Bergrennen am Gurnigel – 50 Jahre in der Schweizer Meisterschaft

30. August 2019

In einer Woche steht die 50. Auflage des traditionellen Schweizer Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Wie gewohnt haben zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Fahrer aus der Region bereits viele Vorarbeiten an der der gut 3,7 km langen Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad geleistet. Zusätzliche mobile Sicherheitselemente werden in diesen Tagen von den Profis der Firma Sagérime herbeigeführt und an den neuralgischen Stellen platziert, damit Zuschauer und Piloten bei einem Zwischenfall optimal geschützt sind. Die Startliste umfasst in diesem Jahr über 250 Namen, was einmal mehr das Interesse der Aktiven aus der ganzen Schweiz an diesem publikumswirksamen Anlass vor den Toren Berns bestätigt. Jetzt benötigt der Veranstalter nur noch etwas Goodwill von Petrus, damit am 7. und 8. September möglichst viele Zuschauer die Naturtribünen entlang der Piste belegen und die hohen Ausgaben gedeckt werden können. Als Ende der Sechzigerjahre angesichts des neuen Autoverlads am Lötschberg der bisherige Berner-Lauf von Mitholz nach Kandersteg ersetzt werden musste, erinnerten sich die damaligen Organisatoren an die Strecke im Gantrischgebiet, die erst kurz zuvor asphaltiert worden war. Nach zwei Probedurchgängen als Sektionsanlass (1968 und 1969) erfolgte 1970 die Ablösung des «Bühlstutzes» durch das 1. Nationale Bergrennen am Gurnigel. Da seither alljährlich ein Rennen ausgetragen worden ist, darf der VBG nun das 50-jährige Bestehen als Schweizer Meisterschaftslauf feiern. Da sowohl das Publikum wie auch die Fahrer 2018 die Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens eindeutig begrüßt haben, werden auch in diesem Jahr die Darbietungen der Automobilsportler ganz klar im Vordergrund stehen. Wie bereits kommuniziert wurde, feiert das Gurngigelrennen heuer den 50. Geburtstag von dessen Aufnahme in die Schweizer Meisterschaft. Seit 1970 hat hier ohne Unterbruch ein SM-Lauf stattgefunden, und dies wird mit einem kleinen, aber feinen Showblock gewürdigt. Bewusst beschränken sich die Verantwortlichen auf ein Dutzend Teilnehmer bzw. Fahrzeuge, die dieses Rennen in der Vergangenheit geprägt haben. Die prominenteste «Legende» ist Gurnigel-König Fredy Amweg (20 Tagessiege zwischen 1973 und 1998) auf seinem Eigenbau F2 von 1976, aber auch an Marcel Steiners Vater Heinz, der 20 Jahre nach seinem Rücktritt nochmals den Martini-CN-Boliden steuert, oder an Jürg Dürig und seinen spektakulären BMW 635 CSi dürften sich vor allem langjährige Besucher erinnern. Die komplette Liste mit Bildern der Fahrzeuge ist auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet. von Jürg Kaufmann (Text und Fotos)

