Vojacek verteidigt EM-Krone – Benes Tagessieger in Kroatien

17. September 2019

Das Finale zur Berg Europameisterschaft im kroatischen Buzet produzierte einen äußerst spannenden Kampf um den Gesamtsieg. Da die beiden italienischen EM-Dominatoren Simone Faggioli und Christian Merli auf die Reise nach Kroatien verzichteten und zeitgleich am italienischen Monte Erice antraten (mit Sieg und Rekord für Faggioli), waren gleich mehrere Sieganwärter nach den Trainingsläufen auszumachen, welche aber mit dem zum Teil doch rutschigen Asphalt haderten. Dieser und die doch fast noch sommerlichen Temperaturen um die 28°C sorgten dann leider am Renntag auch für zahlreiche Unfälle und Unterbrechungen, welche aber für die Piloten zum Glück alle gut ausgingen. Ex-Europameister Danny Zardo (I) in seinem Norma M20 FC erwischte es hart, mit einem heftigen Einschlag in eine Mauer. Mit einer eindrucksvollen Performance konnte sich den Gesamtsieg der Tscheche Milos Benes sichern. Am Steuer des Osella FA30 Judd konnte er im entscheidenden 2. Rennlauf nochmals nachlegen. Dabei konnte er den kleinen Rückstand vom 1. Rennlauf am Ende des Tages in einen knappen 0,35sec. Vorsprung verwandeln. Damit konnte er beim Berg-EM Finale einen großartigen Erfolg realisieren und dabei das Bergrennen Buzet erstmals für sich entscheiden. Auf dem zweiten Gesamtrang folgte der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik mit seinem Norma M20FC Mugen, der sich nach einigen Jahren wieder dieser Herausforderung in Kroatien stellte. Damit stand für ihn am Ende auch der Sieg in der E2-SC Klasse zu Buche. Übrigens wurde sein Motor, nach dem Eklat von Osnabrück, bei diesem Rennen von der FIA genauer unter die Lupe genommen und mittels eines neuen Gerätes der Hubraum überprüft: Ergebnis 2996ccm! Was bedeutet dass es aktuell nichts zu beanstanden gibt. Diese neue Methode wurde dann auch noch gleich beim Gesamtsieger und dessen Judd Motor angewandt, und auch hier gab es keine Beanstandung. Dabei dauerte diese Überprüfung in beiden Fällen um die 30 Minuten. Das Gesamtpodium in Buzet komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert mit seinem Osella FA30 Zytek (Foto Mitte), der damit seinen dritten Rang in der EM-Abschlusstabelle zementierte, dass in seiner ersten kompletten EM-Saison. Zwar haderte er ebenfalls mit dem Asphalt und den rutschigen Bedingungen, jedoch konnte er trotzdem großartige Zeiten realisieren. Dabei blieb zum Glück ein Dreher im 2. Trainingslauf im oberen Bereich der Strecke ohne Folgen. Rang Vier ging im Gesamtklassement nach Italien an Stefano di Fulvio (Osella PA30 Zytek), der sich jedoch am Ende des Wochenendes nicht gerade erfreut über dieses Ergebnis zeigte. Vor allem mit seinen gefahrenen Zeiten war der bekannt spektakulär agierende Pilot überhaupt nicht zufrieden. Trotzdem konnte […]

