Nekrolog für Christian Triebstein

30. August 2020

Die Schreckensbotschaft vom tragischen Unfalltod des Christian Triebstein wird noch lange nachwirken. Den Verlust zu fassen ist für zahlreiche Menschen schwer, denn Christian war natürlich mit seinem Betrieb in seinem Heimatort bekannt, war Aushängeschild seines Motorsportvereins MSC Emstal und hatte sich in der deutschen Bergrennszene über 11 Jahren hinweg einen Namen gemacht. Am Dienstag nach Mariä Himmelfahrt kam der 32 jährige zweifache Familienvater bei einer Probefahrt als Beifahrer, nur wenige hundert Meter von seiner Kfz-Werkstatt in Habichtswald-Dörnberg entfernt ums Leben und reißt einen große Lücke in viele Bereiche seines Wirkens. Mit Anfang zwanzig tauchte der Nordhesse im Jahr 2009 in der deutschen Berg-Meisterschaft auf. Es folgten die „Polo-Jahre“ als Mitglied des Classic-Berg-Cups (CBC). Mit seinem gelb-grünen Slalom-Polo startete er erstmals bei seinem Heim-Bergrennen in Heiligenstadt. Danach folgten noch die Rennen in Homburg, Osnabrück, Unterfranken und Mickhausen. Im Jahr darauf trat er dem KW Berg-Cup bei und bildete mit dem ebenfalls nicht mehr unter uns weilenden Holger Vitt, in dessen VW Polo, ein Team. 2011 wurde ein knallroter VW Polo eingesetzt, bevor der junge Kfz-Meister pausierte und ab dem Bergrennen Eichenbühl 2013 einen Alfa Romeo 147 Cup-Diesel unter dem Hintern hatte. Vier Jahre später, ebenfalls in Eichenbühl, vollzog sich der Wechsel  zu den reinrassigen Rennsport-Fahrzeugen. Mit einem Formel 3 Dallara aus den Beständen von Herz-Motorsport ließen die ersten Achtungserfolge nicht lange auf sich warten. In den beiden vollen „Formel 3-Jahren“ 2018 und 2019 gewann er jeweils die Vize-Meisterschaft im DMSB Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge und erreichte insgesamt fünf Mal das Podium eines DM-Laufs mit zweiten und dritten Plätzen in der Gesamtwertung. Einen Tagessieg verpasste er mehrfach nur knapp. Auf die Saison 2020 hatte Christian Triebstein bereits große Vorfreude.  Mit dem mächtigen, neu aufgebauten PRC 3-Liter NISSAN V6 Sportwagen wollte er debütieren. Unter normalen Umständen wären zum aktuellen Zeitpunkt bereits acht von elf Rennveranstaltungen in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft 2020 abgeharkt und in der Meisterschaftstabelle hätten sich langsam aber sicher die Top-Fahrer herauskristallisiert. Nicht so im Coronajahr 2020. Schon bei den Rennen im Herbst letzten Jahres sprach Christian Triebstein vom seinem Traum, sich einen großen 3-Liter Rennsportwagen anzuschaffen mit dem man national und auch international ganz weit vorne mitfahren kann. Nach dem Saisonabschluss 2019 konnte der 32jährige Nordhesse seinen Dallara Opel Formel 3, mit dem er zwei Mal die Vizemeisterschaft im Deutschen DMSB Berg-Cup errungen hatte, zügig verkaufen und sich so der Suche nach einem passenden Gruppe C-Auto widmen. Im Heiligenstädter Rennfahrerkollegen Sascha […]

