Berg-Comeback für Pedrazza-Racing-Cars

21. November 2017

Der österreichische Rennwagenbauer PRC wird zur kommenden Saison 2018 mit einem neu entwickelten E2-SC Sportwagen in den Bergrennsport zurückkehren, wo auch die Wurzeln von Pedrazza-Racing-Cars zu finden sind. Firmengründer Walter Pedrazza, der 1983 und `86 die Deutsche Bergmeisterschaft gewann, baute zu dieser Zeit bereits die ersten speziellen Bergrennfahrzeuge für die Gruppen Formel 2 und C3. Emanuel Pedrazza, der die Firma 2010 von seinem Vater Walter Pedrazza übernommen hatte, konzentrierte sich fast ausschließlich mit seinen Konstruktionen auf den Rundstreckensport. Die Pedrazza´s organisieren seit Jahren die bekannte Sports Car Challenge auf Rennstrecken in Deutschland, Österreich und Italien, wo viele PRC-Rennsportwagen und ihre Besitzer ein Betätigungsfeld geboten wird. Dabei wurde der Bergrennsport vernachlässigt. Vergangene Woche auf der Professional Motor Sport World Expo in Köln wurde nun der brandneue „Berg-Racer“, der auf den Namen „PRC FPR 12 Flyweigth“ hört, der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In Anlehnung zum sehr erfolgreichen großvolumigen Sportwagen vom Typ „WPR 60“ wurde die Typenbezeichnung kreiert, denn FPR bedeutet Fabio Pedrazza Racer, nach dem 12-jährigen Sohn von Emanuel, der nach dem im Jahr 2000 tödlich verunglückten zweifachen Berg-Europameister Fabio Danti benannt wurde. Stein des Anstoßes zum Bau des „FPR 12 Flyweigth“ war der Wechsel zur Marke Osella der Vorarlberger Landsleute Christoph Lampert und Peter Amann. „Ich konnte den beiden nichts in diesem Segment anbieten und das fuchste mich“, gestand Pedrazza. Kurzer Hand wurde im Frühjahr dieses Jahres mit den Entwicklungsarbeiten begonnen. Für den mittlerweile 46-jährigen Emanuel Pedrazza stand dabei vor allem der Sicherheitsgedanke ganz oben auf der Liste der Eigenschaften, die der neue Sportwagen besitzen sollte. Mit der Erfahrung aus dem Rundstreckensport wurde ein reines Kohlefaserchassis im Infusionsverfahren gebacken, inklusive Crashbox, das an der Formel 1-Technik angelehnt ist. Ein klares Sicherheitspolster gegenüber der Konkurrenz von Osella und Norma. Dennoch bleibt der neue PRC knapp unter der 500 kg-Marke und verdient sich somit den Beinamen „Flyweigth“, was soviel wie Fliegengewicht bedeutet. Somit liegt man nahe beim Mindestgewicht für diese Fahrzeuggruppe von 475 kg. Pedrazza Racing Cars konnten für dieses Projekt zwei starke Partner gewinnen. Kabelbaumspezialist Raytech, dessen Produkte auch im Militär und Flugzeugbau Verwendung finden, bot kürzlich in Köln auf ihrem Messestand die Bühne für die Prämiere des neuen Sportprototyps. Von Minichberger Motorsport kommt das rund 300 PS starke Honda 2-Liter Triebwerk. Demnach wird der PRC FPR 12 in der hart umkämpften Gruppe E2-SC bis 2000 ccm an den Start rollen. Für die kommenden Saison 2018 plant die Truppe aus Hard am Bodensee […]

Boxengeflüster 12/2017: Wussten Sie schon dass…?

