Schotten: Schneeweißer Porsche-Sieg für Pregartner

Ähnlich wie in anderen Automobilserien, haben auch etliche Autos in der Bergmeisterschaft kaum mehr als die Silhouette des Serienmodells des Herstellers gemein. Das ist ebenso gewollt, wie auch gewünscht. Von Fahrern und Fans. Der Auftakt zur diesjährigen Bergsaison in Deutschland am altehrwürdigen Schottenring hatten beim 13. ADAC Bergpreis Schottenring des verantwortlichen MSC Rund um Schotten einige ungewöhnliche Exemplare zu bieten. Neben dem DMSB Automobil Berg Cup für Tourenwagen der Division 1, zählte der Bergpreis auch zum KW Berg- Cup, dem NSU- Bergpokal und der Bergemeisterschaft des ADAC Hessen- Thüringen. Kotflügelverbreiterungen und ansehnliche Flügelwerke mögen einen gewissen Showeffekt erzielen, dienen aber letztlich der Effekitivität im Kampf um die Zeiten. Dies alles wurde überschattet von den Wetterkapriolen durch örtlich einsetzende Schneefälle am Samstag und Sonntag auf der rund drei Kilometer langen Naturrennstrecke am Fuße des Hoherodskopfs.

Dabei startete die Einstimmung auf das Wochenende mit den angebotenen Testfahrten am Freitag bei frühlingshaften Bedingungen, mit rund 60 von 76 Fahrern. Der erste von fünf Trainingsläufen am Samstag begann mit vereinzelt leichtem Schneefall und endete mit 1:21,839 min. als Tagesbestzeit von Herbert Pregartner vom MSC Rottenegg. Der Österreicher setzte sich im Porsche 911 GT2 RSR (Bild oben) damit an die Spitze. Bei der Zieldurchfahrt zwischen dem Bereich Poppenstruth und Götzen wurde Pregartner mit 224 km/h gemessen. Zweiter wurde sein Landsmann und Sieger von 2014, Herbert Stolz im Allrad- Porsche 935 DP2, mit persönlicher Bestzeit von 1:24,311 min., gefolgt von Andre Wiebe vom MSC Odenkirchen im Renault Williams Laguna (Bild unten) mit 1:27,282 min. auf Platz drei. Bester heimischer Fahrer war Jens Weber aus Ebesdorfergrund im Opel Kadett C Coupe mit 1:31,423 min. auf Platz 12. Rallyespezialist Markus Moufang aus Nidda wurde im BMW M3 DTM nach 1:32,007 min. 17. und dessen Sohn Maurice im BMW M3 E36 mit 1:33,385 min. 20. der Gesamtwertung. Der Gründauer Jürgen Fechter vom MSC Rhön gelang im VW Golf R-TDI mit 1:38,591 min. der 37. Rang.

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Der Sonntag begann ebenfalls mit Schneefall, was zur Startverschiebung von neun auf zehn Uhr führte. Die Wetterlage war für Markus Moufang wohl Grund genug, auf den Start zu verzichten. Auch sein Sohn Maurice wurde am Sonntag nicht mehr gelistet. Die fast stündlich wechselnde Wetterlage und kühlen Asphalt-Temperaturen waren mit ausschlaggebend für Unterbrechungen durch Unfälle. Ernsthaft verletzt wurde jedoch niemand. Zu den bekanntesten Opfern zählte Herbert Stolz. Der routinierte Österreicher verlor kurz nach dem Start zum ersten Lauf die Kontrolle über seinen Porsche und musste per Abschlepper aus dem Graben geborgen werden. Aus Sicherheitsgründen entschied die Rennleitung mit Sabine Fischer an der Spitze zur Verkürzung von vier auf drei Wertungsläufe. Den Gesamtsieg holte sich nach 2014 durch Stolz, mit Herbert Pregartner wieder ein Porsche- Fahrer aus Österreich nach 4:26,297 min. vor  André Wiebe (4:33,170) und Hans- Peter Eller im 1400er VW Scirocco auf Gesamtrang drei (4:40,357 min.). Bester Mittelhesse wurde KW Berg-Cup Pilot Jens Weber im Opel Kadett C auf Platz 27 (5:05,198 min.) und Jürgen Feuchter im VW Golf R- TDI als 32 (5:11,343 min.).

Von Heiko Schäfer

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.