Auch kein KW Berg-Cup-Lauf in Oberhallau

1. Mai 2020

Mit schwerem Herzen hat der Verein Bergrennen Oberhallau (VBO) die diesjährige Austragung des Laufes zur Schweizer Berg-Meisterschaft und zum deutschen KW Berg-Cup abgesagt. Das anhaltende Verbot von Großveranstaltungen in der Schweiz bis Ende August 2020 wegen des Corona-Virus, zwingt den Vereinsvorstand zu diesem Schritt. „Wir wollen kein Geisterrennen in Oberhallau“, sagt Vereinspräsident Sascha Schlatter (33). „Ohne die Fans im Dorf oder in der Tarzankurve fehlt die einmalige Atmosphäre, die unser Rennen so einzigartig macht.“ Auch beim VBO hat die Gesundheit von Zuschauern und Rennfahrern oberste Priorität, deshalb respektiert der Verein die Entscheidung des Bundesrates. Durch die frühzeitige Absage hält sich zudem der finanzielle Schaden in Grenzen. „Alles was wir für dieses Jahr schon aufgegleist haben, können wir auch nächstes Jahr wieder nutzen, denn 2021 findet definitiv wieder ein Bergrennen Oberhallau statt!“, sagt Schlatter zuversichtlich und verrät schon das Datum. Das nächste Bergrennen Oberhallau findet am Wochenende vom 28. und 29. August 2021 statt.

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

Steiner hofft auf das «Stängeli» von Oberhallau

23. August 2019

Es geht Schlag auf Schlag: Am Wochenende steht mit dem Bergrennen in Oberhallau (SH) bereits der sechste Lauf in der Schweizer Berg-Meisterschaft auf dem Programm. Für die Schweizer Bergrennfahrer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende geht es in Oberhallau mit dem sechsten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft weiter. 250 Fahrer haben sich eingeschrieben, darunter auch 41 Teilnehmer des deutschen KW Berg-Cups, die in der Internationalen Serie eingeschrieben sind und somit beim beliebten Gipfelsprint-Event im Schweizer Kanton Schaffhausen eine echt starke Gruppe bilden. Das Aufgebot reicht vom 1,15-Liter VW Polo 16V, den Hugo Moser fahren wird, bis hin zu Holger Hovemanns 5727-Kubik-Dampfhammer namens Opel Kadett C GT/R V8. Spannung und volle Felder sind garantiert. Und wie zuletzt in Les Rangiers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wieder einige Rekorde purzeln. Der absolute Streckenrekord hat schon seit 2012 Bestand. Marcel Steiner absolvierte die exakt drei Kilometer lange Strecke damals in 1:08,49 min. «Das ist meine letzte Bastion», sagt Steiner etwas reumütig. «Und ich gehe davon aus, dass auch dieser Rekord am Sonntag ausradiert wird.» Die Hoffnung, dass dem LobArt-Piloten eine neue Bestmarke gelingt, ist allgegenwärtig. «Natürlich strebe ich meinen zehnten Gesamtsieg an, schliesslich will ich das „Stängeli“. Aber ich vermute, dass da mindestens einer etwas dagegen hat.» Dieser eine ist Eric Berguerand. Der Walliser kehrt am Wochenende zurück, nachdem er in Les Rangiers traditionsgemäß auf den Start verzichtet hatte. Seine Bilanz in der bisherigen Saison ist beeindruckend. Die ersten vier Bergrennen hat der Meisterschaftsleader allesamt gewonnen. Bis auf Anzère, wo es geregnet hat, hat er dabei immer eine neue Rekordzeit aufgestellt. Doch damit nicht genug: Berguerand war bisher in neun von zehn Läufen der schnellste Fahrer. Nur in Anzère konnte ihm Steiner im ersten Lauf das Wasser reichen. Die Frage nach dem Favoriten ist damit geklärt. Trotzdem gibt sich Steiner kämpferisch: «Oberhallau war immer ein gutes Pflaster. Ich hoffe, das bleibt so.» Im Vorjahr gewann der Berner die Zeitenjagd durch die Klettgauer Weinberge. Zweiter wurde damals Joël Volluz. Berguerand lud seinen Lola FA99 2018 nach Motorproblemen frühzeitig auf. Apropos Volluz: Der junge Walliser wird in Oberhallau aufgrund der Getriebeprobleme, die er in Les Rangiers hatte, fehlen. Bei den Tourenwagen dürfen sich die Fans auf ein neuerliches Duell zwischen Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann freuen. Zwischen den beiden Mitsubishi-Fahrern steht es in Sachen Siege 3:2 für Schnellmann, wobei Bratschi schon zwei technisch bedingte Ausfälle zu beklagen hatte. «Das ist auch der Grund, weshalb […]

