Europas Topfahrer fasziniert vom Glasbachrennen

11. Juni 2018

Herrlicher Sonnenschein und sommerliche Temperaturen begleiteten das diesjährige 23. Internationale ADAC Glasbachrennen auf Deutschlands längster und Europas modernster Bergrennstrecke mitten im Thüringer Wald bei Bad Liebenstein. Mit einer spektakulären Zeit von 1:58:395 min unterbot der Italiener Christian Merli seinen eigenen Streckenrekord vom Vorjahr um einen Wimpernschlag und erreichte dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 245 km/h auf der mit 35 Kurven bestückten und 5,5 km langen Naturrennstrecke zwischen Bad Liebenstein und dem Rennsteig. Über 12.000 Fans begleiteten den einzigen Europabergmeisterschaftslauf in Deutschland über das gesamte Wochenende. Bei zunächst unsicheren Wetterprognosen für das Rennwochenende mussten sich die 151 Fahrer aus 12 Nationen auf ein Wetterlotteriespiel einstellen, so schlimm kam es aber nicht. Nur ein kleiner Schauer im Verlauf des zweiten Durchgangs erwischte das Renngelände. Danke der Wertung zwei aus drei, hatte die Nässe kaum Folgen und am Ende ging Christian Merli mit einer unglaublichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 167 km/h als Sieger hervor. Es war ein sehr spannendes Wochenende für den Italiener, denn seine Konkurrenten Sebastien Petit (FRA) und Christoph Lampert (AUT) waren ihm dicht auf den Fersen. Am Ende siegte Christian Merli mit einem Vorsprung von 7,288 sec in der Gesamtwertung vor seinen Konkurrenten. Bei den Meisterschaftsläufen zur Deutschen Bergmeisterschaft setzte sich Thomas Conrad gegen die internationale Konkurrenz durch. Erstmals waren auch 15 Fahrer aus Luxemburg zum Glasbachrennen am Start. Guy Demuth konnte mit einer Zeit von 2:06.949 min nicht nur gegen seinen Luxemburger Konkurrenten durchsetzen, sondern erlangte auch im Gesamtklassement einen hervorragenden 4.Platz. Rund 360 Helfer in der Organisation sorgten über das gesamte Wochenende bei Fahrern, Zuschauern und Medien für ein rundum gelungenes Wohlfühlwochenende. Die große Gastfreundschaft im Örtchen Steinbach ist wohl auch einer Schlüssel zum Erfolg diese Events. Die große Akzeptanz der Rennveranstaltung in und um Steinbach, lässt sich gut an der Anzahl der mit Stolz getragenen „Glasbach-T-Shirts“ fest machen. Bei den gemütlichen Rennparty-Abenden auf dem kleinen Steinbacher Markplatz war man steht’s von T-Shirtträgerinnen und Trägern mit dem Glasbachlogo umringt. So manche Neuigkeiten und Verbesserungen auf dem Veranstaltungsareal wären noch Erwähnenswert, doch kommen wir nun zum sportlichen Report. Das Christian Merli mit seinem Osella FA 30 Zytek LMR als einziger die 2-Minuten-Schallmauer knacken und kein weiterer Fahrer den Südtiroler ernsthalft gefährden kann, war spätestens nach dem Training klar. Die schwierigen 5,5 Kilometer auf den Sattel des Rennsteig ließen sich in allen Klassen und Gruppen die Zeitabstände deutlicher herausbilden als sonst wo. In der Gesamtwertung entbrannte so ein Kampf um Rang zwei, […]

