Termine 2018: Österreichische Berg-Staatsmeisterschaft

29. Dezember 2017

Bäumchen wechsel dich in der Berg ÖM. Vier der insgesamt 10 Veranstaltungen sind neu im aktuellen Kalender – mit Altlengbach vor den Toren Wiens und dem slowakischen Bergrennen Jankow Vršok, gibt es sogar zwei Debütanten. Interessant ist dabei, dass Altlengbach eine neue Veranstaltung ist, die im September 2017 erstmals als reines Tourenwagenrennen ausgetragen wurde. Die rund 25 Teilnehmer und die motivierten Organisatoren waren mit dem Erstlingsrennen zufrieden. Die Strecke liegt direkt an der Westautobahn A1 und führt teilweise sogar durch Gehöfte. Im kommenden Juli werden dann auch die Rennsportfahrzeuge an den Start gehen. „Es ist gut, wieder ein Bergrennen mehr in Österreich zu haben“, stellt der ÖBM-Fahrervertreter „Tourenwagen“ Erich Weber treffend fest. Fünf Mal tritt die ÖBM im Rahmen von Berg EM-Läufen an. Der langjährige Finallauf in Cividale, im Italienischen Friaul, musste weichen, wohl um keine Terminkollision mit dem FiA Hillclimb Masters zu riskieren. Eine weitere Neuerung betrifft das Rennen St. Anton/J. und den erstmals zur Berg-ÖM zählenden Lauf Jankov Vršok in der Slowakei. Dort werden sowohl am Samstag als auch am Sonntag Punkte für die Meisterschaft vergeben, sprich es werden an beiden Tagen Trainings- und Rennläufe ausgetragen und gewertet. Damit werden an 10 Rennwochenenden nunmehr insgesamt 12 Wertungsläufe zur Österreichischen Automobil Bergstaatsmeisterschaft ausgetragen. Dem wurde auch bei der Anzahl der etwaigen zu berücksichtigenden Streichresultate Rechnung getragen. Gleich einige Änderungen erfährt die Österreichische Automobil Bergstaatsmeisterschaft in der Saison 2018. Neben einigen Änderungen im Terminkalender, wurde auch das Reglement umgestaltet. Das betrifft vor allem die Division 3, insbesondere die dort zahlenmäßig am stärksten vertretene Gruppe E1. Dort werden 2018 in 3 Hubraumklassen (bis 1600ccm, bis 2000ccm, über 2000ccm) Punkte vergeben und nicht wie in den letzten Jahren Gesamt. Zudem sind hier ab sofort auch die E1 Boliden aus der Slowakei, Italien, Tschechien, Slowenien, Kroatien etc. (Wagenpass einer Mitglieds-ASN der FIA Zone Zentraleuropa) punkteberechtigt. 21./22.April 2018 – Rechbergrennen (A)  26./27.Mai 2018 – Verzegnis (I) 02./03. Juni 2018 – Ecce Homo (CZ) 30.06./01. Juli 2018 – Bergrennen St. Anton a.d. Jesnitz (A) 07./08. Juli 2018 – Slovakia Baba (SK) 21./22. Juli 2018 – Bergrennen Altlengbach (A) 11./12. August 2018 – Jankov Vršok (SK) 01./02. September 2018 – Ilirska Bistrica (SLO) 15./16. September 2018 – Buzet (HR) 22./23.September 2018 – Auto-Bergrennen St. Agatha (A)