Berguerand lässt Steiner in Oberhallau keine Chance

27. August 2019

Eric Berguerand hat mit dem Tagessieg in Oberhallau, dem fünften in diesem Jahr, einen großen Schritt in Richtung Meistertitel gemacht. Schon beim nächsten, dem vorletzten Rennen am Gurnigel könnte sich Berguerand die Berg-Krone sichern. Bei noch maximal 54 zu vergebenen Punkten braucht der Mann aus Charrat noch 26 Zähler. Gelingt ihm am Gurnigel ein weiterer Tagessieg in Rekordzeit würde er dafür 27 Punkte einheimsen. Damit könnte ihn Steiner, dem sein Streichresultat noch bevorsteht, beim Finale in Les Paccots (14./15. September) auch theoretisch nicht mehr einholen. Für Steiner, der in Oberhallau schon neun Mal zum Tagessieg gefahren ist, ist die Sache abgehakt. Die Meisterschaft sei gelaufen, meint er. «Eric müsste in den letzten Rennen technische Probleme haben. Aber danach schaut es nicht aus.» Mangelnden Einsatz kann man Steiner nicht vorwerfen. Der Berner war mit seinem LobArt LA01 erneut schneller als im Vorjahr. Doch gegen Berguerand in Hochform reicht das in dieser Saison nicht. Der Fahrer des Lola FA99 (Foto 1) war auch im Klettgau in jedem Lauf schneller als Steiner. Schon im ersten Durchgang stellte er in 1:18,00 min eine neue Rekordzeit auf. In der Addition der beiden schnellsten Fahrten war er 1,31 Sekunden schneller als Steiner. «Im Vorjahr habe ich auf dieser Strecke noch frühzeitig aufladen müssen», erinnert sich Berguerand. «In diesem Jahr läuft alles nach Plan.» Das Wort «Entscheidung» kommt Eric aber noch nicht über die Lippen. «Im Motorsport kann sich alles sehr schnell ändern. Aber es sieht im Moment sehr gut für mich aus.» Hinter den beiden Titelaspiranten tobte erneut ein Kampf um Platz 3. Diesen sicherte sich Robin Faustini. Der Aargauer setzte sich im Reynard F3000 gegen seinen Vater Simon Hugentobler im Osella PA30 (Foto 2) durch. «Es war knapp, aber ich hatte am Ende die Nase vorn», grinst Faustini, der Platz 3 in der Meisterschaft gegenüber Thomas Amweg, der in Oberhallau aus privaten Gründen fehlte, festigte. Die Top 5 komplettierte Ronnie Bratschi auf Mitsubishi Evo VIII. Der Urner war erneut der schnellste Tourenwagenpilot. Und auch er ließ sich in 1:14,56 min eine neue Rekordzeit notieren. «Ich wollte unbedingt meinen alten Rekord auslöschen», sagt Bratschi. «Das ist mir schon im ersten Lauf gelungen. Aber der zweite Durchgang war noch besser.» Hinter Bratschi reihte sich Markenkollege Roger Schnellmann ein. Sein Rückstand: 1,89 Sekunden. Drittschnellster Tourenwagenfahrer war der Deutsche Holger Hovemann in seinem Opel Kadett aus dem KW Berg-Cup. Drittschnellster Schweizer Tourenwagenpilot war erstmals Hermann Bollhalder in seinem Opel Speedster […]

Steiner hofft auf das «Stängeli» von Oberhallau

23. August 2019

Es geht Schlag auf Schlag: Am Wochenende steht mit dem Bergrennen in Oberhallau (SH) bereits der sechste Lauf in der Schweizer Berg-Meisterschaft auf dem Programm. Für die Schweizer Bergrennfahrer geht es Schlag auf Schlag weiter. Am Wochenende geht es in Oberhallau mit dem sechsten Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft weiter. 250 Fahrer haben sich eingeschrieben, darunter auch 41 Teilnehmer des deutschen KW Berg-Cups, die in der Internationalen Serie eingeschrieben sind und somit beim beliebten Gipfelsprint-Event im Schweizer Kanton Schaffhausen eine echt starke Gruppe bilden. Das Aufgebot reicht vom 1,15-Liter VW Polo 16V, den Hugo Moser fahren wird, bis hin zu Holger Hovemanns 5727-Kubik-Dampfhammer namens Opel Kadett C GT/R V8. Spannung und volle Felder sind garantiert. Und wie zuletzt in Les Rangiers ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wieder einige Rekorde purzeln. Der absolute Streckenrekord hat schon seit 2012 Bestand. Marcel Steiner absolvierte die exakt drei Kilometer lange Strecke damals in 1:08,49 min. «Das ist meine letzte Bastion», sagt Steiner etwas reumütig. «Und ich gehe davon aus, dass auch dieser Rekord am Sonntag ausradiert wird.» Die Hoffnung, dass dem LobArt-Piloten eine neue Bestmarke gelingt, ist allgegenwärtig. «Natürlich strebe ich meinen zehnten Gesamtsieg an, schliesslich will ich das „Stängeli“. Aber ich vermute, dass da mindestens einer etwas dagegen hat.» Dieser eine ist Eric Berguerand. Der Walliser kehrt am Wochenende zurück, nachdem er in Les Rangiers traditionsgemäß auf den Start verzichtet hatte. Seine Bilanz in der bisherigen Saison ist beeindruckend. Die ersten vier Bergrennen hat der Meisterschaftsleader allesamt gewonnen. Bis auf Anzère, wo es geregnet hat, hat er dabei immer eine neue Rekordzeit aufgestellt. Doch damit nicht genug: Berguerand war bisher in neun von zehn Läufen der schnellste Fahrer. Nur in Anzère konnte ihm Steiner im ersten Lauf das Wasser reichen. Die Frage nach dem Favoriten ist damit geklärt. Trotzdem gibt sich Steiner kämpferisch: «Oberhallau war immer ein gutes Pflaster. Ich hoffe, das bleibt so.» Im Vorjahr gewann der Berner die Zeitenjagd durch die Klettgauer Weinberge. Zweiter wurde damals Joël Volluz. Berguerand lud seinen Lola FA99 2018 nach Motorproblemen frühzeitig auf. Apropos Volluz: Der junge Walliser wird in Oberhallau aufgrund der Getriebeprobleme, die er in Les Rangiers hatte, fehlen. Bei den Tourenwagen dürfen sich die Fans auf ein neuerliches Duell zwischen Ronnie Bratschi und Roger Schnellmann freuen. Zwischen den beiden Mitsubishi-Fahrern steht es in Sachen Siege 3:2 für Schnellmann, wobei Bratschi schon zwei technisch bedingte Ausfälle zu beklagen hatte. «Das ist auch der Grund, weshalb […]

