Arm in Arm zum gemeinsamen EM-Titel

2. September 2019

Die Berg-Europameisterschaft 2019 ist entschieden und zwei Champions stehen bereits vor dem Finale Mitte September im kroatischen Buzet fest. Beide Titelträger kommen aus der Kategorie II der Rennsportwagen, dass mit jeweils maximaler Punkteausbeute im Gleichstand. In der Touren- und Produktionswagen-Kategorie I wird der Meister erst am letzten Rennwochenende ermittelt. Brisanz lang vor dem Bergrennen in Ilirska Bistica in der Luft. Erstmals in Slowenien am Start war der Französische Meister Geoffrey Schatz in seinem Norma M20 FC mit Oreca-Turbo Motor, der auch prompt mit seinem E2-SC-Sportwagen die schnellst Trainingszeit überhaupt fuhr. Dennoch ließ sich der Franzose, auf eigenen Wunsch nicht in der EBM werten. Er wollte nicht in den Titelkampf der beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli eingreifen. Spätestens zur Saison 2021 plant Schatz jedoch den Einstig in der Berg-Europameisterschaft, im Rahmen dieser immer wieder einzelne Rennen auf seinem Programm stehen, um die EM-Strecken in den 12 beteiligten Ländern kennenzulernen – dann wir es interessant. So stand das gruppenübergreifende Fernduell der beiden „Tifosi“ im Vordergrund. Keiner ließ jedoch Federn und beherrschte seine Gegner sodass jeweils 25 Zähler vergeben wurden. Wegen des Streichresultats müssen Merli, wie Faggioli nicht mehr nach Buzet reisen und sind somit erstmals beide zugleich neuer Europameister. In der Tageswertung dominierte erneut Faggioli, der seine Aerodynamikprobleme ab der Saisonmitte gelöst hatte und danach wieder zu den Gesamtsiegen fuhr. Faszinierend hierbei die neue Rekordmarke von Ilirska Bistrica, die Faggioli um nahezu zwei Sekunden verbesserte. Aber auch Schatz, als Gesamtzweiter und Merli (3.) blieben unter der alten Bestmarke aus dem Jahr 2017. Bislang hat Merli dieses Jahr in Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien und der Tschechischen Republik den Tagessieg errungen, während in Trento-Bondone, der Slowakei, Polen, der Schweiz und jetzt in Slowenien Faggioli gewann. Im kommenden November werden Merli und Faggioli in Trient mit dem Preis der FIA-Berg-Europameisterschaft ausgezeichnet. Beide treten zum EM-Finale nicht mehr an. „Endlich! Wir sind sehr glücklich“, sagte Christian Merli. „Mein Team und ich haben gegen einen 10fachen Champion gekämpft und die Saison endet bestens. Für mich war es heute wichtig, den Gruppensieg zu erringen. Ich kann sagen, dass es eine fantastische Saison war, die mit jeweils fünf Siegen endet. Zum ersten Mal werden zwei Ex-Aequo Gewinner ausgezeichnet und ich freue mich für das gesamte Team „. Und auch Simone Faggioli strahle vor Glück. „Ich freue mich, heute gewonnen zu haben, da Schatz der amtierende französische Meister ist. Ich möchte Geoffrey zu seinem heutigen Ergebnis beglückwünschen! Ich […]

