Royal Hillclimb Navys abenteuerliche Reise nach Braga – Volle Fahrt voraus unter Kapitän Wilson

15. Oktober 2021

Schon seit den Anfängen des FiA Hillclimb Masters im Jahr 2014, damals im luxemburgischen Eschdorf, stellen die britischen „Hillracer“ eine echte Bereicherung da. Mit ihren kleinen, aber meist hochmotorisierten Rennwagen, überraschen sie regelmäßig die kontinentalen Experten, Fans und Gegner, so wie auch diesmal in Braga. Unproblematisch und schnell, mal in Deutschland, Luxemburg, Italien, Frankreich oder der Schweiz, im Verlaufe einer Saison anzutreten, wie es die Festlandeuropäer gewohnt sind, ist bei den Briten nicht drin. Nicht nur der Ärmelkanal sondern auch ein enormer Aufwand, hohe Transportkosten und zeitliche Belastungen trennt das Mutterland des Bergrennsports vom Rest Europas. Nur anlässlich des Masters nehmen die Briten ein Abenteuer in Kauf, müssen aber in See stechen. Nach dem Britischen Meisterschafts-Lauf im September, beim ältesten noch aktiven Bergrennen der Welt von Shelsley Walsh, wurden die Top-10-Fahrer der British Hill Climb-Meisterschaft (schnellste der Meisterschaftstabelle in der sogenannten Top-Ten-Run-Off-Wertung) bestimmt sowie die drei Aktiven mit der höchsten Punktzahl aus jeder der 4 Fahrzeuggruppen (Road Going, Modified Production, Sports Libre und Racing Cars) aus dem Britischen Hillclimb Cup. Die Cup-Wertung ist eine separate Meisterschaft bei den gleichen Veranstaltungen auf dem britischen Festland. Insgesamt 22 Fahrerinnen und Fahrer wurden im Anschluss über ihre Qualifikation für das diesjährige FiA Hillclimb Masters vom Team-GB Captain Tim Wilson informiert. Zusätzlich gab es Informationen zur Wildcard-Teilnahme. Ursprünglich hatten sich 18 Britische Fahrer für die Reise nach Braga angemeldet, leider musste Will Hall, der bislang bei allen Masters-Veranstaltungen am Start war, aufgrund anhaltender technischer Probleme mit dem umgebauten Auto zurücktreten. Dessen Force WH-XTEC AER-Formel-Rennwagen hatte bei einem Unfall beim Gurston Down Bergrennen Anfang der Saison schwere Schäden erlitten. Der Planungsprozess zur Verschiffung der mittlerweile 17 Rennfahrzeuge nach Braga konnte also beginnen. Eine zusätzliche Herausforderung war dabei die Umsetzung der neuen Brexit-Regeln, wonach Autos, die von einem Transportunternehmen oder ohne Papiere verschifft werden, ein „Carnet de Passage“-Zolldokument benötigen, um Großbritannien verlassen zu dürfen und in die EU einzureisen. Dies bedeute einen enormen zusätzlichen Papierkram, da alle mit den Rennwagen gelieferten Ausrüstungsgegenstände, wie z. B. Ersatzteile, Werkzeuge oder Zelte im „Carnet“ aufgeführt werden müssen. Dazu fallen auch erhebliche Kosten an. Am Ende reisten 12 Autos, darunter der britische Empire-Formelwagen des maltesischen Fahrers Zach Zammit, der auf der Insel lebt und arbeitet, mit einem Sammeltransporter. Alle Autos, samt Ausrüstung mussten von ihren Besitzern am Sonntag, den 3. Oktober nach Brackley in England geliefert werden, um sie auf zwei geschlossene Transporter zu verladen. Die beiden LkW fuhren dann […]