Rekord-Festival im Jura – Faggioli mit Mega-Bestmarke

19. August 2019

Bei der 76. Ausgabe des Bergrennens St.Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, purzelten die Rekorde gleich reihenweise. Nicht nur dank Gesamtsieger Simone Faggioli aus Italien. Trotz einigen Unterbrechungen war die 76. Ausgabe des Berg-Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers ein voller Erfolg. Vor allem was die Zeiten betrifft. Dass der Streckenrekord wackeln würde, weil die Piste für das diesjährige Rennen auch im oberen Bereich frisch asphaltiert wurde, war anzunehmen. Dass der neue Rekord aber gleich 2,3 Sekunden unter der alten Bestmarke liegt, zeigt die enorme Entwicklung im Bergrennsport. Verantwortlich für die neue Bestzeit ist Simone Faggioli. Der Italiener hat in seinem Norma M20 FC beim zur Europameisterschaft zählenden Lauf im Jura nichts anbrennen lassen und feierte seinen achten Erfolg in Serie, den neunten insgesamt. Faggioli setzte seine Bestmarke am Morgen, als die Temperaturen noch niedriger waren. Sein Widersacher und Landsmann Christian Merli konnte die 1:39,306 min erst am späten Nachmittag kontern, blieb aber mit 1:39,539 min knapp über der Bestzeit und lag am Ende als Zweiter zwei Sekunden hinter Faggioli. Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (187,78 km/h) verdeutlicht, wie rasant die beiden EM-Starter unterwegs waren. Platz 3 und damit der Sieg in der Schweizer Meisterschaft ging an Marcel Steiner. Auch er absolvierte die 5,18 km lange Strecke in einer neuen Schweizer Rekordzeit. «Das Ziel war eine 45er-Zeit», sagt Steiner. «Mit 1:44,561 min bin ich natürlich sehr zufrieden. Überhaupt war es ein sehr gutes Wochenende. Das Auto lag perfekt. Und bis auf ein paar Motorenaussetzer im ersten Lauf gab es keine Probleme.» Steiner hat mit dem Sieg in Les Rangiers bis auf einen Zähler auf Leader Eric Berguerand, der seit seinem schweren Unfall 2007 nicht mehr im Jura fährt, aufgeschlossen. Trotzdem liegen die Vorteile weiter beim Walliser. Der hat – im Gegensatz zu Steiner – durch den Startverzicht in Les Rangiers sein Streichergebnis bereits eingezogen. Außerdem hat Steiner in Les Rangiers trotz eines neuen Schweizer Rekordes keine Zusatzpunkte bekommen. «Die gibt es nur, wenn du den absoluten Streckenrekord fährst», weiß der Berner LobArt-Pilot. Bester Schweizer Formelfahrer war wie in Anzère Robin Faustini. Der junge Aargauer sicherte sich den siebten Gesamtrang und 20 wertvolle Punkte in der CH-Meisterschaft auf dem von Vater Simon Hugentobler geliehenen Reynard 97D (Foto oben). Hugentobler selbst wurde in einem Osella PA30 Cosworth (ex-Cyrille Frantz) mit etwas mehr als 4,5 Sekunden Rückstand auf seinen Sohn Zehnter im Scratch und Dritter in der Abrechnung der besten Schweizer – 1,4 […]

