Marcel Steiner Kolumne: In St. Agatha Sturm und Regen getrotzt

27. September 2018

Gegen Saisonende werden die Anreisen zu den Rennen wieder etwas länger. Ins österreichische St. Agatha waren es rund 700 Kilometer. Diese schafften wir mit dem Anhänger von Robin Faustini im Schlepptau ohne größere Staus und erreichten unseren Platz im Fahrerlager am Freitag um halb vier Uhr in der Früh. Bei strahlendem Sonnenschein bauten wir unser Zelt auf. Die administrative Abnahme und die Streckenbesichtigung waren auch zügig erledigt, allerdings schaffte es kein technischer Kommissar, noch am Freitag bei mir vorbeizuschauen. Am Samstagmorgen war dann noch genügend Zeit, um dies nachzuholen. Wir waren bereits alle im Bett, als es draußen zu stürmen und regnen begann. Mit vereinten Kräften – vielen Dank an die Teams von Stefan Faulhaber und Patrick Orth – versuchen wir noch das Zelt besser festzubinden. Der Wind zwang uns aber, das Zelt nochmals komplett abzubauen und den LobArt in den Teambus zu verladen. Mit etwas Verspätung kamen wir zur Nachtruhe… Das Training begann zum Glück erst am Samstagmittag. So hatten wir ausreichend Zeit, um nochmals alles aufzubauen und einzurichten und die technische Abnahme zu passieren. Um etwa zwei Uhr startete ich zu meinem ersten Trainingslauf. Aus Erfahrung vom letzten Jahr wusste ich, dass der Start wenig Grip bieten würde. Doch es fühlte sich an wie auf Glatteis zu fahren; die Räder drehten durch und der LobArt beschleunigte nicht. Auch sonst war ich mit dem Fahrverhalten auf der Strecke nicht sonderlich zufrieden. Deshalb war ich total überrascht, dass ich mit 1:06,736 bloß 1.5 Sekunden langsamer fuhr als im Vorjahr. Nur 0.1 Sekunden schneller war Christoph Lampert (Osella FA30) und mit einer Sekunde Rückstand folgten Dusan Neveril (Norma/Judd) und Patrik Zajelsnik (Norma/Mugen). Für das zweite Training wählte ich andere Reifen. Der Start war nun geringfügig besser und auf der Strecke fühlte sich der LobArt richtig gut an. Zudem fuhr ich noch zwei Kurvenpassagen anders, was sich aber nicht bewährte. Im Ziel leuchtete in 1:04,262 auf, meine persönliche Bestzeit in St. Agatha. Das war zugleich die Trainingsbestzeit. Hinter mir reihten sich Zajelsnik (1:04,579), Neveril (1:06,359) und Lampert (1:06,841) ein. Was mich sehr erstaunte war der indirekte Vergleich der Motorenleistung: Ein Radar maß im Zielbereich die maximal erreichte Geschwindigkeit auf der Strecke. Ich fuhr 248 km/h, Patrik Zajelsnik 265 km/h, Dusan Neveril 246 km/h und Christoph Lampert 251 km/h. Gedanken über die Differenz kann sich jeder selber machen… Leider bestätigte sich die Wettervorhersage und auf Sonntag setzte Regen ein. Dieser hielt länger an […]

Flottes Rennen vor vollem Haus – Der KW Berg-Cup in St. Agatha

27. September 2017

Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab. Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen. Bei den leider nur zwei 1,15-Litern der stark verbesserten Tourenwagen (TW) ist lange Zeit heftiges Augenreiben angesagt. Denn Jörg Eberle turnt mit seinem 8- Ventiler Fiat 127 Super frech, fröhlich und frei vor dem Schneider Polo 16V von Thomas Stelberg herum. Dessen Kupplung rutscht, obendrein schwächelt die Differentialsperre. Dennoch verringert Thomas den Trainingsrückstand von 2,7 Sekunden in Rennlauf eins auf nur mehr 27 Hundertstel. Ins Finale geht er voll motiviert, ignoriert die technischen Gebrechen, schafft mit 1:31,60 noch die „last […]

Vier-Kampf der Meister in St. Agatha

25. September 2017

Das diesjährige Bergrennen St. Agatha war ein Bergrennsportfestival der Extraklasse. Dafür sorgte nicht nur dass international hochkarätige Starterfeld, sondern die auch zahlreich erschienen Zuseher. Diese sorgten für eine großartige Atmosphäre bei diesem Bergklassiker in Oberösterreich. Zudem hatte das Veranstalterteam vom MSC Rottenegg auch mit dem Wetter das Glück auf ihrer Seite, blieb es doch am gesamten Wochenende trocken. Im Kampf um den Gesamtsieg war auch in diesem Jahr der italienische Ausnahmekönner und Vize-Europameister Christian Merli nicht zuschlagen. Mit seinem Osella FA30 Fortech konnte er bereits im Training mit herausragenden Zeiten überzeugen, ehe er im 1. Rennlauf seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr regelrecht pulverisierte. Im 2. Rennlauf legte der Osella-Pilot nochmals nach und korrigierte den Streckenrekord schlussendlich um über 1sec. nach unten. Auf den ersten Verfolgerplatz konnte er somit einen Vorsprung von 5,5sec. herausfahren. Um diesen gab es einen elektrisierenden Dreikampf, welchen am Ende der neue französische Bergmeister Sebastien Petit knapp für sich entscheiden konnte. Nachdem er mit seinem Norma M20FC Mugen im 1. Rennlauf nur auf den vierten Platz lag, konnte er im entscheidenden Rennlauf nochmals kräftig zulegen und so noch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement nach vorne fahren. Mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,3sec. ging der letzte Platz auf dem Podium an den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der mit seinem top-aktuellen Norma M20 FC Mugen eine weitere herausragende Vorstellung ablieferte und exzellente Zeiten erreichte. Jedoch haderte er im 2. Rennlauf ein wenig mit der Elektronik, womit er sich im Gegensatz zum Franzosen nicht mehr weiter steigern konnte. Mit weiteren 0,07sec. Rückstand ging der vierte Platz im Gesamtklassement an den neuen Schweizer Bergmeister Marcel Steiner, der erstmals in Österreich seinen selbst weiterentwickelten LobArt LA01 Mugen an den Start brachte und mit diesem Boliden ebenfalls begeistern konnte. Mit seiner beherzten Fahrweise konnte er den zahlreich erschienen Zuschauer imponieren. Die Top 5 komplettierte der Tscheche Dusan Neveril mit seinem einmalig klingenden Norma M20 FC Judd, der mit einer exzellenten Vorstellung überzeugen konnte und eine ebenfalls tolle Show beim diesjährigen Bergrennen St. Agatha ablieferte. Dahinter folgte auf dem sechsten Gesamtrang der Vorarlberger Christoph Lampert, der eine exzellente Performance mit seinem 2-Liter Osella PA2000 Evo Honda ablieferte. Mit einer großartigen Leistung auf dieser Powerstrecke war er am Ende bester Österreicher in St. Agatha, wobei er im 2. Rennlauf sogar die 1:10min. Schallmauer unterbieten konnte und so als schnellster 2-Liter Pilot am gesamten Rennwochenende beeindrucken konnte. Nicht zu vergessen ist Alexander Hin, als bester […]