Weitere emotionale Stimmen zum FiA Hillclimb Masters

13. Oktober 2021

Erwin Buck (DEU) – 3. Pf-Gruppe 3 #141 VW Spiess Scirocco Mk1 2.0 16V (Kategorie 1 / Gruppe 3) „Zuhause angekommen, würde ich am liebsten gleich wieder zurück fahren. Was ist Braga für eine tolle Stadt. Nette, fleißige Leute mit einer riesen Begeisterung für den Rennsport. Ich hab die Aufbauarbeiten beim Abgehen der Strecke etwas verfolgt, was für ein riesen Aufwand. Unglaublich wie viele Leute hier mitgearbeitet haben. Die Strecke ist schnell mit gutem Gripp, die Spitzkehre war zu Beginn noch rutschig, wurde aber mit jedem Lauf besser. Ich habe mich total verliebt in Land, Leute und natürlich die Falperra-Strecke. Ein paar Worte noch zum Performance Faktor. Ich wurde ja zur Kategorie 1 Gruppe 3 umgelegt. Mein polnischer Konkurrent Sebastian Stec mit dem Ford Fiesta Turbo, der übrigens in Berlin wohnt, sagte mir sie fahren im Training mit 650 PS und können fürs Rennen noch Ladedruck dazugeben. Ich will nicht rumweinen, aber es wird für meine Begriffe sehr schwer werden diese Pf-Faktoren alle zu kontrollieren.“ Damien Bradley (GBR) – 2. Kategorie 3 #142 Subaru Legacy 2.3 Turbo (Kategorie 3 / OpTCTG) „Das Wochenende war sehr aufregend. Anfangs ließen die Gangwechsel zu wünschen übrig, aber wir haben es schlussendlich geschafft. Es ist so anders, wie wir es in Großbritannien gewohnt sind. Im Vergleich zu den britischen Hügeln, legte ich einen Gang höher ein und es funktionierte. Die Fahrten vom Fahrerlager hinab zum Start waren der Wahnsinn, die Zuschauer standen Schlange, jubelten und schwenkten Fahnen – das war großartig.“ Sarah Bernard (FRA) – 3. Kategorie 3 #140 Seat Leon Cup Mk3 (Kategorie 3 / OpTCTG) „Es gibt Wochenenden in deinem Leben, die du nie vergessen wirst. Das FiA Hill Climb Masters von Braga hat alle Erwartungen übertroffen. Alles war absolut ungewöhnlich: die Atmosphäre, die Organisation, die Parade auf den Straßen von Braga, der Livestream mit dem unsere Lieben zuhause jeden unserer Läufe verfolgen konnten. Das unglaubliche Publikum sorgt für wahnsinnige Stimmung, die lächelnden und leidenschaftlichen Streckenposten, das Fahrerlager mit all diesen Berg-Monstern und besten europäischen Piloten, die nur wenige Meter von uns entfernt parkten. Nach diesem Wochenende von Braga fängt man an, noch größer zu träumen. Ein Wochenende in Braga und nichts ist mehr außer Reichweite“. Simone Faggioli (ITA) – 2. Kategorie 2 #2 Norma M20 FC Zytek V8 (Kategorie 2 / E2-SC) ′′Ich habe alles gegeben, was ich hatte. Ich wusste, dass es hier nicht nur um den Sieg, sondern um […]

