Walter Treser zu Gast in der Formel 1 Eventhalle bei Uwe Kaufel

Walter Treser, der am 18. April 1940 in Bad König im Odenwald geboren wurde, ist den Motorsport-Insidern seit Jahrzehnten als Ingenieur für Kraftfahrzeug- u. Flugzeugbau, Rennfahrer, Rennleiter und Sportchef bei Audi und Opel bekannt. Als Projektleiter und Namensgeber des revolutionären Audi Quattro, wie auch durch die Erfolgsgeschichte von Walter Röhrl, sind beide Rennsportler untrennbar mit diesem Fahrzeug verbunden. Angefangen hat alles als Treser Junior im elterlichen Hotelbetrieb einen Opel Blitz mit Holzvergaser und ein Sachs Motorrad entdeckt hatte. Mit acht Jahren konnte er beides fahren und der Wunsch Rennfahrer  zu werden war unauslöschlich entstanden.

Nach dem Studium für Kraftfahrzeug- u. Flugzeugbau, fährt er 1962/63 tatsächlich Rennen im DKW Junior, wird Werksfahrer bei der Auto Union und kauft sich 1964 einen Lotus-DKW Formel 3 Rennwagen. 1969/70/71 leitet er die Geschicke beim BMW Alpina Werksteam und bestreitet die Tourenwagen Europameisterschaft. Ab 1982 entstand seine eigene Firma für Automobiltechnik und Design in Hofstetten und dann in Ingolstadt. Parallel erfolgt in Berlin ab 1985 die Entwicklung und Produktion des Sportwagens Treser TR 1, mit dem er seinen Traum vom selbständigen Automobilproduzenten verwirklichte. Jedoch der Höhepunkt seines Rennfahrer- und Autolebens war der Start beim Avus-Rennen in Berlin am 29.5.1988 in seinem selbst entwickelten und in der eigenen Fabrik gebauten Treser TR 1. Auch an der Einführung des spektakulären Allrad-Calibra 1992 in die DTM, der von Keke Rosberg pilotiert wurde, war Walter Treser als Sportchef federführend beteiligt.

Die weit über 100 Mitglieder des Treser Clubs waren sichtlich angetan von dem Ambiente rund um die Formel 1 Ausstellungs-Eventhalle in Osterode. Da auch das Wetter mitspielte waren einige Formel 1 Rennwagen, der Speedway-Käfer mit BMW Motor und der PRC Prototyp im Biergarten neben dem Fischteich ausgestellt. Von den Anderen in der Ausstellungshalle verbliebenen originalen Rennfahrzeugen waren einige als Race-Simulatoren mit Großbildschirmen umgerüstet. Dort konnten die Gäste im originalen Rennwagen ihre Fahrkünste testen ohne dass es mit einem Totalschaden endete. Nach der Bewirtung der zahlreichen Gäste zwischen den Rennwagen fand die Siegerehrung des Treser Clubs für Ihre erfolgreichen Teilnehmer in den einzelnen Wertungsklassen statt. Großes Interesse erzeugte auch der jetzt zu Pfingsten von Uwe Kaufel zum Bergrennen Wolsfeld an der luxemburgischen Grenze wieder eingesetzte PRC Prototyp. Mit dem neu eingebauten Motor und ohne Testkilometer wird Uwe Kaufel bei seinem Comeback in der Südeifel erst einmal in der GLP-Gleichmäßigkeitswertung fahren.

Als die Verkleidungen abgenommen wurden und der Motor mit Getriebe sichtbar war, bildete sich eine große Menschenmenge um das Fahrzeug. Unter großem Beifall stieg Walter Treser in den super flachen Rennwagen ein und entlockte dem Motor nach kurzer Warmlaufphase einige Tausend Drehzahlen. Danach unterhielt er sich mit Dr. Martinez Schramm, dem Entwickler und Erbauer der höchst komplizierten Rennsporttechnik in diesem Fahrzeug. Abschließend gingen die Gäste zu ihren teuren Fahrzeugen auf den Kornmarkt zurück und traten die teilweise lange Heimreise an.

Die Kaufel Team-Chefin Karin hatte zuvor jeden einzelnen Gast persönlich verabschiedet und hörte immer wieder: “ So etwas tolles haben wir nicht erwartet, hier waren wir ganz sicher nicht das letzte Mal“. Bis dahin hatten die Besucher der Innenstadt kostenfrei die Möglichkeit über 50 Exoten, vom seltenen Treser Sportwagen über Ferrari, Porsche, Jaguar, Wiesmann, Lotus, Alfa Romeo bis hin zum  Mercedes 600, auf dem Kornmarkt zu besichtigen. Nachdem auch schon ein Ferrari Club die Osteroder Formel 1 Ausstellung besucht hat, ist in Kürze ein Porsche Treffen dort geplant. Auch hierzu werden wieder zahlreiche ausgefallene Sportwagen aus ganz Deutschland anreisen.

Über Thomas Bubel 254 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.