vermietet hatte und die Veranstaltung aus Streichresltat in Kauf nahm, sackte Uwe Lang anschließend die maximal mögliche Punktzahl von je 20 ein. Jeweils drei Zusatzpunkte für die schnellste Laufzeit am Renntag wurden dazu gutgeschrieben, sodass Lang Senior im Augenblick 138 Zähler auf seinem Konto vorweisen kann. Frank Debruyne im AST-Dallara F303 Opel gab alles um den Titelkampf so lange wie möglich spannend zu halten, doch beim Ibergrennen Ende Juni war auch er Machtlos. Als einziger der Spitzenleute kam der Badener in den Regen und verlor viele wertvolle Zähler mit Rang vier. Rechnet man dieses Resultat als Streicher ab, kommt der Mann vom CR-Racingteam auf 108 Zähler. Echte 20 Zähler zurück rangiert Georg Lang auf Position drei. Aussichtslos liegen derweil E2-SH Vertreter Holger Hovemann auf der Vier, vor Sportwagen-Pilot Dino Gebhard und Debruynes Formel 3-Kumpel Sascha Herz zurück. Vor den beiden Abschlussrennen in Eichenbühl und Mickhausen ergibt sich folgendes Szenario: Uwe Lang kann bereits am zweiten Septemberwochenende den Sack zumachen und seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Dem Industriemeister bei SACHS genügt ein zweiter Platz in der Rennwagen-Division und er kann sich in Mickhausen sogar eine Nullnummer leisten. Frank Debruyne könnte dennoch bei beiden Rennen die Divisionswertung für sich entscheiden und würde am Ende einen Punkt hinter Lang liegen. Einen Doppelsieg für die Langs ist zwar noch nicht ausgeschlossen, doch da müsse Georg Lang schon auf ein Missgeschick von Debruyne hoffen. Aller Voraussicht nach werden sich die aktuellen Meisterschaftspositionen auf dem DMSB Berg-Cup-Podium nicht mehr ändern.

Zwischenbilanz vor den Finalrennen – Debruyne aussichtsreich in Berg DM und Cup

13. August 2017

Nach den Doppelwochenenden, mit den Bergrennen Hauenstein am letzten Juli-Wochenende und dem Osnabrücker Bergrennen Anfang August, die vollends in die Urlaubszeit fielen, wird es Zeit eine kurze Zwischenbilanz und Standortbestimmung für das CR-Racingteam, mit seinem Bergspezialisten Frank Debruyne, zu ziehen. Die laufenden Saison der Deutschen Bergmeisterschaft neigt sich schon wieder dem Ende zu, denn mit den Bergrennen Unterfranken (09./10. September) und dem großen Finale vom 30.09. bis 01.10. in Mickhausen bei Augsburg, stehen nur noch zwei Rennveranstaltungen aus. Ein vergleichsweise ruhiges und unaufgeregtes Rennwochenende verbrachte Frank Debruyne beim  48. ADAC Hauenstein Bergrennen. Die Konkurrenz in der Klasse der Formel-Rennwagen bis 2-Liter Hubraum war überschaubar und der schwarz-weiße AST-Abwasser-Sanierungs-Technik Dallara F303 Opel Formel 3 lief wie am Schnürchen. Die 4,2 Kilometer lange Piste in der Hochrhön, die bis auf über 700 Meter über Normalnull ansteigt, verlangte von den Rennmotoren einiges ab. Dem entsprechend vielen die Zeitunterschiede in den Ergebnislisten etwas deutlicher aus als sonst. In seiner Klasse siegte Frank Debruyne unangefochten und nach drei Durchgängen mit einem Polster von 11,8 Sekunden auf den Lokalmatadoren Georg Lang im Tatuus Renault und dem Heiligenstädter Sascha Herz auf Dallara F305 Opel. Dies bedeutete zugleich Rang zwei in der Gesamtwertung der 121 Teilnehmer. Nur Uwe Lang im überlegenen Osella-Sportwagen mit 3-Liter BMW-Motor war schneller als der Badener, der seinerseits auf den am Ende Drittplatzierten Österreicher Peter Amann (Osella Honda 2.0) einen beruhigenden Vorsprung von 4,5 Sekunden herausfuhr. Deine Woche später, beim 50. Osnabrücker ADAC Bergrennen, war die Konkurrenz eine Andere. Denn das Rennwagenfeld war gewaltig und nur wenige der Top-Bergrennfahrer der europäischen Szene fehlten am Uphöfer Berg. Nach einer Rekordzahl an Unterbrechungen und Unfällen, blieben an beiden Tagen für die über 240 Starter nur mehr je zwei Läufe übrig. Ein Jammer für den sportlichen Wert, der mit Spannung erwarteten Rennen. Mit 16 Fahrzeugen war die Klasse der Formelwagen bis 2000 ccm sehr international besetzt. Frank Debruyne traf, wie zuletzt in Homburg, auf den leicht favorisierten Franzosen Anthony Loeuilleux im Tatuus Master „Formel 2“, der die Vorteile seines „Untersatzes“ dann auch zu nutzen wusste und mit 2,7 Sekunden Vorsprung auf das CR-Racingteam-Mitglied gewann. In der Gesamtwertung reichte die Fahrzeit von 1:56,166 Minuten für Rang 17. In den beiden nationalen Bergmeisterschaften des DMSB sieht es zwei Veranstaltungen vor Schluss nach zwei Vize-Meisterschaften für Debruyne aus,  passiert nichts Unvorhergesehenes. In der Deutschen Bergmeisterschaft rangiert der Neurieder mit einem Rückstand von 12 Punkten (inkl. Streichresultat) auf Tourenwagenpilot Björn Wiebe […]

