46 Formel und Sportwagen haben Eschdorfer Tagessieg im Visier

Zum 28. Mal organisiert die Union des Pilotes am Wochenende des 7./8. Mai ihr traditionelles Bergrennen «European Hill Race», Lauf zur Luxemburger und zur deutschen Bergmeisterschaft sowie zum «KW-Berg-Cup» und zum «NSU Bergpokal», während auch die belgischen Fahrer Eschdorf als Auslandsresultat auf ihr Konto der belgischen Bergmeisterschaft verbuchen können. Zählt man noch den «Classic Day» zum 100. Geburtstag des Motorsports in Luxemburg im Jahre 2013 sowie das 1. FIA Hill Climb Masters im Oktober 2014 hinzu, so ist es also bereits das 30. Mal, dass in dem kleinen Ardennerdörfchen Eschdorf zwischen Wiltz und Ettelbrück, im Norden Luxemburgs die Rennmotoren aufheulen.

Fast 180 Fahrerinnen und Fahrer, darunter 91 Deutsche, 26 Luxemburger, 23 Belgier, je 16 Franzosen und Schweizer, 4 Briten und 3 Österreicher haben sich eingeschrieben, um in den Kampf der einzelnen Wertungen zum Gesamtsieg, zu Gruppen- und Hubraumklassensiegen, Damen-Pokal oder noch der Junioren-Wertung für U25-Fahrer zu ziehen. Drei Trainingsläufe sind am Samstag ab 9.15 Uhr vorgesehen, drei Rennläufe (schnellste Einzelzeit wird gewertet) am Sonntag ab 8.30 Uhr. Zu bemerken auch, dass die komplette Strecke von 1,850 km im vergangenen Sommer mit neuem Belag versehen wurde.

Nachdem er 2012 (im Dallara GP2) und 2015 (im Wolf GB08F1) jeweils auf feuchter Strecke zum Eschdorf-Sieg fuhr, nimmt der Luxemburger David Hauser im Dallara-Mécachrome 4L V8 nach seiner rezenten zweitschnellsten Zeit im französischen Abreschviller nun einen erneuten Heimsieg vor eigenem Publikum ins Visier.  Allerdings muss sich der Luxemburger Bergmeister 2013 und 5. der Europabergmeisterschaft 2015 dieses Jahr in Eschdorf gegen die komplette Schweizer Bergelite zur Wehr setzen. So wird Eric Berguerand, Schweizer Bergmeister 2013, 2014 und 2015, im Lola-Cosworth FA 99 F3000 (Foto unten) erneut versuchen, seinen Namen endlich ins Tagessieger-Palmares einzutragen, jenen obersten Podestplatz, den er bislang so oft in Eschdorf knapp verpasste: Platz 2 in den Jahren 2014 und 2015, P3 2007 und 2012, P4 2013, aber auch Dritter der Gesamtwertung und zugleich Goldmedaillengewinner in der Kategorie der FIA-Rennsportfahrzeuge beim FIA Masters 2014….kurzum, die Strecke liegt dem angriffslustigen Schweizer bestens, fehlt nur noch der langersehnte Siegerpokal.

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Als Neuzugang in Eschdorf muss aber auch die junge Nachwuchshoffnung Joël Volluz im Osella FA 30 Judd V8 (Foto oben) bei seinem allerersten Start in Luxemburg zum ganz engen Favoritenkreis gezählt werden. Der 24-jährige Schweizer Vize-Bergmeister 2015 kann aus dem Vorjahr auf Gesamtsiege in Osnabrück (D), Oberhallau, Ayent-Anzère und La Roche-La Berra verweisen, jeweils nach heißem Kampf gegen Eric Berguerand. Nach zwei Jahren Abwesenheit wird der Eschdorf-Sieger 2013, dreifache Schweizer Bergmeister 2010, 2011 und 2012 sowie deutsche Bergmeister 2008 Marcel Steiner seinen nagelneuen LobArt-LA01 Mugen Honda V8 -Sportwagen zum allerersten Rennstart führen, der somit allerdings nach einem kurz vor dem Rennwochenende angesagten letzten Test erst seine allerersten Meter am Berg laufen wird und möglicherweise noch an der einen oder anderen Kinderkrankheit leiden könnte. Der vierte Schweizer im Bunde ist Simon Hugentobler, der einen seiner Reynard F3000 an den Start bringt, wobei es beim Schreiben dieser Zeilen jedoch noch nicht sicher ist, ob er dabei auf seinen Reynard-Judd 97D F3000 zurückgreifen wird können, mit dem er im Vorjahr den 4. Platz der Schweizer Bergmeisterschaft erkämpfte, oder auf den etwas älteren und leistungsschwächeren ex-Christian Hauser-ex-Frank Maas-Reynard-Cosworth ausweichen muss.

Äußerst zahlreich sind aber auch jene Fahrer, die einen Top10- oder sogar Top5-Platz anpeilen werden, wie etwa Daniel Allais aus den französischen Ardennen im Reynard-Judd 97D, der belgische Bergmeister 2010 und 2015 Jacques Marchal (Norma-BMW M20 3L), der vierfache deutsche Bergmeister 2013, 2011, 2010 und 2007 Uwe Lang, der im Osella-BMW Pa20 3L erstmals seit 8 Jahren wieder in Eschdorf antreten wird, oder auch der Sieger des belgischen Berg-Pokals 2014 und 2015 Anthony Loeuilleux (F) auf einem der insgesamt drei gemeldeten Tatuus-Honda Formula Master. Ohne den belgischen Vize-Bergmeister 2015 Georges Hubert (Norma-BMW M20 3L), den dreifachen F3-Sieger in Eschdorf Ludovic Cholley im Dallara-Mercedes F306, den deutschen Bergmeister 2012 und 2014 Frank Debruyne (Dallara-Opel Spiess F303) oder noch die beiden Nachwuchstalente Kevin Durot (F), Sieger der Coupe de France 2014, und Corentin Starck (B), beide 23 Jahre jung, auf ihren Norma-Honda 2L zu vergessen.

Insgesamt bilden 21 zweisitzige Sportwagen und 25 einsitzige Formelwagen das Feld der «Rennsportfahrzeuge ohne Dach». Mit unter anderem dem seit 2014 vom Franzosen Nicolas Schatz gehaltenen Streckenrekord von 48,344 Sekunden im Visier.

von Patrick Weber

Starterliste_Eschdorf_2016