EM-Schlussphase beginnt in St. Ursanne – Steiner gegen Europas Berg-Elite

14. August 2019

Am Wochenende steigt die 76. Ausgabe des Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers. Mehr als 190 Fahrer sind gemeldet. Darunter auch die Elite des europäischen Bergrennsports. Die Schweizer Berg-Meisterschaft geht in die zweite Saisonhälfte. Am Wochenende steigt im Jura das Saisonhighlight mit dem Klassiker St-Ursanne – Les Rangiers. Zur 76. Ausgabe haben sich mehr als 190 Piloten eingeschrieben. Darunter auch namhafte Fahrer aus Italien, Österreich, Frankreich, Deutschland und Tschechien wie etwa der seit 2012 in Les Rangiers ungeschlagene Simone Faggioli (Foto oben) oder EM-Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Christian Merli (beide aus Italien). Daneben gibt es aber noch ein paar weitere Hochkaräter wie etwa der Österreicher Christoph Lampert, der zum ersten Mal in Les Rangiers am Start steht, der Franzose Cyrille Frantz sowie die beiden Südtiroler Diego de Gasperi und Fausto Bormolini. Aus Schweizer Sicht hat Marcel Steiner die besten Aussichten, gegen Europas Berg-Elite zu bestehen. Steiner hat 2010/2011 den Gesamtsieg in Les Rangiers errungen und komplettierte in den vergangenen zwei Jahren als Dritter jeweils das Podest. «Der Gesamtsieg wäre toll», sagt Steiner, «aber gegen Faggioli und Merli ist das ein schwieriges Unterfangen.» Für Steiner zählt aber nicht nur das Podium im Gesamtklassement, der Berner peilt in Les Rangiers seinen ersten Saisonsieg in der Schweizer Meisterschaft an. Bei den bisherigen vier Rennen stand ihm jeweils Eric Berguerand vor der Sonne. Der verzichtet seit seinem schweren Unfall 2007 traditionell auf den Saisonhöhepunkt im Jura. Steiner, der in der Meisterschaft 26 Punkte hinter Berguerand liegt, könnte somit zum Walliser aufschließen, muss aber im Verlauf der Saison ebenfalls noch ein Streichresultat in Kauf nehmen. Neben Steiner ist auch Joël Volluz ein Kandidat für ein Spitzenergebnis. Der Walliser hat allerdings einen Rückschlag erlitten. Beim Bergrennen in Osnabrück (D) verunfallte er. Volluz weiß deshalb noch nicht, ob er die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen hat. «Ich habe noch nicht alle Teile erhalten», sagt Volluz. «Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht.» Volluz’ einziger Gegner bei den «Single Seatern» bis 3000 cm3 wird Robin Faustini sein. Der junge Aargauer hat in dieser Saison schon mehrfach sein Können unter Beweis gestellt und war zuletzt, ebenfalls in Osnabrück, schnellster Fahrer mit einem klassischen Formelauto. Bei den hubraumschwächeren Monopostos wird der Sieg in der Schweizer Meisterschaft zwischen Henri Schmidt aus Porrentruy, der zuletzt in Anzère triumphierte, Joël Grand aus Chalais und Jean-Marc Salomon aus Courtedoux ausgemacht. Im Kampf um die Tourenwagenkrone wird es zu einer Neuauflage des Mitsubishi-Duells Roger Schnellmann gegen Ronnie […]