Rekord-Festival im Jura – Faggioli mit Mega-Bestmarke

19. August 2019

Bei der 76. Ausgabe des Bergrennens St.Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, purzelten die Rekorde gleich reihenweise. Nicht nur dank Gesamtsieger Simone Faggioli aus Italien. Trotz einigen Unterbrechungen war die 76. Ausgabe des Berg-Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers ein voller Erfolg. Vor allem was die Zeiten betrifft. Dass der Streckenrekord wackeln würde, weil die Piste für das diesjährige Rennen auch im oberen Bereich frisch asphaltiert wurde, war anzunehmen. Dass der neue Rekord aber gleich 2,3 Sekunden unter der alten Bestmarke liegt, zeigt die enorme Entwicklung im Bergrennsport. Verantwortlich für die neue Bestzeit ist Simone Faggioli. Der Italiener hat in seinem Norma M20 FC beim zur Europameisterschaft zählenden Lauf im Jura nichts anbrennen lassen und feierte seinen achten Erfolg in Serie, den neunten insgesamt. Faggioli setzte seine Bestmarke am Morgen, als die Temperaturen noch niedriger waren. Sein Widersacher und Landsmann Christian Merli konnte die 1:39,306 min erst am späten Nachmittag kontern, blieb aber mit 1:39,539 min knapp über der Bestzeit und lag am Ende als Zweiter zwei Sekunden hinter Faggioli. Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (187,78 km/h) verdeutlicht, wie rasant die beiden EM-Starter unterwegs waren. Platz 3 und damit der Sieg in der Schweizer Meisterschaft ging an Marcel Steiner. Auch er absolvierte die 5,18 km lange Strecke in einer neuen Schweizer Rekordzeit. «Das Ziel war eine 45er-Zeit», sagt Steiner. «Mit 1:44,561 min bin ich natürlich sehr zufrieden. Überhaupt war es ein sehr gutes Wochenende. Das Auto lag perfekt. Und bis auf ein paar Motorenaussetzer im ersten Lauf gab es keine Probleme.» Steiner hat mit dem Sieg in Les Rangiers bis auf einen Zähler auf Leader Eric Berguerand, der seit seinem schweren Unfall 2007 nicht mehr im Jura fährt, aufgeschlossen. Trotzdem liegen die Vorteile weiter beim Walliser. Der hat – im Gegensatz zu Steiner – durch den Startverzicht in Les Rangiers sein Streichergebnis bereits eingezogen. Außerdem hat Steiner in Les Rangiers trotz eines neuen Schweizer Rekordes keine Zusatzpunkte bekommen. «Die gibt es nur, wenn du den absoluten Streckenrekord fährst», weiß der Berner LobArt-Pilot. Bester Schweizer Formelfahrer war wie in Anzère Robin Faustini. Der junge Aargauer sicherte sich den siebten Gesamtrang und 20 wertvolle Punkte in der CH-Meisterschaft auf dem von Vater Simon Hugentobler geliehenen Reynard 97D (Foto oben). Hugentobler selbst wurde in einem Osella PA30 Cosworth (ex-Cyrille Frantz) mit etwas mehr als 4,5 Sekunden Rückstand auf seinen Sohn Zehnter im Scratch und Dritter in der Abrechnung der besten Schweizer – 1,4 […]

EM-Schlussphase beginnt in St. Ursanne – Steiner gegen Europas Berg-Elite

14. August 2019

Am Wochenende steigt die 76. Ausgabe des Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers. Mehr als 190 Fahrer sind gemeldet. Darunter auch die Elite des europäischen Bergrennsports. Die Schweizer Berg-Meisterschaft geht in die zweite Saisonhälfte. Am Wochenende steigt im Jura das Saisonhighlight mit dem Klassiker St-Ursanne – Les Rangiers. Zur 76. Ausgabe haben sich mehr als 190 Piloten eingeschrieben. Darunter auch namhafte Fahrer aus Italien, Österreich, Frankreich, Deutschland und Tschechien wie etwa der seit 2012 in Les Rangiers ungeschlagene Simone Faggioli (Foto oben) oder EM-Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Christian Merli (beide aus Italien). Daneben gibt es aber noch ein paar weitere Hochkaräter wie etwa der Österreicher Christoph Lampert, der zum ersten Mal in Les Rangiers am Start steht, der Franzose Cyrille Frantz sowie die beiden Südtiroler Diego de Gasperi und Fausto Bormolini. Aus Schweizer Sicht hat Marcel Steiner die besten Aussichten, gegen Europas Berg-Elite zu bestehen. Steiner hat 2010/2011 den Gesamtsieg in Les Rangiers errungen und komplettierte in den vergangenen zwei Jahren als Dritter jeweils das Podest. «Der Gesamtsieg wäre toll», sagt Steiner, «aber gegen Faggioli und Merli ist das ein schwieriges Unterfangen.» Für Steiner zählt aber nicht nur das Podium im Gesamtklassement, der Berner peilt in Les Rangiers seinen ersten Saisonsieg in der Schweizer Meisterschaft an. Bei den bisherigen vier Rennen stand ihm jeweils Eric Berguerand vor der Sonne. Der verzichtet seit seinem schweren Unfall 2007 traditionell auf den Saisonhöhepunkt im Jura. Steiner, der in der Meisterschaft 26 Punkte hinter Berguerand liegt, könnte somit zum Walliser aufschließen, muss aber im Verlauf der Saison ebenfalls noch ein Streichresultat in Kauf nehmen. Neben Steiner ist auch Joël Volluz ein Kandidat für ein Spitzenergebnis. Der Walliser hat allerdings einen Rückschlag erlitten. Beim Bergrennen in Osnabrück (D) verunfallte er. Volluz weiß deshalb noch nicht, ob er die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen hat. «Ich habe noch nicht alle Teile erhalten», sagt Volluz. «Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht.» Volluz’ einziger Gegner bei den «Single Seatern» bis 3000 cm3 wird Robin Faustini sein. Der junge Aargauer hat in dieser Saison schon mehrfach sein Können unter Beweis gestellt und war zuletzt, ebenfalls in Osnabrück, schnellster Fahrer mit einem klassischen Formelauto. Bei den hubraumschwächeren Monopostos wird der Sieg in der Schweizer Meisterschaft zwischen Henri Schmidt aus Porrentruy, der zuletzt in Anzère triumphierte, Joël Grand aus Chalais und Jean-Marc Salomon aus Courtedoux ausgemacht. Im Kampf um die Tourenwagenkrone wird es zu einer Neuauflage des Mitsubishi-Duells Roger Schnellmann gegen Ronnie […]