Volles Haus am Glasbach – 151 Teams aus 12 Nationen

3. Juni 2018

Am kommenden zweiten Juni-Wochenende findet vom 08.-10.06.2018 das 23. Internationale ADAC Glasbachrennen in Bad Liebenstein in Thüringen statt. Mit 151 internationalen Teams aus 12 Nationen wird Motorsport der Extraklasse geboten. Beim Kampf um die tausendstel-Sekunde auf der mit 5,5 km längsten Bergrennstrecke Deutschlands geht es nicht nur um einen neuen Streckenrekord sondern auch um wichtige Punkte in der Europa-Bergmeisterschaft, der Deutschen- und Luxemburger Bergmeisterschaft sowie im KW Berg-Cup. Das Internationale ADAC Glasbachrennen ist der einzige Lauf in Deutschland, welches das höchste Prädikat im Bergrennsport, ausgegeben vom Weltmotorsportverband FIA, hat. Bereits im letzten Jahr wurde der Streckenrekord verbessert und liegt auf der mit 34 Kurven bestückten Naturbergrennstrecke aktuell bei 1:58:440 min. Dies bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 167 km/h (bei stehendem Start) und Spitzengeschwindigkeiten bis zu 245 km/h auf der kurvenreichen Bergrennstrecke zwischen dem Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach und dem Rennsteig. Die Bergrennstrecke ist die modernste und sicherste Europa` s, da sie in nur wenigen Tagen ähnlich einer „permanenten“ Rennstrecke umgebaut wird. Wie hart der Kampf an der Spitze ist, zeigen die Zeitabstände der Bestplatzierten im letzten Jahr. Dieser lag im Tausendstel- Sekundenbereich. In diesem Jahr sind in dem internationalen Starterfeld viele der aktuellen Bergrenngrößen vertreten. Neben dem Vorjahressieger und Streckenrekordhalter bei den offenen Sportwagen der Gruppe E2-SS, Christian Merli  (ITA) haben auch starke Konkurrenten, wie der spanische Bergmeister Javier Villa auf seinem superschnellen BRC BR 53 sowie der ehemalige luxemburgische Bergmeister Guy Demuth im brandneuen Norma M20 FC Zytek (Foto Mitte) und der aktuelle französische Berg-Champion Sebastien Petit in seinem Norma M 20 FC Mugen genannt. Mehr als nur Außenseiterchancen besitzen zudem der letztjähre Viert platziere an gleicher Stelle, der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik, der ebenfalls einen Norma M20 FC Mugen pilotiert. Nach seinem ausgezeichneten fünften Gesamtrang im Vorjahr, brennt der Belgier Jelle de Coninck im turbobefeuerten Norma-Sportwagen, bei seinem zweiten Start am Glasbach, mit besserer Streckenkenntnis im Gepäck auf mehr. Noch in der Testphase befinden sich Cyrille Frantz aus Frankreich im Osella PA 30 Cosworth und bei seiner Deutschlandpremier mit dem PRC S4 mit ehemaligem V6-Opel-Werkstriebwerk aus ITC-Serie, Alexander Hin. Simone Faggioli hingegen, werden die fachkundigen Fans aber vergeblich auf der offiziellen Starterliste suchen. Der EM-Titelverteidiger hatte in der ersten Halbsaison bereits zwei Niederlagen in seiner Gruppe E2-SC einstrecken müssen und wird wohl dieses Jahr seinen Titel nicht verteidigen können. Außerdem konzentriert sich Faggioli auf seinen ersten Anlauf beim legendären Pikes Peak Bergrennen in den USA, das am 24. Juni stattfindet. […]

Viva Italia – Gubbio Austragunsort des Hillclimb Masters 2018

1. Juni 2018

Nun ist endlich alles in trockenen Tüchern und mit einem halben Jahr Verspätung wurden jetzt Ross und Reiter, sprich Veranstalter, Austragungsort und Datum für das dritte FiA Hillclimb Masters genannt. Dank der Zusammenarbeit zwischen den italienischen Organisatoren der Trofeo Fagioli im mittelitalienischen Gubbio, der FIA-Bergkommission ​​und der italienischen Motorsport-Organisation ACI Sport, wird das derzeit größte internationale Ereignis im Bergrennsport, zum ersten Mal in Umbrien statt finden. Hingegen der ursprünglichen Termingebung der FiA, findet das dritte Masters der Geschichte, jetzt eine Woche später vom 12. bis 14. Oktober 2018 statt. Das Bergrennen von Gubbio, rund 40 km nördlich der Stadt Perugia gilt im Kalender der Italienischen Bergmeisterschaft wegen seiner nahen Altstadt als das „Monte Carlo der Bergrennen“. Vom 17. bis 19. August ist man an gleicher Stelle auch Gastgeber der 53° Trofeo Luigi Fagioli, achter Lauf der italienischen Meisterschaft (CIVM). Die Strecke für das FiA Hillclimb Masters im Oktober wird jedoch um 840 Meter verkürzt und misst nur 3,31 km. Der Start erfolgt dann außerhalb der umbrischen Stadtmauern. Die Strecke führt durch die geologisch bekannte Schlucht Bottaccione zum Ziel in Madonna della Cima. Weiter Infos: Strecke auf Google Maps www.trofeofagioli.it