Getrübte Freude bei Berguerands viertem Saisonsieg

30. Juli 2019

Der vierte Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft von Ayent nach Anzère war von schlechtem Wetter und zwei Unfällen geprägt. Eines der Unfallopfer: Berguerand Senior. Am Wochenende stand im Wallis der vierte von acht Läufen zur Schweizer Bergmeisterschaft auf dem Programm. Alles war für einen spannenden Dreikampf zwischen Eric Berguerand, Marcel Steiner und Joël Volluz angerichtet. Doch das Heimrennen des Meisterschaftsführenden Berguerand wurde von einer Schlechtwetterfront heimgesucht. Regen und vor allem dichter Nebel verunmöglichten am Sonntagmorgen den Rennbetrieb. Und als es dann mit viel Verspätung endlich losging, sorgten zwei Unfälle für weitere Unterbrechungen. So wurden statt drei, nur zwei Wertungsläufe gefahren. Bei schwierigen Bedingungen erwischte es zuerst Thomas Zürcher, der ausgerechnet in Anzère zum ersten Mal mit dem neuen bei LMR vorbereiteten Turbomotor von Abarth an seinem F4-Tatuus ausrückte. «Wenn ich das Auto sehe», so Zürcher, «oder das, was noch davon übrig ist, bin ich froh, dass ich nur Prellungen, Schürfungen und Stauchungen davongetragen habe.» Bis die Strecke wieder frei war, vergingen rund eineinhalb Stunden. Diese lange Wartezeit nagte am Nervenkostüm einiger Fahrer. Am Besten damit zurecht kam Marcel Steiner. Der Berner liess sich im ersten Durchgang in 1:43,687 min die Bestzeit notieren. Doch der Vorsprung des LobArt-Piloten war nicht besonders groß. Berguerand war ihm mit 16 Hundertstelsekunden Rückstand dicht auf den Fersen. Und auch Joël Volluz, der in Anzère zum ersten Mal in dieser Saison bei einem Schweizer Meisterschaftslauf teilnahm, hatte nur 2,5 Sekunden auf Steiners Bestzeit eingebüßt. Der zweite Lauf musste also entscheiden. Und in dem bewies Berguerand seine ganze Klasse. Kurz bevor er zu seinem zweiten Heat ansetzen wollte, verunglückte sein Vater Louis auf seinem Formel Renault. Und zwar an derselben Stelle wie zuvor Thomas Zürcher. Beim Unfall zog sich der 81-jährige Senior einen offenen Armbruch zu. Wieder war der Rennbetrieb unterbrochen. Wie schwierig es für Berguerand jr. war, unter diesen Voraussetzungen die Konzentration zu behalten, kann man sich leicht vorstellen. Trotzdem gelang dem 40-jährigen Walliser im zweiten Durchgang die Bestzeit. In 1:38,329 min nahm er Steiner mehr als fünf Sekunden ab. «Die Bedingungen waren wirklich prekär», so Berguerand, der das Rennen in Anzère zum sechsten Mal gewann. «Ich bin froh, ist mein Vater einigermaßen glimpflich davongekommen.» Steiner hatte am Ende sogar um Platz 2 zittern müssen. Volluz fehlten im Ziel nur 0,1 Sekunden für Platz 2. Trotzdem freute sich Volluz. «Ich bin froh, dass das Auto heil geblieben ist. Bei diesen Bedingungen kann immer schnell etwas schief gehen.» […]