Internationale Stimmen zum Masters von Braga

12. Oktober 2021

Szymon Lukaszczyk (POL) – Sieger Kategorie 1 #79 Mitsubishi Lancer Evo V (Kategorie 1 / Gruppe 1) „Das war eine sehr schöne Erfahrung, hier zu sein und hier zu gewinnen. Es ist ein wunderschöner Ort mit fantastischen Zuschauern. Für mich ist diese Veranstaltung einer der Erfolge des Sports. Mit meinen Teamkollegen hier auf dem Podium zu stehen, ist fantastisch. Wir haben wirklich schnelle Autos und Fahrer in Polen.“ Ronnie Bratschi (CHE) – 5. Platz Kategorie 1 #78 Mitsubishi Lancer Evo VII RS (Kategorie 1 / Gruppe 1) „Wenn das Auto geht stimmt der Speed, und ich weiß was ich über den Winter zu tun habe. Gratulation an die Polen Szymon Łukaszczyk , Daniel Stawiarski, Michał Ratajczyk, und natürlich meine Landsmann Reto Meisel. Es macht immer wieder Spass mit euch zu fahren und ich denke den Zuschauern wurde eine tolle Show geboten!“ Christian Merli (ITA) – Sieger Kategorie 2 #1 Osella FA30 Zytek (Kategorie 2 / D/E2-SS) „Ich freue mich sehr, dieses Wochenende hier in Braga zu gewinnen. Mit diesem Sieg habe ich hier nicht gerechnet, denn Geoffrey Schatz ist sehr schnell, aber wir hatten ein gutes Auto und eine gute Zeit. Es ist sehr wichtig, die FIA Hill Climb Masters erneut zu gewinnen, da die besten Fahrer hier sind und es eine Freude ist, diese Veranstaltung zu gewinnen. Ich freue mich sehr, sehr über diesen Sieg.“ Reto Meisel (CHE) – Sieger Kategorie 3 #75 Mercedes-Benz SLK 340 (Kategorie 3 / OpTCGT) „Das war genial. Dies Master ist eines der Besten. Nein, es ist das Beste, es ist einfach unglaublich. Dies ist mein drittes Mal hier in Braga, eine kurze Strecke, aber immer noch gut. Einer der Kategorie-1-Mitsubishis fuhr zwei Tausendstel schneller als ich, was etwas nervig ist, aber es ist in Ordnung. Ich bin seit zweieinhalb Jahren nach einem schweren Unfall nicht mehr gefahren und muss jetzt Schritt für Schritt lernen, das Auto zu fahren. Wenn ich dieses Jahr mehr Rennen gehabt hätte, wäre ich ein bisschen schneller gewesen, aber ich bin wirklich glücklich mit diesem Ergebnis.“ Geoffrey Schatz (FRA) – Sieger Kategorie 4 #40 Nova NP01-2 Oreca (Kategorie 4 / OpSC) „Dies war mein erstes Mal hier in Portugal, also habe ich nichts erwartet und wollte einfach mein Bestes geben. Das ist ein toller Track und die Leute sind unglaublich, verrückt und lustig; das Ambiente ist etwas ganz besonderes. Wir mussten sehr hart arbeiten, um ein gutes Setup zu finden […]

Masters: Merli absolut schnellster – Meisels goldene Rückkehr

11. Oktober 2021

So schon kann Bergrennen sein. Auch beim vierten FIA Hill Climb Masters, diesmal in Portugal kam das Schweizer Team zu einer Medaille, diesmal mit Reto Meisel. Die Österreicher fehlten hingegen komplett und die drei Deutschen schlugen sich tapfer. Den grandiosen Dreikampf um den Tagessieg entschied Christian Merli für sich. Wer es nicht miterlebt hat, kann sich die Stimmung fast nicht vorstellen. Laut Schätzungen der Organisatoren kamen rund 80’000 Zuschauer ans Training, am Renntag sollen es gegen 100’000 gewesen sein. Der exzellente Livestreream der FiA verwöhnte auch die Daheimgebliebenen. Normalerweise zahlen die Portugiesen bei einem Bergrennen keinen Eintritt. Doch für die drei verlangten Euro plus ein paar mehr für Tribünenplätze kamen sie beim FIA Hill Climb Masters 2021 in Braga voll auf ihre Rechnung. Dreikampf der Champions: Vor dieser beeindruckenden Kulisse lieferten sich die Italiener Simone Faggioli und Christian Merli mit dem französischen Champion Geoffrey Schatz bei schönstem Spätsommerwetter einen sensationellen Fight um Sekundenbruchteile. Dabei hatte Rekord-Europameister Faggioli für einmal nie die Nase vorn. Auf der 2970 Meter kurzen Version der Rampa da Falperra, wo ansonsten noch gute 2,2 Kilometer länger um Punkte zur Berg-EM gefahren wird, lagen Schatz, Merli und Faggioli nach dem ersten Rennlauf nur um vier Zehntel getrennt. Im zweiten Sprint packte der Südtiroler den Hammer aus und trieb den Osella FA30 Zytek in 1’02,033 den Berg hoch, was einem Schnitt von 172,4 km/h entspricht. Dies bedeutete den Tagessieg, für den nicht wie in der Berg-EM üblich die Additionen der zwei besten Zeiten galten, sondern der schnellste Lauf in drei Versuchen. Faggioli für einmal nur Dritter: Im zweiten Sprint an Faggioli vorbei auf Rang 2 vorgerückt, montierte Schatz (Foto) im Gegensatz zu seinen Gegnern erst im dritten Durchgang neue Reifen. Die Mehrleistung seines Oreca-Turbomotors im Nova Proto-Sportwagen vermochte der Franzose aber nicht so auszuspielen, dass er Merlis Sieg noch verhindern konnte. Dessen Vorsprung betrug am Ende 359 Tausendstel, Faggolis Rückstand auf seinen Landsmann etwas mehr als sechs Zehntel. Simone Faggioli: «Ich hatte im letzten Lauf einen kleinen Fehler drin. Ich denke aber nicht, dass ich Merli abgefangen hätte, wohl aber Schatz.» Christian Merli eroberte so wie vor drei Jahren in Gubbio Gold und Faggioli Silber bei den FIA-Rennsportwagen der Kategorie 2, während Schatz die Kategorie Open für unlimitierte bzw. nicht FIA-homologierte Fahrzeuge für sich entschied. Sein älterer Bruder Nicolas hatte 2014 mit einem Norma-BMW V8 beim ersten FIA Hill Climb Masters in Eschdorf (LUX) den Gesamtsieg errungen. Starke […]