Boxengeflüster 05/2018: Wussten Sie schon dass…?

27. Mai 2018

DASS das letzte April-Wochenende beim Bergpreis Schottenring für das Flik-Familienteam erst im positiven, dann leider auch im negativen ein besonderes Rennwochenende war. Erstmals stellte sich das Team aus Papa Thomas und Tochter Bea Flik mit einer einheitlichen Fahrzeugfarbgebung an beiden Renntourenwagen in den Stammfarben Schwarz-Orange dem Starter. Den Aufzeichnungen des Teams aus dem nördlichen Schwarzwald nach, fuhr Thomas Flik in Hessen sein genau 300. Bergrennen seiner Karriere, denn seit Mitte der 1980er Jahre ließen die Fliks kaum ein Bergrennen in Deutschland aus. Doch einheitliche Outfit von Renault Clio und Megane sollte lediglich den Trainingstag überstehen. Am Renntag verunfallte Bea im Megane an der gleichen Stelle wo Thomas vor ein paar Jahren seinen ersten Clio zerstört hatte, mit dem gleichen Resultat – Totalschaden. Eine Woche später in Eschdorf sah man Bea noch mit Halskrause im Fahrerlager. Aktuell muss die Bankangestellte noch einige Termine bei den Physiotherapeuten absolvieren und ist danach wieder fit. Vom Renault Megane ist so gut wie nichts mehr zu gebrauchen und Bea wird in der restlichen Saison erst einmal pausieren. Ende September, nach dem letzten Rennen von Thomas Flik, will man sich entscheiden wie es weiter geht. DASS Norbert Heisterkamp in diesem Jahr sein 10-Jähriges am „Uphöfener Berg“ feiern darf. Er gehört längst zum festen Inventar des Int. Osnabrücker Bergrennens und seine Beliebtheit bei den zahlreichen Fans ist von Jahr zu Jahr weiter gestiegen: Der Schauspieler, Comedian und ehemalige Stuntman, bekannt aus vielen TV- und Kinoproduktionen Norbert Heisterkamp feiert in diesem Jahr seinen 10. Auftritt am Berg. Mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen war er in den vergangenen Jahren dabei. Seit dem vergangenen Jahr ist er für das Haus Beresa mit einem AMG Mercedes Benz GT unterwegs. Einige Fans werden wieder das besondere Vergnügen haben, mit dem sehr sympathischen Fernsehstar eine Taxifahrt auf dem Beifahrersitz auf der Rennstrecke am 4./5. August im Rahmen des 51. Int. Osnabrücker Bergrennens erleben zu dürfen. Für einen guten Zweck werden ein paar Mitfahrten vor Ort am Pressestand vergeben und jeder der bisher in den Genuss einer Mitfahrt mit Norbert kommen konnte, wollte vor Begeisterung gar nicht mehr aussteigen. Für alle großen und kleinen Fans wird Norbert wieder für Foto- und Autogrammwünsche gerne zur Verfügung stehen und für beste Stimmung im Fahrerlager sorgen. DASS der DMSB auf seiner Webseite und in der App sein Angebot zum Saisonstart erweiterte und in den News nun aktuell Renn- und Zwischenberichte von allen Motorsportarten aus dem DMSB-Bereich den Usern, gleich […]