Arm in Arm zum gemeinsamen EM-Titel

2. September 2019

Die Berg-Europameisterschaft 2019 ist entschieden und zwei Champions stehen bereits vor dem Finale Mitte September im kroatischen Buzet fest. Beide Titelträger kommen aus der Kategorie II der Rennsportwagen, dass mit jeweils maximaler Punkteausbeute im Gleichstand. In der Touren- und Produktionswagen-Kategorie I wird der Meister erst am letzten Rennwochenende ermittelt. Brisanz lang vor dem Bergrennen in Ilirska Bistica in der Luft. Erstmals in Slowenien am Start war der Französische Meister Geoffrey Schatz in seinem Norma M20 FC mit Oreca-Turbo Motor, der auch prompt mit seinem E2-SC-Sportwagen die schnellst Trainingszeit überhaupt fuhr. Dennoch ließ sich der Franzose, auf eigenen Wunsch nicht in der EBM werten. Er wollte nicht in den Titelkampf der beiden Italiener Simone Faggioli und Christian Merli eingreifen. Spätestens zur Saison 2021 plant Schatz jedoch den Einstig in der Berg-Europameisterschaft, im Rahmen dieser immer wieder einzelne Rennen auf seinem Programm stehen, um die EM-Strecken in den 12 beteiligten Ländern kennenzulernen – dann wir es interessant. So stand das gruppenübergreifende Fernduell der beiden „Tifosi“ im Vordergrund. Keiner ließ jedoch Federn und beherrschte seine Gegner sodass jeweils 25 Zähler vergeben wurden. Wegen des Streichresultats müssen Merli, wie Faggioli nicht mehr nach Buzet reisen und sind somit erstmals beide zugleich neuer Europameister. In der Tageswertung dominierte erneut Faggioli, der seine Aerodynamikprobleme ab der Saisonmitte gelöst hatte und danach wieder zu den Gesamtsiegen fuhr. Faszinierend hierbei die neue Rekordmarke von Ilirska Bistrica, die Faggioli um nahezu zwei Sekunden verbesserte. Aber auch Schatz, als Gesamtzweiter und Merli (3.) blieben unter der alten Bestmarke aus dem Jahr 2017. Bislang hat Merli dieses Jahr in Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien und der Tschechischen Republik den Tagessieg errungen, während in Trento-Bondone, der Slowakei, Polen, der Schweiz und jetzt in Slowenien Faggioli gewann. Im kommenden November werden Merli und Faggioli in Trient mit dem Preis der FIA-Berg-Europameisterschaft ausgezeichnet. Beide treten zum EM-Finale nicht mehr an. „Endlich! Wir sind sehr glücklich“, sagte Christian Merli. „Mein Team und ich haben gegen einen 10fachen Champion gekämpft und die Saison endet bestens. Für mich war es heute wichtig, den Gruppensieg zu erringen. Ich kann sagen, dass es eine fantastische Saison war, die mit jeweils fünf Siegen endet. Zum ersten Mal werden zwei Ex-Aequo Gewinner ausgezeichnet und ich freue mich für das gesamte Team „. Und auch Simone Faggioli strahle vor Glück. „Ich freue mich, heute gewonnen zu haben, da Schatz der amtierende französische Meister ist. Ich möchte Geoffrey zu seinem heutigen Ergebnis beglückwünschen! Ich […]