Zehn TV-Kameras für den Masters-Livestream

9. Oktober 2021

Der portugiesische Organisator und die FIA betreiben einen enormen Aufwand, um das FiA Hillclimb Masters der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, während vor Ort Zehntausende bei Spätsommerwetter erwartet werden. Der offizielle Livestream ist jedoch nur am Sonntag (3 Rennläufe), ab 10 Uhr MESZ zu sehen. Dazu kommen das Livetiming, aktualisierte Startlisten, Zeitplan und Informationen unter : https://www.youtube.com/watch?v=SnlsVtoxe40 oder https://hcmasters2021.com/livestream-oficial/ oder https://chronomoto.hu/fiahillclimb/masters.php Foto: Manuel Baptista

Boxengeflüster 07/2021: Wussten Sie schon dass…?

5. Oktober 2021

DASS der Frankfurter Bildjournalist Thomas Dirk Heere hinter zahlreichen, über 40 Jahre alten Quartetten wie „Renn-Tourenwagen“, „Rallye“, „Bergsprinter“ oder „Bergrennen“ steckt. Seine Bilder gehören zu den spektakulärsten und lebendigsten Rennwagen-Fotos in Quartetten überhaupt. Und sie machen wohl den besonderen Reiz dieser mittlerweile hoch gehandelten Ausgaben aus den 1970er und 80er Jahren aus. Als begeisterter Auto- und Rennsportfotograf hat Heere nicht nur die Fotos, sondern auch die technischen Daten geliefert. Wahrscheinlich hat jeder, der die alten Autoquartette noch aus seiner Kindheit kennt und sich immer noch dafür interessiert, schon mal darüber nachgedacht, wo wohl die Fotos und Daten herkamen und wie daraus schließlich ein Quartette der Berliner Spielkarten mit 32 Karten wurden. Info: https://heeretd.myportfolio.com/bergrennen DASS der 18-jährige Breisgauer Benjamin Noll beim Auto-Bergrennen St. Agatha sein erstes Bergrennen bestritt. Der Sohn des neuen DMSB Berg-Cup Champions Alexander Hin steuerte dabei einen Tatuus Formel Renault, das Ersatz- und Mietfahrzeug von Georg Lang, auf einen beachtlichen 5. Platz in der Klasse der 2-Liter Formel-Rennwagen und mit Rang 70 einen Mittelfeldplatz in der Gesamtwertung. DASS der in der Eifel beheimatete Robert Meiers die Grenznähe zu Belgien nutzte um dieses Jahr die wenigen Bergrennen der Belgischen Bergmeisterschaft zu bestreiten. Mit seinem originalen, nur 190 PS starken Formel Renault 2.0 gelang dem KfZ-Meister aus Philippsweiler bei Bitburg Platz 8 in Jahreswertung und somit die Qualifikation für das FiA Hillclimb Masters in Portugal. DASS beim letzten Lauf der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft 2021 in Cividale (Italien) der Veronese Franco Berto kein Glück oder diese doch hatte. An seinem Tatuus FA010 Abarth entfachte sich im oberen Teil der Strecke ein Feuer im Heckbereich. Dabei wurde der schwarz-grüne Bolide doch sehr stark beschädigt. Der Vertreter für Baumaschinen konnte zum Glück unverletzt das Cockpit verlassen. Nach einer exzellenten Zeit im 1. Rennlauf war der Ausfall für den Mann aus Bardolino natürlich umso bitterer, denn er verpasste so am Ende die Österreichische Berg-Meisterschaft bei den Rennwagen knapp hinter dem PRC-Piloten und neuen Meister Alexander Frank und auch der Gesamtsieger des Wochenende Diego Deagsperi huschte mit seinem Osella FA 30 in der Jahresendwertung noch an ihm vorbei. DASS der auch in Deutschland sehr beliebt Schweizer Jung-Start Robin Faustini für das FiA Hillclimb Masters zwar gemeldet hat, aber nicht am Start ist. Der Tagessieger von Oberhallau muss absagen und somit die Chance auf den Gewinn der U-25-Wertung verpassen. Sein Osella FA30 ist noch nicht auf top Niveau. Das Risiko, dass die Technik nicht standfest ist, ist […]