Christian Triebstein fällt Verkehrsunfall zum Opfer

18. August 2020

Die schockierende Nachricht vom Unfalltod des amtierenden DMSB Vize-Berg-Cup Meisters Christian Triebstein, machte um die Mittagszeit des 18. August 2020 die Runde und verbreitete unter den Kennern der Bergrennsportszene Fassungslosigkeit und Entsetzten. Gegen 9 Uhr 15 Uhr kam es auf der Bundesstraße B 251 zwischen Habichtswald-Ehlen und dem Ortsteil Dörnberg, also nur wenige hundert Meter von Christians Firmengelände „Autotechnik Triebstein“ entfernt, zu einem folgenschweren Verkehrsunfall. Christian Triebstein saß auf dem Beifahrersitz eines Alfa Romo C4. Nach Informationen der Polizei ist der Sportwagen von der Fahrbahn abgekommen und unter die Leitblanke gerutscht. Durch den enormen Aufprall wurde der 32-jährige KfZ-Meister aus Habichtswald-Dörnberg so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der 41-jährige Fahrer aus Kassel wurde dagegen nur leicht verletzt und nach einer Erstversorgung an der Unfallstelle in ein Krankenhaus eingeliefert. Weitere Verkehrsteilnehmer waren in das Unfallgeschehen nicht verwickelt. Die B251 musste für drei Stunden voll gesperrt werden. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Gutachter in die Ermittlungen einbezogen. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt. Der deutsche Bergrennsport verliert somit einen tadellosen Sportsmann, hoffnungsvollen Aufsteiger und tollen Familienmenschen. In dieser schweren Zeit kreisen unsere Gedanken um die Hinterbliebenen, vor allem sind diese bei Christians Frau Silvana, den beiden kleinen Söhnen und Großvater Günter, der am Rennplatz seinen Enkel immer voller Stolz und Leidenschaft unterstützte. In den kommenden Tagen wollen wir hier auf „Bergrennen in Deutschland“ noch einmal an Christian mit einem Nachruf erinnern. R.I.P. Christian

Verlorenes Coronajahr – nicht für das Motorsport Team Rahn

13. August 2020

Normalerweise beginnt im Monat August eines jeden Jahres das letzte Drittel der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Wie das Heimspiel des Formula 3 Motorsport Team Patrick Rahn vom ersten Augustwochenende in Osnabrück, fiel in diesem Jahr gleich die komplette Meisterschaftsrunde der Bergrennen in Deutschland durch die Coronapandemie ins Wasser. Doch die Mannen mit und um Patrick Rahn machten aus der Not eine Tugend und verwirklichten seit dem Frühjahr einige interessante Projekte und Aktionen. Man nutzte die rennsportlose Zeit für so manch nette Spielerei, investierte aber auch in das Equipment und Merchandising um das gesamte Team für die Zukunft besser aufzustellen. Im vergangenen Frühjahr, als man noch auf ein paar Rennveranstaltungen hoffen dufte, tüftele das Team bereits an einem neuen Design für den Dallara-Rennwagen. Die angestammten Farben Weiss, Rot und Grün sollten wieder die Hautrolle spielen. Ganz wie bei den Großen, entstand am Computer ein virtueller Vorgeschmack ( https://youtu.be/jvIAXihb6jE ). Die dabei gewonnenen Daten fanden sogleich Verwendung im virtuellen Berg-Rennsport, der in diesem besonderen Jahr im Aufwind steht. Bereits bevor der Wagen in der Realität „ready to race“ war, konnte dieser virtuell heruntergeladen und für die italienische Spielesimulation Assetto Corsa verwendet werden. Dafür wurde auch eigens ein kurzes Präsentationsvideo online gestellt, was natürlich auch Patricks Sponsoren Fassi Group, Pavic-LKW, KfZ-Meise, Winkler und Com Cut zu Gute kam. Apropos virtueller Motorsport. Beim ersten virtuellen Ibergrennen von Heiligenstadt, das am Termin der abgesagten realen Veranstaltung online über die Bühne ging, war Patrick ebenfalls mit von der Partie. Viel Energie wurde zwischenzeitlich auch in den neu angeschafften Renntransporter, ein Sprinter mit Kofferaufbau gesteckt. Es wurde Teamkleidung und ein Zeltdach im neuen Design entworfen und realisiert. Durch die Gründung des PR-Merchandisings ist es nun möglich, das ganze Team vom Zelt bis zum Base-Cap aus erster Hand auszurüsten. Doch ohne der eigentlichen Bestimmung des Teams, den Rennsport auf Bergstrecken muss die Truppe 2020 auskommen, nachdem auch das letzte noch offene Rennen Anfang Juli abgesagt wurde. „Testen werden wir in jedem Fall noch“, tröstet sich Patrick Rahn. „Derzeit fertigen wir einen  gesonderten Schalldämpfer um auf der Bilster Berg-Rundstrecke fahren zu dürfen. Dies ist mit dem FIA F3 Schalldämpfer nicht möglich da der Dallara deutlich zu laut wäre. An einem Rennen im Ausland möchten wir aufgrund des gesundheitlichen Risikos nicht teilnehmen. Wir legen all unsere Hoffnungen in die Saison 2021.

