Nach Showfahrt-Crash am Hemberg – FiA fordert Stellungnahme

14. Juni 2017

Wie der weltweiten Presse zu entnehmen war, kam es am Samstag, 10. Juni 2017 während Showfahrten im Rahmen des Bergrennens Hemberg, erster Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft 2017, zu einem schweren Unfall. Nach der Zieldurfahrt kam Richard Hammond im Elektrofahrzeug „Concept One“ des kroatischen Herstellers Rimac, vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit, rund 300 Meter nach der Ziellinie des Bergrennens von der Straße ab. Der Moderator der Auto-Kultsendung „Top-Gear“ riss das Hemberger Ortsschild mit sich und stürzte in die Tiefe, zwischen Häusern den Hang hinunter und kam erst kurz vor einem Zuschauerweg auf dem Dach zu liegen. Der 2-Millionen-Bolide mit über 1000 PS ging in Flammen auf, nur  Sekunden, nachdem sich Hammond aus dem Wrack retten konnte. Der TV-Star erlitt lediglich eine Knieverletzung, wurde aber per Hubschrauber ins Krankenhaus verbracht. Hierzu veröffentlichte die Schweizer Motorsport Behörde „Autosport Schweiz“ auf Ihrer Webseite folgendes: Dieser Unfall war dem Motorsport und dem Bergrennsport nicht sehr zuträglich hat sich doch bereits die FIA (Fédération International du Sport Automobile) gezwungen gesehen, bei Auto Sport Schweiz eine Stellungnahme einzufordern. Auto Sport Schweiz seinerseits sieht sich veranlasst, diesen Fall eingehend zu untersuchen und ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werden vorderhand keine weiteren Informationen an Dritte erteilt. Wir bitten um Verständnis. Gut 7.000 Besucherinnen und Besucher nutzten das sonnig-warme Wetter am Samstag und Sonntag, um das Bergrennen Hemberg zu besuchen. Knapp 200 Fahrer nahmen an den 3 Trainingsläufen am Samstag (der vierte Trainingslauf wurde gestrichen) und den drei Rennläufen am Sonntag teil. Sieger der Veranstaltung wurde Marcel Steiner (LobArt Mugen V8) von der Equipe Bernoise, der mit einer Zeit von 1:49.31 die 1758 Meter lange Strecke über eine Höhendifferenz von 157 Metern meisterte. 

Viel Spannung vor Schweizer Saisonstart in Hemberg

7. Juni 2017

Mit dem Bergrennen in Hemberg beginnt am kommenden Wochenende (10./11. Juni) die Schweizer Bergmeisterschaft 2017. Die Titelfavoriten sind dieselben wie im Vorjahr, doch tut sich bei den Tourenwagen und Rennsportwagen einiges. Die Saison umfasst dieselben sieben Bergrennen in derselben Reihenfolge wie 2016. Den Anfang macht am 11. Juni das 2012 wiederbelebte Rennen in Hemberg im Kanton St. Gallen, knapp eine Fahrstunde südlich des Bodensees. Am 2. Juli lockt die Eintagesveranstaltung in Reitnau Teilnehmer und Zuschauer ins Schweizer Mittelland. Mit 1758 bzsw. 1605 m sind es die beiden kürzesten Strecken im Kalender. Mitten in den Walliser Bergen findet am 23. Juli der dritte SM-Lauf statt, dessen Ziel im Ferienort Anzère liegt. Die wohl schnellste Bergrennstrecke Europas von St-Ursanne nach Les Rangiers, wo Simone Faggioli seit Jahren die eigenen Rekorde stetig verbessert und 2016 auf 182,6 km/h geschraubt hat, ist am 20. August der vierte Schauplatz. Seit 1972 zählt dieses Rennen zur EBM und zur Schweizer Meisterschaft, wobei das malerische Städtchen St-Ursanne in gut einer Stunde ab dem Dreiländereck in Basel zu erreichen ist. Wer schon mal in der unglaublich schnellen Kurve „Les Gripons“ stand, die unter der Autobahnbrücke verläuft, kennt das Gefühl von Gänsehaut. Joël Volluz begrub dort im Vorjahr bei einem horrenden Unfall im Osella FA30 seine Titelchancen, ist aber wie die ganze Fachwelt froh, ihn heil überstanden zu haben. Ganz nahe an der süddeutschen Grenze ist eine Woche später das Bergrennen Oberhallau im Schaffhauser Klettgau. Dort ist auch der KW-Berg-Cup wieder zu Gast. Das Aufeinandertreffen der deutschen und Schweizer Tourenwagenelite ist das Salz in der Suppe dieser tollen Veranstaltung. Am 10. September steht das 1910 erstmals durchgeführte Bergrennen am Gurnigel vor den Toren der Hauptstadt Bern auf dem Programm. Wie bei allen Bergrennen in der Deutschschweiz werden dort bei schönem Wetter weit über 10.000 Zuschauer erwartet, was überall für prächtige Kulissen sorgt. Den Abschluss der Saison bildet am 17. September das auf der zweitschnellsten Strecke ausgetragene Bergrennen Châtel-St-Denis–Les Paccots (der Rekord von Volluz liegt bei 171 km/h) oberhalb von Montreux und des Genfersees. Joël Volluz ist zwar mit dem Neuaufbau eines Osella FA30 beschäftigt, wird damit jedoch aus zeitlichen und finanziellen Gründen wohl dieses Jahr nicht mehr fertig. So ist Eric Berguerand mit seinem Lola FA99-Cosworth, dessen Aerodynamik der fünffache Meister im Detail modifiziert hat, erneut der Kronfavorit auf den Titel bei den Rennsportwagen. Marcel Steiner macht ihm diesen zwar mit dem LobArt-Mugen V8 streitig, ob Fahrer und Fahrzeug im […]