Boxengeflüster 07/2019: Wussten Sie schon dass…?

12. August 2019

DASS Osnabrück-Organisationsleiter Bernd Stegmann und Rennleiter Michael Schrey Merli für eine besondere Aktion am Freitagnachmittag vor dem Rennen gewinnen könnte. Einen Kart-Beschleunigungsvergleich zwischen Elektro- und Verbrennermotoren. Auf einem ca. 60 m langen Teilstück der Startgeraden galt es zu zeigen, wie schnell es jeweils wirklich von 0 auf 100 ging. Christian Merli, der sich sofort bereit erklärt hatte, den Spaß mitzumachen, hatte im traditionellen Kart mit Verbrennungsmotor in allen drei Läufen keine Chance. Am Steuer des E-Karts der Stadtwerke Osnabrück, Sponsor des in Osnabrück ebenfalls ausgetragenen E-Mobil-Berg-Cups, saß der Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls. Er wusste:  „Ein klarer Sieg fürs Drehmoment.“ Dabei hätte Christian Merli durchaus Ideen gehabt, wie die Leistung seines Verbrennerkarts noch zu steigern gewesen wäre. Er kennt sich aus, betreibt er doch in den Wintermonaten in der Nähe von Trient eine Eiskart-Bahn. DASS Bergrenn-Superstar Christian Merli in diesem Jahr direkt vom Europameisterschaftslauf in Limanowa/Polen nach Osnabrück reiste und schon am Dienstag ankam. Die ersten beiden Tage baute er seine mobile Werkstatt auf dem Hotelparkplatz in Melle auf, um ein Fahrwerksproblem zu beheben, das sich in Polen manifestiert hatte. DASS Christian die Strecke auf den Uphöfer Berg in den Tagen vor dem Rennen sowohl mit dem Straßenauto (am liebsten frühmorgens bei Tagesanbruch, wenn wenig Verkehr war) als auch auf dem Fahrrad und zu Fuß besichtigte. „Zu Fuß kann man sich die Unebenheiten der Strecke noch besser einprägen. Aber auf der neuen Strecke hier gibt es ja ohnehin keine Unebenheiten.“ Er stellte sofort fest, dass die Strecke einen guten Gripp hatte – viel mehr, als er es von 2017 in Erinnerung hatte – und spätestens da war für ihn wohl klar, dass er sich den Streckenrekord zurückholen wollte, sofern das Wetter mitspielte und die Streckenverhältnisse gut blieben. DASS beim ADAC Glasbachrennen Mitte Juni überraschend Kristina Stenger, die Tochter des verstorbenen „Berglöwen“ Herbert Stenger im Fahrerlager von Steinbach auftauchte. Die Mama von Rallye und Autocross-Pilot René Mandel und früher selbst aktive Bergpilotin in einem Formel König-Rennwagen, möchte zukünftig wieder enger mit der Bergrennszene verbunden sein. Beim deutschen EM-Lauf am Rennsteig absolvierte Kristina einen Einsatz als „Anwärterin Sportkommissar“ und ist nun mitten in der mehrstufigen Ausbildung. Nach dem erfolgreichen Abschluss in der DMSB Academy wird man die mit dem nationalen und internationalen Bergrennsport wohlvertraue Dame, wohl wieder des Öfteren bei Veranstaltungen der Deutschen Bergmeisterschaft antreffen. DASS es im Großherzogtum Luxemburg im kommenden Jahr wieder zwei Bergrennen geben soll. Das in den Jahren 2010 und […]