Vorschau Osnabrück 1: Rennwagen wie in Goodwood

28. Juli 2017

Ein Starterfeld der Superlative darf der MSC Osnabrück e.V. bei der 50. Auflage des Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens (04.-06. August), gleichzeitig dem 8. Lauf zum FIA Int. Hill Climb Cup, präsentieren. Mit rund 245 Nennungen und Teilnehmern aus 15 Nationen wird es „eng“ auf der traditionellen 2,030 km langen Strecke am „Uphöfener Berg“, aber in diesem Jahr wollen  fast alle nationalen und internationalen Bergfahrer der Spitzenklasse dabei sein und natürlich auch beim Jubiläumsprogramm, das der Veranstalter insbesondere den aktiven Fahrern gewidmet hat,  mitfeiern. Zum runden Geburtstag gibt es darüber hinaus ein erstklassigen Rahmenprogramm mit einer Reihe von phantastischen Fahrzeugen mit Kultcharakter sowie bekannten und TV erprobten „Promis“, aber auch internationale Profirennfahrer der absoluten Spitzenklasse – doch dazu später mehr. Fast 60 offene Formel- und Sportwagen, alleine 11 Formel 3000, das sind rekordverdächtige Zahlen, die das sportliche Geschehen im Gesamtklassement bestimmen wollen. 52, 232 sec – der Streckenrekord aus dem Jahr 2016 steht auf dem Prüfstand. Der derzeit mitführende in der Europa-Bergmeisterschaft, Christian Merli aus Italien hat seine eigene Bestzeit aus dem Vorjahr im Visier und macht kein Geheimnis daraus, dass er bei entsprechenden Bedingungen auf der Strecke diese Zeit nochmals „knacken“ will. Der sympathische Fahrer mit dem superschnellen Osella FA 30 wird dabei von einigen hochkarätigen international erfolgreichen Piloten gejagt. Der mehrfache Französische Bergmeister Sebastien Petit (Norma M20 FC) wird ebenso einen Podiumsplatz im Visier haben, wie der sympathische Schweizer Formel 3000-Pilot Eric Berguerand (Lola FA 99), der erstmals in Deutschland am Start stehende Franzose Geoffrey Schatz (Reynard 01L Formel 3000) sowie die weiteren Sportwagenpiloten Jelle de Coninck aus Belgien (Norma M 20 FC), der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik (ebenfalls mit einem neuen Norma M 20F) und, nicht zu vergessen, der nach längerer Zeit wieder am Start stehende Luxemburger Tommy Rollinger mit einem Osella FA 30.  Mit sehr guten Aussichten dabei sind auch der letztjährige Drittplatzierte in Osnabrück, Vaclav Janik aus der Tschechischen Republik (Norma M 20 FC) sowie das Schweizer „Ur-Gestein“, Marcel Steiner, der mit seinem LobArt LA 01 Mugen – Prototypen immer besser zurecht kommt und in der Schweiz in 2017 bereits zwei Gesamtsiege feiern konnte. Die Liste der Top-Fahrer und Fahrzeuge der offenen Rennsportklassen ließe sich weiter fortsetzen und sicher ist auch mit der ein oder anderen positiven Überraschung zu rechnen, aber das macht den Bergrennsport bei der Vielzahl der Klassen und Gruppen auch zusätzlich spannend. Aus deutscher Sicht wird auch der Schweinfurter Uwe Lang mit dem Osella PA […]