18. November 2017

DASS kürzlich ein original Formel 1 Rennwagen in der Disziplin Bergrennen quasi getestet wurde. Red Bull machte dies möglich. Sébastien Buemi fuhr mit dem RB8 die historische Tremola von Airolo auf den Gotthard-Pass. Die Tremolastraße zum Gotthard-Pass wurde zwischen 1827 und 1832 erbaut und fertiggestellt, 24 Kurven musste Buemi, der im WM-Boliden von Sebastian Vettel von 2012 saß, bis zur Passhöhe auf 2100 Metern bewältigen. Hinzu kamen eine Bodenfreiheit von sechs Zentimetern und Kopfsteinpflaster. Die Fahrt war sehr holprig und Buemi konnte selbstverständlich nicht so Gas geben wie auf Asphalt. Der frühere Formel 1-Fahrer und Formel-E-Weltmeister von 2016 saß für den Film «The Pass – Twisting Road» in dem Boliden und schlängelte sich die Straße hoch. DASS aktuell einige Top Berg-Rennfahrzeuge zum Verkauf stehen. Darunter aber nicht mehr der VW Scirocco 16V, mit 2-Liter Minichberger-Motor, des Italo-Luxemburger Canio Marchione, der mit diesem Auto die nationale Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Berg-Cup Urgestein Franz Weissdorn hat sich dieses Fahrzeug zugelegt. Zudem verkauft der ehemaligen Classic-Berg-Cup Gesamtsieger Dirk Pesch einen komplett neuaufgebauten Gruppe E1-VW Polo Kit Car, wahlweise mit 1,4l oder 1,6l Motor. Das Fahrzeug steht kurz vor der Fertigstellung bei Auto Weissdorn und ist danach Ready to Race. Dazu möchte auch Franz Weissdorn selbst seinen VW Polo 16V mit Hayabusa-Zylinderkopf veräußern. Aus Österreich bietet Christopher Neumayr seinen schnellen und bildschönen Ford Escort Mk2 an. Und der rote Osella PA 20S des Badeners Dino Gebhard kann übernommen werden. Weiter steht ein legendärer Berg-EM Bolide zum Verkauf. Der brachiale Gruppe A BMW M3 E36 mit dem der Kroate Niko Pulic jahrelang für Furore sorgte. Und der Schweizer René Ruch hat aktuell gleich beide seiner Ferrari inseriert. DASS dem Luxemburger David Hauser in der vergangen Woche eine große Ehre zu Teil wurde. Im Rahmen einer Präsentation an seinem Arbeitsort im technischen Zentrum von Renault in Lardy bei Paris, durfte der zweifache Luxemburger Bergmeister seinen Ligier LMP3 und den Dallara GP2 ausstellen. Der Direktor des Zentrums würdigte damit Davids sportlichen Leistungen neben seiner alltäglichen Arbeit als Motoringenieur bei Renault. Hauser hatte somit die große Ehre seine sportliche und professionelle Karriere vor den Direktoren und Managern von Renault vergangenen Donnerstag, den 16. November vorzustellen. In den „Pavillon des Expositions“ waren neben der lokalen und fachlichen Presse auch alle Mitarbeiter von Renault in Lardy eingeladen. DASS die Organisatoren des Schweizer Bergmeisterschaftslaufs am Gurnigel ihr Rahmenprogramm in Zukunft massiv kürzen. Aufgrund der in den vergangenen beiden Jahren glücklicherweise wiederum massiv gestiegenen Teilnehmerzahlen […]

Hillclimb Masters wird fortgesetzt

13. Oktober 2017

Das FiA Hillclimb Masters wird im Jahr 2018 seine dritte Auflage erleben, so ist es bereits auf der Internetseite der Federation Internationale de l´Automobile nachzulesen. Auf Anfrage von „Bergrennen in Deutschland“ gab David Moretto, der FiA Sporting Coordinator für die Bereiche Historischer Motorsport, Bergrennen und Off-Road, noch keine konkreten Informationen Preis, doch für die nächsten Wochen sind die ersten Pressemeldungen angekündigt. Mit Spannung wird erwartet welche Location nach Eschdorf 2014 und Ecce Homo 2016 das Race of Champions der Berge sehen wird. Natürlich kursieren in Fachkreisen bereits die ersten Gerüchte und Spekulationen über den Austragungsort der Edition 2018 des FiA Hillclimb Masters. Diesmal könnte die Schweiz das Gastgeberland sein. Eine der möglichen Bergrennstrecken die für Anfang Oktober 2018 zur Debatte stehen sollen, ist die EM-Piste von St. Ursanne – Les Rangiers im Jura, freilich auf einer verkürzten Streckenvariante. Das sind bislang alles nur Spekulationen, aber Bergrennen in Deutschland lag ja schon öfters nicht so ganz daneben. Aber, Warten wir´s ab. Wir bleiben auf jeden Fall an diesem interessanten Thema dran.