Marcel Steiner Kolumne: Zwei Mal volle Punkte

31. August 2018

Die Woche zwischen den Bergrennen St-Ursanne und Oberhallau war zu kurz, die Zeit zu knapp und die Probleme am Mugen Motor zu groß, um einen Bericht zu schreiben. Dafür gibt’s jetzt zwei in einem. St-Ursanne – Les Rangiers: Die Strecke im Jura zählt zur Europa Bergmeisterschaft. Durch das stark international besetzte Starterfeld waren die Anspannung und Erwartung groß bei uns. Zudem jährte sich mein Unfall am 18. August 2013 bereits zum 5. Mal. Die Mutpassage von Les Grippons wurde seit letztem Jahr neu asphaltiert und die zwei Bodenwellen in der Kurvenmitte beseitigt. Mein 1. Trainingslauf verlief ganz ansprechend in 1.50.315 und ich reihte mich gleich hinter Christian Merli (Osella FA30, 1.44.953) und Simone Faggioli (Norma/Zytek, 1.46.890) ein. Hinter mir folgten Fausto Bormolini (Reynard-F3000, 1.52.845), Cyrille Frantz (Osella PA30, 1.55.972) und Diego Degasperi (Osella FA30, 1.56.380). Im 2. und 3. Training verbesserten wir von Lauf zu Lauf die Fahrwerksabstimmung und so konnte ich den Rückstand zu den zwei Topshots des europäischen Bergsports bei etwa 1 Sek/km halten. Jedoch rückten Bormolini, Degasperi und Frantz näher an mich heran. Beim Fahrzeugcheck am Samstagabend stellten wir noch einen durchgeschliffenen Unterboden am LobArt fest, was eine mühselige Reparatur nach sich zog. Aber ihr kennt ja inzwischen mein Team von Steiner Motorsport, die machen das locker! Am Renntag wollte ich mich ordentlich steigern. Doch bereits beim Start zum 1. Wertungslauf stotterte der Motor im 1. Gang und entfaltete nicht die volle Leistung, wie bereits im 3. Trainingslauf am Vortag. Bis „Le Malrang“, gelang mir ein guter Rennlauf. Ab Ausgang der „Spiegelkurve“ stotterte der Motor wieder und im restlichen Waldbereich konnte ich nicht mehr die volle Leistung nutzen. Am „Petit Susten“, in den drei Spitzkehren, war die Power des Motors wieder da. Trotz diesem Handicap erreichte ich das Ziel in 1.47.702, erneut hinter Simone Faggioli (1.42.710) und Christian Merli (1.44.101). Mit dieser Zeit war ich nicht gerade glücklich und zugleich sehr verunsichert, weil ich ein Video erhielt, auf dem der Motor stark rauchte. Ich befürchtete einen erneuten Motorschaden. Zurück im Fahrerlager machten wir uns auf die Suche nach der Ursache für die Probleme. Den Ölaustritt, der die Rauchfahne erzeugte, konnten wir lokalisieren, für die Aussetzer gab es jedoch kurzfristig keine Erklärung. Mit einem etwas mulmigen Gefühl startete ich zum 2. Rennlauf. Am Start erlebte ich genau dasselbe Szenario und auch ab „Le Malrang“ wieder Aussetzer und nicht volle Motorleistung. So war in 1.47.423 bloß eine minimale Steigerung möglich. Dies […]

Unfallserie am Schweizer Berg reiß nicht ab

28. August 2017

Die Schweizer Bergmeisterschaft steht in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Beim Bergrennen Oberhallau, das auch zum deutschen KW Berg-Cup zählt, ereignete sich am Rennsonntag (27.08.) gegen 18 Uhr ein folgenschwerer Unfall. Der Schweizer Pilot Martin Wittwer (Forst bei Längenbühl) ist mit seinem Peugeot 205 während des dritten Wertungslaufs im Streckenbereich Wäldchen, gleich nach der berüchtigten Brotlaube, schwer verunglückt. Der Fahrer aus dem Kanton Bern schleuderte mit seinem Tourenwagen über die Leitplanken und traf einen Baum. Die umgehend durch Streckenposten, Rettungssanitäter und Ambulanz eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass der verunglückte Pilot auf dem Weg mit dem Rettungshelikopter ins Krankenhaus verstarb. Tragischer Weise stand im Moment des Unfalls Martin Wittwers jüngerer Bruder Daniel Wittwer mit seinem VW Golf an der Startlinie und wartet auf seine Startfreigabe. Die fünfte Veranstaltung zur Schweizer Automobil Berg Meisterschaft wurde umgehend abgebrochen und aus Respekt vor dem Verunglückten keine Siegerehrung und Preisverteilung abgehalten.  Bedauerlicherweise ist die Tragödie um den dreiunddreißigjährigen Martin Wittwer der folgenschwerste von bislang drei gravierenden Unfällen in der aktuellen Saison. Beim Hembergrennen Mitte Juni hatte bereits der schwere Unfall von Top-Gear Schauspieler Richard Hammond bei Showfahrten für großes Aufsehen gesorgt. Hier sind mittlerweile von der FiA und Autosport Schweiz empfindliche Strafen an die Rennleitung und den Veranstalterverein ausgesprochen worden. Zwei Wochen später beim Bergrennen Reitnau, musste die Veranstaltung nach einem Crash von Chris Steiner (Porsche) abgebrochen werden, der mit komplizierten Beinverletzungen per Helikopter abtransportiert wurde. Für die Meisterschaften wurde das Resultat aus Oberhallau nach dem zweiten Durchgang als Wertungsgrundlage herangezogen. Über einen Erfolg freute sich unter diesen Umständen niemand, auch Marcel Steiner nicht, der bis zum Abbruch die Nase seines LobArt Mugen V8 hauchdünne 25/100 Sekunden von derer von Eric Berguerands Lola Cosworth in der Tageswertung hatte. Das Podium komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert im Osella PA 2000 Honda. Für Reto Meisel ging die Saison bereits am Trainingstag vorzeitig zu Ende. Der Mercedes SLK 340 V8 fing im letzten Probelauf im Heckbereich Feuer und bekam einiges ab. Eine schnelle Reparatur ist ausgeschlossen. Den Tourenwagensieg trug Roger Schnellmann im rund 700 PS starken Mitsubishi  Evo VIII davon. Bergrennen in Deutschland entbietet der Familie den Verwandten und Freunden von Martin Wittwer ihr tiefes Beileid und ist in Gedanken bei den Bergrennsportfreunden in der Schweiz. Foto: Teambeyou