Zahlreiche spannende Neuerungen in der Berg EM

Das Warten hat ein Ende, an diesem Wochenende geht es im französischen St. Jean du Gard erstmals um Punkte für die Berg-Europameisterschaft 2016. Über den Winter gab es in den einzelnen Kategorien sehr spannende Neuerungen und es werden in dieser Saison neue Teams die EBM in Angriff nehmen.

Simone Faggioli, der amtierende Berg-Europameister und dominierte Fahrer der letzten Jahre im gesamten europäischen Raum, wird auch in der Saison 2016 versuchen seinen Europameistertitel zu verteidigen. Dabei wurde über den Winter beim französischen Sportwagenhersteller Norma ein komplett neuer Bolide für den Italiener aufgebaut, um für die neue Rennsaison gerüstet zu sein. Da sich jedoch noch kleinere Probleme beim letzten Test herauskristallisierten wird beim Berg-EM Auftakt am Col St. Pierre nochmals das Vorgängermodell Norma M20 FC aus dem Jahr 2015 an den Start gebracht. Jedoch sollte Simone Faggioli auch mit diesem Boliden konkurrenzfähig sein und so darf man ihn trotzdem als Favorit auf den Gesamtsieg in Südfrankreich ansehen. Der neue Bolide wird dann erstmals am nächsten Wochenende beim Berg-EM Lauf am steirischen Rechberg zum Einsatz kommen, womit man schon mit Spannung die ersten beiden Läufen in der Berg Europameisterschaft entgegenblicken darf. Ebenfalls für das Faggioli Team an den Start gehen wird in der Berg Europameisterschaft der junge Italiener Paride Macario, der einen Osella FA30 Zytek pilotiert und seine erste volle Saison in der höchsten Liga im Bergrennsport absolvieren wird. Dazu werden auch wie schon im Vorjahr Andrea Bormolini und Marco Capucci für das Faggioli Team fahren, wobei beide auf eine Osella PA21 mit 2l Honda-Motor für die Gruppe CN vertrauen. Neu im Team des Europameisters ist der Schweizer Fabien Bouduban mit einem 2-Liter Norma M20 FC für die Gruppe E2-SC.

Die Konkurrenz wird jedenfalls stark vertreten sein, wobei man schon mit Spannung das Duell der beiden Italiener Simone Faggioli gegen Christian Merli entgegenfiebert. Dieser wagt sich 2016 in die Berg-Europameisterschaft und wird mit einem ebenfalls überarbeiteten Werks-Osella FA30 Evo RPE (Foto oben) an den Start gehen und somit für sehr viel Spannung bei den 12 EM-Rennen sorgen. Dabei werden die Beiden  in der Gruppe D, E2-SS auf ihren italienischen Landsmann Fausto Bormolini treffen, der mit seinem brachialen Reynard K02 Cosworth F3000 ebenfalls eine volle Saison einplant und dabei auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen kann. Und ein weiterer Italiener wird in der Saison 2016 in dieser Klasse eine volle Saison absolvieren. Die Rede ist dabei von Renzo Napione mit einem weiteren Reynard K02 Cosworth F3000, dem man ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte.