Nachwuchsförderung nach Herzensart

28. November 2019

Der Traum, in einem Formel-Rennwagen bei Bergrennen an der Startlinie zu stehen, wird für den 22-jährigen Kai Felix Lanig in der kommenden Saison Wirklichkeit werden. Der Heiligenstädter Sascha Herz gründete quasi eine Juniorabteilung in seinem Team und wird Lanig einen kürzlich neu angeschafften 140 PS starken Formel BMW FB02 aus dem Baujahr 2011 zur Verfügung stellen. Für den jungen Marktheidenfelder geht somit ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Bergrennerfahrung konnte der Verfahrensmechaniker bislang sporadisch in der GLP-Gruppe und in der 2-Liter Klasse der Gruppe E1, mit dem Peugeot 206 von Onkel Michael Beer sammeln. Auch im Sim-Racing an PC und Konsole war Kai in den letzten Jahren immer wieder virtuell bei diversen Bergmeisterschaften erfolgreich auf international bekannten Strecken unterwegs. Zudem verfügt er über Erfahrungen als Mechaniker und Helfer von Patrik Zajelsnik, Christian Triebstein und Sascha Herz. Zum Start der Saison 2020 wir es also real für den jungen Mann aus dem Einzugsgebiet des Bergrennen Eichenbühl, dass mit großem Beistand von Sascha Herz. „Also, Sascha Herz hat den Formel BMW FB02 gekauft und stellt ihn mir zur Verfügung. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an ihn, genau solche Personen brauchen wir am Deutschen Berg“, begeistert sich Lanig. „Ich werde 2020 nachdem ich meine Lizenz bei einem Lehrgang in der Tasche habe, ausgewählte Bergrennen der deutschen Berg-Meisterschaft fahren. Wir waren bereits Anfang November auf der Rundstrecke Bilster Berg testen, dort konnte ich das erste Mal einen Formel-Rennwagen fahren und habe mich sofort wohl gefühlt in diesem Auto, mit einem 1200 ccm Motorrad-Motor von BMW. Bevor es Ernst am Berg wird, muss ich allerdings noch ein bisschen testen um das Auto besser zu verstehen. Ein neues Design wird der Renner zudem noch bekommen. Mit einem baugleichen Fahrzeug wird in 2020 auch Olaf Niemöller sein Comeback am Berg geben. Viele kennen den Mann aus dem Osnabrücker Land noch aus den Jahren 2004 und 2005, im lila-weißen BMW 320 aus dem Gruppe H Berg-Cup. Weiteres zu diesem Projekt folgt!

Erneuter Formel-Zuwachs aus Ostwestfalen 

20. November 2019

Es gibt interessante Neuigkeiten aus dem Bergrennsport, speziell aus dem Genre der Rennsportwagen. Nach insgesamt 13 Jahren im Tourenwagen, u. a. mit BMW 02 (der inzwischen nach Amerika verkauft wurde) in der historischen Meisterschaft, danach auf BMW E36 und zuletzt mit dem ex-Peugeot 306 S16 von Jochen Stoll im KW Berg-Cup, wird sich der Lipper Daniel Null nun aus dem Bereich verabschieden und in die Formel-Klasse wechseln. „Nach dem Erwerb der passenden Lizenz, habe ich vor kurzem das aktuelle Vize-Meister Auto von Christian Triebstein übernommen“, verrät Null, der früher mit seinem Bruder Marco und einem kleinen mit Motosportaufklebern dekorieren Wohnwagen als Zuschauer und Fan zu den Bergrennen reiste. Der Dallara Opel F302 wurde bei „Formel-Pabst“ Sascha Herz in Heilbad Heiligenstadt, nach dem Crash von Mickhausen instand gesetzt und in der letzten Tagen komplett revidiert. In den nächsten Monaten wird der Renner auch optisch ein ganz neues Design erhalten – man darf also gespannt sein. Durch den Verkauf wurde auch für Christian Triebstein, der anvisierte Fahrzeugenwechsel möglich. Noch lässt der DMSB Berg-Cup Vizemeister aber die Katze nicht aus dem Sack, doch wie der Nordhesse schon in Mickhausen verlauten ließ, möchte er in Zukunft mit einem 3-Liter Rennsportwagen um Gesamtsiege fahren. Patrick Rahn, der seit dieser Saison mit dem ex-Waldy Dallara F306 in der Deutschen Bergmeisterschaft am Start ist, wird Daniel Null mit beratender und helfender Funktion – nicht nur an der Strecke – sondern auch beim „schrauben“ und vorbereiten des Dallara, mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung unterstützen. „Weiterhin wird natürlich auch Sascha Herz bei Fragen rund um den Formel 3 für mich, mit Rat und Tat zur Verfügung stehen“. Wann der erste Einsatz mit dem Formel 3 am Berg erfolgen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant. Dieses wird auf jeden Fall erst nach einer Eingewöhnungsphase und einigen Testfahrten fest stehen. „Das Einsatzgebiet des Dallara wird aber weiterhin die Deutsche Bergmeisterschaft bleiben“, versichert der neue, stolze Besitzer.

