Erneuter Formel-Zuwachs aus Ostwestfalen 

20. November 2019

Es gibt interessante Neuigkeiten aus dem Bergrennsport, speziell aus dem Genre der Rennsportwagen. Nach insgesamt 13 Jahren im Tourenwagen, u. a. mit BMW 02 (der inzwischen nach Amerika verkauft wurde) in der historischen Meisterschaft, danach auf BMW E36 und zuletzt mit dem ex-Peugeot 306 S16 von Jochen Stoll im KW Berg-Cup, wird sich der Lipper Daniel Null nun aus dem Bereich verabschieden und in die Formel-Klasse wechseln. „Nach dem Erwerb der passenden Lizenz, habe ich vor kurzem das aktuelle Vize-Meister Auto von Christian Triebstein übernommen“, verrät Null, der früher mit seinem Bruder Marco und einem kleinen mit Motosportaufklebern dekorieren Wohnwagen als Zuschauer und Fan zu den Bergrennen reiste. Der Dallara Opel F302 wurde bei „Formel-Pabst“ Sascha Herz in Heilbad Heiligenstadt, nach dem Crash von Mickhausen instand gesetzt und in der letzten Tagen komplett revidiert. In den nächsten Monaten wird der Renner auch optisch ein ganz neues Design erhalten – man darf also gespannt sein. Durch den Verkauf wurde auch für Christian Triebstein, der anvisierte Fahrzeugenwechsel möglich. Noch lässt der DMSB Berg-Cup Vizemeister aber die Katze nicht aus dem Sack, doch wie der Nordhesse schon in Mickhausen verlauten ließ, möchte er in Zukunft mit einem 3-Liter Rennsportwagen um Gesamtsiege fahren. Patrick Rahn, der seit dieser Saison mit dem ex-Waldy Dallara F306 in der Deutschen Bergmeisterschaft am Start ist, wird Daniel Null mit beratender und helfender Funktion – nicht nur an der Strecke – sondern auch beim „schrauben“ und vorbereiten des Dallara, mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung unterstützen. „Weiterhin wird natürlich auch Sascha Herz bei Fragen rund um den Formel 3 für mich, mit Rat und Tat zur Verfügung stehen“. Wann der erste Einsatz mit dem Formel 3 am Berg erfolgen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geplant. Dieses wird auf jeden Fall erst nach einer Eingewöhnungsphase und einigen Testfahrten fest stehen. „Das Einsatzgebiet des Dallara wird aber weiterhin die Deutsche Bergmeisterschaft bleiben“, versichert der neue, stolze Besitzer.

Bratschi räumt auf der geilen Meile von Wolsfeld ab

11. Juni 2019

Das Wetter hat diesmal gehalten, nicht wie schon so manches Mal beim Wolsfelder ADAC Bergrennen, als Petrus die Sieger in der Regenlotterie auswürfelte. Knapp war´s aber dennoch, denn pünktlich zum Ende der Gesamtsiegerehrung im Startbereich, fing es zu regnen an. Doch dies konnte auf eine makellose Rennveranstaltung, organisiert vom Eifel-Motor-Sport-Club Bitburg, keinen Schatten werfen. Ein Rekordstarterfeld wirbelte durch den slalomähnlichen Parcours hinauf auf den Wolsfelderberg und zeigte einmal mehr, das Alleinstellungsmerkmal dieser Bergrennpiste auf, wo weniger am Ende oft mehr ist. Gemeint sind weniger PS und Verbissenheit dafür aber mehr Drehmoment und Bodenfreiheit. Es musste also an vielen Rädchen gedreht werden um sich selbst und sein Rennfahrzeug optimal auf die besonderen Belastungen diese „Achterbahn“ einzustellen. Dies bewerkstelligte am langen Pfingstwochenende am besten der Schweizer Gaststarter Ronnie Bratschi (Foto oben) mit seinem schon extremen Mitsubishi Lancer Evo 8 EGMO. Bereits in den Trainingsläufen drehte der Urner an der PS-Schraube, aber nicht hoch sondern runter. Mit „nur“ 600 PS konnte sich der zweifache FiA Hillclimb Cup-Gewinner gut einschießen, um am Renntag noch ein paar Schippen drauf zu legen. Doch das Höchstmaß von rund 750 PS ließ er unangetastet, dafür nutzte Bratschi mehr das Drehmoment des EGMO-Triebwerks (ehemals Eggenberger). Somit war er nicht zu schlagen – als Tagessieger wohlgemerkt, vor sämtlichen Sport- und Rennwagen. Für ihn der erste Gesamtsieg unter regulären Bedingungen, nachdem er 2016 in Verzegnis (I) als Führender der Tourenwagenwertung vom Abbruch infolge eines Unwetters profitiert hatte. „Die Strecke in Wolsfeld ist ähnlich wie jene bei uns in Massongex, also sehr wellig und schmal“, sagte Bratschi. „Als ich nach dem ersten Rennlauf nur knapp vorne lag, habe ich die vier Rennen alten Reifen gegen neue ausgetauscht. So klappte es dann auch mit einem neuen Tourenwagenrekord in 1.01,550 Minuten“. Somit bleibt der Rekord in Schweizer Hand, den Bruno Ianniello im Jahr 2011 aufstellte und jetzt um rund 1/10 Sekunde gedrückt wurde. „Raketen Bruno“, der hier mit seinem Lancia Delta S4 in seinen besten Jahren ebenfalls schon den Tagessieg errungen hatte, kam mit 16,7 Sekunden Rückstand zu Gesamtrang 17. In der Addition der drei Zeiten (3’06,058) auf der nur 1,64 Kilometer kurzen Strecke verwies der Schweizer den schnellsten Deutschen Christian Triebstein in einem Dallara F302 Opel F3 (Foto Mitte) um 2,7 und den Franzosen Anthony Loeuilleux in einem Tatuus-Honda FM um 4,1 Sekunden auf die verbleibenden Podiumsränge. Triebstein gewann somit auch die heißumkämpfte Rennwagenklasse bis 2 Liter und widmete seinen Erfolg seiner Großmutter, […]

