Boxengeflüster 04/2017: Wussten Sie schon dass…?

DASS die lebende, österreichische Bergrennlegende Herrmann Waldy vergangene Woche auf eigenen Beinen die Gailtalklinik in Hermagor verlassen konnte. Nach einer inkompletten Querschnittlähmung war der mehrfache Berg-Staatsmeister monatelang auf den Rollstuhl angewiesen. Nach einer überwundenen Erkrankung an Prostatakrebs, mit der er sogar fünf Bergrennen in seinem Formel 3000 und mit gelegtem Katheter fuhr, wurde Ende letzten Jahres festgestellt, dass ein Wirbelkörper vom Krebs angegriffen war. Die medizinische Diagnose war für den 69-Jährigen schockierend. Eine qualvolle Rehabilitation über fünf Monate hinweg, war die Folge. Und noch im Vorjahr hatte sich Waldy ein Ziel gesetzt. „Ich möchte auf meinen eigenen Beinen das Krankenhaus wieder verlassen können.“ Dieses Ziel hat er jetzt erreicht. Das erste Probesitzen in seinem weißen Lola F3000 hat Waldy auch schon geschafft. „Ich bin aber zurzeit noch nicht beweglich genug, aber ich arbeite jeden Tag daran“.

DASS das österreichische Team von Erich Edlinger vor wenigen Tagen ein Lebenszeichen von sich gab. Vor gut einem Jahr wurde der spektakuläre BMW 320 IRL V8 der Modellreihe E30 eingemottet und gleichzeitig ein neues innovatives Projekt angekündet. Jetzt gab man die erste interessante Information Preiß. Nach all den viele Recherchen, Berechnungen und Überlegungen kamen von den vielen Fahrzeugen mehrerer Hersteller aus der engeren Auswahl, nur noch wenige in Frage und schlussendlich fiel die Wahl auf den i8 von BMW. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die Parameter wie Sicherheit, Gewicht, Antriebsmöglichkeiten, Fahrzeuggröße und nicht zuletzt noch eine gewisse Affinität zu BMW. Man kann also auf die nächsten hochinteressanten Neuigkeiten aus der Steiermark gespannt sein.

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DASS sich die Organisatoren des 50. Int. Osnabrücker Bergrennen vom 4. – 6. August 2017 wieder eine ganze Menge einfallen lassen, um den Event im Norden von Deutschland zu einer ganz besonderen Note zu verhelfen und dabei auch für das Jubiläum einmalige Highlights zu präsentieren. Die bekannte Fahrerlagerstraße von der Einfahrt am „Kruzifix“ bis herunter in Höhe des Vorstartbereiches wird in diesem Jahr mit Einbruch der Dunkelheit beleuchtet werden. Der mit der Stromversorgung des gesamten Bergrennens beauftragte Elektriker wird über die gesamte Länge von 2,5 km Leuchtkörper mit LED-Partyleuchten aufhängen. Die Idee entstand auch aus einem Wunsch einiger Teams, insbesondere im dunklen Waldbereich abends und in der Nacht für etwas Licht zu sorgen. Gerade in diesem Jahr hat die Beleuchtung einen sinnvollen Nebeneffekt: Wenn die Teams und Gäste spätabends und in der Nacht den Heimweg von den Jubiläumsfeierlichkeiten antreten, können Sie sicher zu ihren Quartieren zurückfinden.

DASS im August ein geschichtsträchtiger Skoda Octavia WRC zum Osnabrücker Bergrennen kommt. Das Auto mit der Chassis-Nummer 10 hat eine wohl einmalige Geschichte zu erzählen. Am 19. Januar 2002 verunglückten die Tschechischen Werkspiloten im Rahmen der Rallye Monte Carlo mit dem Fahrzeug. Dass ausgerechnet ein Mast der französischen Telekom den Fahrern eventuell das Leben rettete und verhinderte, dass das Fahrzeug wohl als „Kernschrott“ endete, ist wohl einmalig in der Motosportgeschichte. In einer engen Linkskurve prallte das Fahrzeug gegen eine Mauer, die es durchschlug und dann stand da der Telegrafenmasten und der hielt das 1.230 kg schwere Fahrzeug auf und verhinderte den Abflug in den tiefen Abgrund. Das Fahrzeug wurde später wieder einsatzfähig gemacht und gewann u.a. die tschechische Rallye-Meisterschaft und in 2002 und 2004 die Deutsche Rallye-Meisterschaft. Inzwischen hat Volker Piepmeyer aus dem Münsterland den Rallye-Boliden erworben und er wurde wieder in die Original-Lackierung der Zeiten der Einsätze in der Rallye-WM versetzt. Mit der Präsentation auf dem „Uphöfener Berg“ sorgt der aktuelle Besitzer und Pilot nicht nur für ein Fahrzeughighlight beim Jubiläumsrennen, sondern wird auch unter den vielen Fans der Rallyeszene, die auch zum Berg pilgern, großes Interesse finden und die Geschichte der „Monte“ 2002 sicher unzählige mal bei den Benzingesprächen aufleben lassen.

Über Thomas Bubel 222 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.