Alexander Hin vor der Titelverteidigung in Eichenbühl

3. September 2019

Der Motorsportclub Erftal hat angerichtet für das 52. Bergrennen in Eichenbühl und über 200 Starter aus dem In- und Ausland wetteifern um Zeiten und Platzierungen. Eine Frage schient schon vorab geklärt, die nach dem Gesamtsieger. Denn das haushohe Favorit Alexander Hin kann sich nur selbst schlagen oder ein technisches Problem bremst ihn aus wie beim Osnabrücker Bergrennen. Das durchgescheuerte Kabel ist als Ursache identifiziert und der Schweinfurter Uwe Lang hat mit seinem Rennteam Alexander Hin seinen Osella PA 30 perfekt vorbereitet. Alexander Hin hatte im Vorjahr seinen zweiten Gesamtsieg nach dem Jahr 2004 in Eichenbühl gefeiert, damals jeweils in einem Reynard-Formel 3000-Renner. Schon 2018 fuhr er bis auf eine halbe Sekunde an den Streckenrekord heran, den Patrick Zajelsnik seit dem Jahr 2014 mit 1:11,52 Minuten hält. Da der Osella PA 30 ziemlich das Beste ist, was heutzutage im Bergrennsport zu haben ist, „will ich natürlich den Streckenrekord angreifen“, sagt Alexander Hin, der solche Ankündigungen heuer schon mehrmals in die tat umgesetzt hat. Hinter ihm streitet sich die Armada der Formel 3-Piloten um die zwei weiteren Plätze auf dem Gesamtsiegerpodest. Das Quartett Christian Triebstein, Mathieu Wolpert, Robert Meiers und der Schweinfurter Georg Lang macht sich berechtigte Hoffnungen auf Spitzenplatzierungen, eine ähnliche Kragenweite haben der CRS-Pilot Thomas Conrad und Klaus Hoffmann vom AMC Kitzingen in seinem Opel Astra V8, der einst in der DTM seinen Dienst tat. Auf der 3,05 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke mit bis zu 250 Km/h in der Spitze fallen Vorentscheidungen in der Deutschen Meisterschaft und den Berg-Cups des DMSB und dem KW-Berg-Cup. Im Tourenwagen-Segment kommen die Fahrer zweier PS-Monster für die Spitzenposition in Betracht, der Österreicher Herbert Stolz im Porsche 935 DPII mit geschätzten 800 PS und Odenwälder Lokalmatador Holger Hovemann im Opel Kadett GT/V8 mit 700 PS. In der Deutschen Bergmeisterschaft führt Scirocco-Pilot Hans-Peter Eller mit 162 Punkten, ihm können auf dem Weg zum Titel nur theoretisch noch Rüdiger Zahn, Christian Triebstein und Kai Neu gefährlich werden. Im DMSB-Sportwagen-Berg-Cup liegt Christian Triebstein mit 116 Punkten an der Spitze, vor Georg Lang und Alexander Hin. Derweil dürfte bei Patrick Orth nichts mehr anbrennen auf dem Weg zum Triumph im DMSB-Tourenwagen-Berg-Cup, hier liegt der BMW-Pilot fast uneinholbar vorne. Aus Sicht der heimischen Fans stehen die Eichenbühler Nils Abb (VW Schneider-Polo), Sophia Faulhaber (Honda Civic Typ R) und Christof Hörnig (Renault Clio) sowie weitere Fahrer des MSC Erftal im Blickpunkt. Gleiches gilt auch für den Mainbernheimer Christian Handa im Lancia Delta […]