Faggioli mit hauchdünnem Sieg in Portugal

14. Mai 2018

Die ersten Station der Tour über die iberische Halbinsel führte den harten Kern der EBM-Fahrer zur Rampa da Falperra in den Norden Portugals. Auf Einladung eines begrennverrückten portugiesischen Unternehmers nahm auch der Schweizer Reto Meisel die „kleine Weltreise“ auf sich und wird dann auf dem Rückweg, am kommenden Wochenende, im Baskenland beim spanischen EM-Lauf von Al Fito antreten. In Portugal angekommen, wurde der Mercedes SLK 340 Judd V8 gleich in den Farben des einheimischen Gönners aufwendig und komplett foliert und erstrahlte danach in ungewohnter Art und Weise. „Leider endete unser erstes Rennen auf der iberischen Halbinsel mit einer Enttäuschung“, resümierte Meisel. „Erhofft hatten wir sommerliche Wetterverhältnisse, wurden dann aber durch den Atlantikeinfluss regelrecht unterkühlt und teilweise durchnässt. Vor unserem ersten Rennlauf am Sonntag wechselten wir viermal die Räder, weil es immer wieder kurz regnete. Auf nicht komplett abgetrockneter Strecke gelang uns dann doch nach rund 30 Minuten Wartezeit an der Startlinie (Unterbruch auf Grund Unfalls von Renzo Napione) mit Sliks ein einigermaßen akzeptabler Lauf. Das Wetter meinte es dann doch noch gut und es trocknete ab 16 Uhr ab. Doch leider machte uns ein weiteres Mal die Defekthexe einen Strich durch die Rechnung. Dieser verflixte Anlasser aus England gab kurz vor der Startlinie zum gefühlt zehnten Mal den Geist auf. Die logische Schlussfolge ist, dass wir nun endgültig alles umbauen werden und auf einen bewährten Anlasser von Bosch zurückgreifen. Trotzdem hoffen wir, dass wenigsten der Ersatzanlasser das Rennen am kommenden Wochenende in Fito überlebt. Um den Gesamtsieg rauften wie gewohnt Simone Faggioli im Norma und Osella-Waffe Christian Merli. Beide fuhren je einmal Laufbestzeit und Merli sogar neuen Streckenrekord in 1:47,890 min und einem Schnitt von 173,51 km/h. Nach der finalen Zieldurchfahrt siegte dennoch zum insgesamt sechsten Mal Faggioli hauchdünn vor Merli. Faggioli ist unterdessen noch immer im 2017ner Modell des Norma M20 FC unterwegs. Das weiter verfeinerte Modell 2018 soll dann erstmals Anfang Juni in Ecce Homo (Tschechien) zum Einsatz kommen. Eschdorf-Sieger Sebastien Petit punktete auf Gesamtrang drei erneut erfolgreich in der EM-Wertung. Nach seiner gelungenen Premiere mit seinem flammneuen Norma M20 FC Judd V8 von Eschdorf, machte sich der Luxemburg ex-Champion Guy Demuth ebenfalls auf die über 1900 km lange Anfahrt ins Umland von Braga. Demuth kam erneut bestens mit dem noch ungewohnten Boliden zurecht und lande am Ende auf Platz vier, noch vor dem spanischen ex-Europameister der 80er und 90er Jahre Andres Vilarino, gleichfalls auf Norma V8, der […]