Steiner vorzeitig Meister – Berguerand Gurnigel-Tagessieger

11. September 2017

Bei Regen und Kälte liessen sich am Samstag wirklich nur die grössten Rennfans aus der warmen Stube locken. Der Sonntag begann zwar im Schweizer Gantrischgebiet auch noch trüb, aber das Wetter besserte sich zusehends, und schliesslich konnten die rund 230 Konkurrenten auf Autos aller Kategorien sowie die 40 Fahrer historischer Motorräder ihr Können doch noch vor einer stattlichen Zuschauerkulisse zeigen. Im Verlauf des Nachmittags trocknete die Fahrbahn völlig ab, und im zweiten Durchgang lagen die besten Zeiten schliesslich nur noch gut anderthalb Sekunden über dem Streckenrekord. Lokalmatador Marcel Steiner und der amtierende Schweizer Champion Eric Berguerand lieferten sich wie erwartet ein packendes Duell. Der Walliser liess sich durch einen leichten Ausrutscher im letzten Training nicht aus dem Konzept bringen, sondern hatte im ersten Rennlauf auf der noch teilweise feuchten Piste die Nase um 8 Hundertstel vorn. Im letzten Versuch versuchte Steiner auf dem optimierten LobArt-LA01 zwar den Spiess umzudrehen, aber erneut war Berguerand um einen Zehntel schneller. Steiner ärgerte sich zwar über den knapp entgangenen Tagessieg, konnte sich aber mit dem vorzeitigen Gewinn des Meistertitels bei den Rennsportwagen trösten. Auf das letzte Bergrennen vertagt wurde die Entscheidung bei den Tourenwagen: Frédéric Neff (Porsche), der wie sein Verfolger Roger Schnellmann (Mitsubishi) einen weiteren klaren Sieg feierte, rückte dem Titel aber um einen Schritt näher. Wie Steiner hatte auch der Innerschweizer Rolf Reding Grund bereits am Gurnigel zum Feiern, wurde er doch mit einem weiteren Volltreffer klarer Gewinner der neu ins Leben gerufenen Schweizer Junior-Bergmeisterschaft. Fest in Berner Hand war schliesslich der Renault Classic Cup. Philipp Krebs war am Gurnigel der Schnellste, Denis Wolf wurde dank seinem zweiten Rang schon ein Rennen vor Schluss Gesamtsieger. Gesamtklassement nach zwei Rennläufen: Eric Berguerand (CH), Lola FA99-Cosworth, 3:33,13 Marcel Steiner (CH), LobArt LA01-Mugen, 3:33,31 Christoph Lampert (A), Osella PA 2000 Evo, 3:40,74 Die kompletten Resultatlisten gibt es als Download auf www.gurnigelrennen.ch