Interview mit Osnabrück-Sieger Christian Merli

9. August 2019

Uli Kohl / Matthias Witte: Das Rennen ist nicht ganz wunschgemäß verlaufen, was waren die Schwierigkeiten im ersten Lauf, und wie habt ihr sie beheben können? Christian Merli: Im ersten Lauf wollte ich keine neuen Reifen aufziehen, ich wollte sie mir für später aufsparen, und so habe ich es nicht übertrieben. Im Ziel sank aber der Öldruck auf Null, und ich habe mich erschrocken, weil ich an den Motor dachte. Wir haben dann über eine Stunde am Auto gearbeitet und es hatte sich ein Ventil verklemmt, das den Öldruck reguliert. Zum Glück war es letztlich nichts Gravierendes, und wir konnten es reparieren. Aber der Tag war lang und anstrengend. Ich muss mich auch bei Giuliano [Serafini, seinem Mechaniker], Cinzia [Nicolini, seiner Lebensgefährtin] und Massimo [Marocchi, Mitglied seines Teams] bedanken, die mich heute bei der Behebung aller Probleme unterstützt haben. Uli Kohl / Matthias Witte: Wie stark konzentriert man sich dann auf den Lauf, auf das Fahren oder aber auf die Anzeigen im Cockpit, ob denn wirklich jetzt alles in Ordnung ist? Christian Merli: Ein bisschen schaut man auf die Anzeigen, aber ich war sicher, dass alles in Ordnung war. Das Problem war, dass heute wirklich nichts reibungslos klappen wollte. Als ich im zweiten Lauf die neuen Reifen montiert habe, begann das Auto vorne sehr zu rutschen. Ich war überrascht, dass ich den Rekord geschafft hatte, denn in den letzten beiden Kurven bin ich wirklich stark weggerutscht. Im dritten Lauf wollte ich es dann wissen, aber leider gab es einen Unfall und wir mussten zum Start zurückkehren. Dann ist mir auch noch eine große Mücke direkt vors Visier geflogen. Aber es passt schon so. Wir stehen jetzt hier, es hat alles geklappt. Uli Kohl / Matthias Witte: Zum Thema Streckenrekord: Wir nähern uns schrittweise der 50-Sekunden-Marke. Wann wird sie niedergerissen, und was braucht es dafür für Bedingungen, außer einem Christian Merli in Topform und einem exzellenten Auto? Christian Merli: Ich glaube, heute hatte ich das Auto dafür. Viel weniger ging vielleicht nicht, aber ein paar Zehntel wären drin gewesen. Leider muss bei einem 2-km-Rennen alles zu 100% perfekt sein. Jeder kleine Ausrutscher, jedes Zehntel, das man verliert… die Uhr verzeiht nichts. Aber es tut mir leid, ich hätte es gern geschafft, nach und nach unter die 50 Sekunden zu kommen. Uli Kohl / Matthias Witte: Was ist zu sagen zu Organisation, Rennen, Strecke, Stimmung bei den Zuschauern? Christian Merli: Ich sage […]

