Luxemburger Autosport-Legende Nicolas Koob verstorben

Der Luxemburger Automobilsport ist in Trauer. In der Nacht zum Samstag, den 22. Oktober 2016, verstarb im Alter von 86 Jahren Nicolas Koob. Im Volksmund „Kuebe Néckel“ genannt, darf er als einer der größten Luxemburger Rennfahrer bezeichnet werden. Aufgrund seiner Erfolge im In-, und vor allem im Ausland, war der am 26. Juli 1930 im luxemburgischen Bettborn geborene Koob äußerst populär. Seine zahlreichen Erfolge feierte der frühere Busunternehmer und Diskothekenbetreiber auf der Rundstrecke sowie bei Rallyes und Bergrennen. 1970  wurde er zum Luxemburger Sportler des Jahres gewählt, und anlässlich des Jahrtausendwende verlieh ihm die Sportkommission des Luxemburger Automobil Club (ACL) den Titel des Luxemburger Automobilsportlers des Jahrhunderts.

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Mit dem Motorsport kam er spät in Berührung. 1957 erwarb er einen Triumph TR3, mit dem er bei nationalen Rallyes an den Start ging. Sein erstes Bergrennen absolvierte er 1958 in Bourscheid (L). International zum ersten Mal in Erscheinung trat er 1962, als er beim 1000-km-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings am Start war. Gemeinsam mit dem Deutschen Bruno Rente fuhr er einen Porsche 718 GTR, schied jedoch durch Defekt aus. Bis Mitte der 1970er-Jahre bestritt er vor allem Langstreckenrennen. Er war mehrmals beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans als Fahrer und Teamchef einer kleinen Rennmannschaft gemeldet. In Spa war seine beste Platzierung der sechste Gesamtrang 1967 und in Le Mans der siebte Platz 1970, gemeinsam mit Erwin Kremer im Porsche 911. In den 1970er-Jahren war er auch als Rallyefahrer aktiv. 1976 und 1977 kam er, jeweils als Neunter, unter die ersten zehn der Schlusswertung der Rallye Monte Carlo. 1990, im Alter von 60 Jahren, ging er in Spa noch einmal an den Start, fiel aber vorzeitig aus.

von Jean-Marie Resch / Thomas Bubel
Foto oben: Henri Schwirtz

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.