Berg-Comeback für Pedrazza-Racing-Cars

21. November 2017

Der österreichische Rennwagenbauer PRC wird zur kommenden Saison 2018 mit einem neu entwickelten E2-SC Sportwagen in den Bergrennsport zurückkehren, wo auch die Wurzeln von Pedrazza-Racing-Cars zu finden sind. Firmengründer Walter Pedrazza, der 1983 und `86 die Deutsche Bergmeisterschaft gewann, baute zu dieser Zeit bereits die ersten speziellen Bergrennfahrzeuge für die Gruppen Formel 2 und C3. Emanuel Pedrazza, der die Firma 2010 von seinem Vater Walter Pedrazza übernommen hatte, konzentrierte sich fast ausschließlich mit seinen Konstruktionen auf den Rundstreckensport. Die Pedrazza´s organisieren seit Jahren die bekannte Sports Car Challenge auf Rennstrecken in Deutschland, Österreich und Italien, wo viele PRC-Rennsportwagen und ihre Besitzer ein Betätigungsfeld geboten wird. Dabei wurde der Bergrennsport vernachlässigt. Vergangene Woche auf der Professional Motor Sport World Expo in Köln wurde nun der brandneue „Berg-Racer“, der auf den Namen „PRC FPR 12 Flyweigth“ hört, der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In Anlehnung zum sehr erfolgreichen großvolumigen Sportwagen vom Typ „WPR 60“ wurde die Typenbezeichnung kreiert, denn FPR bedeutet Fabio Pedrazza Racer, nach dem 12-jährigen Sohn von Emanuel, der nach dem im Jahr 2000 tödlich verunglückten zweifachen Berg-Europameister Fabio Danti benannt wurde. Stein des Anstoßes zum Bau des „FPR 12 Flyweigth“ war der Wechsel zur Marke Osella der Vorarlberger Landsleute Christoph Lampert und Peter Amann. „Ich konnte den beiden nichts in diesem Segment anbieten und das fuchste mich“, gestand Pedrazza. Kurzer Hand wurde im Frühjahr dieses Jahres mit den Entwicklungsarbeiten begonnen. Für den mittlerweile 46-jährigen Emanuel Pedrazza stand dabei vor allem der Sicherheitsgedanke ganz oben auf der Liste der Eigenschaften, die der neue Sportwagen besitzen sollte. Mit der Erfahrung aus dem Rundstreckensport wurde ein reines Kohlefaserchassis im Infusionsverfahren gebacken, inklusive Crashbox, das an der Formel 1-Technik angelehnt ist. Ein klares Sicherheitspolster gegenüber der Konkurrenz von Osella und Norma. Dennoch bleibt der neue PRC knapp unter der 500 kg-Marke und verdient sich somit den Beinamen „Flyweigth“, was soviel wie Fliegengewicht bedeutet. Somit liegt man nahe beim Mindestgewicht für diese Fahrzeuggruppe von 475 kg. Pedrazza Racing Cars konnten für dieses Projekt zwei starke Partner gewinnen. Kabelbaumspezialist Raytech, dessen Produkte auch im Militär und Flugzeugbau Verwendung finden, bot kürzlich in Köln auf ihrem Messestand die Bühne für die Prämiere des neuen Sportprototyps. Von Minichberger Motorsport kommt das rund 300 PS starke Honda 2-Liter Triebwerk. Demnach wird der PRC FPR 12 in der hart umkämpften Gruppe E2-SC bis 2000 ccm an den Start rollen. Für die kommenden Saison 2018 plant die Truppe aus Hard am Bodensee […]

Walter Struckmann – Eine Motorsportlegende wird 80

11. November 2017

Am heutigen Samstag, den 11. November 2017 feiert der frühere Berg- und Rundstreckenspezialist Walter Struckmann seinen 80. Geburtstag. Rund sechs Jahrzehnte bewegte sich der Stadthagener im Rennsport. Walter Struckmann ließ dabei kaum eine Motorsportdisziplin aus. In zwei Dekaden widmete er sich dem Bergrennsport, zuerst in Deutschland und dann in reiferem Alter in der Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft, beide Male mit großen Erfolgen. Im Jahr 1955 begann Struckmann seine Karriere mit den Zuverlässigkeitsfahrten im Motorradsport und stieg 1957 auf vier Räder um. Er fuhr mit einem VW-Käfer kleine Rallyes, bis dann der erste große Einsatz kam. Walter Struckmann fuhr die „Tour de Europe“ auf einem 24 PS starken NSU Prinz. Diese Zuverlässigkeitsfahrt dauerte ganze 14 Tage und bemaß rund 10.000 Kilometer, quer durch Europa. In der Folge ging es dann steil aufwärts. Unterstützung erhielt er durch seinen Großvater und somit gelangen dem Jubilar Mitte der 1960er Jahre mit einem Koepchen BMW Siege um Sieg auf der Rundstrecke. Seine damaligen Gegner waren keine geringeren wie Rainer Braun, Helmut Kelleners und Hans-Joachim „Striezel“ Stuck. In der Saison 1970 fuhr Walter den ersten Titel auf einem BMW-Alpina in der Deutschen Bergmeisterschaft ein. Bis 1977 nahm er die verschiedensten Rallyes, Berg-und Rundstrecken unter die Räder.1976 erfolgte schon der Umstieg auf die Marke Volkswagen. Es war ein VW Müller-Golf im Castrol Look, mit dem er wieder bei Bergrennen erfolgreich war. 1977 fuhr Walter den Sieg des ONS-Rundstreckenpokal auf dem VW-Müller Scirocco ein.1978 wechselte er dann in den VW-Golf Pokal. Es waren für Walter Struckmann 10 Starts und 10 Siege! Ab 1980 wurde es dann ruhiger um den Racer. Er stellte sich zurück und betreute seinen Sohn Jürgen bei dessen Karteinsätzen. Die nationalen Rallyes im Lancia Integrale fuhr Walter dazwischen weiter. Doch Ende der 1980er trieb es den Niedersachsen wieder an den Berg. Auf Ford Sierra Cosworth und einem Opel Kadett und wurde er 1992 in der Deutschen Berg-Trophäe Zweiter hinter Renault-Pilot Axel Rees. Ab der Saison 1994 griff Walter noch einmal groß an. Sein langjähriger Weggefährte Manfred Pape baute eine Rohbau-Karosse zu einem Kissling Opel Astra Gruppe N für Walter auf. Mit diesem Auto wurde in der Folge jedes Jahr eine Meisterschaft gewonnen. Je zwei Mal sammelte er Titel im Alpen-Donau-Cup und im Österreichischen Mobil Berg Cup. Inzwischen fuhr Struckmann mit Österreichischer Rennlizenz und gewann so als Deutscher insgesamt sechs Mal die Staatsmeisterschaft des Alpenlandes. Der letzte sportliche Höhepunkt war in 2003 der Gewinn der FIA Zonen Hill-Climb Meistschaft für […]