Christian Merli – Der Europameister und Sieger am Uphöfener Berg

7. August 2019

Dass er letztes Jahr wegen einer Terminkollision nicht dabei sein konnte, hat ihn gewurmt. Alles, was es 2018 in Europa zu gewinnen gab, hat Christian Merli mit seinem prächtigen Osella FA 30 Zytek LRM gewonnen – nur das Osnabrücker Bergrennen nicht. Der strahlende Sieger von 2016 und 2017 verfolgte vor einem Jahr das Rennen im Internet und gratulierte fair dem neuen Champion Sébastien Petit. Doch 2019 hat er sich nun den Gesamtsiegertitel samt Streckenrekord zurückgeholt. Grund zum Jubeln bot Merli seinen Fans 2018 und auch in der aktuellen Sasion  trotzdem reichlich. In der Berg-Europameisterschaft reihte der italienische Superstar mit wenigen Ausnahmen Sieg an Sieg und Streckenrekord an Streckenrekord und auch in diesem Jahr liegt Merli von letzten vier Rennen der EM-Saison punktgleich mit Simone Faggioli an der Spitze der Tabelle. Nachdem der Zytek-V8-Motor und die Avon-Reifen im Winter nochmals optimiert worden waren, war sein Auto seinem Talent endlich ebenbürtig. Und nun kam auch das Quäntchen Glück hinzu, das ihm so oft gefehlt hatte, wenn etwa das Auto auf der Startlinie ausging oder ein plötzlicher Gewitterschauer ihn hinter die im Trockenen gestarteten Konkurrenten zurückfallen ließ. So wurde 2018 das Jahr des Christian Merli. Nach der Europameisterschaft sicherte er sich auch den italienischen Titel. Erstmals gewann er dabei das legendäre Bergrennen Trento–Bondone, sein Heimrennen 80 km oberhalb des Gardasees, das mit 17 km Länge und 180 Kurven als härtestes Bergrennen Europas gilt. Schließlich krönte er die Saison im italienischen Gubbio mit dem Sieg beim großen Finale der Berg-Stars in Europa, dem FIA Masters. Zum Erfolg war es buchstäblich ein weiter Weg. Innerhalb von 6 Monaten legte Merli im LKW-Transporter 30.000 km quer durch Europa zurück: im Westen bis Portugal, im Osten bis Polen und im Süden bis Sizilien. Um bei insgesamt 20 Rennen jeweils für eine Handvoll Kilometer am Steuer seines ungestümen Boliden zu sitzen und bei höchster Konzentration – egal, wie groß der Erfolgsdruck, wie heiß die Sonne, wie rutschig eine Strecke im Regen – in jeder einzelnen Sekunde die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Anstrengungen wurden belohnt. „Eine riesengroße Freude.“ Nicht nur für ihn selbst. Bei der Meisterschaftsfeier in seinem Heimatdorf wurde deutlich, wie viele Familienmitglieder und Freunde Christian Merli unterstützen. Bescheiden und bodenständig, wie er ist, weiß er das zu schätzen: „Oft denke ich mehr an die Menschen um mich herum, die mit mir zusammen so viele Opfer gebracht haben und die so häufig enttäuscht wurden. Aber diesmal hat […]