Rekord-Festival im Jura – Faggioli mit Mega-Bestmarke

19. August 2019

Bei der 76. Ausgabe des Bergrennens St.Ursanne – Les Rangiers in der Schweiz, purzelten die Rekorde gleich reihenweise. Nicht nur dank Gesamtsieger Simone Faggioli aus Italien. Trotz einigen Unterbrechungen war die 76. Ausgabe des Berg-Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers ein voller Erfolg. Vor allem was die Zeiten betrifft. Dass der Streckenrekord wackeln würde, weil die Piste für das diesjährige Rennen auch im oberen Bereich frisch asphaltiert wurde, war anzunehmen. Dass der neue Rekord aber gleich 2,3 Sekunden unter der alten Bestmarke liegt, zeigt die enorme Entwicklung im Bergrennsport. Verantwortlich für die neue Bestzeit ist Simone Faggioli. Der Italiener hat in seinem Norma M20 FC beim zur Europameisterschaft zählenden Lauf im Jura nichts anbrennen lassen und feierte seinen achten Erfolg in Serie, den neunten insgesamt. Faggioli setzte seine Bestmarke am Morgen, als die Temperaturen noch niedriger waren. Sein Widersacher und Landsmann Christian Merli konnte die 1:39,306 min erst am späten Nachmittag kontern, blieb aber mit 1:39,539 min knapp über der Bestzeit und lag am Ende als Zweiter zwei Sekunden hinter Faggioli. Ein Blick auf die Durchschnittsgeschwindigkeit (187,78 km/h) verdeutlicht, wie rasant die beiden EM-Starter unterwegs waren. Platz 3 und damit der Sieg in der Schweizer Meisterschaft ging an Marcel Steiner. Auch er absolvierte die 5,18 km lange Strecke in einer neuen Schweizer Rekordzeit. «Das Ziel war eine 45er-Zeit», sagt Steiner. «Mit 1:44,561 min bin ich natürlich sehr zufrieden. Überhaupt war es ein sehr gutes Wochenende. Das Auto lag perfekt. Und bis auf ein paar Motorenaussetzer im ersten Lauf gab es keine Probleme.» Steiner hat mit dem Sieg in Les Rangiers bis auf einen Zähler auf Leader Eric Berguerand, der seit seinem schweren Unfall 2007 nicht mehr im Jura fährt, aufgeschlossen. Trotzdem liegen die Vorteile weiter beim Walliser. Der hat – im Gegensatz zu Steiner – durch den Startverzicht in Les Rangiers sein Streichergebnis bereits eingezogen. Außerdem hat Steiner in Les Rangiers trotz eines neuen Schweizer Rekordes keine Zusatzpunkte bekommen. «Die gibt es nur, wenn du den absoluten Streckenrekord fährst», weiß der Berner LobArt-Pilot. Bester Schweizer Formelfahrer war wie in Anzère Robin Faustini. Der junge Aargauer sicherte sich den siebten Gesamtrang und 20 wertvolle Punkte in der CH-Meisterschaft auf dem von Vater Simon Hugentobler geliehenen Reynard 97D (Foto oben). Hugentobler selbst wurde in einem Osella PA30 Cosworth (ex-Cyrille Frantz) mit etwas mehr als 4,5 Sekunden Rückstand auf seinen Sohn Zehnter im Scratch und Dritter in der Abrechnung der besten Schweizer – 1,4 […]

