Hauser und der Dallara GP2 zurück in St Ursanne-Les Rangiers

Das Onboard-Video seines dritten Rennlaufs in St Ursanne-Les Rangiers 2013 ging um die Welt : fast 1,15 Millionen Motorsportfans haben es sich auf youtube angeschaut, hunderte von auf Motorsport spezialisierte Internetseiten in Europa, Südamerika, ja sogar Australien haben das Video veröffentlicht, kurzum: David Hauser, der Dallara GP2 und der Schweizer Berg-EM-Lauf sind auf ewig eng miteinander verknüpft. Ein 4. Platz beim ersten Start 2012, dann der 3. Platz 2013 dank insbesondere dieses herausragenden Laufs in 1.45,7 Minuten auf einer noch rutschigen Piste, nachdem ein Teilnehmer nach einem leichten Ausrutscher auf zwei Dritteln der Strecke Öl vergossen hatte, sind die äuβerst positive Bilanz der beiden Teilnahmen des Luxemburgers im GP2, Ergebnisse, die Hauser anschlieβend im Wolf GB08F1 mit Platz 3 im Jahr 2014 zuerst bestätigte, dann sogar im Vorjahr noch mit dem 2. Gesamtrang toppen konnte.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 180 km/h trotz stehenden Starts und drei engen Haarnadelkurven im oberen Streckenbereich ist St Ursanne das schnellste Bergrennen im Terminkalender. Ein Rennen, vor dem wir alle einen Höllenrespekt haben, das uns aber gleichzeitig enorme Adrenalinschübe beschert, ein echtes Glücksgefühl.”

Dieses Wochenende nun kehren David Hauser und sein Dallara GP2 – inzwischen vom Original-Mecachrome 4L V8-Motor mit etwas mehr als 600 PS angetrieben – also ins Schweizer Jura zurück, zählt das Rennen auf der 5,180 km langen Strecke mit einer Durchschnittssteigung von 10,8 % doch nicht nur zur Europabergmeisterschaft und zur Schweizer Bergmeisterschaft, sondern auch jener des GroβHerzogtum Luxemburgs.

Für den Racing Experience-Fahrer gibt es somite in Wiedersehen mit den Stars der Berg-EM, welchen er während seiner EM-Saison 2015 regelmäβig begegnet war, allen voran der achtfache Europameister Simone Faggioli (Norma-Zytek M20 FC V8 3L) und dessen italienischer Landsmann Christian Merli (Osella-RPE Fa30 Evo), welche sich dieses Jahr einen extrem spannenden Kampf um die EM-Krone in der Kategorie der Rennfahrzeuge liefern, aber auch der junge Schweizer Joël Volluz (Osella-Judd Fa30), den Hauser vergangenen Mai in Eschdorf/Lux knapp bezwungen hatte. Unter den Anwärtern auf die vorderen Gesamtränge gilt es auch den jungen Italiener Paride Macario (Osella-Zytek Fa30), dessen Landsmann Fausto Bormolini (Reynard K02 F3000), die Schweizer Simon Hugentobler (Reynard-Judd F3000), Philippe Guélat (Lola-Cosworth T94/50 F3000) oder noch Marcel Steiner (LobArt-Mugen LA01) zu beachten. Es versteht sich von selbst, dass es David Hauser nach seinen drei Gesamtsiegen in Folge in Eschdorf (Luxemburg), Wolsfeld und Homburg (D) diesmal ungleich schwerer haben wird, einen weiteren Sieg zu erkämpfen, wobei ein Podestplatz ohnehin hier bereits die bisherigen Saisonsiege in den Schatten stellen würde: “Ziel wird es vor allem sein, meine bislang beste Zeit von 1.45,7 aus dem Jahre 2013 zu erreichen und besser noch zu unterbieten.”

Unter den weit über 200 eingeschriebenen Fahrern stechen desweiteren der Mercedes SLK mit Judd-Motor des Schweizers Reto Meisel, die zahlreichen hochgezüchteten Mitsubishi (mit u.a. den Schweizern Ronnie Bratschi, Sieger des Internationalen FIA-Berg-Pokals 2015 und 2016, und Roger Schnellmann, dem Tschechen Jiry Los, sowie dem EM-Leader bei den Produktionswagen, dem jungen Serben Nikola Miljkovic), der Lancia Delta S4 von Bruno Ianniello, der BMW M1 von Nicolas Bührer, die Porsche GT3 von Nicolas Werver (F), Yanick Bodson (B), Fréderic Neff (CH) und des Österreichers “Tessitore”, der Audi TT DTM des Tschechen Vladimir Vitver, der Lotus Evora von Dan Michl, der Lamborghini Gallardo von Martin Jerman, der Ford Fiesta von Oskar Benesova (alle drei ebenfalls Tschechien), oder noch der Lancia Delta Integrale Evo des Italieners Fulvio Giuliani sowie die vom Franzosen Fabien Bourgeon angeführte Meute der kleinen TracKing hervor.

St Ursanne ist ungefähr 340 km von Luxemburg entfernt (3,40 Stunden Autofahrt über Nancy, Epinal, Belfort und Delle) und liegt nahe der Städte Porrentruy und Delémont. Drei Trainingsläufe stehen am Samstag ab 7.00 Uhr auf dem Programm, zwei Rennläufe (mit Addition der beiden Zeiten) am Sonntag ab 7.30 Uhr.

Text: Patrick Weber

Über Thomas Bubel 301 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.