Glanzleistungen der Schweizer in Osnabrück – Protest gegen Zajelsnik

5. August 2019

Mit dem zweiten Gesamtrang schlug sich Marcel Steiner beim Bergrennen Osnabrück ebenso glänzend wie der neue Tourenwagen-Rekordhalter Ronnie Bratschi und F3000-Junior Robin Faustini. Joël Volluz erlitt einen Unfall. Von den besten Rennsportwagenpiloten aus Europa fehlten nur Multichampion Simone Faggioli, Frankreichs Meister Geoffrey Schatz und der Schweizer Eric Berguerand (hatte wegen seines verletzten Vaters abgesagt). Entsprechend hoch waren Niveau und Spannung beim 52. Int. ADAC Bergrennen Osnabrück. Dank seiner Bemühungen um solvente Sponsoren konnte der Veranstalter MSC Osnabrück das bisher bestbesetzte Bergrennen in diesem Jahr präsentieren. Nur im ersten Rennlauf ließ Europameister Christian Merli im Osella FA30 (Foto oben) dem mit neuen Reifen gestarteten Patrik Zalesnjk auf einem Norma-Mugen um vier Hundertstel den Vortritt. Danach zog der bald 47-jährige Südtiroler alle Register und fuhr mit 50,055 eine neue Rekordzeit für die 2030 Meter kurze Strecke. Hätte er in der Zielkurve wegen einer verdreckten Stelle nicht kurz vom Gas müssen, wäre die erste 49er-Zeit Tatsache. Auch in den zwei weiteren Läufen war Merli der Schnellste, sodass er sich in der Addition der zwei besten Zeiten den dritten Tagessieg nach 2016 und 2017 holte. In zwei Wochen dürfen sich die Schweizer Fans auf Merlis Start beim EM-Lauf in St-Ursanne und auf das Duell mit Landsmann Simone Faggioli freuen. Im Training noch um ein paar Hundertstel vor Zajelsnik und Vorjahressieger Sébastien Petit in einem Norma-Mugen gelegen, behauptete der Schweizer Meister Marcel Steiner mit seinem LobArt-Mugen (Foto Mitte) in allen Rennläufen den dritten Rang, womit er durchaus zufrieden war. Marcel Steiner: «Das Podium unser Ziel. In diesem Klassefeld hätte ich genauso gut nur Sechster oder Achter werden können. Meine erste Zeit von 50,615 war super. Schade, kam nicht noch eine zweite unter 51 Sekunden.» Der fällige Protest: Fast mehr Kribbeln als beim Fahren hatte Steiner, weil er schon vor Abschluss der Veranstaltung bei den FIA-Kommissären einen schriftlichen Protest gegen den V8-Motor im Sportwagen von Zajelsnik deponierte. Dessen Topspeedwerte waren hier wie schon anderswo dermaßen gut, dass hinter den Kulissen schon lange Unmut herrschte. Steiner Motorsport musste dafür tief in die Tasche greifen. Weil Zajelsnik die Unterschrift unter die Kenntnisnahme des Protest verweigerte, wurde er spätabends aus der Wertung genommen (separater Bericht folgt). Unfall von Volluz: Joël Volluz vermochte mit seinem Osella FA30 zwar nicht direkt ins Duell um das Gesamtsiegerpodium einzugreifen, sah aber die Chance, den zweifachen französischen Bergmeister Petit noch von Rang 4 zu verdrängen. Markenkollege Christoph Lampert, der mit dem schmalen Leitplankenkanal nicht […]

Das KULT- Rennen am „Uphöfener Berg“ – die Show der Auto-Sensationen beim Osnabrücker Bergrennen

25. Juli 2019

Bei der 52. Auflage des Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens am 3. und 4. August 2019 dürfen sich die Besucher auf ein Feuerwerk an grandiosen Automobilen des Rennsports freuen – 200 Piloten aus ca. 15 Nationen bieten beim 5. Lauf zum FIA Int. Hill Climb Cup 2019 (dazu Deutsche und Luxemburger Bergmeisterschaft und KW Berg-Cup) einen spannenden sportlichen Fight auf der 2, 030 km langen Piste des legendären „Uphöfener Berges“ in Hilter-Borgloh (südlich von Osnabrück). Automobilsport in dieser Vielfalt ist einmalig und daher ist es umso attraktiver, als dass das komplette Fahrerlager für alle Gäste offensteht und der direkte Zugang zu den Teams besondere Einblicke in die Innenleben der Fahrzeuge und die Vorbereitungen bietet. Die Fans des europäischen Bergrennsports freuen sich auf den amtierenden Europa-Bergmeister Christian Merli (Italien). Mit seinem Osella FA 30 LRM V8 eilt er bei allen Läufen zur Europameisterschaft von Sieg zu Sieg und stellt dabei einen Streckenrekord nach dem anderen auf. Es ist der einzige Start des sympathischen Titelträgers, der 2018 auch noch die hochkarätige italienische Meisterschaft für sich entscheiden konnte, in diesem Jahr in Deutschland. Er gilt natürlich als Top-Favorit auf den Sieg, doch die internationale Konkurrenz ist äußerst groß. Der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik (Freiburg) mit seinem Norma M 20 Mugen V8, der letztes Jahr auch unter 51 sec blieb und am Ende Zweiter wurde, ist ebenso wie der Schweizer Marcel Steiner im LobArt LA 01, der Österreicher Christoph Lampert (Osella FA 30), der vielfache Tschechische Champion Milos Benes (Osella FA 30) und der Luxemburger Guy Demuth (Norma M 20 FC) als Anwärter auf einen Podiumsplatz einzuschätzen. Zudem hat der Streckenrekordhalter Sebastien Petit rechtzeitig nach seinem Unfall in diesem Jahr in Portugal, wieder ein leistungsstarkes 3-Liter-V8-Fahrzeug der Marke Norma zur Verfügung und ist somit wieder ein ernstzunehmender Gegner beim Rennen um den Gesamtsieg. Zahlreiche Fans freuen sich auch auf den Schweizer Joel Volluz, der sich bereits in 2015 am „Uphöfener Berg“ feiern ließ und nunmehr mit seinem äußerst schnellen Osella FA 30 zurück kehrt. Für alle gilt: das Maß aller Dinge – also bei der Jagd nach den Zeiten ist der Streckenrekord von 50, 145 sec/Lauf. Bei den Besuchern sehr beliebt sind auch die Formel 3000 Rennwagen, nicht weniger spektakulär als die Boliden aus der Formel 1. Hier gilt der junge Schweizer Robin Faustini (Reynard K 01) als Favorit, aber auch der langjährig erfolgreiche Ungar Laszlo Szasz (amtierender Bergmeister von Kroatien) mit seinem Reynard Zytec wird schnelle Zeiten „in […]