Steiner und Reding auf Titelkurs – Schnellmann oder Neff

31. August 2017

Die Endphase in der diesjährigen Schweizer Bergmeisterschaft wird am 9. und 10. September auf der 3,7 km lange Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad eingeleutet. Dann steht nämlich die 48. Auflage des traditionellen Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Das Interesse der Aktiven an diesem publikums­wirksamen Anlass vor den Toren Berns war derart riesig, dass der Organisator sogar mehrere Dutzend Nennungen zurückweisen musste, um die selbst gesetzte Obergrenze von 270 Autos nicht zu überschreiten. Nachdem Eric Berguerand in den letzten vier Jahren jeweils den Titel bei den Rennsportwagen holte und stets auch Tagessieger am Gurnigel wurde, hat nun Lokalmatador Marcel Steiner die Chance, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Der Oberdiessbacher hat seinen italienischen LobArt-Mugen V8 für diese Saison weiter optimiert und den favorisierten Walliser im direkten Duell bereits viermal bezwungen. Um bereits vor dem SM-Finale als neuer Meister festzustehen, muss der dreifache Ex-Champion zwar nicht mehr gewinnen, aber an seinem Hausberg, wo er mit 1’41,39‘‘ nach wie vor Rekordhalter ist, strebt Steiner natürlich trotzdem seinen sechsten Tagessieg an. „Bei einem Sieg inklusive Streckenrekord durch Eric Berguerand reicht mir ein 3. Platz um Schweizer Bergmeister der Rennsportfahrzeuge 2017 zu werden. Sehr gerne zähle ich hierbei auf die Unterstützung der zahlreichen Fans und Zuschauer“, sagt Marcel Steiner dessen Gedanken noch immer beim in Oberhallau tödlich verunglückten Rennfahrerkollegen Martin Wittwer sind. „Ich bin noch immer fassungslos, leer und traurig. Sieben Jahre lang wurden wir auf Schweizer Bergrennstrecken von solch tragischen Ereignissen verschont. Im 3. Rennlauf des Bergrennens in Oberhallau kehrte der Tod aber gnadenlos zurück und raubte uns unseren Rennfahrerkollegen Martin Wittwer. Martin verlor in der Passage zwischen „Wäldchen“ und „Brotlaube“ die Herrschaft über seinen Peugeot 205 GTI und prallte mit dem Dach voran gegen einen Baum. Trotz aller Bemühungen der Rettungskräfte verlor Martin den Kampf um sein Leben. Das Team Steiner Motorsport entbietet der Familie und den Angehörigen ihr tiefstes Beileid und viel Kraft, um dieses schreckliche Ereignis zu verarbeiten!“ Reto Meisel, der auf dem spektakulären Mercedes SLK 340 im vergangenen Jahr bei den Tourenwagen dominierte, figuriert zwar auf der Startliste, da sein Bolide aber in Oberhallau nach einem Defekt in Brand geriet, muss der Pechvogel des Jahres wohl auf den Start verzichten. Um seine Nachfolge streiten sich Frédéric Neff (Porsche 996 GT3) und Roger Schnellmann (Mitsubishi Evo 8), welche in ihrer jeweiligen Kategorie den Ton angeben. Da der Jurassier bisher ungeschlagen blieb, hat er die besseren Karten, aber auch bei […]