Bergmonster-Parade beim FiA Hillclimb Master – Vorschau Kategorie 1 und 3

2. Oktober 2021

Im Bereich der Tourenwagen und GTs hat es im Vergleich zu den Vorjahren einige Veränderungen in der Einteilung gegeben, was neue Chancen eröffnet. Die Einführung des Performance Faktors spielt hier eine große Rolle. Ähnlich der Klassifizierung der Rennsportfahrzeuge ist die Kategorie 3 den Open Touring Cars und GTs nach nationalen Reglements vorbehalten, was zum Beispiel dem einzigen Deutschen Tourenwagen-Starter Erwin Buck zu Gute kommt. Heiß umkämpft ist sicherlich die Kategorie 1 mit zahlreichen PS-Giganten und Berg-Monstern. KATEGORIE 1: EIN PS-GEWITTER DER BERGMONSTER 65 „geschlossene“ Fahrzeuge, sowohl Tourenwagen als auch GT, treten in der Kategorie 1 an und werden gemäß der neuen Performance-Faktor Werteskala in die Gruppen 1 bis 5 eingeteilt. Dabei handelt es sich um die innovative Klassifizierungsmethode, die bereits in der Kategorie 1 der EBM angewandt wird: Sie besteht darin, Autos anhand physikalisch messbarer Parameter wie Gewicht, Motor, Fahrwerk, Getriebe und aerodynamische Anbauten eine Leistungsbewertung zuzuordnen. Diese Eigenschaften werden in einen Online-Computer (www.fiaperformancefactor.com) eingegeben, der jedem Auto einen „Pf“-Wert zuweist. Dieser Wert wird dann verwendet, um die Fahrzeuge in verschiedene Gruppen in Schritten von 40 Pf-Punkten einzuteilen, wobei die Gruppe 1 die extremsten Boliden (Pf von 1 bis 39) zusammenfasst. Einer der Reize des Bergrennens besteht darin, dass Autos mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen kommen. In Braga wird die Palette sehr breit sein, zwischen einer guten Auswahl an GTs, einer Schaar übermächtiger Mitsubishis und einigen exzentrischen Kreationen, wie den Alfa Romeo 4C Picchio (Foto) des Italieners Alessandro Gabrielli. Die Fans nennen diese Boliden gerne „Bergmonster“. Hier hat sich übrigens auf internationaler Ebene der Deutsche Ausdruck eingebürgert. Mitsubishi Lancer-Modelle waren die Könige der Gruppe N im Rallyesport und für Bergrennen sind diese durch die Hände verschiedener Tuner gegangen, die sie sowohl ästhetisch als auch mechanisch aufgerüstet haben. Der Schweizer Ronnie Bratschi und die Polen Michal Ratajczyk, Daniel Stawiarski, Szymon Lukaszczyk und ‚Dubai‘ (Foto) haben Modelle mit faszinierender Power. Die GT-Autos werden ihren „Adelstitel“ leidenschaftlich verteidigen. Zu sehen sind in Braga unter anderem der Franzose Ronald Garcès (Audi R8 LMS Ultra), der Italiener Luca Gaetani (Ferrari 488 Challenge), der Franzose Nicolas Werver (Porsche 997 GT2), die Spanier Manuel Aviles und Christian Broberg (Ginetta G55) und der Pole Jedrzej Szczesniak (Lamborghini Huracan). KATEGORIE 3: EIN BISSCHEN VON ALLEM – BUCK CHANCHENREICH Zu Recht als Breitensport angesehen, ermöglicht Hillclimb Racing die Ausübung des Motorsports zu geringen Kosten, ist aber gleichzeitig prägend und fordernd in Bezug auf Konzentration und Fahrweise. Für Einsteiger oder für diejenigen, die im […]