Berg- und Tuninglegende Günther Gabat verstorben

25. Oktober 2017

Nur knapp vier Wochen nach der Todesnachricht von Hermann Waldy, verstarb jetzt mit Ing. Günther Gabat eine weitere Bergrennsport-Legende Österreichs. Noch am 7. August diesen Jahres feierte der Aichfelder seinen 80zigsten Geburtstag. Günther Gabat war 40 Jahre im Motorsport aktiv und sowohl auf der Rundstrecke als auch am Berg einer der erfolgreichsten steirischen Motorsportler auf vier Rädern. In den 1970er bis Mitte 80er Jahren steuerte Gabat Senior Renntourenwagen der Marke BMW, bevor er 1987 zu Ford wechselte und dabei blieb. Die Ford Sierra und Escort-Modelle, meist vom Typ Cosworth, waren durchweg schwarz lackiert, was sein Markenzeichen war. Neben dem internationalen Bergrennsport war Günther Gabat auch im Bergrallye-Cup sehr aktiv, wo er in den Jahren 2000 und 2008 zu Meisterehren kam. Zwei Mal war der Begründer von Ing. Gabat Tuning auch Österreichischer Vize-Staatsmeister im Bergrennsport. Das war 2001 und 2002. Sein letztes Rennen fuhr Gabat im Jahr 2013 am Rechberg. Nach seiner aktiven Laufbahn galt sein ganzes Engagement dem Tuningbetrieb in St. Stefan ob Leoben im Ortsteil Kaisersberg, den seinem Sohn Ing. Andreas Gabat zwischenzeitlich übernommen hatte. R.I.P. Günther!

Hillclimb Masters wird fortgesetzt

13. Oktober 2017

Das FiA Hillclimb Masters wird im Jahr 2018 seine dritte Auflage erleben, so ist es bereits auf der Internetseite der Federation Internationale de l´Automobile nachzulesen. Auf Anfrage von „Bergrennen in Deutschland“ gab David Moretto, der FiA Sporting Coordinator für die Bereiche Historischer Motorsport, Bergrennen und Off-Road, noch keine konkreten Informationen Preis, doch für die nächsten Wochen sind die ersten Pressemeldungen angekündigt. Mit Spannung wird erwartet welche Location nach Eschdorf 2014 und Ecce Homo 2016 das Race of Champions der Berge sehen wird. Natürlich kursieren in Fachkreisen bereits die ersten Gerüchte und Spekulationen über den Austragungsort der Edition 2018 des FiA Hillclimb Masters. Diesmal könnte die Schweiz das Gastgeberland sein. Eine der möglichen Bergrennstrecken die für Anfang Oktober 2018 zur Debatte stehen sollen, ist die EM-Piste von St. Ursanne – Les Rangiers im Jura, freilich auf einer verkürzten Streckenvariante. Das sind bislang alles nur Spekulationen, aber Bergrennen in Deutschland lag ja schon öfters nicht so ganz daneben. Aber, Warten wir´s ab. Wir bleiben auf jeden Fall an diesem interessanten Thema dran.

