Col St. Pierre: Ein trockener Lauf brachte die Entscheidung

Die erste Runde in der Berg Europameisterschaft 2016 liegt hinter uns und es wurde äußerst spannender Bergrennsport im Süden Frankreichs geboten. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und machte das Rennen zu einem Reifenroulett, wobei sich schlussendlich doch die Favoriten durchsetzten. Jedoch zögerte sich der Renntag dadurch leider in die Länge und der 3. Rennlauf ging recht spät, erst gegen 18 Uhr 45 zu Ende.

So startete der amtierende Berg-Europameister Simone Faggioli aus Italien mit einem vollen Erfolg in die neue Saison. Mit einer herausragenden Leistung am Steuer seines Norma M20 FC Zytek konnte er sich gegen die starke internationale und nationale Konkurrenz durchsetzen und sich zum Gesamtsieger am Col St. Pierre küren. Dabei konnte er sowohl die EBM-Wertung als auch die Tageswertung, wo nur der schnellste Lauf in die Wertung kam für sich entscheiden. In der Berg Europameisterschaft ging der zweite Platz an seinen italienischen Landsmann Christian Merli, der mit seinem weiter verbesserten Osella FA30 RPE Evo noch ein paar Probleme zu meistern hatte, jedoch trotzdem volle Punkte für die Berg-EM Endwertung mit dem Sieg in der Gruppe D, E2-SS einfahren konnte. Das Podium komplettierte der junge Italiener Paride Macario mit einem weiteren Osella FA30 Zytek (Foto oben), der sich bei seinem ersten Start in der Berg Europameisterschaft hervorragend in Szene setzen konnte und dabei eine fantastische Leistung ablieferte, was auch mit dem zweiten Rang in der Gruppe D, E2-SS belohnt wurde. Dahinter folgte der Franzose David Guillaumard mit einem 2l Dallara F307 Mercedes, der sich bei schwierigen Bedingungen beeindruckend in Szene setzen konnte und großartige Zeiten ablieferte, womit er sich auch gegen seinen französischen Landsmann Billy Ritchen im neuen Dallara Mercedes F311 durchsetzen konnte und diesen auf den sechsten Gesamtrang im Zuge der Berg-EM Wertung verdrängen konnte. Die Top 6 komplettierte der junge Italiener Andrea Bormolini, der mit seinem Osella PA 21 mit 2l Honda Motor ebenfalls fabelhafte Zeiten ablieferte und zudem die Gruppe CN für sich entscheiden konnte.

giuliani_st_pierre_2016

Der Blick in die Gruppe E2-SH der Berg-EM Kategorie 2 brachte in Frankreich eine kleine Überraschung. Der bislang fast nur in Italien aktive Fulvio Giuliani konnte mit einer beeindruckenden Performance, bei seinem ersten Start in der Berg Europameisterschaft für Furore sorgen, was schlussendlich mit dem Klassensieg in der Gruppe E2-SH mit dem brachialen Lancia Delta Evo (Foto) belohnt wurde. Auf dem zweiten Platz folgte der Tscheche Vladimir Vitver mit seinem einmalig klingenden Audi WTTR-DTM mit einer ebenfalls starken Vorstellung bei den schwierigen Bedingungen am Col St. Pierre. Dabei konnte man mit dem spektakulär aussehenden Boliden tolle Zeiten erreichen und sich am Ende des Wochenendes gegen seinen tschechischen Landsmann Jiri Los durchsetzen. Der lieferte mit seinem wunderschönen Mitsubishi Lancer Evo 9 eine exzellente Premiere in Frankreich ab und konnte gleich von Anfang mit der Spitze in dieser Gruppe mithalten, was schlussendlich mit dem dritten Rang belohnt wurde. Dahinter folgte noch der Schweizer Yann Heche mit seinem außergwöhnlichen Mazda 3 MPS Rotary, der ebenfalls eine solide Vorstellung bei diesem Rennen ablieferte und mit Rang Vier ein tolles Ergebnis erreichte.