Goldene Aussichten auf das FiA Hillclimb Masters – Vorschau Kategorie 2 und 4

30. September 2021

Das „Masters“ macht seinem Namen wieder mal alle Ehre: Quantität und Qualität stehen mit einjähriger Verspätung auf dem Programm der 4. Ausgabe des FIA Hill Climb Masters, das am 9. und 10. Oktober 2021 im portugiesischen Braga ausgetragen wird. Die Zahlen sprechen für sich: 158 eingeschriebene Fahrer aus 19 verschiedenen europäischen Ländern – darunter vier Deutsche, 15 Teams im Nationenpreis, 27 Autos (jeder sechste!) mit V8-Motor und Zehntausende von Zuschauern werden erwartet. Die Ausgabe 2021 des FIA Hill Climb Masters hat sicher für jeden etwas zu bieten! KATEGORIE 2: FAGGIOLI UND MERLI IN EINEM WEITEREN DUELL Simone Faggioli und Christian Merli dominieren seit mehr als einem Jahrzehnt die Europa- und Italienischen Berg-Meisterschaft und sind die großen Favoriten in der Kategorie 2, die den Prototypen und Einsitzern vorbehalten ist, die den FIA-Vorschriften entsprechen. Es gibt jedoch noch viele andere Anwärter auf die Podiumsplätze in Portugal mit den Italienern Domenico Cubeda (Foto) und Diego Degasperi, dem Tschechen Petr Trnka, dem französischen Duo Sébastien Petit und Fabien Bourgeon und dem neuen Deutschen Berg-Cup Meister Alexander Hin als Spitzenreiter. Allen gemeinsam ist die Wahl eines bewährten 3-Liter-V8-Saugmotors. Mit den mehr und mehr aufkommenden (aber eingeschränkten) Turbomotoren fordern der Spanier Joseba Iraola und der italienischen Junior Luigi Fazzino die Arrivierten heraus. Die Kategorie 2 glänzt weiter durch die Vielfalt seiner Autos, mal sind es Einsitzer unterschiedlicher Herkunft (Formel 3000, Formula Nippon, F3, Gloria, Formel Renault), mal sind es leichte und wendige Prototypen mit Motorradmotoren, wie der BRC Suzuki Turbo des spanischen Meisters Javier Villa (Foto), der Silver Car EF10 Suzuki Turbo des Andorrianers Raul Ferre oder der Osella PA21 JrB BMW des Luxemburger Meisters Canio Marchione, des Italieners Samuele Mirko Cassibba und des Spaniers Cesar Rodriguez. Für Deutschland treten hier Georg Lang und Robert Meiers mit ihren Formel Renaults an. KATEGORIE 4: FRANZÖSISCH-BRITISCHES LÄNDERSPIEL Die Kategorie 4 ist Einsitzern und Sportwagen bestimmter nationaler Serien vorbehalten, die nicht für die FIA-Europameisterschaft zugelassen sind. Man könnte quasi die in den USA und am Pikes Peak übliche Bezeichnung „Unlimited“ verwenden. Die Briten haben ein sehr offenes technisches Reglement für ihre speziellen Bergrennen. Ihre Veranstaltungen sind demnach sehr spezifisch, kurz und auf Straßen, die normalerweise in Privatbesitz sind und nicht viel breiter als die Rennfahrzeuge selbst! Nur mit diesen besonderen Bedingungen vertraut, haben die Top-Piloten der Insel aber bei den vergangenen Masters-Veranstaltungen bewiesen, dass sie auch auf dem Kontinent absolut Konkurrenzfähig sind. Seit der Masters-Premiere 2014 in Luxemburg sind […]