Flottes Rennen vor vollem Haus – Der KW Berg-Cup in St. Agatha

27. September 2017

Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab. Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen. Bei den leider nur zwei 1,15-Litern der stark verbesserten Tourenwagen (TW) ist lange Zeit heftiges Augenreiben angesagt. Denn Jörg Eberle turnt mit seinem 8- Ventiler Fiat 127 Super frech, fröhlich und frei vor dem Schneider Polo 16V von Thomas Stelberg herum. Dessen Kupplung rutscht, obendrein schwächelt die Differentialsperre. Dennoch verringert Thomas den Trainingsrückstand von 2,7 Sekunden in Rennlauf eins auf nur mehr 27 Hundertstel. Ins Finale geht er voll motiviert, ignoriert die technischen Gebrechen, schafft mit 1:31,60 noch die „last […]

Servus Kämpfernatur – Hermann Waldy sen. ist tot

20. September 2017

Nun hat er doch noch seinen langen und erbittert geführten Kampf gegen den Krebs verloren. Hermann Waldy Senior ist tot. Der 70-jährige Kärntner war einer der erfolgreichsten Bergrennfahrer Österreichs und gewann zwischen 2004 und 2016 sieben Mal die Österreichische Berg-Staatsmeisterschaft im Formel 3000. Bereits 1968 begann die motorsportliche Laufbahn des Hermann Waldy in den Disziplinen Autocross und Skijöring. Seit Mitte der 1980er betätigte sich Waldy im Bergrennsport, was zu seiner großen Leidenschaft wurde. Zu seinen  Meistertiteln gesellten sich zahlreiche Gesamtsiege bei nationalen und internationalen Bergrennen. Waldy war eine beispielhafte Kämpfernatur und machte immer das Beste aus seiner Situation. In Folge seiner Krebserkrankung  laborierte er Anfang dieses Jahres auch noch an einer inkompletten Querschnittlähmung. Bis zum Rechbergrennen Ende April hatte sich Waldy wieder soweit ins Leben zurückgekämpft, um beim größten Bergrennen Österreichs ein letztes Mal an den Start gehen zu können. Die 50. Motorsportsaison, die ihm 2018 bevorstand, was sein erklärtes Ziel war, blieb dem sympathischen Sportsmann leider verwehrt. Der Bergrennsport in Österreich und ganz Europa verliert mit Hermann Waldy Senior einen Ausnahmekönner und große Persönlichkeit, die am 19. September 2017 verstarb. Der Trauergottesdient wird am Samstag, den 23. September, um 14 Uhr, in der Pfarrkirche Radweg gelesen.    

