Ecce Homo: Merli gewinnt Vorspiel

Der 5. Lauf der Berg EM im tschechischen Sternberk Ecce-Homo war zugleich die Generalprobe für das zweite FiA Hill Climb Masters Anfang Oktober an gleicher Stelle. Einige Fahrer aus dem Ausland, wie der Schweizer Joel Volluz nutzten das Rennen zum auffrischen der Streckenkenntnisse, um für das „Race of Champions der Berge“ gerüstet zu sein. Der Schweizer Vize-Meister im Osella FA 30 (Foto oben) erreichte mit Gesamtrang drei am Ende mehr als er erwartet hatte. Das Italo-Dauerduell zwischen Europameister Simone Faggioli und Herausforderer Christian Merli, war bereits im ersten Lauf nach Motorproblemen an Faggiolis Norma Zytek V8 entschieden. Der Dominator der letzten Jahre, kletterte von Rang 7 noch auf die vier und rettete mit der Tagesbestzeit im zweiten Lauf und dem Gruppensieg noch die maximale Punkteausbeute in der EM, sodass die beiden Ausnahmefahrer nun weiter Punktgleich die EM-Kategorie II anführen. Ausrutscher von Lokalmatador Milos Benes (Osella FA 30) und EM-Haudegen Fausto Bormolini (Reynard F3000) begünstigten Faggiolis aufholjagt. Bei den beiden Unfällen machten die Leitplanken keine gute Figur. Bei Bormolinis recht spitzem Einschlag durchbohrte sein Reynard die Doppelleitplanke bis zum Cockpit, wie ein Wunder blieb der Norditaliener unverletzt. Der Gesamtsieg ging somit deutlich an Osella-Werksfahrer Merli vor seinem jungen Landsmann und Markenkollege Paride Macario. Bei besten äußeren Bedingungen folgten der tschechische Dreierpack Janik, Komarek und Neveril (alle Norma) auf den Plätzen fünf bis sieben. Kategorie I Leader Nikola Miljkovic (Mitsubishi) gewann erneut die Gruppe N und baute seine führende Position in der EM-Zwischenwertung aus. Miljkovics Hauptkonkurrent, der Österreicher Christian Schweiger (Mitsubishi) verlor mit Rang zwei in der Gruppe A, hinter dem Einheimischen Jaromir Maly, weiter an Boden. Punkte zur Berg ÖM standen ebenfalls zur Disposition. Karl Schagerl pulverisierte im E1-VW Golf Rallye zu Beginn den Tourenwagenrekord um 2 Sekunden und war am Ende umgeben von der F3000 und Prototypenmeute bester Österreicher. Und dennoch wäre für den amtierenden Österreichischen Meister mehr drin gewesen, denn Karl lief im zweiten Lauf, kurz vor dem Ziel auf einen Konkurrenten auf und musste Gas heraus nehmen.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.