Lukas Bodtländter im Interview näher betrachtet

Lukas Bodtländer ist 25 Jahre alt, begeisterter Motorsportler und kommt aus Grügelborn bei St. Wendel im Saarland. Bereits in den Kinderschuhen hat ihn sein Vater Thomas, ebenfalls passionierter Rallye- und Bergrennfahrer, mit zu den Rennen genommen. So schnupperte der sympathische Polizist früh die Rennfahrerluft, kaufte sich mit 17 Jahren sein erstes Rennauto und ist seither in ganz Deutschland auf verschiedenen Rennen am Start. Drei Klassensiege konnte er bereits bei Rennen der Deutschen Berg-Meisterschaft für sich gewinnen.

Wie und wann bist du zum Motorsport gekommen?
Lukas Bodtländer: Mein Vater hat mich mit seiner Motorsport-Leidenschaft angesteckt; er betreibt ihn schon aktiv seit 30 Jahren. Durch einen Sichtungslehrgang vom ADAC bin ich zum PKW-Slalom gekommen und habe dann den Rennsport für mich entdeckt. Schon im Kinderwagen hat mich mein Vater mit auf die Rallyes genommen. Mit 16 Jahren hab ich mit PKW-Slalom angefangen und bin dann auf Bergrennen umgestiegen. Mit 17 hab ich mir das erste Rennauto gekauft, einen Peugeot 106 1.3. Rallye.

Wie läuft ein Bergrennen genau ab?
Lukas Bodtländer: Ein Bergrennen geht immer das ganze Wochenende, freitags ist die Anreise und die technische Abnahme, bei der überprüft wird, ob alles regelkonform ist. Samstags ist das reine Training und sonntags findet das eigentliche Rennen statt: immer drei Trainingsläufe und drei Wertungsläufe. Man fährt auf abgesperrten kurvenreichen Landstraßen, die im Tal beginnen und auf dem Berg enden, also immer nur bergauf so zwischen zwei und sechs Kilometer. Man fährt gegen die Zeit und kämpft mit seinen Gegnern um Hundertstel-Sekunden. Da bekommt man schon mal 170 Stundenkilometer drauf.

Welche Rennen bist du bisher gefahren und wie hast du abgeschnitten?
Lukas Bodtländer: 2008 habe ich mit dem Motorsport angefangen und 2009 wurde ich Dritter in der Saarlandmeisterschaft im Juniorcup. 2014 habe ich vom Peugeot 106 auf den Citroen C2 gewechselt und bin somit in die 1600 ccm-Klasse gestiegen. 2016 hatte ich drei Bergrennen zur Deutschen Bergrennmeisterschaft und alle mit einem Klassensieg beendet. Außerdem bin ich in der Pfalz den Potzberg-Bergslalom gefahren mit einem fünften Platz im Gesamt-Klassement (ca. 120 Teilnehmer) und einem zweiten Platz in meiner Klasse.

Was hat dich gereizt, vom PKW-Slalom auf das Bergrennen zu wechseln?
Lukas Bodtländer: Der Slalom hat für mich den Reiz verloren, ich wollte auf abgesperrten Strecken mit höherer Geschwindigkeit fahren, nicht nur Slalom im Saarland sondern Rennen in ganz Deutschland.

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Wie steht deine Familie zu dem doch gefährlichen Hobby?
Lukas Bodtländer: Da mein Vater selbst Rennsportler ist, versteht er mich natürlich und unterstützt mich voll und ganz. Meine Mutter hatte am Anfang schon Angst, aber ich passe eben so gut es geht aufs Auto und auf mich auf (Anmerkung der Redaktion: Auto wurde zuerst genannt!). Angst soll man keine haben, man soll aber Respekt haben. Zum Glück habe ich bis jetzt – toi, toi, toi – noch kein Auto kaputtgefahren und habe auch noch keine Verletzungen davongetragen.

Also steht deine Familie voll und ganz hinter Dir?
Lukas Bodtländer: Mein Vater und ich haben immer schon zusammen an den Autos geschraubt und die Autos von Jahr zu Jahr verbessert. Mein Vater hat eine Schlosserei und so hat er mir sein technisches Verständnis schon von klein auf mitgegeben, wovon ich natürlich sehr profitiert habe. Jetzt stehe ich mehr auf eigenen Beinen, ich mache viel selbst. Und dadurch, dass mein Vater immer noch Bergrennen fährt, verstehen wir uns da sehr gut. Neben Timo Bernhard und der Rallyelegende Walter Röhrl ist mein Vater mit Sicherheit auch mein Vorbild. Es schweißt schon zusammen. Autos sind das Hauptthema. Langweilig wird es nie (lacht).

Hast du noch Zeit für andere Hobbys?
Lukas Bodtländer: Ja, ich mache viel Sport, Laufen und Radfahren, um fit zu bleiben.  Die Trainingsfahrten und die Wertungsläufe sind schon anstrengend. Zeit für Kumpels und Familie und Weggehen muss immer noch bleiben. Der Bezug zu meiner Heimat im nördlichen Saarland ist mir schon sehr wichtig.

Wie ist dein Plan für 2017, was nimmst du dir noch vor?
Lukas Bodtländer: Die Saison endet eigentlich nie, da die Rennen von März bis Ende Oktober laufen und im Winter freue ich mich genauso auf das Schrauben am Auto (lacht). Nach der Saison ist vor der Saison. Das Jahr 2016 ist zumindest für Rennveranstaltungen, an denen ich teilnehme, zu Ende. Doch für 2017 wird schon geplant und geschraubt. Neben dem Citroën C2, den ich wieder wie gewohnt bei Bergrennen einsetze und Kleinigkeiten verändern bzw. verbessern werde, sind wir dabei, den „alten“ Peugeot 106 1.3 für vereinzelte Rallyes startklar zu machen. Auf die neuen Herausforderungen bin ich gespannt und freue mich schon auf das Jahr 2017!

Möchtest du den Lesern noch etwas mitgeben?
Lukas Bodtländer: Bei jedem Sport ist es die Hauptsache, unfallfrei und gesund durch die Saison zu kommen und viel Spaß zu haben, das ist immer das Wichtigste. Spaß steht an oberster Stelle! Da passt auch mein Motto „no risk – no fun“ bzw. „Push it to the limit“ (lacht).

von Brigitte Werling (Pfalz-Echo)

Über Thomas Bubel 301 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.