Ronnie Bratschi kehrt mit neuem Mitsubishi zurück

26. April 2018

Darauf haben Fans von Bergrennen lange gewartet. Knapp zehn Monate nach dem Unfall in Hemberg kehrt der Schweizer Ronnie Bratschi mit einem neuen Mitsubishi Evo RS in dies Szene zurück. Das erste Testrennen ist an diesem Sonntag in Abdreschviller (Frankreich), unweit der Grenze zu Deutschland. Alles ging sehr schnell am 10. Juni 2017 beim Schweizer Meisterschaftslauf in Hemberg: Kurz nach dem Start zu seinem ersten Trainingslauf brach der Kardan am Mitsubishi Evo VIII. Ronnie Bratschi war nur noch Passagier und prallte heftig in einen zur Streckensicherung abgelegten Baumstamm. Diesen traf er so unglücklich am unteren Ende dass der Wagen dabei irreparabel beschädigt wurde. Zum Glück blieb Bratschi beim seitlichen Aufprall bis auf ein paar Prellungen unverletzt. Die Saison 2017 war für den Urner somit gelaufen, bevor sie richtig begonnen hatte. Motor, Getriebe und Differenzial waren noch zu gebrauchen, sodass sich der 31-jährige Urner bald an den Wiederaufbau eines komplett neuen und in allen Details optimierten Wagens machte. Als gelernter Polymechaniker verrichtete der Sieger des FIA Hill Climb Cups von 2015 und 2016 die meiste Arbeit selbst. Ronnie Bratschi: „So ein Auto kann man nicht mehr kaufen. Ich liess viele Ideen einfliessen und ging dabei an die Grenzen des Gruppe-E1-Reglements, ohne diese zu überschreiten. Gewisse Dinge habe ich verstärkt, andere erleichtert. Die Basis hatte ja funktioniert, daher sind es keine Riesensprünge. Es ist einfach alles etwas besser als bisher.“ Tiefer Schwerpunkt, sichere und steife Rallyezelle: Beim Chassis legte Bratschi Wert auf einen möglichst tiefen Schwerpunkt. Weil sich die Rallyezelle von OMP beim Unfall bewährte und diese günstig zu kaufen ist, baute er wieder eine solche ein. Alles, was der Sicherheit und der Steifigkeit dient, hat der Selfmademan verstärkt. Aerodynamische Details hat Bratschi ebenfalls selbst entworfen und mithilfe eines Karossiers auch gleich die Formen dazu hergestellt. So ist stets rascher Ersatz vorhanden. In Zusammenarbeit mit KW hat der Schweizer Slalom-Meister und Vize-Bergmeister von 2013 auch das Fahrwerk modifiziert, das beim Unfall ohnehin beschädigt worden war. Das Gewicht dürfte wie bisher um die 1080 kg betragen. Den genauen Wert wird der erste Gang auf die Waage ergeben. Motor mit mehr als 700 PS: Unter der Fronthaube steckt weiterhin der von Egmo (Eggenberger Motorsport) in Lyss optimierte 2,1-Liter-Turbomotor. Über dessen Leistung äußerst sich Bratschi etwas kryptisch. Ronnie Bratschi: „Bei der PS-Zahl steht vorne eine Sieben… Drehmoment hätte ich satt, aber wir nehmen wegen der Standfestigkeit etwas raus. Die volle Leistung rufe ich nur ab, wenn […]