Nach 25 Jahren wieder im Cockpit

24. Juli 2017

„Sehr erfreulich: Ich passe ins Auto!“ Mit dem 25. Osnabrücker Bergrennen 1992 beendete der Mindener Bernd Könemann seine Motorsportkarriere. Nach einer Reihe schöner Erfolge, u.a. vier deutschen Bergmeisterschaften der Formel V 1300 sowie Teilnahmen am Langstreckenpokal und an der Europa-Bergmeisterschaft, ließ ihm der Beruf keine Zeit mehr. Beim 50. Osnabrücker Bergrennen 2017 steht er erstmals wieder an der Startlinie. Fast hätte es nicht geklappt. „Ich will auf jeden Fall bei euch fahren.“ Dafür brauchte er zwei Dinge: ein Auto und eine Lizenz. Für sein Comeback wünschte er sich einen Formel 3- oder Tourenwagen mit 500 PS. Tatsächlich fand er über Facebook einen Dallara F3, und zwar bei Sascha Herz vom MC Heilbad Heiligenstadt, der selbst schon mehrfach am Uphöfener Berg gestartet ist und auch 2017 mit von der Partie sein wird. Aber Könemann stieß auf ein unerwartetes Problem: Er passte nicht ins Cockpit. „Ich fuhr nach Heiligenstadt, um festzustellen, dass ich zu dick war“. Er ließ sich nicht entmutigen. In knapp vier Monaten nahm er fast 10 kg ab und konnte schließlich Vollzug melden: „Sehr erfreulich: Ich passe ins Auto.“ Nun fehlte nur noch die D-Lizenz, die er für das Formel-3-Auto benötigte. Ein Upgrade seiner alten Lizenz sozusagen – doch das war nicht so einfach, denn die alte Lizenz war längst verfallen und beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) waren sämtliche Lizenzunterlagen, die älter als 20 Jahre waren, bereits vernichtet. „Alternativ sollte ich beweisen, dass ich Motorsporterfahrung hatte. Aber keine Chance – es gab aus der Zeit keine Ergebnislisten mehr.“ Von alten Fotos und den Berichten ehemaliger Rennfahrerkollegen ließ der DMSB sich nicht überzeugen. Abermals versuchte der Mindener es über Facebook, und siehe da: „Nach 5 Tagen bekam ich ausgerechnet die Ergebnisliste vom Osnabrücker Bergrennen 1992.“ Der DMSB lenkte ein, und einen Tag vor seinem 64. Geburtstag im Juni erhielt Könemann die ersehnte Lizenz. Endlich stand seinem Start am Uphöfener Berg nichts mehr im Wege! Er weiß, dass er diesmal wohl nicht um den Sieg mitfahren wird. Aber das ficht ihn nicht an: „Ich freue mich wahnsinnig auf meinen Einsatz. Es geht mir nur um das Dabeisein!“