Unfallserie am Schweizer Berg reiß nicht ab

28. August 2017

Die Schweizer Bergmeisterschaft steht in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Beim Bergrennen Oberhallau, das auch zum deutschen KW Berg-Cup zählt, ereignete sich am Rennsonntag (27.08.) gegen 18 Uhr ein folgenschwerer Unfall. Der Schweizer Pilot Martin Wittwer (Forst bei Längenbühl) ist mit seinem Peugeot 205 während des dritten Wertungslaufs im Streckenbereich Wäldchen, gleich nach der berüchtigten Brotlaube, schwer verunglückt. Der Fahrer aus dem Kanton Bern schleuderte mit seinem Tourenwagen über die Leitplanken und traf einen Baum. Die umgehend durch Streckenposten, Rettungssanitäter und Ambulanz eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass der verunglückte Pilot auf dem Weg mit dem Rettungshelikopter ins Krankenhaus verstarb. Tragischer Weise stand im Moment des Unfalls Martin Wittwers jüngerer Bruder Daniel Wittwer mit seinem VW Golf an der Startlinie und wartet auf seine Startfreigabe. Die fünfte Veranstaltung zur Schweizer Automobil Berg Meisterschaft wurde umgehend abgebrochen und aus Respekt vor dem Verunglückten keine Siegerehrung und Preisverteilung abgehalten.  Bedauerlicherweise ist die Tragödie um den dreiunddreißigjährigen Martin Wittwer der folgenschwerste von bislang drei gravierenden Unfällen in der aktuellen Saison. Beim Hembergrennen Mitte Juni hatte bereits der schwere Unfall von Top-Gear Schauspieler Richard Hammond bei Showfahrten für großes Aufsehen gesorgt. Hier sind mittlerweile von der FiA und Autosport Schweiz empfindliche Strafen an die Rennleitung und den Veranstalterverein ausgesprochen worden. Zwei Wochen später beim Bergrennen Reitnau, musste die Veranstaltung nach einem Crash von Chris Steiner (Porsche) abgebrochen werden, der mit komplizierten Beinverletzungen per Helikopter abtransportiert wurde. Für die Meisterschaften wurde das Resultat aus Oberhallau nach dem zweiten Durchgang als Wertungsgrundlage herangezogen. Über einen Erfolg freute sich unter diesen Umständen niemand, auch Marcel Steiner nicht, der bis zum Abbruch die Nase seines LobArt Mugen V8 hauchdünne 25/100 Sekunden von derer von Eric Berguerands Lola Cosworth in der Tageswertung hatte. Das Podium komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert im Osella PA 2000 Honda. Für Reto Meisel ging die Saison bereits am Trainingstag vorzeitig zu Ende. Der Mercedes SLK 340 V8 fing im letzten Probelauf im Heckbereich Feuer und bekam einiges ab. Eine schnelle Reparatur ist ausgeschlossen. Den Tourenwagensieg trug Roger Schnellmann im rund 700 PS starken Mitsubishi  Evo VIII davon. Bergrennen in Deutschland entbietet der Familie den Verwandten und Freunden von Martin Wittwer ihr tiefes Beileid und ist in Gedanken bei den Bergrennsportfreunden in der Schweiz. Foto: Teambeyou

Der Gurnigel lockt die Schweizer Bergfahrer

22. August 2017

In knapp drei Wochen geht im Schweizer Gantrischgebiet wieder das Bergrennen am Gurnigel über die Bühne. Wie in den beiden Vorjahren findet der Traditionsanlass – seine Geschichte reicht über 100 Jahre zurück – am zweiten September-Wochenende statt. Er kollidiert damit weder mit dem Großen Preis von Italien in Monza noch mit dem Arosa Classic Car Event, die beide anfangs Monat auf dem Programm stehen. Selbst wenn bei einem Motorsport-Fan die Formel 1 oder der Historische Sport erste Priorität besitzen, braucht er also nicht wegen Überschneidungen im Terminkalender auf den Berner Klassiker zu verzichten. Sofern das Wetter einigermaßen mitspielt, dürften auch in diesem Jahr wieder gegen 15‘000 Zuschauer die Naturtribünen entlang der Strecke bevölkern. Das Teilnehmerfeld steht noch nicht definitiv fest, hatten doch die Piloten noch letzten Montag um Mitternacht Zeit, um sich einzuschreiben. Wer nicht am Wochennede beim Bergrennen von Les Rangiers sein Auto nachhaltig beschädigt hat, dürfte sich den Meisterschaftslauf im Bernbiet kaum entgehen lassen, gehört doch dieser zu den Lieblingsrennen in der Schweizer Szene. Nicht nur die imposante Publikumskulisse lockt, sondern auch die fahrerisch anspruchsvolle Piste. Seit geraumer Zeit laufen die Vorbereitungen für das Großereignis vor den Toren Berns auf Hochtouren. So begann bereits entlang der Strecke die Montage zusätzlicher Sicherheitseinrichtungen, wobei neben Funktionären aller Stufen auch viele Rennfahrer aus der Region beim Streckenbau mitmachen. Die Unterstützung der lokalen Bevölkerung ist dem Veranstalter ebenfalls gewiss. Der organisierende Verein Bergrennen Gurnigel ist auf die zum überwiegenden Teil ehrenamtlichen Helfer angewiesen, denn trotz zahlreicher Sponsoren und Gönner lässt sich das Budget von weit über 300‘000 Franken nur auf diese Weise ausgeglichen gestalten.