Hitzeschlacht am Iberg schweißt Rahn-Team weiter zusammen

6. Juli 2019

Nach dem eisigen Berg-Saisonstart beim Eschdorfer Hillrace Anfang Mai, ist die Deutsche Bergmeisterschaft beim ADAC Ibergrennen in Heilbad Heiligenstadt, einstweilen auf dem Siedepunkt angelangt. Die am Renntag erreichte Temperatur von knapp 39 Grad stellte besondere Anforderungen an alle, die an diesem letzten Juni-Wochenende dem Bergrennsport in Thüringen frönten. Am angenehmsten hatten es da noch die Zuschauer, die sich entlang der bewaldeten 2,050 km langen Strecke, ein schattiges Plätzchen suchen konnten. Für die Akteure in ihren Rennfahrzeugen, samt den Teammitgliedern, hieß es schwitzen und nochmal schwitzen im Fahrerlager in der Innenstadt des kleinen Kur-Städtchens und am Vorstart. Patrick Rahn und seinem Team erhielten vom Veranstalter ihren Platz direkt an der Kreuzung mitten im Paddock.  Der noch von den Hitzegraden her erträgliche Trainingstag verlief für Patrick sehr zufriedenstellend. Erneut hatte der Lipper eine für ihn unbekannte Streckenführung vor der Brust, schoss sich aber sehr schnell ein. Am Renntag hieß die Losung, gleich im ersten Lauf die noch einigermaßen kühlen Bedingungen in der Früh zu nutzen, was Patrick auch mit der sechst schnellsten Zeit des über 120 Fahrer starken Feldes gelang. Was danach abzusehen war, trat ein. „Mit den steigenden Temperaturen war eine weitere zeitliche Steigerung nicht möglich“, kommentierte Patrick Rahn. „Das Steuergerät des Opel-Spiess Motors reduziert bei derart hohen Temperaturen die Zündung, was zu Leistungsverlusten führt. So waren in den Läufen zwei und drei keine Zeitverbesserung mehr möglich. Ein weiterer Punkt sind die Reifen, die nicht das gewohnte Grippniveau halten. Mit diesen Begleiterscheinungen hatte aber auch meine Mitstreiter zu kämpfen“. Am Ende bleib es bei einem hervorragenden sechsten Platz in der Gesamtwertung und Rang vier in der Klasse der Formel-Rennwagen bis 2000 ccm Hubraum. Im DMSB Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge rangiert das Team Rahn F3 auf dem sechsten Platz in der Zwischenwertung. A apropos Team – Der Pilot des Dallara F306 möchte sich bei seiner Helfermannschaft diesmal besonders für die hervorragende Betreuung, gerade unter den erschwerten Bedingungen bedanken. Nach der bereits angesprochenen familiären Pause, soll es erst Anfang August für Patrick in die nächste Runde gehen. Das Osnabrücker Bergrennen lockt und auch am Teutoburger Wald wird es sicherlich wieder heiß hergehen.

