Leserbrief: Deutsche Oldtimer Bergmeisterschaft

Zuerst einmal vielen Dank, was BiD in Sachen Berichterstattung hier so leisten , ich denke viele Piloten der 1970/80er Jahre wäre froh gewesen, es hätte eine solche Plattform gegeben, wo sie sich und Ihre Sponsoren, ohne die heute so gut wie nichts mehr geht, präsentieren können.

Verstehen Sie mich nicht falsch, mit den seit Jahren immer gleichen Youngtimer/Oldtimer Tourenwagen und Rennwagen, mit ca. 10-15 Ausnahmen, bringt der beste Veranstalter nicht mehr genug Zuschauer an die Strecke, mit der man Reserven in der Club-Kasse erwirtschaften kann. Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her,  wenn die FIA und der DMSB es nicht schaffen diese alten Autos aus meiner Jugend endlich aus der Deutschen Bergmeisterschaft zu verbannen, kommen immer weniger Zuschauer zu den Veranstaltungen.

Sehen Sie sich die italienische Meisterschaft und auch die in Frankreich an, dort fahren sehr viel CN-Sportwagen, neue Formel 3 und GT 3 Wagen. Dazu Top-Tourenwagen wie BMW M 4 usw. Dort sieht der Fan einen Lamborghini Gallardo GT3, Ferrari 458 und eine Menge Porsche GT 3. Das will die heutige Jugend sehen. Die Italiener, Franzosen und auch die Engländer sagen, in Deutschland mit der größten Autoindustrie der Welt, fahren nur noch die alten Oldtimer nach dem Gruppe H und E1-Reglement, mit nur wenigen Top-Autos wie z.B. die Familie Wiebe mit Ihren Renault-Fahrzeugen oder ein Marco Fink, mit einem etwas neueren BMW Modell. Nur halbwegs neuester Stand ist das alles nicht – das liegt an den Gewichten und sonstige Spielchen wie den Motoren mit Motorrad Zylinderköpfen. Da fahren dann 1ser VW Polo-Suzuki oder die ewig gleichen Fiat 127 Sport – Autos die es so am Markt schon ewig nicht gibt oder je gab.

Die Fahrzeuge der Deutschen Bergszene haben mit Breitensport nichts mehr zu tun, das ist das Altersheim! Junge Piloten die den Sprung zur Rundstrecke nicht wagen und zum Berg kommen möchten , bleibt von Seitens des DMSB keine andere Wahl als ein altes Auto aus der Jugend der Väter zu kaufen um es über Jahre kostenintensiv aufzurüsten, um halbwegs konkurrenzfähig zu sein.

Die FIA hat vor ein paar Jahren versucht mit der Einführung der Gruppe E1, diese Oldtimer-Youngtimer- Clubmeisterschaft zu sprengen, das hat leider nicht richtig funktioniert, weil manche Herren beim DMSB die Gruppe H mitfahren ließen und dazu eine bei diversen Bergrennen eine GLP-Gruppe mit Straßenreifen einführte. Dort fahren neuerdings auch alte Formel Rennwagen, die da überhaupt nicht reinpassen. Jetzt soll mit dem Classic-Berg-Cup noch ein zusätzliche Youngtimer-Oldtimer Meisterschaft Cup kommen, da einige Piloten die E1 Motoren nicht mehr bezahlen können – Museum oder Oldtimer Grand Prix wären da besser.

Die FIA und vor allem der DMSB müssen nun langsam auch im Interesse der Veranstalter einen Schnitt machen und nur TCR und GT3/GT4, Gruppe N, A oder die R-Rallye Gruppen für die Deutsche Bergmeisterschaft ausschreiben, dann verschwinden die „Hobbycars“ wie sie ab 1977 hießen  so langsam von den Veranstaltungen, denn es macht keinen Sinn mehr wieder und wieder neue Young- und Oldtimer aufzubauen. Der KW Berg- Cup könnte nebenbei als Youngtimer-Clubmeisterschaft mitfahren, aber ohne DMSB Meisterschaftsstatus. Nach meiner Meinung sollten die zukünftigen Bergmeister aktuelle, neue Fahrzeuge pilotieren, mit denen junge Leute auch etwas anfangen können.

Beim FiA Hillclimb Masters in Tschechien hat sich Deutschland mit Ihren chancenlosen Young- und Oldtimer Autos palmiert und auch dem entsprechend platziert – Die Herren Ostermann, Pisano, Schulte und Montalto mögen mir verzeihen. Die wenigen interessanten und guten Rennautos der deutschen Bergszene blieben lieber zuhause in den warmen Garagen.

Mit der Hoffnung das sich etwas verändert verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Norbert Schmid aus D-69469 Weinheim