EM-Auftakt nach Maß am Rechberg – Schreckmoment für Waldy

23. April 2017

Der Auftakt zur diesjährigen Berg-Europameisterschaft in Österreich hielt alles, was sich die Kenner der Szene erhofft hatten. Das Almenland in der Gegend um Fladnitz in der Steiermark präsentierte sich gottlob schneefrei und vor allem trocken. Dennoch war es genauso stürmisch und „saukalt“ wie in 2016. Die rund 200 Teilnehmer aus neun europäischen Nationen mussten teilweise eine Anreise durch tief verschneite Regionen in Kauf nehmen. Die neue Organisation um Erich Weber funktionierte sehr gut, vor allem das neue Konzept im Training das vorsieht mit rot aufgehaltene Fahrer nicht mehr zurückzuholen und neu starten zu lassen, sondern nach italienischem Vorbild nach Beseitigung der Blockade einfach weiter Richtung Ziel zu schicken, brachte Vorteile. Lediglich eine um fast eineinhalb Stunden verzögerte Siegerehrung hätte man bemängeln können. Doch es bleibt festzuhalten, das neue Orgateam hat sich bewährt. Was vor Wochen noch als „ein Ding der Unmöglichkeit“ angesehen wurde, entpuppte sich am Rennwochenende wider erwarten zur Realität. Österreichs Berg-Legende Herrmann Waldy, der sich über Monate mit Hilfe von Ärzten und Rehateams schindete, um seine inkomplette Querschnittslähmung zu überwinden, hatte es tatsächlich geschafft und steuerte am Trainingstag seinen Tatuus-Formula Master mit 2-Liter Honda-Motor die Rechberg-Bundesstraße hinauf. Der 69-Jährige hatte sein Ziel wieder in seinen Rennwagen zurückzukehren, mit unbändigem Willen erreicht. Doch am Renntag musste Waldy Senior einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Im Streckenabschnitt Harrer-Höhe überschlug sich Waldy mit seinem Auto mehrfach, der Bolide blieb auf dem Rücken liegen. Der Kärntner war sofort ansprechbar, wurde von Streckenposten aus dem Auto geholt und konnte gestützt selbstständig gehen. Waldy wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Eine Computer Tomographie zeigte aber keinerlei Verletzungen. Auch der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigte sich nicht. Gesellschaft bei der Untersuchung im Spital hatte Waldy leider auch vom Deutschen Sportwagen-Senior Erich Öppinger, der sich mit seinem Osella PA16 BMW ebenfalls überschlug. In beiden Fällen gab es aber später Entwarnung von der Rennleitung. Rein sportlich gesehen stand das Duell der beiden italienischen Elitefahrer Simone Faggioli und Christian Merli einmal mehr im Brennpunkt des Interesses. Vor allem wie der neue Fortech-V8-Motor in Merlis Osella FA30 einschlagen würde, war die große Frage. Und er schlug ein! Doch zuerst donnerte Serieneuropameister Simone Faggioli in 1:53,783 von Tulwitz nach Rechberg. Der Norma-Pilot verbesserte damit seinen eigenen Streckenrekord aus dem Vorjahr. Aber Vorjahressieger Christian Merli war noch schneller. In 1:52,916 war Merli zwei Sekunden schneller als Faggioli im Vorjahr und der erste Mensch der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 160 km/h den Rechberg bezwang, was die Sicherheitsexperten der […]

Boxengeflüster 04/2017: Wussten Sie schon dass…?

24. März 2017

DASS die lebende, österreichische Bergrennlegende Herrmann Waldy vergangene Woche auf eigenen Beinen die Gailtalklinik in Hermagor verlassen konnte. Nach einer inkompletten Querschnittlähmung war der mehrfache Berg-Staatsmeister monatelang auf den Rollstuhl angewiesen. Nach einer überwundenen Erkrankung an Prostatakrebs, mit der er sogar fünf Bergrennen in seinem Formel 3000 und mit gelegtem Katheter fuhr, wurde Ende letzten Jahres festgestellt, dass ein Wirbelkörper vom Krebs angegriffen war. Die medizinische Diagnose war für den 69-Jährigen schockierend. Eine qualvolle Rehabilitation über fünf Monate hinweg, war die Folge. Und noch im Vorjahr hatte sich Waldy ein Ziel gesetzt. „Ich möchte auf meinen eigenen Beinen das Krankenhaus wieder verlassen können.“ Dieses Ziel hat er jetzt erreicht. Das erste Probesitzen in seinem weißen Lola F3000 hat Waldy auch schon geschafft. „Ich bin aber zurzeit noch nicht beweglich genug, aber ich arbeite jeden Tag daran“. DASS das österreichische Team von Erich Edlinger vor wenigen Tagen ein Lebenszeichen von sich gab. Vor gut einem Jahr wurde der spektakuläre BMW 320 IRL V8 der Modellreihe E30 eingemottet und gleichzeitig ein neues innovatives Projekt angekündet. Jetzt gab man die erste interessante Information Preiß. Nach all den viele Recherchen, Berechnungen und Überlegungen kamen von den vielen Fahrzeugen mehrerer Hersteller aus der engeren Auswahl, nur noch wenige in Frage und schlussendlich fiel die Wahl auf den i8 von BMW. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die Parameter wie Sicherheit, Gewicht, Antriebsmöglichkeiten, Fahrzeuggröße und nicht zuletzt noch eine gewisse Affinität zu BMW. Man kann also auf die nächsten hochinteressanten Neuigkeiten aus der Steiermark gespannt sein. DASS sich die Organisatoren des 50. Int. Osnabrücker Bergrennen vom 4. – 6. August 2017 wieder eine ganze Menge einfallen lassen, um den Event im Norden von Deutschland zu einer ganz besonderen Note zu verhelfen und dabei auch für das Jubiläum einmalige Highlights zu präsentieren. Die bekannte Fahrerlagerstraße von der Einfahrt am „Kruzifix“ bis herunter in Höhe des Vorstartbereiches wird in diesem Jahr mit Einbruch der Dunkelheit beleuchtet werden. Der mit der Stromversorgung des gesamten Bergrennens beauftragte Elektriker wird über die gesamte Länge von 2,5 km Leuchtkörper mit LED-Partyleuchten aufhängen. Die Idee entstand auch aus einem Wunsch einiger Teams, insbesondere im dunklen Waldbereich abends und in der Nacht für etwas Licht zu sorgen. Gerade in diesem Jahr hat die Beleuchtung einen sinnvollen Nebeneffekt: Wenn die Teams und Gäste spätabends und in der Nacht den Heimweg von den Jubiläumsfeierlichkeiten antreten, können Sie sicher zu ihren Quartieren zurückfinden. DASS im August ein geschichtsträchtiger Skoda Octavia […]