Boxengeflüster 06/2019: Wussten Sie schon dass…?

6. Juni 2019

DASS Plasa-Tribute-Pilot und ex-Europameister am Berg Jörg Weidinger vor wenigen Tagen sein 25jähriges Jubiläum im Motorsport beging. Am Himmelfahrtdonnerstag 1994, dem 12. Mai, hat sich der Franke mit 18 Jahren den Wunsch erfüllt, mal auf der anderen Seite der Leitplanke beim faszinierenden Geschehen dabei zu sein, dass  beim Himmelfahrtsslalom des „Quelle-Racing-Team Nürnberg“ vor der Steintribüne am Norisring. Daheim zu den Eltern sagte er, er würde zuschauen fahren! „Und natürlich dachte ich mit einer Mischung aus jugendlichem Leichtsinn und unendlichem Mut vorher: „Was die können, kann ich auch ganz gut!“ Aber am Ende musste ich feststellen, dass die anderen das doch ganz schön besser können. Das mag auch der Grund sein, warum ich damals anscheinend keine Ergebnisliste aufgehoben habe. Jedenfalls habe ich als einziges Dokument aus der Zeit ein Foto gefunden. Egal, wichtig war, besser werden zu wollen“. Seither sind 25 aufregende und lehrreiche Jahre für den „Langen“ aus Happurg am See vergangen, und jedes Erlebnis, jede Begegnung, jeder Erfolg und jede Niederlage hat ihn geprägt. DASS einer der bekanntesten und profiliertesten deutschen Leichtathleten in diesem Jahr das 52. Int. Osnabrücker Bergrennen besuchen wird. Der dreimalige Weltrekordhalter im Zehnkampf und Olympische Silbermedaillengewinner von 1984 Jürgen Hingsen hält bis heute den nationalen Rekord in der „Königsdisziplin“ der Leichtathleten. In seiner aktiven Zeit fesselte das ewige Duell mit seinem Kontrahenten Daly Thompson die Leichtathletikwelt und sorgte für TV-Einschaltrekorde. Nach seiner aktiven Zeit wurde er durch zahlreiche TV-Auftritte auch dem weniger sportinteressierten Publikum bekannt, blieb aber auch als Fernseh- Co-Kommentator und Moderator bei diversen Großveranstaltungen der Leichtathletik treu. Im Rahmen des 52. Int. Osnabrücker Bergrennens am 3./4. August wird Jürgen Hingsen als Markenbotschafter von EVO Drinks, dem erfrischenden Drink ausschließlich mit natürlichen Zutaten, den Gästen für Autogrammwünsche sowie spannenden Gesprächen zur Verfügung stehen. DASS auch dieses Jahr die Firma Ü-tec GmbH von Michael Meyer wieder mit ihren Übertragungswagen das Bergrennen in Osnabrück „livestreamen“ wird. Mit 6 HD Kameras wird Live am dritten und vierten August das Geschehen am „Uphöfener Berg“ übertragen. Obwohl Ü-tec  im letzten Jahr nur wenige Tage Vorlauf hatten und damit so gut wie keine Werbung für den Stream machen konnten, verfolgten über 50.000 Zuschauer das Rennen online. Dieses Jahr erwartet der MSC Osnbarück durch die frühzeitige Veröffentlichung eine noch höhere Zuschauerzahl. Zu den beiden Renntagen des letzten Jahres gelangen Sie über diese Links: https://youtu.be/GVNUt6a-0mE und https://youtu.be/7dVRIJAbaag DASS die Automobilmanufaktur KYBURZ in der Schweiz hochwertige Elektrofahrzeuge produziert. Erstmals war die Marke in […]