Werkstatt-Report #27: Aufrüstung in der Formel 3

1. Juni 2017

Ende letztes Jahr konnte der Heiligenstädter Formel 3-Pilot Sascha Herz unter beratender Hilfe von Frank Debruyne, ein bis auf die letzte Schraube zerlegtes Formel 3-Fahrzeug erwerben. Dieses ist erneut ein italienisches Dallara-Modell, jedoch vom Baujahr und den Nachrüstsätzen her ein aktuelleres Modell als Saschas bisheriger F302. Das erstandene Fahrzeug ist größten Teils, obwohl aus dem Baujahr 2005, mit Technik und Aerodynamik des 2011er ausgestattet. Motorisiert ist das Ganze von einem Opel-Spiess, einem sogenannten „Challenge-Motor“. So verfügt es weiter über ein aktuelles Drexler Getriebe, das modernste was SACHS an Stoßdämpfern zu bieten hat und aerodynamische Bauteile die nicht der Serie entsprechen. Die standartmäßige Bosch-Elektronik wurde durch eine KMS Steuerung  mit AIM-Formellenkrad  und weiteren Features ersetzt, welchen Part Saschas neuer Sponsor CER (Comfort-Elektronik-Raulf) übernahm. „Das so ein kompletter Neuaufbau auch seine Tücken hat, bekamen wir Mitte April auf dem Leistungsprüfstand zu spüren. Getriebeprobleme waren dort nur der Anfang. Nach dem wir eine Leistungssteigerung von 10% gegenüber der Serie erreicht hatten, kam es zu einer heftigen Fehlzündung beim Starten welche den Anlasser in seine Bestandteile zerlegte. Dieser ist vom Hersteller natürlich nicht sofort lieferbar“, so Herz. „Nun musste ich als gelernter Werkzeugmacher selbst ran. Das heißt, es lieft alles weiter“. Am kommenden Pfingst-Wochenende wird der Reißverschluss-Fabrikant noch ein mal mit dem älteren F302-Modell an den Start gehen. Letzte Teilelieferungen in Sachen Anlasser sind für die kommende Woche angekündigt, sodass ein Start beim Glasbachrennen am zweiten Juni-Wochenende mit dem F 2005/11 fest eingeplant ist. Ein für Mitte Mai geplanter Test im Mai fiel dem Anlasserproblem zum Opfer. Die Abstimmung des Fahrwerkes, verbunden mit späteren Renneinsätzen legt Herz in die erfahrenen Hände von Frank Debruyne, der letzten Winter schon zahlreiche Stunden am Fahrzeug verbracht hat. „Geht unser Plan auf, bringen wir den aktuell modernsten Formel 3 am deutschen Berg an den Start, welcher mit seiner Motorleistung alle baugleichen Formel 3 in den Schatten stellt, das verspricht uns CER“, freut sich der Thüringer weiter. Beim Osnabrücker Bergrennen Anfang August wird dann Herz Motorsport mit beiden Formel 3-Rennen antreten, so wie es auch zuvor am heimischen Iberg mit Gerhard Dietrich geplant ist. Bernd Könemann, einer der „Berg-Legenden“ aus den 1980er Jahren, hat sich bereits das Cockpit des weißen Dallara F302 Opel-Spiess für den FiA-Lauf im Osnabrücker Land angemietet. Die älteren Bergrennfreunde werden den Verkaufsleiter aus Porta Westfalica sicherlich von seinen Einstätzen im Team von Herbert Stenger und den Rostek-Brüdern her kennen. Könemann für damals Formel V, Gruppe […]

Thomas Amweg in den F3000-Fußstapfen seines Vaters

19. Mai 2017

Lange musste Thomas Amweg warten, um die Zukunftsweichen für sein Rennsportprogramm nach eigenem Wunsch stellen zu können. Doch jetzt ist alles in trockenen Tüchern. Der Sohn des fast vor 20 Jahren zurück getretenen „König der Schweizer Berge“ Fredy Amweg wird einen Lola Cosworth Formel 3000 in der Schweizer Bergmeisterschaft pilotieren. Der Viert platzierte in der Endabrechnung der Berg SM 2016 hatte in den letzten Jahren viele Erfahrungen im ex-Sebastian Vettel Dallara Mercedes Formel 3 sammeln können. Der 32-jährige betätigte sich sowohl auf der Rundstrecke, im REMUS Formel-Pokal, als auch im Bergrennsport. Zudem sicherte sich Amweg mehrere Siege in einem PRC-Honda von Walter Pedrazza, in dessen Sports Car Challenge. Das mit finanzieller Unterstützung von Hans Peter, Inhaber der Phimmo Immobilien AG und Besitzer jenes historischen Ralt BMW Formel 2 mit dem Amweg im vergangen Jahren den Tagessieg bei der Arosa Classic Car gewann, neu angeschaffte F3000-Fahrzeug mit der Typenbezeichnung B99/50 stammt aus den Beständen des zurückgetretenen dreifachen Berg-Europameisters Franz Tschager aus Südtirol und wurde auch schon von den späteren Formel 1-Größen Mark Webber und Juan-Pablo Montoya gefahren. „Nach der Formel Renault und der Formel 3 ist dies nun mein nächster logischer Schritt“, freut sich Thomas Amweg in einem Gespräch mit Peter Wyss von motorsport.com. „Es ist sensationell, dass mir nun Hans Peter dies ermöglicht. Das Auto befindet sich in einem exzellenten Zustand und ist von Franz Tschager schon gut für den Berg eingestellt. Wir bereiten den Wagen derzeit sauber vor und ergänzen einige Updates des Modells B02, die im Gesamtpaket enthalten waren“. In den nächsten Wochen plant der Aargauer Testfahrten in Hockenheim. Läuft alles in gewünschten Bahnen ist schon ein Start beim Heimrennen am 2. Juli in Reitnau anvisiert, bevor es nach Anzère und Oberhallau gegen soll. Ab der Saison 2018 ist dann die komplette Schweizer Bergmeisterschaft geplant. Mit seinem Sohn Thomas fiebern wird Fredy Amweg auf alle Fälle. Der mittlerweile 67jährige ist unbestritten eine Legende in der Schweiz. Auf Formel 2 und Formel 3000 gewann Amweg Senior zwischen 1971 und 1998 mehrmals jedes Bergrennen in der Schweiz und auch zahlreiche im Ausland – insgesamt rund 200 Tagessiege! Genau 15x gewann Amweg den „Coupe der Schweizer Berge“, aus dem später die Schweizer Bergmeisterschaft erwuchs.

