Vorschau 2017: NSU-Bergpokal weiter im Aufwind

In nicht mehr ganz 10 Wochen startet endlich der NSU Bergpokal im hessischen Schotten in eine neue Saison. Mit 21 Startern, davon 2 Teams, kann sich die traditionsreiche Rennserie mehr als sehen lassen. Mit der NSU Prinz IG fährt künftig ein neuer Heckscheibensponsor im NSU Bergpokal auf allen Fahrzeugen mit. Die unverwechselbare Meisterschaft fährt nun das dritte Jahr unter den Fahnen des KW Berg-Cups und man kann durchaus von einer sehr sympathischen und harmonischen Gemeinschaft sprechen! Die schnellen und  bildschön vorbereiteten NSU Modelle gehören einfach zu den verbesserten Tourenwagen am Berg dazu. Zusammen mit dem KW Berg-Cup bildet sich zur Saison 2017 ein sehr sehenswertes Feld mit über 120 verbesserten Tourenwagen aller Kategorien!

Nun gehen wir etwas auf den NSU Bergpokal ein und streifen quer durch die Republik. Beginnen wollen wird mit einem Neuling. Die Rede ist von Michael Carell aus dem Raum Bad Salzuflen. Mit Hilfe von Jörg Davidovic hat er einen sehr schönen NSU TT aufgebaut, der einerseits auf der Straße daheim ist, genau wie das Auto von Michael „Mike“ Vogel, andererseits ebenfalls bei ausgesuchten Bergrennen die Rennstrecken säumen soll. Die NSU-Fans freuen sich darauf, diesen Renner wohl erstmals ab dem Iberg in Bad Heiligenstadt sehen zu dürfen. Wir gehen weiter durch den Norden Deutschlands und finden die üblichen Verdächtigen. Mit Frank Kleineberg und Thomas Krystofiak stehen hier zwei ganz schnelle Vertreter an der Startlinie. Sie sind sehr starke Verfolger des Sieger-Duos Hofmann-Davidovic und werden wieder alles geben. In 2016 hat Thomas mit dem Vizemeister Titel ja gezeigt, was in ihm und seinem schnellen NSU 1200c steckt.

Weiter geht es nun ins Ruhrgebiet zu Karsten Steinert. Vater Wolfram soll im Winter wohl wieder im heimischen Keller NSU-Motoren getunt haben. Die Einsätze von Karsten führen eigentlich immer auf das Podest. Mal schauen was über den Winter so entstanden ist. Wie immer eine spannende Frage. Die Antwort werden wir bald erfahren! Die südliche Eifel hat ebenfalls schnelle NSU Fahrer zu bieten. Mit Alex Follmann haben wir hier einen ganz flinken Vertreter, der mit dem Lenkrad seines schwarzen TT bestens umgehen kann und das Wort Angst überhaupt nicht kennt. Was dem Tüftler an Motorenleistung 2017 zur Verfügung steht werden wir wohl erstmals in Schotten Ende April erleben. In der Main-Metropole Frankfurter ist Roman Szott beheimatet. Dieses Uhrgestein im NSU Bergpokal bereichert seit Jahren das Starterfeld. Fast bei jedem Bergrennen der Saison tritt er an und platziert sich somit weit vorn in die Jahresendwertung. Einzig ein schöner Urlaub könnte Roman mal von einem Start abhalten, ansonsten ist mit ihm immer zu rechnen.

Weiter zieht die NSU-Karawane in den Odenwald. Dort sind ebenfalls sehr schnelle Starter beheimatet. Mit Jörg Davidovic und „Mike“ Vogel werden hier zwei Freunde versuchen sehr gute Platzierungen herauszufahren. Gerade mit Jörg Davidovic dürfte ganz vorn in der Pokalwertung zu rechnen sein. Er erzielte mit feinst erschaffener Technik in 2016 reichlich Klassensiege im Team mit Steffen Hofmann. Genau dieser Steffen Hofmann gehört zur Nordbayerischen NSU-Fraktion. Tritt er an, kann man sehen wie ein NSU TT am absoluten Limit bewegt wird! Dieses Team dürfte es sein, welches es auch in 2017 zu schlagen gilt. Viele andere Vertreter haben sich dies ebenfalls  auf die Fahne geschrieben und bilden somit die nötige Würze in der kommenden NSU Bergpokal Saison. Ein weiterer Odenwälder ist Wolfgang Schwalbe. Der schnelle Rentner aus Bad König, genießt die Rennwochenenden am Berg ausgiebig. Zu einem solchen Wochenende gehören bei ihm auch immer ein paar Tage Urlaub. So splittet sich ein solches Wochenende für ihn einerseits in Entspannung und andererseits in Adrenalin. Das dürfte eine gesunde Mischung sein!