Merli gewinnt auch in Portugal – Petit mit Highspeed-Crash

13. Mai 2019

Nach den Bergrennen Col St. Pierre (Frankreich) und Rechberg (Österreich) gewinnt Christian Merli auch den dritten Lauf der diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Portugal. Beim 40. Internationalen Rampa da Falperra vor den Toren der Stadt Braga, nordöstlich von Porto, bricht der Osella-Werksfahrer auch zum dritten Mal in dieser Saison den Streckenrekord. Bereits die Bestmarke aus dem Vorjahr war vom Fahrer der Scuderia Vimotorsport auf den 5.200 Meter langen Highspeed-Strecke in 1:47,890 min aufgestellt worden. Diesmal war Merli noch einmal  nahezu eine Sekunde schneller in 1:46,944 min. An manchen Stellen der Strecke erreichte Merli, wie auch ein Großteil der Topfahrer eine Spitzengeschwindigkeit von über 250 km/h. Seinem ärgsten Widersacher und Landsmann Simon Faggioli im Norma M20 FC fehlten am Ende, das unerwartet kommen sollte,  wieder einmal 3,3 Sekunden. Ein Ausrufezeichen setzte der Vorarlberger Christoph Lampert, auf der für ihn gänzlich unbekannten Strecke. Ohne echten Druck von Sebastien Petit oder Guy Demuth zu verspüren, dafür aber erneut mit Unterstützung des Blue City-Teams von Christian Merli, gelang Lampert ein unglaublicher dritter Gesamtrang. „Sehr gut. Wir freuen uns über unser Ergebnis und auch über Rang 3 von Lampert“, kommentierte Merli. „Versuchen wir so weiterzumachen. Wir haben eine Reihe kleiner Änderungen und Aktualisierungen an meinem Osella FA 30 vorgenommen, mit denen wir Rekorde und Siege fahren konnten. Gleich Morgen nehmen wir die Arbeit an den beiden Sportarten wieder auf und ziehen dann nördlich von Oviedo nach Spanien, um an der 4. Runde der Berg EM, der Subida al Fito „, teilzunehmen“. Wie schon in Eschdorf war der Franzose Sebastien Petit im Norma M20 FC nicht in Bestform, was mit dem im letzten Lauf passierten Unfall, aber nichts zu tun hatte. Auf einer der Hochgeschwindigkeitspassagen geriet Petits Norma im dritten Lauf plötzlich außer Kontrolle und krachte beidseitig mehrfach in die Leitplanken, die in Portugal nur einfach ausgebaut sind. Wie durch ein Wunder stieg der Französische Meister völlig unverletzt aus dem Wrack aus. Mehrfach war anschließend die Rede von einem Bruch des Heckflügels, was die unheilvolle Situation auslöste. Die darauf folgenden Piloten verzichteten danach auf eine Startwiederholung, wohl auch wegen den zahlreichen Schäden an den Leitplanken. Einen Durchgang zuvor war nicht nur Lampert schneller gewesen als Petit, sondern auch der Luxemburger Guy Demuth im Norma Zytek V8. Petit wurde dennoch als vierter der Gesamtwertung geführt, hauchdünn vor Guy Demuth. Nach diesem Horror-Unfall, bei dem Petit nur noch Passagier war, möchte er so schnell wie möglich wieder hinters Steuer um […]

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