Thomas Amweg in den F3000-Fußstapfen seines Vaters

19. Mai 2017

Lange musste Thomas Amweg warten, um die Zukunftsweichen für sein Rennsportprogramm nach eigenem Wunsch stellen zu können. Doch jetzt ist alles in trockenen Tüchern. Der Sohn des fast vor 20 Jahren zurück getretenen „König der Schweizer Berge“ Fredy Amweg wird einen Lola Cosworth Formel 3000 in der Schweizer Bergmeisterschaft pilotieren. Der Viert platzierte in der Endabrechnung der Berg SM 2016 hatte in den letzten Jahren viele Erfahrungen im ex-Sebastian Vettel Dallara Mercedes Formel 3 sammeln können. Der 32-jährige betätigte sich sowohl auf der Rundstrecke, im REMUS Formel-Pokal, als auch im Bergrennsport. Zudem sicherte sich Amweg mehrere Siege in einem PRC-Honda von Walter Pedrazza, in dessen Sports Car Challenge. Das mit finanzieller Unterstützung von Hans Peter, Inhaber der Phimmo Immobilien AG und Besitzer jenes historischen Ralt BMW Formel 2 mit dem Amweg im vergangen Jahren den Tagessieg bei der Arosa Classic Car gewann, neu angeschaffte F3000-Fahrzeug mit der Typenbezeichnung B99/50 stammt aus den Beständen des zurückgetretenen dreifachen Berg-Europameisters Franz Tschager aus Südtirol und wurde auch schon von den späteren Formel 1-Größen Mark Webber und Juan-Pablo Montoya gefahren. „Nach der Formel Renault und der Formel 3 ist dies nun mein nächster logischer Schritt“, freut sich Thomas Amweg in einem Gespräch mit Peter Wyss von motorsport.com. „Es ist sensationell, dass mir nun Hans Peter dies ermöglicht. Das Auto befindet sich in einem exzellenten Zustand und ist von Franz Tschager schon gut für den Berg eingestellt. Wir bereiten den Wagen derzeit sauber vor und ergänzen einige Updates des Modells B02, die im Gesamtpaket enthalten waren“. In den nächsten Wochen plant der Aargauer Testfahrten in Hockenheim. Läuft alles in gewünschten Bahnen ist schon ein Start beim Heimrennen am 2. Juli in Reitnau anvisiert, bevor es nach Anzère und Oberhallau gegen soll. Ab der Saison 2018 ist dann die komplette Schweizer Bergmeisterschaft geplant. Mit seinem Sohn Thomas fiebern wird Fredy Amweg auf alle Fälle. Der mittlerweile 67jährige ist unbestritten eine Legende in der Schweiz. Auf Formel 2 und Formel 3000 gewann Amweg Senior zwischen 1971 und 1998 mehrmals jedes Bergrennen in der Schweiz und auch zahlreiche im Ausland – insgesamt rund 200 Tagessiege! Genau 15x gewann Amweg den „Coupe der Schweizer Berge“, aus dem später die Schweizer Bergmeisterschaft erwuchs.