Merli führt nach Rechberg erstmals die EM an

23. April 2018

Die diesjährige Saison in der Berg-Europameisterschaft verspricht hochinteressant und spannend zu werden – dass mit Sicherheit mehr als in den Vorjahren. So lautet die Erkenntnis nach dem zweiten von zwölf Rennen der EBM vom vergangenen Wochenende am österreichischen Rechberg. Das traumhafte Frühlingswetter lockte die Fans in großen Schaaren ins steirische Almenland. Und auf den Wiesen und Almen entlang der rund 5 km langen klassischen Bergrennstrecke verlebten die Zuschauer einen herrlichen Renntag. Nur wenigen Unverbesserlichen stiegen die Unvernunft und der Alkohol zu Kopf, die dann von der Polizei aus den Sperrzonen entlang der Rechberg-Bundesstraße geholt werden mussten. Diese war im Vorfeld, von Posten 3 bis Posten 16 neu asphaltiert worden. Dass noch ein recht frischer Belag zuweilen rutschig sein kann, mussten einige Piloten am eigenen Leib erfahren, darunter auch der Tscheche Dan Michel (Lotus Elise) und der Schwarzwälder Alexander Hin. Beiden drehte es bei Highspeed den „Hintern weg“ und sie krachten in die Betonelemente. „Leider kein Glück am Rechberg für uns“, resümierte Hins Team-Chef und Konstrukteur Emanuel Pedrazza. „Alex verlor unseren PRC S4 ITC beim anbremsen der Puntigammer Kurve mit über 225 km/h. Obwohl das Fahrzeug eine 14 Jahre alte Konstruktion ist hat der PRC S4 mit Alex Hin zuvor gezeigt, dass wir mit Ausnahme von Merli und Faggioli mithalten können. Wir werden reparieren und schnellstmöglich zur nächsten Attacke blasen“. Die bereits angesprochenen „Italo-Stars“ Christian Merli im Werks-Osella FA 30 und Simone Faggioli im Werks Norma M20 FC bestimmten die beiden Rennläufe am Sonntag in gewohnter Art und Weise. Wie schon ein Wochenende zuvor am französischen Col St. Pierre musste Faggioli seinen Landsmann überraschender Weise ziehen lassen. Vor Wochenfrist gab ein seltener Fahrfehler den Ausschlag zu Gunsten Merlis. Diesmal war es aber unverkennbar Merlis blendende Form, die schlussendlich zum deutlichen und dritten Rechberg-Gesamtsieg in Folge des Südtirolers führte. Ganze 6,5 Sekunden Poster sprechen eine deutliche Sprache. Nach dem ebenfalls überraschenden Tagessieg am Col St. Pierre des französischen Meisters Sebastien Petit im Norma M20 FC, war man auch am Rechberg auf dessen Abschneiden gespannt. Das Team Petit Autosport plant insgesamt an acht Läufen der aktuellen Berg EM teilzunehmen und kann so zum Kreis der Titelanwärter gezählt werden, zumal Faggioli wegen seines Starts am Pikes Peak in den USA mindestens einen EM-Laufen auslassen muss und sich somit keine weiteren Patzer mehr leisten kann. Christian Merli muss am 22. Mai nochmals in Slowenien vor Gericht erscheinen, wo weiter die Geschehnisse um den letztjährigen EM-Lauf […]

Boxengeflüster 04/2018: Wussten Sie schon dass…?

8. April 2018

DASS der neunt platzierte des letztjährigen DMSB Berg-Cup für Tourenwagen Patrick Orth, nach seinem Rallyejahr im Opel Adam Cup 2015, am vergangenen Ostersamstag bei der ADAC Osterrallye Zerf „rückfällig“ geworden ist. Im von Dr. Sascha Berstein zur Verfügung gestellten BMW 323i E36 gelang dem 28jährigen jungen Mann aus Bergweiler bei Wittlich zusammen mit Co Otmar Hoff ein vierter Platz in der Gruppe F über 2000 ccm (2WD) und Rang 34 in der Gesamtwertung von 84 gestarteten Teams. Da der neue 2 Liter Gerent-Motor für seinen weiß-blauen „Berg-BMW E30“ noch auf sich warten lässt, hofft Patrick spätestens bis zu seinem Heimspiel in Wolsfeld an Pfingsten parat zu sein. Bis dahin sind weitere Rallyeeinsätze in Zusammenarbeit mit der bekannten „Sonnenthaler Quertreibertruppe“ geplant. DASS der Ende Februar im Alter von 62 Jahren überraschend verstorbene „Mister Superbike“ Peter Rubatto in den frühen 1980er Jahren auch einige Bergrennen fuhr, dass nicht etwa auf einem Motorrad, sondern in einem Formel Ford. Das vor allem bei Bergrennen im Süddeutschen Raum. DASS der Porsche-Werksfahrer und Eigner des Team 75 Motorsport Timo Bernhard vor kurzem eine teameigene Werbeagentur, namens „Team Bernhard Design“ gründete. Mit diesem neuen Geschäftszweig unterstützen Timo und sein Vater Rüdiger Bernhard zukünftig auch ihren Heimatverein Homburger Automobilclub. Schicke neue Plakate, Flyer, Werbebanner und auch die Umsetzung der neuen Aufkleber „Freie Durchfahrt“, für das 45. Homburger ADAC Bergrennen Anfang Juli,  gehen auf das Konto des Westricher Teams, das sich in 2018 hautsächlich auf die Läufe im ADAC GT Masters und das 24h Rennen auf dem Nürburgring konzentriert. DASS es nach den personellen Umbesetzungen an der Spitze des Organisationsteams beim Homburger Bergrennen, nun Stück für Stück neue Ideen und Verbesserungen in den Veranstaltungsablauf des saarpfälzischen Traditionsrennens einziehen. Zum einen wird es eine Veränderung im Bereich der Bewirtung des Festzeltes im Fahrerlager geben. Nach 16 Jahren, in der sich das „Zeltteam“ um Ralf und Ingrid Sigwart einen ausgezeichneten Namen in der Bergrennszene  machten, trat das Homburger Ehepaar zurück. Gespräche über eine Neuausrichtung des Festzeltbetriebs laufen aktuell. Eine Verbesserung der Sicherheit wird es zudem im Startbereich geben. Die Rennleitung wird zukünftig den Zuschauerbereich rechts, gleich nach der Startline auf einer Länge von ca. 30 Metern mit Betonelementen schützen, sodass in Folge eines technischen Defekts an einem Rennfahrzeug keine Zuschauer gefährdet sind. DASS am Dienstag nach Ostern der erste Verhandlungstag vor einem Gericht in Ilirska Bistrica in der Sache der vermeintlichen Tätlichkeit von Vize-Europameister Christian Merli gegen den Rennleiter des slowenischen […]