EM-Schlussphase beginnt in St. Ursanne – Steiner gegen Europas Berg-Elite

14. August 2019

Am Wochenende steigt die 76. Ausgabe des Klassikers St.Ursanne – Les Rangiers. Mehr als 190 Fahrer sind gemeldet. Darunter auch die Elite des europäischen Bergrennsports. Die Schweizer Berg-Meisterschaft geht in die zweite Saisonhälfte. Am Wochenende steigt im Jura das Saisonhighlight mit dem Klassiker St-Ursanne – Les Rangiers. Zur 76. Ausgabe haben sich mehr als 190 Piloten eingeschrieben. Darunter auch namhafte Fahrer aus Italien, Österreich, Frankreich, Deutschland und Tschechien wie etwa der seit 2012 in Les Rangiers ungeschlagene Simone Faggioli (Foto oben) oder EM-Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Christian Merli (beide aus Italien). Daneben gibt es aber noch ein paar weitere Hochkaräter wie etwa der Österreicher Christoph Lampert, der zum ersten Mal in Les Rangiers am Start steht, der Franzose Cyrille Frantz sowie die beiden Südtiroler Diego de Gasperi und Fausto Bormolini. Aus Schweizer Sicht hat Marcel Steiner die besten Aussichten, gegen Europas Berg-Elite zu bestehen. Steiner hat 2010/2011 den Gesamtsieg in Les Rangiers errungen und komplettierte in den vergangenen zwei Jahren als Dritter jeweils das Podest. «Der Gesamtsieg wäre toll», sagt Steiner, «aber gegen Faggioli und Merli ist das ein schwieriges Unterfangen.» Für Steiner zählt aber nicht nur das Podium im Gesamtklassement, der Berner peilt in Les Rangiers seinen ersten Saisonsieg in der Schweizer Meisterschaft an. Bei den bisherigen vier Rennen stand ihm jeweils Eric Berguerand vor der Sonne. Der verzichtet seit seinem schweren Unfall 2007 traditionell auf den Saisonhöhepunkt im Jura. Steiner, der in der Meisterschaft 26 Punkte hinter Berguerand liegt, könnte somit zum Walliser aufschließen, muss aber im Verlauf der Saison ebenfalls noch ein Streichresultat in Kauf nehmen. Neben Steiner ist auch Joël Volluz ein Kandidat für ein Spitzenergebnis. Der Walliser hat allerdings einen Rückschlag erlitten. Beim Bergrennen in Osnabrück (D) verunfallte er. Volluz weiß deshalb noch nicht, ob er die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen hat. «Ich habe noch nicht alle Teile erhalten», sagt Volluz. «Ich weiß nicht, ob die Zeit reicht.» Volluz’ einziger Gegner bei den «Single Seatern» bis 3000 cm3 wird Robin Faustini sein. Der junge Aargauer hat in dieser Saison schon mehrfach sein Können unter Beweis gestellt und war zuletzt, ebenfalls in Osnabrück, schnellster Fahrer mit einem klassischen Formelauto. Bei den hubraumschwächeren Monopostos wird der Sieg in der Schweizer Meisterschaft zwischen Henri Schmidt aus Porrentruy, der zuletzt in Anzère triumphierte, Joël Grand aus Chalais und Jean-Marc Salomon aus Courtedoux ausgemacht. Im Kampf um die Tourenwagenkrone wird es zu einer Neuauflage des Mitsubishi-Duells Roger Schnellmann gegen Ronnie […]

Interview mit Osnabrück-Sieger Christian Merli

9. August 2019

Uli Kohl / Matthias Witte: Das Rennen ist nicht ganz wunschgemäß verlaufen, was waren die Schwierigkeiten im ersten Lauf, und wie habt ihr sie beheben können? Christian Merli: Im ersten Lauf wollte ich keine neuen Reifen aufziehen, ich wollte sie mir für später aufsparen, und so habe ich es nicht übertrieben. Im Ziel sank aber der Öldruck auf Null, und ich habe mich erschrocken, weil ich an den Motor dachte. Wir haben dann über eine Stunde am Auto gearbeitet und es hatte sich ein Ventil verklemmt, das den Öldruck reguliert. Zum Glück war es letztlich nichts Gravierendes, und wir konnten es reparieren. Aber der Tag war lang und anstrengend. Ich muss mich auch bei Giuliano [Serafini, seinem Mechaniker], Cinzia [Nicolini, seiner Lebensgefährtin] und Massimo [Marocchi, Mitglied seines Teams] bedanken, die mich heute bei der Behebung aller Probleme unterstützt haben. Uli Kohl / Matthias Witte: Wie stark konzentriert man sich dann auf den Lauf, auf das Fahren oder aber auf die Anzeigen im Cockpit, ob denn wirklich jetzt alles in Ordnung ist? Christian Merli: Ein bisschen schaut man auf die Anzeigen, aber ich war sicher, dass alles in Ordnung war. Das Problem war, dass heute wirklich nichts reibungslos klappen wollte. Als ich im zweiten Lauf die neuen Reifen montiert habe, begann das Auto vorne sehr zu rutschen. Ich war überrascht, dass ich den Rekord geschafft hatte, denn in den letzten beiden Kurven bin ich wirklich stark weggerutscht. Im dritten Lauf wollte ich es dann wissen, aber leider gab es einen Unfall und wir mussten zum Start zurückkehren. Dann ist mir auch noch eine große Mücke direkt vors Visier geflogen. Aber es passt schon so. Wir stehen jetzt hier, es hat alles geklappt. Uli Kohl / Matthias Witte: Zum Thema Streckenrekord: Wir nähern uns schrittweise der 50-Sekunden-Marke. Wann wird sie niedergerissen, und was braucht es dafür für Bedingungen, außer einem Christian Merli in Topform und einem exzellenten Auto? Christian Merli: Ich glaube, heute hatte ich das Auto dafür. Viel weniger ging vielleicht nicht, aber ein paar Zehntel wären drin gewesen. Leider muss bei einem 2-km-Rennen alles zu 100% perfekt sein. Jeder kleine Ausrutscher, jedes Zehntel, das man verliert… die Uhr verzeiht nichts. Aber es tut mir leid, ich hätte es gern geschafft, nach und nach unter die 50 Sekunden zu kommen. Uli Kohl / Matthias Witte: Was ist zu sagen zu Organisation, Rennen, Strecke, Stimmung bei den Zuschauern? Christian Merli: Ich sage […]