Marcel Steiner heiß auf Eschdorf und Berg SM

1. Mai 2017

Die ersten Schritte des nagelneuen LobArt-Rennwagens machte Marcel Steiner im Mai des Vorjahres in Eschdorf. Einige Kinderkrankheiten förderten die ersten Meter in Luxemburg zwar zu Tage, doch das verborgene Potential blitzte bereits auf. Am Ende der Saison 2016 war vieles am italienischen E2-SC-Sportwagen aussortiert und es sprang sogar unverhofft der Vize-Titel in der Schweizer-Bergmeisterschaft heraus. Nun sollen in 2017 weitere Fortschritte gemacht werden, denn das Team Steiner Motorsport will zurück an die Spitze! „Nachdem der LobArt Mugen V8 in Italien überwinterte und auch bei uns in Oberdiesbach noch einige Arbeiten verrichtet wurden, sind wir bald bereit für die neue Saison und freuen uns schon sehr darauf! In Zusammenarbeit mit E.G.S. LobArt konnten wir die Aerodynamik überarbeiten und die Hinterachskinematik anpassen. Nun stehen in unserer Werkstatt die letzten Schliffe an, damit wir am Abend des 4. Mai ein kurzes Rollout auf der französischen Test- und Rundstrecke Anneau du Rhin absolvieren und uns dabei den letzten Feinabstimmungen widmen können. Der erste Renneinsatz ist dann für das kommende Wochenende vom 6. und 7. Mai beim Hill Race in Eschdorf geplant. Ab Juni hat für uns wieder die Schweizer Bergmeisterschaft Priorität, daneben sind aber auch vier Starts im Ausland geplant“, informiert Marcel Steiner in seiner aktuellen Presse-Mitteilung. Die Steiner-Fans außerhalb der Schweiz dürfen sich voraussichtlich auf die Starts bei den Bergrennen Eschdorf, Ecce Homo, Osnabrück und Mickhausen freuen.

Termine 2017 – Schweizer Bergmeisterschaft

11. Februar 2017

Der Organisator der Veranstaltung La Roche-La Berra hat die Schweizer Motorsport-Obrigkeit Auto Sport Schweiz mit einem Schreiben vom 07. Februar 2017 darüber informiert, dass die für den 01./.02. Juli 2017 geplante Veranstaltung nicht stattfinden kann. In ihrer Sitzung vom 08. Februar 2017 hat sich die Nationale Sportkommission (NSK) eingehend beraten und entschieden, die Absage von La Roche-La Berra mit der Aufnahme des Bergrennens Reitnau in den Meisterschaftskalender zu kompensieren. In den vergangenen Wochen sorgte die Doppelterminierung der beiden Bergrennen auf das erste Juni-Wochenende bereits für reichlich Diskussionsstoff. Durch die Absage hat sich dieses Problem von selbst gelöst. Dem entsprechend sieht der neue Kalender zur Schweizermeisterschaft Berg 2017 wie folgt aus: 10./11. Juni 2017 – Bergrennen Hemberg 02. Juli 2017 – Bergrennen Reitnau 22./23. Juli 2017 – Course de Côte Anzére 19./20. August 2017 – Course de Côte St. Ursanne-Les Rangiers 26./27. August 2017 – Bergrennen Oberhallau 09./10. September 2017 – Bergrennen Gurnigel 16./17. September 2017 – Course de Côte Les Paccots