FIA erwägt revolutionär neue Fahrzeugeinteilung in Performance-Klassen

1. April 2018

Eine ambitionierte Reform der zahllosen Klassen- und Gruppeneinteilungen der Rennfahrzeuge bei nationalen und internationalen Bergrennen auf Basis des „Performance Factor Konzepts“ wird in der Saison 2018 von der FIA erprobt. In aller Bescheidenheit ist der Bergrennsport eine von wenigen Motorsportarten, die sich noch rühmen kann, zu den Menschen vor Ort zu kommen und offen zugänglich zu sein. Das durchschnittliche Niveau der Teilnehmerzahlen am Berg ist hoch. Ungewöhnlich ist es nicht, dass mehr als 150 Teilnehmer, oder sogar an die 200 Autos, an die Startlinie der gleichen Veranstaltung rollen. Die Magie dieser traditionellen Disziplin verzaubert weiterhin. Für die Fahrerinnen und Fahrer ist die Herausforderung zwar meist kurz, aber dafür intensiv und anspruchsvoll, und für das Publikum ist das hautnahe Spektakel einzigartig, aber auch die Vielfalt der konkurrierenden Autos ist ansprechend. Im Bergrennsport ist daher eine Standardisierung und Einteilung  von Rennfahrzeugen nicht so einfach, wie in vielen anderen Disziplinen. Das heißt, die Stärke dieser Motorsportspielart kann manchmal auch eine Schwäche sein. Die Vielfalt der Autos, die bei Bergrennen antreten, machen die Regularien für alle Beteiligten, ob Fahrer, Organisatoren, Sport- und Technikkommissare, Medien oder Zuschauer, sehr komplex. Gerade für letztere ist es schwierig da den Durchblick zu behalten. Zum einen leiden Bergrennserien und Meisterschaften, die ausschließlich auf den FIA-Homologationsgruppen N, A, R, GT usw. basieren, wie beispielweise die FIA​​-Europameisterschaft, unter einem großen Mangel an zugelassenen Fahrzeugen, weil die Hersteller derzeit nur selten ihre Modelle in den FIA-Gruppen homologieren lassen. Auf der anderen Seite hat die große Offenheit und die zahlreichen nationalen Reglements der jeweiligen ASN immer ein großes Fahrerfeld garantiert. Aus diesem Grund kombinieren viele Veranstalter mehrere Wettbewerbe – zum Beispiel sind alle Veranstaltungen der Europameisterschaft mit einer oder mehreren nationalen oder regionalen Meisterschaften verbunden – und jeder dieser Wettbewerbe hat seine eigenen Ergebnisse. Das ein und dasselbe Auto kann sich in verschiedenen Kategorien und Klassen einer Meisterschaft wieder finden. Eine Reform ist überfällig! Um dieser Situation zu begegnen, hat die FIA ​​Bergrenn Kommission mit Unterstützung der technischen Abteilung eine eingehende Überprüfung vorgenommen, deren Hauptziel die Entwicklung von Regeln ist, die so umfassend und praktisch wie möglich sind. So entstand das Projekt „Performance Factor“ – kurz „Pf“.  Die Schaffung eines gemeinsamen technischen Rahmens, der die Einbeziehung einer maximalen Anzahl von Fahrzeugen ermöglicht, ist das Ziel. Mit Ausnahme von Hybrid- und Elektroautos sind alle Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor von weniger als 6.500 ccm Hubraum zulässig, sofern sie den Mindestsicherheitsstandards gemäß dem aktuellen FIA-Anhang J entsprechen. Dies ist der Fall, wenn die Fahrzeuge homologiert […]