Nach beständiger Weiterentwicklung soll 2019 ein Titel her

19. Dezember 2018

Gleich in seiner ersten vollen Saison in der Formelklasse der Deutschen Bergmeisterschaft, krönte sich Christian Triebstein, der KFZ-Technikermeister im eigener KFZ –Betrieb mit Namen „Autotechnik Triebstein“ in Habichtswald-Dörnberg, auf Anhieb zum deutschen Vizemeister im DMSB-Automobil-Berg-Cup 2018 für Sportwagen und belegt in der Gesamtwertung der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft den 9. Platz. Christian Triebstein aus dem Habichtswalder Ortsteil Ehlen vor den Toren Kassels gelegen, ist schon früh dem Motorsport verfallen. Schuld daran war sein Opa Günther, der seinen Enkel oft auch zu den Rennwochenenden begleitet. Bereits im Alter von fünf Jahren war Christian auf sämtlichen Rennpisten in ganz Deutschland mit dabei. Seine Karriere startete er mit dem Kartsport, dann ging es weiter über den Automobilslalom und letztendlich zum Bergrennen. Dort startete er zu Beginn mit einem VW Polo in der Gruppe H und stieg dann auf einen leistungsstärkeren Cup Alfa Romeo in die Diesel-Klasse um. Nach mehreren Meistertiteln in der 2 Liter Diesel Klasse des KW Berg-Cup, stieg er gegen Ende der Saison 2017 auf einen Formel 3 Dallara-Opel F302 um. Mit diesem Wagen, aus dem Jahr 2002 startet er in der Klasse der Formelfahrzeuge bis 2000ccm. Mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp 275 km/h geht es dann, abgesperrte und  aufwendig gesicherte Bergstraßen hinauf. Die Highlights in diesem Jahr waren für den Nordhessen Platz 10 von 137 Teilnehmern aus ganz Europa, das als bester Deutscher Fahrer beim 51. Internationalen Osnabrücker ADAC Bergrennen. Dann die beiden zweiten Plätze in der Gesamtwertung der Bergrennen in Heiligenstadt und am Hauenstein in der Rhön, aber auch die Sieg in der Formel-Klasse bis 2 Liter in Eichenbühl. Beim Hauenstein Bergrennen zeigte Christian in einer wahren Hitzeschlacht, was in ihm steckt. Als Trainingsschnellster, verpasste er nach insgesamt 12,6 Wertungskilometern nur um eine halbe Sekunde seinen ersten Tagessieg. Für die Saison 2019 ist das klare Ziel der erste Gesamtsieg, weitere, vordere Platzierungen und letztlich den Meistertitel der Sportwagen zu erreichen. Um diese Ziele zu realisieren bekommt der Formel 3 Wagen einen neuaufgebauten Motor sowie ein paar kleine Extras, die aber noch nicht verraten werden können, da die Konkurrenz bekanntlich nie schläft. Text: MSC Emstal / Thomas Bubel