race and fun Challenge kann  Preisgeldtopf aufstocken

14. Februar 2017

Wie „Bergrennen in Deutschland“ schon im vergangenen Dezember berichtete, hat die Firma Seitz KG Pumpentechnik aus Rutesheim zur Belebung der 2-Liter Formelklasse am Deutschen Berg, für die kommende Saison 2017 die „race and fun Challenge“ aus der Taufe gehoben, mit der Besonderheit dass hier die jeweilige Zweitplatzierten unter dem Motto „first fun – second win“ ein Preisgeld abstauben. Zwischenzeitlich gibt es sehr erfreuliche Neuigkeiten. Es konnte für die total neue und ungewöhnliche zweite Platz Wertung in der 2 Liter Formelklasse der Berg DM ein zusätzlicher Sponsor gewonnen werden. Die Firma BAT-motorsport.de aus Leutkirch im Allgäu, einigen Motorsport Insidern schon länger bekannt als leistungsstarker Fachlieferant für die weit verbreiteten blau und weinrot eloxierten DASH Anschlüsse für Stahlflexschläuche, steigt als Co-Sponsor mit einem beachtlichen Betrag in die Race ans Fun Challenge ein. „Wir können somit jedes der geplanten 9 Rennen im Rahmen der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft, nun mit einem Preisgeld von 333,–€  für den zweiten Platz ausstatten“, freut sich Ideengeber Franz Seitz. „Der Inhaber von BAT-Motorsport.de, Eugen Weber ist überzeugt und fasziniert vom Potential dieser Sache. Eugen Weber selbst, ist ein erfolgreicher Fahrer im Slalom Sport und ähnlich wie Frank Debruyne oft ohne echten Gegner in seiner Klasse, schätzt die Vorteile dieser 2. Platz-Wertung für den Sport und den Aufmerksamkeitswert hoch ein“. Weiter konnte Bernd Grell für das „managen“ einer geplanten  Facebook-Gruppe „race and fun Challenge“ gewonnen werden. Grell, ein junger rühriger Fan des Formel Bergrennsportes, ist Besitzer eines sehr schön restaurierten Reynard Opel Lotus MK1. Er führt schon seit einiger Zeit erfolgreich eine von ihm gegründete Opel-Lotus Gruppe in Facebook (siehe Bernd Grell). Er stellt unermüdlich Kontakte zu früheren Fahrern, ehemaligen Rennstallbesitzern, Mechanikern etc. der Opel Lotus Szene her und sammelt alle Infos über diese Formel-Fahrzeuge. Wie ihn, gibt es noch manchen jungen Fahrer und auch älteren potentiellen Wiedereinsteiger, die sehr gerne Formel Rennsport am Berg betreiben würden. Leider sind die Zugangsvoraussetzungen (int. C-Lizenz) für diesen Interessenten zurzeit zu hoch. Möglicherweise der Hauptgrund warum die Division 2 der „Formel und Rennsportfahrzeuge“ am deutschen Berg kaum neue Teilnehmer verzeichnen kann. Aber fahrbereite und bezahlbare, jedoch leider stillgelegte Fahrzeuge dieser Division gibt es viele. „Dies ist eine anstehende Aufgabe für die Verantwortlichen des Bergrennsportes beim DMSB und des Fachausschuss“, beteuert Franz Seitz. „Gerne in Zusammenarbeit mit uns. Denn einen vertretbaren und einfacheren Lizenz-Zugang zur früher am Berg so teilnehmerstarken Formel- und Rennsportfahrzeuge Klassen zu schaffen, wäre unser ein großes Anliegen“.

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