8 aus 29 – Teilnehmer an der Junior Berg-SM gefunden

4. Februar 2017

Die Cockpits der neu geschaffenen Schweizer Junior-Bergmeisterschaft sind vergeben. Acht Nachwuchsfahrer aus der gesamten Schweiz und im Alter zwischen 18 und 26 Jahren haben es geschafft, sich in einer Sichtung und Ausscheidung die am 8. Januar auf dem Gelände des Swiss Driving Event GmbH stattfand, zu qualifizieren. Insgesamt 29 Interessenten meldeten sich auf den Aufruf von Initiator Hans Schori und dessen Sohn Yves Meyer, die auch als Instruktoren des Eventcenter Seelisberg die Betreuung der Nachwuchsrennsportler übernommen haben. Als fachkundiger Beobachter wirkte auch FiA-E1-Hill Climb Cup-Champion Ronnie Bratschi mit. Nachdem 23 die Zulassungskriterien erfüllten, erschienen 21 Kandidaten Anfang Januar in Seelisberg, um die acht Fahrerplätze auf identischen Toyota GT86-Tourenwagen unter sich auszumachen. Virtuell per Rennsimulator, bei einem Wissenstest über Fahrzeuge und Technik und einer realen Talentprobe in einem Mitsubishi Evo 8, auf dem winterlichen Geläuf des Testgeländes, kristallisierten sich schlussendlich die acht Protagonisten der Junior Berg SM 2017 heraus. Dies sind der erst 18-jährige Yannick Egler, die drei 21-jährigen Raphael Feigenwinter, Joshua Reynolds und Aurelio Demski, der 23-jährige Rolf Reding, der 25-jährige Benjamin Devaud sowie die 26-jährigen Lukas Eugster, der aus der Schweizer Kart-Meisterschaft kommt und Mario Koch. Letzterer ist der Sohn von Interswiss-Berg-Routinier Josef „Seppi“ Koch. Die nächsten Termine für die acht Swiss Race Academy-Piloten sind bereits fix. In fünf  Wochen, am 11. März steht erneut in Seelisberg, der erste Medientag auf dem Programm, bevor am 22./23. Mai ein Lizenz-Kurs auf dem Hockenheimring zu absolvieren ist. Richtig ernst wird dann am zweiten Juni-Wochenende beim Bergrennen Hemberg. Danach präsentiert sich das Octet noch bei den Bergrennen Anzere, Oberhallau und Gurnigel. Quelle: AutoSprint.ch – Peter Wyss

Hans Schori bildet Schweizer Bergrennnachwuchs aus

9. November 2016

Schweizer Nachwuchs-Rennfahrer sind oft gezwungen, ihre Karriere im Ausland zu starten. Lange Anfahrtswege, schlechte Trainingsmöglichkeiten und hohe Kosten sind Herausforderungen, die es dabei zu meistern gilt. Nationale und internationale Karrieren sollen zukünftig in der Schweiz starten, dies hat sich das bekannte Eventcenter Seelisberg, mit seiner Swiss Race Academy, zum Ziel gesetzt. Junge Fahrerinnen und Fahrer sollen vor allem dem Bergrennsport zugeführt werden, denn aktuell liegt das Durchschnittsalter der Rennfahrer in der Schweiz bei 40 Jahren. Stimmt der Schweizer Automobilsportverband ASS zu, wird es schon zu Jahresbeginn 2017 zwei Sichtungen auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Seelisberg, hoch über dem Vierwaldstättersee, geben. Am Ende werden so sieben Teilnehmer ermittelt sein, die um eine neu ins Leben gerufene Junior-Schweizer-Meisterschaft bei Bergrennen fahren werden. Instruktoren sind der frühere Schweizer Bergmeister Hans Schori und sein Sohn Yves Meyer. Als Schulungs- und Rennfahrzeuge stehen acht identische Toyota GT86 bereit. Einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurden die nach dem SuperSerie und LOC2-Reglement vorbereiteten Tourenwagen schon im vergangenen Juni beim Bergrennen in Reitnau. Die Bewerbungsfrist für den zwischen 18 und 28 Jahren jungen Nachwuchs läuft noch bis zum 16. Dezember. Nach zwei Ausbildungskursen im Januar 2017 und einem Medientag im März, stehen dem Nachwuchs im April die ersten Tests und Renneinsätze bei Slalomveranstaltungen ins Haus. Bei den Bergrennen Reitnau, Oberhallau und am Gurnigel werden dann die Youngster in Können unter Beweis stellen. Mit umgerechnet etwas über 8.000€ für die komplette Saison sind die „Auserwählten“ bereits dabei. Die erste Sichtung beläuft sich kostenmäßig auf 185 CHF, der zweite Kurs steht dann mit 245 Schweizer Franken zu Buche. Bis zu 40 Anmeldungen werden angenommen. Vorbild für diese Art von Nachwuchsgewinnung  war übrigens die Schweizer Junior-Rallye-Meisterschaft, in der mit R2-Autos gefahren wird. Quelle: AutoSprint.ch – Peter Wyss Fotos: Rami Hänggi