Eiertanz am Morgen in Reitnau – Große Show am Mittag

2. Juli 2017

Bei der 52. Austragung des Bergrennen Reitnau im Schweizer Kanton Aargau führte zuerst einmal Petrus Regie. Der herrschende Dauerregen den er schickte, zwang die Rennfahrer dazu, es etwas vorsichtiger angehen zu lassen. Trotzdem war gut zu sehen, dass sich die üblichen Verdächtigen am Ende wohl durchsetzen würden. Dass die Piloten die Strecke und die Verhältnisse im Griff hatten zeigt die Tatsache, dass am Morgen bei schwierigen Verhältnissen nur gerade ein paar Dreher produziert wurden, die allesamt ohne Folgen waren. Mutiger wurden alle nach dem Mittagessen als die Strecke abtrocknete. Die Bestzeiten purzeln. Nach einem gewerteten Rennlauf zeigte sich, dass sich Eric Berguerand aus Martigny mit seinem Lola FA 99 (3000 ccm) und einer Zeit von 49.32 Sekunden die Butter nicht vom Brot nehmen liess. Er verwies Marcel Steiner aus Oberdiessbach auf dem LobArt LA01 Mugen V8 (3000 ccm) mit 51.15 Sekunden auf den 2. Platz. Dritter wurde Simon Hugentobler aus Suhr der mit seinem Reynard 97D Formel 3000 in 52.39 Sekunden das Ziel erreichte. Viel Pech hatte Chris Steiner. Nach einem heftigen Einschlag in die Leitplanke der Zielkurve musste er aus seinem Porsche befreit werden. Er war ansprechbar und wurde für weitere Abklärungen mit dem Helikopter ins Spital geflogen. Dieser Crash bedeutete auch zugleich das Ende des Bergrennens. Laut Thomas Kohler vom ACS hätten die Aufräum- und Reparaturarbeiten zu lange gedauert um das Rennen mit der größtmöglichen Sicherheit weiterführen zu können.

Nach Showfahrt-Crash am Hemberg – FiA fordert Stellungnahme

14. Juni 2017

Wie der weltweiten Presse zu entnehmen war, kam es am Samstag, 10. Juni 2017 während Showfahrten im Rahmen des Bergrennens Hemberg, erster Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft 2017, zu einem schweren Unfall. Nach der Zieldurfahrt kam Richard Hammond im Elektrofahrzeug „Concept One“ des kroatischen Herstellers Rimac, vermutlich wegen überhöhter Geschwindigkeit, rund 300 Meter nach der Ziellinie des Bergrennens von der Straße ab. Der Moderator der Auto-Kultsendung „Top-Gear“ riss das Hemberger Ortsschild mit sich und stürzte in die Tiefe, zwischen Häusern den Hang hinunter und kam erst kurz vor einem Zuschauerweg auf dem Dach zu liegen. Der 2-Millionen-Bolide mit über 1000 PS ging in Flammen auf, nur  Sekunden, nachdem sich Hammond aus dem Wrack retten konnte. Der TV-Star erlitt lediglich eine Knieverletzung, wurde aber per Hubschrauber ins Krankenhaus verbracht. Hierzu veröffentlichte die Schweizer Motorsport Behörde „Autosport Schweiz“ auf Ihrer Webseite folgendes: Dieser Unfall war dem Motorsport und dem Bergrennsport nicht sehr zuträglich hat sich doch bereits die FIA (Fédération International du Sport Automobile) gezwungen gesehen, bei Auto Sport Schweiz eine Stellungnahme einzufordern. Auto Sport Schweiz seinerseits sieht sich veranlasst, diesen Fall eingehend zu untersuchen und ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, werden vorderhand keine weiteren Informationen an Dritte erteilt. Wir bitten um Verständnis. Gut 7.000 Besucherinnen und Besucher nutzten das sonnig-warme Wetter am Samstag und Sonntag, um das Bergrennen Hemberg zu besuchen. Knapp 200 Fahrer nahmen an den 3 Trainingsläufen am Samstag (der vierte Trainingslauf wurde gestrichen) und den drei Rennläufen am Sonntag teil. Sieger der Veranstaltung wurde Marcel Steiner (LobArt Mugen V8) von der Equipe Bernoise, der mit einer Zeit von 1:49.31 die 1758 Meter lange Strecke über eine Höhendifferenz von 157 Metern meisterte. 