Ein kurzer Blick zurück ins Gesamtklassement nach französischem Reglement, wo nur der schnellste Rennlauf in die Wertung kam. Dabei konnte sich die beiden Italiener Simone Faggioli im Norma M20FC Zytek sowie Christian Merli im Osella FA30 RPE Evo gegen die starke nationale Konkurrenz durchsetzen und hier einen Doppelsieg für Italien einfahren. Dahinter ging der letzte Podiumsplatz an den schnellsten Franzosen mit Nicolas Schatz im spektakulären Norma M20FC V8 BMW, der sich bei schwierigen Bedingungen exzellent in Szene setzen konnte und großartige Laufzeiten erreichte. Mit einem minimalen Rückstand von 0,14sec. ging der vierte Rang an den Franzosen Sebastien Petit, der mit seinem roten Norma M20FC V8 BMW ebenfalls hervorragend unterwegs war und dabei am Steuer seines Boliden eine exzellente Leistung ablieferte. Die Top 5 komplettierte dann der nächste Fahrer aus der Berg-EM mit dem Italiener Paride Macario in einem Osella FA30 Zytek aus dem Faggioli Team, der einen bärenstarken Eindruck bei seinem ersten Start in der Berg Europameisterschaft hinterließ.

Die Kategorie 1 der Berg-EM brachte aus österreichischer Sicht einen hervorragenden Erfolg. Der Steirer Christian Schweiger lieferte mit seinem Gruppe A Mitsubishi Lancer Evo 8 eine herausragende Leistung ab und konnte mit beeindruckenden Zeiten für Furore sorgen. Dabei ließ man sich von den schwierigen Bedingungen keines Falls beeindrucken und so stand am Ende des Wochenendes neben dem Sieg in der Gruppe A auch der Tourenwagengesamtsieg in der Berg-EM zu Buche. Zwar musste man die schnellste gefahrene Zeit im letzten Rennlauf an den tschechischen Herausforderer Jaromir Maly abgeben, jedoch war es wohl der bislang beste Start in die EBM-Saison des Österreichers. Rang Zwei sicherte sich in der Gruppe A der bereits kurz angesprochene Jaromir Maly mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 8, der sich ebenfalls mit einer exzellenten Vorstellung grandios in Szene setzen konnte und ein spitzen Ergebnis in Frankreich erreichte. Mit 1,1sec. Rückstand ging der dritte Platz an seinen tschechischen Landsmann Lukas Vojacek in einem weiteren Mitsubishi Lancer Evo 8, der mit einer soliden und fehlerfreien Leistung überzeugen konnte und dabei ebenfalls mit beachtlichen Zeiten positiv auf sich aufmerksam machen konnte.

In der Gruppe N ging es ebenfalls sehr spannend zur Sache, wobei das Jahr 1 nach dem Abgang des amtierenden Champions Igor Stefanovski in den Rundstreckensport einen neuen Sieger hervorbrachte. Der junge Serbe Nikola Miljkovic lieferte mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 eine beeindruckende Leistung ab und konnte mit einer großartigen Performance für Furore sorgen, was am Ende mit dem ersten Sieg in der Gruppe N im Zuge der Berg Europameisterschaft belohnt wurde. Auf dem zweiten Rang landete am Ende der Italiener Antonino Migliuolo mit seinem wunderschönen Mitsubishi Lancer Evo 9, der bei seinem ersten Start in der Berg-EM eine exzellente Vorstellung ablieferte und bei schwierigen Bedingungen grandiose Zeiten erreichte. Das Podium komplettierte der Italiener Tonino Cossu mit seinem schwarzen Honda Civic Type R aus der 2l Klasse, der eine herausragende Leistung am französischen Col St. Pierre ablieferte und dabei den Tschechen Tomas Vavrinec bei seinem Comeback in der Berg Europameisterschaft mit einem weiteren Mitsubishi Lancer Evo 9 auf Distanz halten konnte. Dieser kämpfte jedoch mit technischen Problemen an seinem Boliden und kam am Renntag auf keine vernünftigen Zeiten mehr womit nur der vierte Platz zu Buche stand.

Die Gruppe GT sicherte sich einmal mehr der Franzose Nicolas Werver im spektakulären Porsche 997 GT3, der eine herausragende Vorstellung trotz schwieriger Bedingungen ablieferte und tolle Zeiten erreichte. Dahinter kam sein Landsmann Philippe Schmitter mit seinem Lamborghini Gallardo in die Wertung, der jedoch wie der Sieger keine weiteren Einsätze in der Berg-EM im Auge hat. Das Podium komplettierte der Tscheche Martin Jerman bei seinem ersten Rennen mit seinem neuen Lamborghini Gallardo, der mit seiner fehlerfreien und soliden Leistung am Steuer des einmalig klingenden Boliden beeindrucken konnte.

Quelle: www.hillclimbfans.com

Über Thomas Bubel 301 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.