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Weiter geht es nach Franken, in den Nürnberger Raum. Mit Bernhard Neuner tritt hier ein absoluter NSU-Liebhaber an, der einige schöne NSU TT sein eigen nennt. Unterstützt wird er dabei von Jörg Höber, der diese Rennfahrzeuge betreut. Jörg selber bringt einen hervorragend vorbereiteten TT an den Start. Mit der Motorentechnik von Theo Grewe verbirgt sich ordentlich Schub im Heck. Siege und Podiumsplätze dürften die Folge sein. Ebenfalls aus dem Großraum Nürnberg kommt Leo Rabus, der auf piekfeine Einfalt Motortechnik vertraut. Damit wird sein TT schon ordentlich angetrieben. Hoffentlich wird man Leo in 2017 öfter sehen. Mit seinem Auto und seiner Art bereichert er nicht nur das Feld, sondern auch die ganze Truppe im Fahrerlager. Mit Uwe Schindler tritt ein weiterer schneller Nordbayer an. Er vertraut dagegen auf die KWR-Motorentechnik, die schon über Jahre in dem schnellen blauen NSU schlummert und dieses Auto heftig antreibt. Das fahrerische Können von Uwe Schindler kommt dazu, sodass Resultat auf dem Podest keine Seltenheit sein dürften.

Mit dem Pfälzer Christoph Schwarz kommt ein erfolgreicher Neueinsteiger aus 2016 hinzu. Er präsentiert ein herrlich aufgebautes Fahrzeug und setzt ebenfalls auf die Technik aus dem KWR Tuning Team. Das besondere jedoch, ein Macher der KWR-Technik  startet ebenfalls im Team mit Christoph Schwarz,  der seinerseits mit noch frischen Vaterfreuden dieses Jahr nur ausgewählte Rennen bestreiten möchte. Die Rede ist von Andreas Kuhnert, genau wie Jürgen Lätsch oder Uwe Schäf ein schneller Mann der ersten Stunde im damaligen NSU-Cup und nun im NSU Bergpokal. Im schwäbischen Winnenden ist Manfred Steinwand beheimatet. Das amtliche Kennzeichen WN-DP-24 dürfte in NSU TT Kreisen weit über die Grenzen hinweg bekannt sein. Kenner wissen sofort dass es sich um den roten Renner handelt, der schon über Jahrzehnte NSU-Renngeschichte geschrieben hat und in einem Film“ Sie wussten nicht das er tunte“, mit Manfred Steinwand die Hauptrolle spielte. Dieses bildschöne Auto wird in 2017 hier und da an der Startlinie zu sehen sein. Manfreds Lieblingsstrecken sind Homburg, Hauenstein und Unterfranken. Hier kann man am meisten mit ihm rechnen. Ein weiterer Mann aus Baden Württemberg ist Horst Fleischer. Der Metzger und Koch ist ebenfalls ein Bekannter aus den Gründerjahren des NSU Cups von Anfang der Neunziger Jahre. Er wird nach einer verkorksten Saison 2016 ebenfalls wieder voll in das Lenkrad seines targaorangen NSU TT Einspritzer greifen. Für die Saison 2017 wünscht er sich dass es wieder besser läuft. Die Zuschauer dürfte es wie immer freuen, dieses Fahrzeug in Rennaction zu sehen. In Sulzbach an der Murr ist Uwe Schäf zuhause. Der selbständige KFZ-Meister der oft beruflich eingespannt ist, ist 2017 ebenfalls eingeschrieben. Hoffentlich findet er genügend Zeit um seinen bekannten zartgrünen Flitzer hier und dort an die Startlinie zu stellen! Im Duo mit Manfred Steinwand wäre das bestimmt ein sehenswerter Auftritt.

Nun ziehen wir mit der NSU-Karawane weiter nach Dirmstein, zurück in den Pfälzer Wald. Dort ist Volker Angelberger beheimatet, er setzt in 2017 auf seinen bewährten NSU TT, den er fahrwerkstechnisch über den Winter weiterentwickeln wollte. Wir sind gespannt und hoffen auf einige schnelle Starts dieser Rennlegende! Im tiefsten Süden der Republik, nämlich in Mühldorf am Inn ist Georg Heiss zu Hause. Der ehemalige Moto-Cross Pilot lässt es sich ebenfalls nicht nehmen einen NSU TT ordentlich am Limit zu bewegen. Er vertraut ebenfalls auf die Technik von Heinz Einfalt. Hoffentlich findet Heiss neben seiner Familie ab und an Zeit dem NSU TT die Sporen zu geben.

Alles in allem ist dies ein hochklassiges Starterfeld. Einzig Walter Voigt fehlt. Er wird aber im KW Berg-Cup die 1150 ccm-Klasse bereichern und dort in seinem VW Polo 16 V angreifen.  Sein weiß-roter Spiess NSU TT wird der Immobilienmakler bei ausgesuchten historischen Bergrennen ausführen. Apropos Hubraumklasse bis 1150 Kubikzentimeter. Spezialtourenwagen verschiedenster Fabrikate tummeln sich hier auf technisch hohem Niveau. Hier mit von der Party ist wieder das Duo Steffen Hofmann und Jörg Davidovic, welches erneut im fahrerischen Wechsel versucht Fiats und Polos zu ärgern. In 2016 konnten die Beiden ja bereits einiges an Potenzial des 16V-NSU aufblitzen lassen. Mit Rang zwei beim großen Finale von Mickhausen wurde die arbeitsreiche Saison doch noch zufrieden beendet. Mit einem sequentiellen Sechsgang-Getriebe und neuer Zylinderkopf Generation wird man 2017 versuchen dieses Ergebnis zu wiederholen und sich kontinuierlich zu steigern. Die NSU-Fangemeinde dürfte gespannt sein, ob RPM Tuning über den Winter noch weiterentwickeln konnte und dieses wohl einmalige Projekt noch weiter vorantreibt.

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Text: nsu-bergrennsport.de – Frank Altstädt

Über Thomas Bubel 251 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.