Viel Spannung vor Schweizer Saisonstart in Hemberg

7. Juni 2017

Mit dem Bergrennen in Hemberg beginnt am kommenden Wochenende (10./11. Juni) die Schweizer Bergmeisterschaft 2017. Die Titelfavoriten sind dieselben wie im Vorjahr, doch tut sich bei den Tourenwagen und Rennsportwagen einiges. Die Saison umfasst dieselben sieben Bergrennen in derselben Reihenfolge wie 2016. Den Anfang macht am 11. Juni das 2012 wiederbelebte Rennen in Hemberg im Kanton St. Gallen, knapp eine Fahrstunde südlich des Bodensees. Am 2. Juli lockt die Eintagesveranstaltung in Reitnau Teilnehmer und Zuschauer ins Schweizer Mittelland. Mit 1758 bzsw. 1605 m sind es die beiden kürzesten Strecken im Kalender. Mitten in den Walliser Bergen findet am 23. Juli der dritte SM-Lauf statt, dessen Ziel im Ferienort Anzère liegt. Die wohl schnellste Bergrennstrecke Europas von St-Ursanne nach Les Rangiers, wo Simone Faggioli seit Jahren die eigenen Rekorde stetig verbessert und 2016 auf 182,6 km/h geschraubt hat, ist am 20. August der vierte Schauplatz. Seit 1972 zählt dieses Rennen zur EBM und zur Schweizer Meisterschaft, wobei das malerische Städtchen St-Ursanne in gut einer Stunde ab dem Dreiländereck in Basel zu erreichen ist. Wer schon mal in der unglaublich schnellen Kurve „Les Gripons“ stand, die unter der Autobahnbrücke verläuft, kennt das Gefühl von Gänsehaut. Joël Volluz begrub dort im Vorjahr bei einem horrenden Unfall im Osella FA30 seine Titelchancen, ist aber wie die ganze Fachwelt froh, ihn heil überstanden zu haben. Ganz nahe an der süddeutschen Grenze ist eine Woche später das Bergrennen Oberhallau im Schaffhauser Klettgau. Dort ist auch der KW-Berg-Cup wieder zu Gast. Das Aufeinandertreffen der deutschen und Schweizer Tourenwagenelite ist das Salz in der Suppe dieser tollen Veranstaltung. Am 10. September steht das 1910 erstmals durchgeführte Bergrennen am Gurnigel vor den Toren der Hauptstadt Bern auf dem Programm. Wie bei allen Bergrennen in der Deutschschweiz werden dort bei schönem Wetter weit über 10.000 Zuschauer erwartet, was überall für prächtige Kulissen sorgt. Den Abschluss der Saison bildet am 17. September das auf der zweitschnellsten Strecke ausgetragene Bergrennen Châtel-St-Denis–Les Paccots (der Rekord von Volluz liegt bei 171 km/h) oberhalb von Montreux und des Genfersees. Joël Volluz ist zwar mit dem Neuaufbau eines Osella FA30 beschäftigt, wird damit jedoch aus zeitlichen und finanziellen Gründen wohl dieses Jahr nicht mehr fertig. So ist Eric Berguerand mit seinem Lola FA99-Cosworth, dessen Aerodynamik der fünffache Meister im Detail modifiziert hat, erneut der Kronfavorit auf den Titel bei den Rennsportwagen. Marcel Steiner macht ihm diesen zwar mit dem LobArt-Mugen V8 streitig, ob Fahrer und Fahrzeug im […]

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