Werkstatt-Report # 23: ITC-Motorsound kehrt an den Berg zurück

14. März 2017

Der Schwarzwälder Häuslebauer Alexander Hin wird in der bald beginnenden Bergrennsaison 2017 wieder häufiger in den Starterlisten auftauchen, als noch in den vergangenen Jahren. Der Montagebau-Spezialist und Gönner von „Bergrennen in Deutschland“, hat sein berufliches Umfeld etwas verändert und wird so an den Wochenenden wieder deutlich mehr Freizeit zur Verfügung haben, die er in den Bergrennsport investieren möchte. Unter dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ plant „Alex“ einiges nachzuholen, auf das er lange hat verzichten müssen. Gleich drei Rennfahrzeuge stehen derzeit in seinem Stall und ein LKW-Renntransporter ist kürzlich auch noch dazu gekommen. Beginnen wird Alexander Hin beim Berg-EM Auftakt am Rechberg mit dem ex-Waldy Reynard Formel 3000. Der rote Rennwagen weilt zurzeit in Schweinfurt bei Motorsport Lang zur Überholung. Uwe und Georg Lang sind dabei verschiedene Servicearbeiten zu erledigen. Das Getriebe wird überholt, eine Lenkradschaltung eingebaut, das Fahrwerk neu justiert und verschiedene Anbauteile aus Carbon repariert. Da der soundstarke Judd-Motor des Reynard mit einem Hubraum von 3,3 Liter für das Deutsche Reglement etwas zu großvolumig ist, kann Hin damit nur Läufe zur Österreichischen Berg-Staatsmeisterschaft fahren. Geplant sind mit diesem Fahrzeug zumindest Rechberg, Ecce Homo und St. Anton. Für den „Deutschen Markt“ steht dem Südschwarzwälder ein Sportwagen der Gruppe E2-SC  hoffentlich bald zur Verfügung. Das PRC S4-Chassis stammt von ex-Bergmeister und Rennwagenbauer Walter Pedrazza aus Hard in Vorarlberg, wo das Fahrzeug auch für die neue Saison und den neuen Besitzer vorbereitet wird. Clou an diesem Deal ist aber die Motorisierung dieses Prototyps. Im Heck der Rennwagenkonstruktion werkelt nämlich eines der legendären 2.5 Liter ITC-V6 Triebwerke von Opel, aus den 1996er Werksbeständen der Rüsslesheimer. Der von Cosworth entwickelte Motor bringt eine Leistung von 470 PS auf die Piste und ist gewichtsmäßig im Vorteil gegenüber den gebräuchlichen 3-Liter Motoren von BMW. Hin  hofft darauf, denn ebenfalls sehr soundstarken Sportprototyp bereits zum Hill Race Eschdorf am ersten Mai-Wochenende erstmals am Berg pilotieren zu können. Eine zweite Motoreneinheit aus dem ITC-Opel Calibra gehört ebenfalls zum erworbenen Gesamtpaket. Und hier kommt Hins dritter Renner ins Spiel. Die Opel Kadett GT-C Silhouette mit der PRC-Sportwagen Bodengruppe wurde zwischenzeitlich auch in die Hände von Pedrazza-Motorsport übergeben. Der bisher verwendete 3-Liter BMW CN-Motor muss weichen, um dem zweiten Opel-ITC Herz Platz zu machen. „So wird es fast ein reinrassiger Opel“, freut sich Alexander Hin. Die Spezialisten von Pedrazza-Racing-Cars (PRC) werden das Chassis anpassen und den V6-Motor einbauen. Wann hier das erste Rollout zu erwarten ist noch nicht absehbar. […]

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