EM-Finale im Starkregen abgebrochen – Merli siegt dennoch

21. September 2021

Immerhin sieben Rennen zur Europa-Bergmeisterschaft (EBM) kamen in diesem zweiten Coronajahr 2021 zustande, was allein schon als Erfolg zu bewerten ist. Wie schon so oft in den vergangen Jahren waren die Würfel im Kampf um die beiden Titel bei den Rennsportwagen (Kategorie 2) und den Tourenwagen  (Kategorie 1) bereits nach dem vorletzten Rennen in Slowenien und vor dem Finalwochenende im kroatischen Buzet gefallen. Angesichts der meteorologischen Gegebenheiten vor Ort, war das auch gut so. Antonino Migliuolo aus  dem Norden Italien brauchte in Buzet nicht mehr anzutreten. Er hatte erstmals die EM-Krone mit seinem Mitsubishi Lancer schon vor zwei Wochen in Illirska Bistrica errungen. Nach seinem Ausfall zu Saisonbeginn in Spanien hatte auch Simone Faggioli auf Grund der Streichresultatsregelung keine Chance mehr seinen italienischen Landsmann Christian Merli den Titel streitig zu machen. Das dreitägige Programm zum 40. Jubiläum des ältesten kroatischen Automobilevents am Berg, war geprägt von wechselhaftem Wetter, von Regen am ersten Tag, trockenem, sonnigem und schwülem Trainingstag bis hin zu extremen Starkregen am Sonntag, dem Tag der Entscheidungen. Der erste Rennlauf brachte zwar leichten Regen aber einigermaßen regulären Bedingungen. In Mitten des zweiten Laufs, nach einer fast zweistündigen Unterbrechung kam dann die Entscheidung der Internationalen Sportkommission, das Rennen abzubrechen. Somit der erster Lauf entscheidend war. Dies geschah zum ersten Mal in der Geschichte des „Buzetski dani-Rennens“ in den vier Jahrzehnten dieser Veranstaltung. Ein betrübliches Ende des Jubiläums mit nicht weniger als 240 Startern aus 13 Ländern. Da auch am Morgen beim beginnenden historischen Feld noch bessere Bedingungen herrschten, spülte es den Italiener Piero Lottini im 31 Jahre jungen Osella PA 9/90 (Bild Mitte) in der Tageswertung auf den dritten Gesamtrang nach vorne. Italiens Ass Christian Merli wurde hingegen Gesamtsieger, dank des besten ersten, aber auch einzigen Laufs auf abtrocknender Strecke, mit seinem Osella FA30 Zytec LRM, in einer Zeit von 2: 27.312 Minuten und einem Durchschnitt von 122.214 km/h. Dessen größter Rivale,  sein Landmann Simone Faggioli, war im Norma M20 FC Bardahl um 6.403 Sekunden langsamer. Dritter in der europäischen Kategorie II wurde der Franzose Sebastien Petit (Nova NP01-2) mit einem Rückstand von 8,454 Sekunden, deutlich vor den beiden Osella FA 30-Piloten Milos Benes (CZ) und Diego Degasperi aus Italien. Den Wettbewerb der Kategorie I, Tourenwagen im Performance Faktor, gewann der Pole Szymon Lukaszczyk im „Monster“ Mitsubishi Lancer (Foto oben) mit einer Zeit von 2:43,975 Minuten, was ihm für den sechsten Gesamtplatz reichte. Direkt hinter ihm schrieb sich der […]