Christian Merli – Der Europameister und Sieger am Uphöfener Berg

7. August 2019

Dass er letztes Jahr wegen einer Terminkollision nicht dabei sein konnte, hat ihn gewurmt. Alles, was es 2018 in Europa zu gewinnen gab, hat Christian Merli mit seinem prächtigen Osella FA 30 Zytek LRM gewonnen – nur das Osnabrücker Bergrennen nicht. Der strahlende Sieger von 2016 und 2017 verfolgte vor einem Jahr das Rennen im Internet und gratulierte fair dem neuen Champion Sébastien Petit. Doch 2019 hat er sich nun den Gesamtsiegertitel samt Streckenrekord zurückgeholt. Grund zum Jubeln bot Merli seinen Fans 2018 und auch in der aktuellen Sasion  trotzdem reichlich. In der Berg-Europameisterschaft reihte der italienische Superstar mit wenigen Ausnahmen Sieg an Sieg und Streckenrekord an Streckenrekord und auch in diesem Jahr liegt Merli von letzten vier Rennen der EM-Saison punktgleich mit Simone Faggioli an der Spitze der Tabelle. Nachdem der Zytek-V8-Motor und die Avon-Reifen im Winter nochmals optimiert worden waren, war sein Auto seinem Talent endlich ebenbürtig. Und nun kam auch das Quäntchen Glück hinzu, das ihm so oft gefehlt hatte, wenn etwa das Auto auf der Startlinie ausging oder ein plötzlicher Gewitterschauer ihn hinter die im Trockenen gestarteten Konkurrenten zurückfallen ließ. So wurde 2018 das Jahr des Christian Merli. Nach der Europameisterschaft sicherte er sich auch den italienischen Titel. Erstmals gewann er dabei das legendäre Bergrennen Trento–Bondone, sein Heimrennen 80 km oberhalb des Gardasees, das mit 17 km Länge und 180 Kurven als härtestes Bergrennen Europas gilt. Schließlich krönte er die Saison im italienischen Gubbio mit dem Sieg beim großen Finale der Berg-Stars in Europa, dem FIA Masters. Zum Erfolg war es buchstäblich ein weiter Weg. Innerhalb von 6 Monaten legte Merli im LKW-Transporter 30.000 km quer durch Europa zurück: im Westen bis Portugal, im Osten bis Polen und im Süden bis Sizilien. Um bei insgesamt 20 Rennen jeweils für eine Handvoll Kilometer am Steuer seines ungestümen Boliden zu sitzen und bei höchster Konzentration – egal, wie groß der Erfolgsdruck, wie heiß die Sonne, wie rutschig eine Strecke im Regen – in jeder einzelnen Sekunde die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Anstrengungen wurden belohnt. „Eine riesengroße Freude.“ Nicht nur für ihn selbst. Bei der Meisterschaftsfeier in seinem Heimatdorf wurde deutlich, wie viele Familienmitglieder und Freunde Christian Merli unterstützen. Bescheiden und bodenständig, wie er ist, weiß er das zu schätzen: „Oft denke ich mehr an die Menschen um mich herum, die mit mir zusammen so viele Opfer gebracht haben und die so häufig enttäuscht wurden. Aber diesmal hat […]

