Faggiolis Rekord und Sieg lange unter Vorbehalt – Buck früh im Aus

5. Oktober 2020

Bis am Montagmorgen um vier Uhr dauerte es bis beim fünften italienischen Berg-Meisterschaftslauf 2020 von Cividale-Castellmonte das Endklassement definitiv feststand. Ein Protest von Christian Merli gegen Simone Faggioli bescherte den Kommissaren des italienischen Verband ACI eine lange Nacht. Auf der 6.395 Meter langen, rallyeartigen Bergpiste im Friaul hatte am Renntag Faggioli überraschend deutlich Sieg und Streckenrekord davongetragen. Der Florentiner drehte mächtig an der Rekordschraube, im Rennen 1 mit der Zeit von 3’04″40, im zweiten Lauf noch einmal massiv gesteigert auf 2’55″18. Die zweite Position in der Gesamtwertung für Christian Merli auf Osella FA 30 EVO Zytek LRM mit einer Lücke auf Faggioli von 6, 69 Sekunden war schon erstaunlich. Rang drei auf seiner Lieblingsstrecke, ging an Federico Liber im kleinen Gloria vor Diego Degasperi, der 2011 in Cividale gewonnen hatte und dieses Jahr am berüchtigten Sprunghügel mächtig Glück hatte dass er den Osella FA30 noch einigermaßen heil ins Ziel brachte. Lucio Peruggini, zweifacher Masters-Gold Gewinner, fuhr mit seinem Lamborghini Huracan GT3 bei unsicherem Wetter mit Regenschauer, den Tourenwagen und GT-Sieg ein. Nach dem Rennen legt Christian Merli Protest gegen Simone Faggioli ein, und das Klassement von Cividale – Castelmonte bleibt zunächst unter Vorbehalt. Am Montagmorgen um 4 Uhr haben die technischen Kommissare ihre sorgfältige Überprüfung von Faggiolis Norma M20 FC Zytek und Merlis Osella FA 30 Zytek LRM abgeschlossen und es wird bestätigt, dass beide Motoren dem Reglement entsprechen. Christian Merli erklärt: “Es war ein langes Rennen, und es ging bis tief in die Nacht. Im ersten Rennlauf haben wir leicht geschnittene Slicks aufgezogen, aber kurz nach dem Start fing es an zu nieseln. Im zweiten Rennlauf habe ich alles gegeben und mich um 10 Sekunden verbessert. Mein Gegner war trotzdem 2”45 schneller. Im Ziel habe ich Protest eingelegt, weil wir Zweifel an Simones Motor hatten. So etwas ist natürlich sehr schwierig, und ich finde es schade, dass solche Kontrollen nicht automatisch durchgeführt werden. Ich kann mich in meiner ganzen Karriere nicht erinnern, dass die zuständigen Stellen von selbst den Motor von Rennsportfahrzeugen im Ziel überprüft hätten, ohne dass jemand Protest eingelegt hätte. Leider musste ich diesen Schritt tun, um die berechtigten Zweifel zu zerstreuen, aber in der Bergszene kursierten schon seit einiger Zeit Gerüchte um den Motor des Norma. Am Montagmorgen um 4 Uhr kam die offizielle Bestätigung: Sowohl Simones Motor als auch meiner entsprechen voll dem Reglement. Herzlichen Glückwunsch also an meinen Gegner, und ich bedanke mich bei […]