Erste Vorschau zum FiA Hillclimb Masters in Portugal

17. September 2021

Von 2020 auf 2021 verschoben, findet vom 7. bis 10. Oktober die vierte Ausgabe der FIA Hill Climb Masters statt, bei der sich die Elite der Bergpiloten aus ganz Europa in der portugiesischen Stadt Braga trifft. Nach Luxemburg, Tschechien und Italien führt das im zweijährigen Rhythmus ausgetragene FIA Hill Climb Masters diesmal in den äußersten Westen des europäischen Kontinents – nach Portugal. Unter der Flagge Deutschlands, aber nach dem leidigen DMSB-Beschluss ohne eigene Delegation und Mannschaft für den Nations Cup, haben nach bisherigen Informationen Alexander Hin (Osella PA 30), Georg Lang (Tatuus Formel Renault Evo), Erwin Buck (VW Spiess Scirocco 16v) und Robert Meiers (Tatuus Formel Renault) gemeldet. Ursprünglich im Vorjahr geplant, aber aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben, findet der anspruchsvolle Wettbewerb in diesem Jahr mit Qualifikationsrunden in ganz Europa statt, die es den Top-Fahrern vieler nationaler und internationaler Meisterschaften ermöglichen, an den FIA Hill Climb Masters teilzunehmen. Das Grundprinzip der FIA Hill Climb Masters ist es, eine Veranstaltung mit den besten Fahrern der vergangenen Saison zu organisieren. Die sich qualifizierenden Fahrer kommen aus der FIA Berg-Europameisterschaft und dem FIA International Hill Climb Cup (Top 12) sowie aus den nationalen bzw. Zonenmeisterschaften (Top 5 insgesamt, Top 3 der Gruppenunterwertungen). Die Qualität der 150 Pilotinnen und Piloten umfassenden Teilnehmerliste verspricht ein sehr hohes Niveau, da sich die Elite des Bergrennsports zu einem außergewöhnlichen Event versammelt. Die FIA ​​Hill Climb Masters bieten eine einzigartige Gelegenheit, um an der Spitze eine Konfrontation zwischen Fahrern verschiedener Nationen und Autos unterschiedlicher Bauart zu ermöglichen. Die Strecke des FIA Masters 2021 folgt den ersten 2,97 Kilometern der berühmten „Rampa da Falperra“, die seit 1978 in der Berg-Europameisterschaft verankert ist. Die Straße vom Stadtrand von Braga nach Falperra ist bekanntlich schnell. Für die Veranstaltung im Oktober wird der Servicepark der Teams ganz oben im Zielauslauf, auf der Esplanade der Wallfahrtskirche „Sameiro“ aus dem 19. Jahrhundert verlegt. Das Programm 2021 wird sich deutlich von dem der früheren Ausgaben unterscheiden. Die Abnahme beginnt bereits am Nachmittag des Donnerstag, 7. Oktober. Der Freitag, 8. Oktober, steht ganz im Zeichen der Fahrer- und Nationenparade im Stadtzentrum von Braga sowie der Fortsetzung der technischen Kontrollen. Am Samstag, 9. Oktober, steht das Training mit drei Läufen auf dem Programm. Am Sonntag, 10. Oktober wird es ernst mit drei Rennläufen und der Vergabe von Gold-, Silber- und Bronzemedaillen für die Besten in den vier Kategorien und im Nationenpreis. Weitere Informationen auf den folgenden Websites: FIA: […]

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