Vorschau Ayent-Anzère – Aus dem Duell wird ein Dreikampf

23. Juli 2019

Die 44. Ausgabe des Bergrennens Ayent-Anzère in der Schweiz steht vor der Türe. Favorit ist Eric Berguerand. Doch der kriegt es am Wochenende gleich mit zwei Gegnern zu tun. Eric Berguerand ist der große Dominator der Schweizer Bergmeisterschaft. Nimmt man die letzten zwei Rennen von 2018 dazu, ist der Formel-3000-Pilot aus Charrat bei Martigny seit fünf Rennen nicht nur ungeschlagen, er hat auch sämtliche Streckenrekorde niedergerissen. Vor seinem Heimspiel in Anzère ist er dementsprechend motiviert, die Serie fortzusetzen. «Es läuft gut», sagt Berguerand bescheiden, «aber im Rennsport darf man sich nie zurücklehnen. Und schon gar nicht glauben, dass es immer so weitergeht. Es kann immer etwas passieren. Aber ich freue mich natürlich auf mein Heimspiel und hoffe, dass möglichst viele Fans zur Unterstützung kommen.» Eric Berguerand weiß, dass er sich trotz den zu erwartenden sommerlichen Temperaturen warm anziehen muss. Denn beim Klassiker oberhalb von Sion hat der Walliser nicht nur Marcel Steiner als Gegner zu fürchten. Mit Joël Volluz greift ein weiterer Kandidat um den Tagessieg ins Geschehen ein. «Wir wissen alle, wie schnell Joël ist», sagt Berguerand, «Es wird sicher nicht einfach, ihn zu schlagen. Aber abgerechnet wird am Sonntagabend. Und ich werde wie immer mein Bestes geben.» Volluz bleibt punkto Prognosen vorsichtig. Der junge Walliser aus Le Châble weiß um die Stärke von Berguerand, hat sich aber mit internationalen Einsätzen bestens vorbereitet. Beim Bergrennen Trofeo Vallecamonica in der Nähe von Brescia hat Volluz (Foto oben) am letzten Wochenende die Wertung im FIA Hill Climb Cup gewonnen. «Eric hat einen guten Lauf. Und Marcel ist ein ausgezeichneter Pilot. Ich rechne damit, dass es bei der Vergabe der Plätze auf dem Podium sehr eng wird», so der Osella-Pilot. Das hofft auch Steiner. Der Berner ist nach drei Niederlagen gegen Berguerand in dieser Saison hoch motiviert, den Spieß umzudrehen, sagt zur aktuellen Lage aber: «Es wird schwierig. Mal schauen, wie sich der neue Belag auswirkt. Aber ich werde mich im Wallis den Wallisern nicht kampflos geschlagen geben.» Jeder aus dem Trio hat übrigens in Anzère schon mindestens einmal ganz oben gestanden. Volluz gewann die Ausgabe 2015, Steiner siegte 2010, 2011, 2012 und 2017. Und Berguerand sicherte sich in den Jahren 2007, 2013, 2014, 2016 und 2018 in der Rekordzeit von 1:26,992 min jeweils den größten Pokal. Vom «King of Anzère» sind alle drei aber noch ein Stückchen entfernt. Den Titel trägt Fredy Amweg mit 13 Siegen – vor Jean-Daniel Murisier (9), dem […]