Wetterkapriolen forderten Patrick Rahn und sein Team beim Glasbachrennen

24. Juni 2019

Für Berg-Neueinsteiger Patrick Rahn stand am mittleren Juni-Wochenenden der erst zweite Einsatz mit dem neu erworbenen Dallara F306 Formel 3 auf dem Plan. Der Mann aus der Region Lippe hatte beim 24. Internationalen ADAC Glasbachrennen genannt, dem einzigen Lauf der Berg-Europameisterschaft auf deutschem Boden. Zugleich wurde das Rennen am Rennsteig in Thüringen zur Deutschen Bergmeisterschaft gewertet. Die 5,5 km lange Bergpiste bei Bad Liebenstein, ist sehr anspruchsvoll und auf Grund der Länge und des Höhenunterschieds eine Herausforderung für jeden Rennfahrer, besonders aber für Neulinge an diesem „längsten Berg“ Deutschlands. In den drei Trainingsläufen am Samstag und dem Warm-Up am Sonntag in der Früh, herrschten sommerliche und trockene Bedingungen. Patrick schaffte es sich von Lauf zu Lauf im Kurvenlabyrinth der Glasbachstraße, die sich die ersten zwei Kilometer oberhalb des Örtchens Steinbach entlang schlängelt, besser und besser zu Recht zu finden. Doch pünktlich zu den beiden entscheidenden Rennläufen zur sonntäglichen Mittagszeit, drehte das Wetter und kurze Schauer überquerten mehrfach das Renngelände. So wurde die Reifenwahl zum Lotteriespiel, da zwischendurch der Asphalt immer wieder am Abtrocknen war. Im Gegensatz zur einigen Tourenwagenklassen hatten die Starter in den Klassen und Gruppen der Rennsportfahrzeuge zwei Mal das Los „feuchte Strecke“ gezogen, was es für unseren Formel 3-Newcomer besonders schwer machte. Die im Training gesammelten Eindrücke waren somit dahin und die Fahrzeiten purzelten nicht mehr, sondern wuchsen an. Zudem summieren sich die Abstände auf einer so langen Strecke deutlich heraus. Die Chancen auf eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung „schwammen“ für Patrick Rahn mit dem Regenwasser förmlich davon. Am Ende stand ein 52. Platz in der Gesamtwertung von knapp 140 Teilnehmern zu Buche. In der Klasse E2-SS bis 2000 ccm der Formel-Rennwagen belegte er Platz vier, hinter seinen Konkurrenten, die die Strecke und ihre Tücken bereits aus den Vorjahren kannten. Am letzten Wochenende in Juni folgt für das Team von und mit Patrick Rahn das nächste Neuland, mit dem ADAC Ibergrennen in Heiligenstadt, dann auf dem nur rund zwei Kilometer kurzen, sogenannten Holzweg. Zuvor wird das Team ihr „Schmuckstück“ auf einer lokalen Ausstellung zeigen den zahlreichen Besuchern und im Lokalradio dabei Rede und Antwort stehen. Da Patrick und seine Frau bald Nachwuchs erwarten, ist für den Hochsommer eine „Babypause“ ohne Renneinsätze eine Selbstverständlichkeit für den werdenden Vater. Frühestens Anfang August zur seinem Heimspiel beim Osnabrücker Bergrennen möchte sich Patrick wieder hinter das Lenkrad seines weiß-grünen Renners klemmen.

Glasbacher Gruppen und Klassen-Highlights

20. Juni 2019

Bei wechselndem Wetter zeigten die internationalen Rennfahrer des 24. Internationalen Glasbachrennens am Wochenende ihr Können. 139 Fahrer starteten am Samstag zum 24. Internationalen Glasbachrennen 2019 bei sonnigem Wetter in die Trainingsfahrten. Bereits in diesen Läufen schien es spannend zu werden, hatten doch Jörg Weidinger im Tribute-Plasa BMW E36 Judd V8 und Porsche-Profi Timo Bernhard im Porsche GT3-R den Streckenrekord für Tourenwagen inoffiziell gebrochen. Wieder einmal konnte die Rennsportgemeinschaft Altensteiner Oberland e.V. ihre organisatorische Leistungsfähigkeit für diesen internationalen Lauf unter Beweis stellen. Viel Lob gab es von den Fahrern, Zuschauern und auch den FIA-Kommissionsmitgliedern für eine rundum gelungene Veranstaltung. Beginnen wir mit einem Blick in die Gruppe N/CTC bis 1400 ccm. Hier verzeichnete der Klassensieger von Wolsfeld Boris Schmidt bereits im Training einen Schaden an der Zylinderkopfdichtung seines Citroen AX GTi, der vor Ort nicht in den Griff zu bekommen war. Markenkollege Rüdiger Zahn, vergriff sich wohl bei er Reifenwahl, siegte jedoch dennoch vor seinem Neffen Daniel Zahn und Publikumsliebling Holger Stracke im Wartburg 312/1. Die Gruppe F bot zwei gut gefüllte Klassen, die bis 1600 ccm und natürlich die bis zwei Liter. In ersterer machte Markus Fink im Citroen C2 VTS das Rennen vor seinem fränkischen Fahrerkollege Florian Hildner im ex-DTC Procar Ford Fiesta. Eine Etage höher bremsten die wechselhaften Bedingungen den Homburger Kai Neu ein, der Ford Focus-Pilot gewann dennoch, aber nur um 1/10 Sekunde vor Kevin Veit im Wiebe-Megane Leihwagen und 3/10 Sekunden vor Markus Goldbach in einem weiteren Wiebe-Megane. Die schnellste Dame am Berg kam mit Sophia Faulhaber im Honda Civic Type R, ebenfalls aus dieser Klasse. Der Gruppensieg ging an Lars Bröker im Mitsubishi Lancer. Kommen wir in den Bereich des KW Berg-Cup. Die NSU-Meute führte am Ende Jörg Davidovic an, vor Uwe Schindler und Thomas Krystofiak. Mit 16V-Schneider-Power hatte Dominik Schlott im VW  Polo (Foto oben) diesmal leichtes Spiel gegen die 8V´ler Jürgen Hessberger und Tobias Stegmann in der E1-1150 ccm. Eine Stufe höher gibt weiter Hans-Peter Eller im VW Minichberger Scirocco den Ton an. Der aktuell auf Rang zwei der Deutschen Bergmeisterschaft rangierende Allgäuer, dominierte über Franz Weissdorn im VW Polo und dem 8V-Besten Nils Abb. Bis 1600 ccm war der Klassensieg diesmal Nebensache für Stefan Faulhaber im Opel Kadett C 16V. Der Badener hatte doppeltes Wetterglück und landete mit Fortüne sogar auf dem dritten Platz der Gesamtwertung. Ohne Wenn und Aber gelang Thomas Strasser in der E1-Klasse bis 2000 ccm der Sieg, vor […]