Neue Regeln und mehr Autos mit dem Performance Faktor ab 2020

5. Juli 2019

Nach der jüngsten Entscheidung des FiA World Motor Sport Council, die technischen Vorschriften für das Konzept des Leistungsfaktors umzusetzen, wird die in Kategorie 1 der FIA Berg-Europameisterschaft zugelassene Fahrzeugpalette ab 2020 erheblich erweitert. Zusätzlich zu den Fahrzeugen der Gruppen N, A, S20 und GT, die wahlweise in ihrer aktuellen Konfiguration oder in einer modifizierten Version fahren können, sind möglicherweise auch einige Fahrzeuge zugelassen, die derzeit den Bestimmungen für Fahrzeuge der Gruppe „E1“ entsprechen. Um in die entsprechende Klasse aufgenommen zu werden, müssen die Fahrer dieser Fahrzeuge ihren „Pf-Wert“ über den Online-Rechner (www.fiaperformancefactor.com) ermitteln und dies dem jeweiligen Veranstaltern bei Abgabe der Einschreibung vorlegen. Willkommen „E1“ Autos! Fortsetzung folgt! Weitere Informationen unter  https://www.fia.com/performance-factor

Wetterkrimi am Glasbach – Favorit Lampert siegt dennoch

17. Juni 2019

Manchmal ist das Leben ungerecht. Das 24. Internationale Glasbachrennen, einziger Lauf der Berg-Europameisterschaft auf deutschen Boden, litt diesmal pünktlich zu den beiden Rennläufen unter den Wetterkapriolen, wie schon lange kein Bergrennen hierzulande mehr. Kurze Schauer zogen mehrfach über das Renngelände am Fuße des Rennsteigs. Die Reifenwahl wurde zum Lotteriespiel, zumal die Verhältnisse auf der 5,5 km langen Glasbachstraße aus dem Fahrerlager heraus, schlecht einzuschätzen waren. Die WhatsApp-Drähte glühten, und man war über jeden noch so kleinen Hinweis von der Strecke dankbar. Nach einem vierten Trainingslauf am Sonntagmorgen, der sich durch einen Zwischenfall im Rahmenprogramm verzögerte, stieg man kurz nach der Mittagsstunde in die für die EM-Wertung geforderten zwei Rennenläufe, zur Erzielung der Mindestdistanz von 10 Renn-Kilometern, ein. Die meist gestellte Frage am Wochenende betraf das Fernbleiben der italienischen Superstars der Bergszene, Simone Faggiloli und Christian Merli. Dies ist dem Wertungsmodus der Berg EM geschuldet, der pro Saisonhälfte (2x sechs Rennen) ein Streichresultat vorsieht. Da beide EM-Favoriten, in ihre Gruppen (E2-SC und  E2-SS) in den ersten fünf Veranstaltungen jeweils bereits die Maximalpunktzahl erreicht hatten, zogen es beide Piloten vor sich an diesem Wochenende in der Italienischen Meisterschaft zu duellieren. Der Spannung tat dies aber eher gut, denn so war der Kreis der Favoriten auf den Gesamtsieg auf einmal erheblich größer als sonst. Doch der Regengott sollte das Drehbuch noch einige Male umschreiben. Gleich zwei Mal Wetter-Glück hatten nur wenige. Diese Piloten kamen aus Teilen der Tourenwagenklassen E1-1400 und 1600 ccm. Dies machte erst eine etwas längere Unterbrechung durch den Motorschaden am Opel Kadett C 16V von Edi Bodenmüller im ersten Lauf und ein Wolkenbruch in Lauf zwei möglich. Die Top-Rennsportpiloten fanden eine langsam abtrocknende Piste vor, sodass sich nach dem ersten Durchgang der amtierende KW Berg-Cup Gesamtsieger Thomas „Tom“ Strasser (VW Scirocco 16V) von seinem österreichischen Landsmann Christoph Lampert  im Osella FA 30 Zytek (Foto oben) und der Luxemburger Guy Demuth (Norma M20F Judd), eingerahmt sah. Diego Degasperi in einem Osella des Faggioli-Teams folgte auf Rang vier, vor den glücklichen Berg-Cup´lern Stefan Faulhaber, Hansi Eller und Roland Christall. Der zweite Lauf brachte dann einen mächtigen Regenguss, sodass sich wenigsten die Frage der Reifenwahl nicht mehr stellte. Um Regenreifen kam nun niemand mehr herum. Bis zur E1-Klasse bis 1600 ccm hatte es aber gehalten, sodass vor dem Start der großen Tourenwagen, GT3 und den Rennsportfahrzeuge der Name Stefan Faulhaber im Opel Kadett C mit Minichberger-Triebwerk (Foto Mitte) ganz oben auf den Zwischenresultaten […]