Berguerand lässt’s auch in Massongex krachen

9. Juli 2019

Eric Berguerand bleibt in der Schweizer Bergmeisterschaft ungeschlagen. Auch bei seinem Heimspiel in Massongex war der Walliser eine Klasse für sich. Mangelnden Einsatz kann man Marcel Steiner, dem amtierenden Schweizer Bergmeister in der Kategorie Rennwagen, nicht vorwerfen. Der Berner unternimmt alles, um Herausforderer Eric Berguerand am Siegen zu hindern. Doch Steiner ist zurzeit machtlos gegen den Mann aus Charrat und seinen Lola FA99. «Ich habe alles versucht – leider erfolglos», sagt Steiner. «Grundsätzlich bin ich mit meiner Leistung zufrieden. Aber es reicht im Augenblick einfach nicht, um Eric zu bezwingen.» Schon im Training hatte Berguerand mit einer Zeit von 1:47,4 min aufhorchen lassen. Doch das war noch nicht alles. Am Renntag packte der fünfmalige Schweizer Meister den Hammer aus. In den ersten beiden Läufen stanzte Berguerand jeweils eine 1:45er-Zeit in den Asphalt. Weil bei Steiner die Uhr bei 1:47,7 respektive 1:47,6 min stehengeblieben war, war die Entscheidung schon vor dem dritten Durchgang zugunsten des Lokalmatadors gefallen. Doch Berguerand hatte noch nicht genug. Im letzten Heat verbesserte er seine bisherige Bestzeit um 1,5 Sekunden und liess sich mit 1:43,714 min den dritten Streckenrekord in diesem Jahr respektive den fünften in Folge notieren, wenn man die beiden Rennen am Gurnigel und in Les Paccots von 2018 dazunimmt. Berguerand, der auf seiner Rekordfahrt sieben Zehntelsekunden schneller war als Steiner 2012, liess sich im Ziel feiern, blieb aber mit seiner Analyse gewohnt sachlich. «Es läuft von Rennen zu Rennen immer besser. Die neuen Aeroteile, die ich im Winter ans Auto geschraubt habe, funktionieren. Und wie es scheint habe ich die technischen Probleme aus dem Vorjahr im Griff.» Berguerand gilt unter diesen Voraussetzungen auch für den weiteren Verlauf der Saison als haushoher Favorit. In Anzère beim nächsten Rennen (27./28. Juli) könnte ihm neben Steiner allerdings auch sein Walliser Kollege Joël Volluz gefährlich werden. Der greift mit seinem Osella FA30 auf seiner Heimstrecke erstmals ins Geschehen ein, fühlt sich nach international gefahrenen Bergrennen aber bestens vorbereitet. Hinter Berguerand und Steiner sicherte sich Robin Faustini in Massongex den dritten Gesamtrang. Der 21-Jährige aus Suhr im Kanton Aargau fuhr bei seinem ersten Start auf der 3150 Meter langen Strecke eine persönliche Bestzeit von 1:52,666 min. Allerdings sparte sich der Fahrer des Reynard Formel Nippon neue Reifen für das nächste Rennen in Anzère auf. Nur 1,5 Sekunden hinter Faustini kam Christian Balmer auf seinem Tatuus FM als Vierter ins Ziel. Nicht am Start war Vorjahressieger Marcel Maurer. Der Berner […]

Vorschau Massongex (CH): Kann Steiner Berguerands Siegesserie stoppen?

3. Juli 2019

Die Schweizer Berg-Saison macht keine Pause. Am Wochenende steht in Massongex (VS) bereits der dritte Lauf auf dem Programm. Gelingt Eric Berguerand der Hattrick? Nach den beiden Auftaktrennen in Hemberg (SG) und Reitnau (AG) gastiert die Schweizer Berg-Meisterschaft am Wochenende in Massongex zum dritten Lauf 2019. 106 Teilnehmer haben sich eingeschrieben, darunter 80 in den NATionalen Kategorien. Das ist gegenüber Reitnau weniger als die Hälfte, aber immer noch deutlich mehr als im Vorjahr, als nur knapp 60 Autos die 3150 Meter lange Strecke Richtung Vérossaz, oberhalb von Saint-Maurice, in Angriff nahmen. Der Grund für das eher bescheidene Starterfeld ist für viele die Streckencharakteristik. Diversen Vollgaspassagen folgen enge Spitzkehren. «Das geht teilweise richtig aufs Material», sagt Mitsubishi-Pilot Roger Schnellmann, der den Lauf in Massongex aus diesem Grund auslässt. Auch Marcel Steiner, der im Vorjahr in Massongex einen Motorschaden im Training erlitt, sagt: «Ein paar Kurven weisen eine große Höhendifferenz aus. Da muss man am Kurvenausgang warten, bis alle vier Räder wieder Kontakt zur Strasse haben. Wer da zu früh aufs Gas steht, handelt sich rasch einen Schaden ein.» Steiner hat die ersten beiden Duelle gegen Eric Berguerand in dieser Saison verloren und möchte in Massongex den Rückstand auf den Walliser auf keinen Fall noch größer werden lassen. Doch dieses Unterfangen wird schwierig. «Ich war in Reitnau etwas ratlos. Mein Gefühl im zweiten Lauf war besser als die Zeit auf der Anzeige. Aber ich werde in Massongex wieder alles geben und versuchen, Berguerand am dritten Sieg in Folge zu hindern.» Berguerand indes reist mit stolz geschwellter Brust zum ersten seiner beiden Heimrennen an. Zwei Siege und zwei neue Streckenrekorde stempeln den Mann aus Charrat bei Martigny zum Favoriten. Und das obwohl Berguerand im Vorfeld dieser Saison kein einziges Rennen und keinen einzigen Test absolviert hat. «Wir haben offenbar gute Arbeit über den Winter geleistet», sagt der 40-jährige Berguerand, dessen Vater Louis mit 81 Jahren übrigens der älteste Teilnehmer am Wochenende ist. Eric Berguerand ist in Massongex auch Rekordsieger. Von den seit 1984 24 ausgetragenen Rennen hat der furchtlose Walliser sechs gewonnen. Sein erster Sieg 2002 liegt bereits 17 Jahre zurück. Auf Platz 2 der ewigen Bestenliste rangiert Marcel Steiner mit drei nationalen Erfolgen (2010-2012). Den letzten Tagessieg im unteren Rhonetal sicherte sich Marcel Maurer. Der Formel-Renault-Pilot setzte sich im Vorjahr – nach dem Motorschaden von Steiner und den Anlasserproblemen bei Berguerand – in einem engen Duell gegen Christian Balmer durch. Beide sind […]