Mehr als nur ein Bergrennen – 131 Fahrer beim zweiten Masters dabei

5. Oktober 2016

Die noch junge Geschichte des FiA Hill Climb Masters wird am kommenden Wochenende im tschechischen Sternberk eine Fortsetzung finden. Zum zweiten Mal, nach der grandiosen Premiere im luxemburgischen Eschdorf in 2014, werden die besten Bergrennspezialisten Europas bei einem Event vereint sein, doch das ist nicht immer gewährleistet. Die auf 3,3 km verkürzte, fast permanente Bergrennstrecke von Ecce Homo, die ein Stück am Sternberker Stadtrand entlangführt, dürfte den Protagonisten der Berg-Europameisterschaft und vor allem den 30 einheimischen, tschechischen Teilnehmern bestens bekannt sein. Völliges Neuland betreten hingegen erneut die starken Piloten aus Großbritannien oder die erstmals am Masters teilnehmende Abordnung aus Griechenland. Beide Landesmannschaften reisen übrigens mit eigens gecharterten Trucks im Sammeltransport an. Bedauerlicher weise fehlen die noch in Eschdorf durch ihr sympathisches Auftreten aufgefallenen Teams aus Malta und Irland, denen die lange Anreise in den Osten der Tschechischen Republik zu beschwerlich war oder der von der FiA vorgegebene Zweijahresrhythmus aus vielerlei Gründen nicht in die Saisonplanung passt. Am 8. und 9. Oktober werden sicherlich Bergrennsportfans aller Herren Länder das Wochenende vor ihren PC´s oder Notebooks verbringen, denn wie man hört werden die Läufe zum FiA Hill Climb Masters live im Internet zu verfolgen sein, und das beschränkt sich nicht nur auf den Zeitenmonitor. Acht Kameras werden am Renntag für ein Live-Streaming auf Youtube sorgen und auf die kleine Stadt Sternberk, mit ihren 14.000 Einwohnern gerichtet sein. Dort besitzt der Motorsport eine lange Tradition, wurde doch bereits 1905, also vor 111 Jahren erstmals ein Anlass für Automobile ausgetragen. Doch zwei von drei Goldmedailliengewinner aus 2014 werden beim Live-Stream nicht über den Bildschirm flimmern. Der Norma M20 FC mit dem 4-Liter V8-BMW-Triebwerk von Nicolas Schatz, also des Französischen Bergmeisters der letzten Jahre, ist derzeit auf dem Pariser Autosalon ausgestellt und auch der 2014er Kategorie 2-Sieger Eric Berguerand, der erneut die Schweizer Berg-Krone mit seinem Lola Cosworth-E2-SS-Umbau gewinnen konnte, machte keine Anstalten in Richtung Masters. Aus bekannten Gründen (BiD berichtete) wird auch der 2014ner Bronzeträger und U25-Hero David Hauser aus Luxemburg fehlen. Zudem war das vergangene Rennwochenende sehr verlustreich. Die beiden Schweizer Reto Meisel und Marcel Steiner sowie die Deutsche Speerspitze Holger Hovemann mussten ihre geplante Teilnahme am Masters auf Grund von technischen Defekten oder gar Unfällen absagen. Doch wir wollen hier ja nicht nur aufzählen wer alles nicht in der Region Olmüz von der Partie ist, denn es wird sicherlich auch so interessant und spannend werden. Als Top-Favorit sehen Kenner der Szene vor […]

Gurnigel: Berguerand erneut unschlagbar

12. September 2016

Bei prächtigem Spätsommerwetter wohnten am vergangenen Wochenende rund 15‘000 Zuschauer dem traditionellen Bergrennen im Schweizer Gantrischgebiet bei. Nachdem Marcel Steiner zwei Wochen zuvor in Oberhallau den favorisierten Eric Berguerand stark unter Druck setzen konnte, kämpfte der Lokalmatador hier mit stumpfen Waffen: „Für technische Strecken wie hier am Gurnigel habe ich bei meinem LobArt-Sportwagen noch nicht das richtige Rezept gefunden, um voll angreifen zu können.“ Den vierten Meistertitel vor Augen, vermied zwar Eric Berguerand ebenfalls unnötige Risiken, und er war mit 1’43,33 denn auch fast zwei Sekunden langsamer als Steiner bei seiner Rekordfahrt im Jahr 2012. Dies reichte für den Walliser allerdings locker zum vierten Tagessieg in Folge, zugleich steht er mit seinem selbst modifizierten Lola FA99-Cosworth schon vor dem Finale in Les Paccots zum vierten Mal hintereinander als Schweizer Bergmeister bei den Rennsportwagen fest. Den dritten Rang auf dem Podest neben Berguerand und Steiner erkämpfte sich wie im Vorjahr Thomas Amweg, der Sohn des früheren Bergkönigs, auf einem leistungsmässig unterlegenen Formel-3-Dallara Mercedes. Bei den geschlossenen Wagen war erwartungsgemäss Reto Meistel mit seinem überlegenen Mercedes SLK 340 das Mass aller Dinge. Obschon auch er nicht alle Reserven mobilisierte, da er seinen Boliden unbedingt in beiden Läufen ohne Zwischenfall ins Ziel bringen musste, gewann er mit deutlichem Vorsprung auf Roger Schnellmann im Mitsubishi “Karbonmonster“ und den Berner Simon Wüthrich (VW Golf Turbo). Meisel benötigt in Les Paccots nur noch wenige Punkte, um seinen ersten Meistertitel in der Schweiz einzuheimsen. Mit rund 300 Fahrzeugen stiess der Veranstalter am Gurnigel an die Kapazitätsgrenzen, der Grossanlass ging aber am Sonntag reibungslos über die Bühne.   Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: 1.Eric Berguerand (Martigny), Lola FA99-Cosworth, 3:26,87 2.Marcel Steiner (Oberdiessbach), LobArt LA01-Mugen, 3:32,78 3.Thomas Amweg (Ammerswil), Dallara 305-Mercedes F3, 3:40,05 Die kompletten Resultatlisten gibt es als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Kann Steiner Berguerand schlagen?