Never-Forget-Tribute-To-Georg-Plasa-KW-Team startet beim Glasbachrennen

3. Juni 2019

Nach dem spektakulären Auftritt beim Goodwood Festival of Speed 2018 in Großbritannien (Link zum “Tribute-to-Georg-Plasa YouTube-Video The Way to Goodwood”: https://youtu.be/YSKCm3jD_TU ) und einem Gaststart beim FIA Hillclimb Masters im Oktober 2018, nimmt das „Never-Forget-Tribute-To-Georg-Plasa-KW-Team“ beim 24. Glasbachrennen in Thüringen teil. Das von dem oberbayerischen Rennfahrer Georg Plasa entwickelte und aufgebaute BMW 320 (E36) Coupé mit seinem über 550 PS starken JUDD KV675 V8 Triebwerk wird dabei erneut von Georg Plasas Weggefährten und Freund Jörg Weidinger pilotiert. Der Rennwagen fährt auf Deutschlands längster Bergrennstrecke keine Demo-Läufe, sondern startet vom 14. bis 16. Juni 2019 im Wettbewerb gemäß Reglement im FIA E1-EG-Meisterschaftslauf. Am Freitag, 14. Juni 2019 um 17:00 Uhr stellen das „Never-Forget-To-Georg-Plasa-KW-Team“ und Fahrer Jörg Weidinger auf einer Pressekonferenz des Veranstalters den legendären BMW 320 Judd von Georg Plasa vor. Das Glasbachrennen in Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach zählt mit seinen Läufen zur Europabergmeisterschaft (EBM), Deutschen Berg-Meisterschaft, KW Berg Cup Gruppe H und vielen weiteren Meisterschaftsrennen zu den spannendsten Motorsportterminen in Deutschland. Nirgendwo sonst können Rennsportfans so viele unverwechselbare Rennwagen und prominente Fahrer der Bergszene hautnah erleben. 2019 wird auch einer der Ikonen der europäischen „Bergrennsport-Community“ nach über einer Dekade wieder bei einem Rennen in Deutschland starten: Das „Never-Forget-Tribute-To-Georg-Plasa-KW-Team“ stellt sich vom 14. bis 16. Juni 2019 der Herausforderung, auf Deutschlands längster Bergrennstrecke mit dem legendären BMW 320 Judd V8 des leider 2011 tödlich verunglückten Bergrennfahrers Georg Plasa an den Start zu gehen. „Nach Jörg Weidingers Husarenritt beim Goodwood Festival of Speed im Sommer 2018, erhielten wir zahllose Anfragen von deutschen Veranstaltern, um mit Georgs BMW vor heimischem Publikum zu starten“, erklärt Teameigner und KW automotive Geschäftsführer Klaus Wohlfarth. „Ganz im Sinne unseres Freundes Georg Plasa werden wir uns dem harten Wettbewerb stellen.“ Intern stimmten sich die Verantwortlichen des Teams ab, dass sie nicht mit dem BMW E36 Judd V8 an Rennen oder auf Strecken fahren werden, an denen damals Georg Plasa mit seinem BMW fuhr. „Wir möchten einfach verhindern, dass irgendwelche Vergleiche zwischen Georgs damaligen Zeiten und mit den Zeiten von Jörg gezogen werden können. Der Start in Thüringen ist eine sportliche Hommage für die Fans von Georg.“ Auch Jahre nach dem tödlichen Unfall von Georg Plasa ist sein Sportsgeist in der europäischen Bergrennsportszene präsent. Der Oberbayer vom „MSC Tegernsee“ lebte für den Bergrennsport und war jemand, der nie nur an sein Team oder an sich als Fahrer dachte. Viel mehr setzte sich Georg Plasa für die Belange und Nöte […]