Wieder Rekord und Tagessieg für Berguerand

1. Juli 2019

Eric Berguerand ist nicht zu bremsen. Auch beim zweiten Lauf zur Schweizer Berg-Meisterschaft in Reitnau war der Walliser auf seinem Lola FA99 eine Klasse für sich. Der amtierende Schweizer Marcel Steiner hat schon vor der Saison gewarnt: «Wenn Berguerand seinen Lola FA99 technisch im Griff hat, ist er schwer zu schlagen.» Steiner hat bisher Recht behalten. Auch beim zweiten Aufeinandertreffen am Berg im aargauischen Reitnau ist der Walliser klar der Schnellere. Damit liegt Berguerand nach zwei von acht Bewerben mit dem Punktemaximum von 54 Zählern bereits 14 Punkte vor Steiner. Berguerand hatte in Reitnau schon im ersten Training den Tarif durchgegeben. Den Streckenrekord von Steiner aus dem Vorjahr (47,86 sec) verpasste der 40-Jährige aus Charrat bei Martigny nur um knapp vier Zehntelsekunden. Doch es war nur eine Frage der Zeit, ehe Berguerand die Bestmarke knacken würde. Schon im Wertungslauf war es dann soweit: Berguerand absolvierte die 1605 Meter kurze Strecke in 47,35 sec. Bei Steiner indes blieb die Uhr erst bei 48,98 stehen. Weil die Addition der beiden Wertungsläufe über den Tagessieg entscheidet, lag Steiner also schon vor dem zweiten Lauf deutlich zurück. Diesen absolvierte er dann in 48,51 sec. Doch das reichte bei Weitem nicht. Eric Berguerand pulverisierte den Rekord abermals und liess sich im zweiten Heat eine Zeit von 47,22 sec notieren. Damit lag der Mann mit der Startnummer 45 in der Addition fast drei Sekunden vor Steiner. «Ich bin sehr zufrieden, wie es momentan läuft», sagt Berguerand. «All die Arbeit, die ich ins Auto investiert habe, scheint sich auszuzahlen. Ich hoffe, dass es am kommenden Wochenende in Massongex, beim dritten Lauf, ähnlich gut läuft.» Steiner gab zu, dass er auf seinem LobArt LA01 in Reitnau kein Mittel gegen Berguerand gefunden hatte. «Der erste Lauf war nicht perfekt. Im zweiten dachte ich, ich sei vom Gefühl her schneller. Aber es kommen noch andere Rennen. Und ich habe Eric im letzten Jahr auch geschlagen. Also einfach weiter konzentriert arbeiten und Gas geben.» Genau das muss Steiner auch. Denn von hinten droht die Konkurrenz näher zu kommen. Thomas Amweg, der in beim Auftakt in Hemberg bereits den dritten Platz für sich beanspruchte, war auch in Reitnau «Best oft he Rest». Und der Abstand zu Steiner ist geschmolzen. Auf der 153 Meter längeren Piste in St.Gallen verlor Amweg mit seinem Lola B99/50 auf Steiner noch 5,5 Sekunden. In Reitnau waren es nur noch 2,2 Sekunden. Dazu Amwegs Kommentar: «Ich bin ganz […]

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