Bratschi räumt auf der geilen Meile von Wolsfeld ab

11. Juni 2019

Das Wetter hat diesmal gehalten, nicht wie schon so manches Mal beim Wolsfelder ADAC Bergrennen, als Petrus die Sieger in der Regenlotterie auswürfelte. Knapp war´s aber dennoch, denn pünktlich zum Ende der Gesamtsiegerehrung im Startbereich, fing es zu regnen an. Doch dies konnte auf eine makellose Rennveranstaltung, organisiert vom Eifel-Motor-Sport-Club Bitburg, keinen Schatten werfen. Ein Rekordstarterfeld wirbelte durch den slalomähnlichen Parcours hinauf auf den Wolsfelderberg und zeigte einmal mehr, das Alleinstellungsmerkmal dieser Bergrennpiste auf, wo weniger am Ende oft mehr ist. Gemeint sind weniger PS und Verbissenheit dafür aber mehr Drehmoment und Bodenfreiheit. Es musste also an vielen Rädchen gedreht werden um sich selbst und sein Rennfahrzeug optimal auf die besonderen Belastungen diese „Achterbahn“ einzustellen. Dies bewerkstelligte am langen Pfingstwochenende am besten der Schweizer Gaststarter Ronnie Bratschi (Foto oben) mit seinem schon extremen Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO. Bereits in den Trainingsläufen drehte der Urner an der PS-Schraube, aber nicht hoch sondern runter. Mit „nur“ 600 PS konnte sich der zweifache FiA Hillclimb Cup-Gewinner gut einschießen, um am Renntag noch ein paar Schippen drauf zu legen. Doch das Höchstmaß von rund 750 PS ließ er unangetastet, dafür nutzte Bratschi mehr das Drehmoment des EGMO-Triebwerks (ehemals Eggenberger). Somit war er nicht zu schlagen – als Tagessieger wohlgemerkt, vor sämtlichen Sport- und Rennwagen. Für ihn der erste Gesamtsieg unter regulären Bedingungen, nachdem er 2016 in Verzegnis (I) als Führender der Tourenwagenwertung vom Abbruch infolge eines Unwetters profitiert hatte. „Die Strecke in Wolsfeld ist ähnlich wie jene bei uns in Massongex, also sehr wellig und schmal“, sagte Bratschi. „Als ich nach dem ersten Rennlauf nur knapp vorne lag, habe ich die vier Rennen alten Reifen gegen neue ausgetauscht. So klappte es dann auch mit einem neuen Tourenwagenrekord in 1.01,550 Minuten“. Somit bleibt der Rekord in Schweizer Hand, den Bruno Ianniello im Jahr 2011 aufstellte und jetzt um rund 1/10 Sekunde gedrückt wurde. „Raketen Bruno“, der hier mit seinem Lancia Delta S4 in seinen besten Jahren ebenfalls schon den Tagessieg errungen hatte, kam mit 16,7 Sekunden Rückstand zu Gesamtrang 17. In der Addition der drei Zeiten (3’06,058) auf der nur 1,64 Kilometer kurzen Strecke verwies der Schweizer den schnellsten Deutschen Christian Triebstein in einem Dallara F302 Opel F3 (Foto Mitte) um 2,7 und den Franzosen Anthony Loeuilleux in einem Tatuus-Honda FM um 4,1 Sekunden auf die verbleibenden Podiumsränge. Triebstein gewann somit auch die heißumkämpfte Rennwagenklasse bis 2 Liter und widmete seinen Erfolg seiner Großmutter, […]

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