Merli holt in Spanien vierten EM-Sieg in Folge

20. Mai 2019

Bei äußerst wechselhaften und schwierigen Wetterbedingungen trug erneut der Italiener Christian Merli im werksunterstützten Osella FA 30 Zytek LRM beim 48. Subida Al Fito im spanischen Baskenland, den Gesamtsieg davon. Auch bei der vierten Runde der Europa-Bergmeisterschaft 2019 gelang dem EM-Titelverteidiger der vierte Gesamtsieg in Folge. Diesmal verlief der Renntag spannender als noch in Portugal vor einer Woche. Ein Toller Kampf mit dem ex-Europameister Simone Faggioli am Steuer des Norma M20 FC war das Ergebnis. Die Trainingsläufe prägte der Regen. Auf der 5,350 Kilometer langen Strecke ist Merli zuerst zwar in Front, doch der Spanier Javier Villa im ebenfalls werksunterstützten BRC (Foto oben) schlägt sich hervorragend und ist anfangs sogar schneller als Simone Faggioli. Am Morgen des Renntags wagt es Merli trotz nasser Strecke, sich für Intermediat-Reifen zu entscheiden und muss prompt Faggioli den Vortritt lassen. Im zweiten Durchgang dreht Merli den Spieß wieder um und im dritten Lauf macht Merli den Tagessieg klar, vor Faggioli und dem stark agierenden Javier Villa. „Ich bin sehr glücklich“, kommentiert Merli. „Bei den Trainingsfahrten im Regen haben wir das richtige Setup mit den Regenreifen gefunden. Heute setzten wir im ersten Rennen auf Intermediat-Reifen, aber in den Waldpassagen war die Straße wohl noch zu nass, hatte ich das Gefühl. In zweiten Rennlauf, war es großartig und die Bedingungen waren optimal, während ich im 3. Rennen ruhig hätte die Slicks verwenden können, aber ich hatte mich für eine konservative Wahl entschieden. Zugegeben, es gab Rinnsale die die Straße kreuzten was einen Risiko gewesen wäre. Jetzt geht es für uns alle erst einmal nach Hause um uns in 14 Tagen beim Ecce Homo-Rennen in Tschechien vorzustellen. “ Wiederum auf einer bislang für ihn unbekannten Strecke  gelang dem Vorarlberger Christoph Lampert im Osella FA 30 ein hervorragender vierter Platz in der Tageswertung, vor seinem Markenkollegen Diego Degasaperi und beiden Norma-Piloten Guy Demuth und ex-Europameister Andres Vilarino auf den Plätzen 6 und 7. Danach folgte bereits der Franzose Sebastien Petit, der nach seinem Crash von Portugal mit seinem teameigenen Ersatzwagen á la Norma Honda 2-Liter Rang acht belegte. Der Schweizer Reto Meisel schied bereits im Training mit einem Unfall auf regennasser Piste aus. Der Schaden an der linken Vorderradaufhängung und der Karosserie, war zu groß um am Rennen teilzunehmen.

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