60 Jahre MC Heilbad Heiligenstadt

28. März 2018

In diesem Jahr häufen sich die runden Jubiläen der Veranstaltervereine der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Der MSC Rhön, als Ausrichter des Hauenstein-Bergrennens kann in diesem Jahr genauso seinen 50. Geburtstag feiern, wie der Homburger Automobilclub als Veranstalter des Homburger Bergrennens. Ganze 60 Jahre jung wird in diesen Tagen der MC Heilbad Heiligenstadt. Der Veranstalter des Ibergrennens kann auf eine bewegte Geschichte zurück blicken. Am vergangenen zweiten Samstagabend im März öffneten sich die Türen des Eichsfelder Kulturhaus zu einem Festakt mit zahlreichen geladenen Gästen. In diesem festlichen Rahmen gab es mehr zu feiern, als den 60. Geburtstag des Motorsportclubs Heilbad Heiligenstadt im ADAC, denn im Eichsfeld wird bereits seit 1923 Motorsport betrieben. „Damals“, erläuterte  Hermann Ludolph, war das Automobil noch jung. Auch Motorräder gaben es noch nicht lange, gaben es bereits die ersten Fans der knatternden Zweiräder in der Stadt, die gemeinsam nach Höherem strebten. „Das Ergebnis ihrer Arbeit war die Ausrichtung von insgesamt vier Bergrennen, die in den Jahren 1925 bis 1929 stattfanden und ausschließlich den Motorrädern vorbehalten waren“, berichtete der Vorsitzende des MC aus den Analen. Doch das Bergrennen schlief wieder ein, als die Rezession kam. Noch heute tauchen vereinzelt alte Programmhefte der Veranstaltungen, quasi als Zeitzeugen auf. Die werden im Club wie ein Schatz gehütet. Darauf folgten die NS-Zeit und der Wiederaufbau nach dem Kriege. „Das waren schwere Zeiten und an Rennsport war da nicht mehr zu denken.“ Doch bereits Ende der 1940er-Jahre keimte leise ein neues zartes Pflänzchen. Wieder war es eine Hand voll Motorradfahrer. Willi Degenhardt, Karl Weber, Klaus Kanngießer, Hans Althoff und Josef König waren bald bei den ersten großen Rennen erfolgreich, die damals in der sowjetischen Besatzungszone gefahren wurden. „Eigentlich waren es Aloys König und Werner Poppe, die als treibende Kräfte hinter dem organisierten Motorsport standen“, blickt Hermann Ludolph voller Respekt auf die Gründungsväter zurück, die die Sektion Motorrennsport ins Leben riefen. In den Abendstunden des 28. März 1958, als genau heute von 60 Jahren, geschah es im Saal des Hotels „Eichsfelder Hof“ in der Heiligenstädter Wilhelmstraße, dass die Sektion Motorrennsport dem ADMV, also dem Allgemeinen Deutschen Motorsportverband, beitrat und damit den „Motorsportclub Heiligenstadt im ADMV der DDR“ aus der Taufe hob. Erster Vorsitzende wurde – man musste sich den politischen Gepflogenheiten beugen, denn die Nominierung für diesen Posten hatten die Bezirksleitung des ADMV und die SED festgelegt – Erwin Retzlaff vom Rat des Kreises. Den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden bekam Walter Müller auf Vorschlag von […]

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