7. September 2016

Am kommenden Wochenende treffen sich die Schweizer Automobilsportler zum traditionellen Bergrennen Gurnigel in der Nähe von Bern. In den verschiedenen Kategorien erwartet man über 270 Autos am Start, überdies werden sich rund 45 historische Motorräder im Gantrischgebiet einfinden. Der Thementag ist diesmal der Marke Porsche gewidmet, und auch sonst hat das Rahmenprogramm wie gewohnt viel zu bieten. Eric Berguerand ist der vierte Meistertitel in Serie bei den Rennsportwagen praktisch sicher, nachdem sich Hauptrivale Joël Volluz zurückziehen musste, da er beim Bergrennen Les Rangiers seinen Osella FA30 völlig zerstört hat. Als Tagessieger der drei letzten Jahre möchte Berguerand am Gurnigel erneut zuschlagen, freie Fahrt dürfte der Walliser aber trotz desVerzichts seines Freundes Volluz nicht haben. Lokalmatador Marcel Steiner kommt nämlich mit seinem italienischen LobArt-Mugen nach einem harzigen Beginn immer besser in Schwung. So musste er in Oberhallau dem favorisierten Meister erst im letzten Lauf den Vortritt lassen, und vor dem eigenen Publikum wird Steiner sicher nichts unversucht lassen, um an seine früheren Erfolge (fünf Tagessiege zwischen 2008 und 2013) anzuknüpfen. Auch im Kampf um den Meistertitel bei den Tourenwagen ist zwar nach Ronnie Bratschis Abwesenheit in Oberhallau (Motorschaden) die Spannung gesunken. Reto Meisel ist seinen Gegnern in der Gruppe E1 klar überlegen, seinem extrem effizienten Mercedes SLK 340 mangelt es allerdings zuweilen noch an Zuverlässigkeit. Da am Gurnigel nur zwei Rennläufe ausgetragen werden, darf sich Meisel überdies auch keine Fahrfehler wie in Oberhallau leisten. Im Hinterhalt lauert der Jurassier Frédéric Neff, der auf seinem Porsche GT3 bisher in der Gruppe InterSwiss kräftig punktete. Allerdings tritt zum ersten Mal in dieser Saison Alain Pfefferlé mit seinem bärenstarken Porsche 935 Biturbo an, der Markenkollege Neff am Gurnigel die Suppe versalzen könnte. Spitzenplätze in der Meisterschaft sind bei weitem nicht die einzige Motivation, um vor der eindrücklichen Zuschauerkulisse des Berner Bergrennens die letzten Reserven zu mobilisieren. Deshalb sind am Samstag und Sonntag in den verschiedenen Kategorien und Klassen auf jeden Fall tolle Kämpfe angesagt. Wer Genaueres über den Zeitplan, zu den eingeschriebenen Teilnehmern, Details zum Porsche-Thementag oder zum übrigen Rahmenprogramm erfahren möchte, findet diese Informationen und noch vieles mehr auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch. Dort kann man auch im attraktiven neuen Magazin blättern, das erstmals im Vorfeld des Rennens erscheint und dessen vierfarbige Printversion vor Ort zusammen mit dem Programm für 5 Franken abgegeben wird.

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