Spannend dürfte auch der Kampf um den Gesamtsieg am Col St. Pierre ausfallen, wo auch die starken Franzosen ein gewichtiges Wort mitreden möchten. Diese fahren jedoch außerhalb der Berg-EM ihre nationale Meisterschaft, wobei diese von Nicolas Schatz im ebenfalls weiterentwickelten Norma M20 FC V8 angeführt werden. Ebenfalls auf einen solchen CNplus-Boliden mit einem 4-Liter BMW-Motor vertrauen Sebastien Petit und Cyrille Frantz, welche ebenfalls jederzeit für einen Gesamtsieg gut sind, und somit für Hochspannung sorgen werden. Zudem darf man auch den jungen Franzosen Geoffrey Schatz im Reynard 95D F3000 keines Falls außer Acht lassen, welcher mit seinem beherzten Fahrstil sicherlich nicht zu unterschätzen ist. Das gilt aber auch für Alban Thomas in einem Reynard K01 F3000, der ebenfalls für Spitzenzeiten gut ist. In der kleinen Formelklasse bis 2000 ccm Hubraum muss man den jungen Franzosen Billy Ritchen wohl als Favorit ansehen, zumal er in dieser Saison weiter aufrüstete und auf einen aktuelleren Dallara F311 Mercedes wechselte, womit man auch im Kampf um die vorderen Plätze im Gesamtklassement dabei sein kann. Da die Strecke im Departement Gard aufgrund der Sicherheit ein wenig verkürzt wurde, wird zudem der Kampf auf einen neuen Streckenrekord aufgenommen werden.

In der Gruppe E2-SH erwarten die Insider in der Saison 2016 ebenfalls interessante Rennen. Dabei wird es der Tscheche Vladimir Vitver mit seinem brachialen und mächtig klingenden ex-DTM Audi WTTR erneut mit seinem tschechischen Landsmann Dan Michl zu tun bekommen. Michls Lotus Evora wurde über die Wintermonate weiter verbessert. Jedoch möchte auch dessen Landsmann Jiri Los ein gewichtiges Wort um die vorderen Plätze mitreden, der einen Klassenwechsel aus der Produktionswagen-Gruppe vollzog und seinen Mitsubishi Lancer Evo 9 komplett neu für die Gruppe E2-SH aufbaute. Ebenfalls wieder mit von der Partie ist der Tscheche Oskar Benes mit seinem brachialen Ford Fiesta RS, der in dieser Gruppe ebenfalls Beachtung finden sollte. Für zusätzliche Spannung dürfte der Italiener Fulvio Giuliani mit seinem einmaligen Lancia Delta EVO sorgen, der erstmals beim Rennen auf den Col St. Pierre an den Start gehen wird und im Jahr 2016 plant eine volle Saison in der Berg-Europameisterschaft zu absolvieren. Aber auch der Schweizer Yann Heche ist mit seinem einmalig klingenden Mazda 3 MPS Rotary keines Falls zu unterschätzen.

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Nun noch der Blick in die Berg-Europameisterschaftskategorie 1, wo die Fahrer aus den Gruppen GT, A und N punktberechtigt sind. Im Zuge der Berg-EM präsentiert sich die Gruppe GT noch mager besetzt, jedoch wird der Tscheche Martin Jerman einen spektakulären Boliden in dieser Klasse an den Start bringen. Über den Winter wechselte man vom Gruppe N Mitsubishi in einen Lamborghini Gallardo (Foto), mit dem man am Wochenende die Premier feiern wird. Völlig neu ist die Konstellation in der EBM-Kategorie 1 nach Gruppe N-Reglement. Nachdem Wechsel des 2fachen amtierenden Champions Igor Stefanovski (Mazedonien) zur Tourenwagen EM auf die Rundstrecke, werden sich 2016 neue Namen im Kampf um den Berg Europameisterschaftstitel matchen. Dabei wird nach langem wieder ein Italiener in dieser Kategorie einen Angriff wagen. Nach zwei Titeln in der italienischen Bergmeisterschaft (CIVM) in Folge wird Antonino Migliuolo mit seinem neuaufgebauten Mitsubishi Lancer Evo 9 eine volle EM-Saison in Angriff nehmen. Der Tourenwagen wurde dafür nach dem Crash beim letzten Rennen 2015 in Cividale (I) von Grund auf neu aufgebaut, um für diese große Herausforderung gerüstet zu sein. Der junge Serbe Nikola Miljkovic (Mitsubishi Lancer Evo 9) ist hier auch aktiv und bringt seine Erfahrung aus dem Vorjahr mit. Zu seinem EM-Comeback kommt der Tscheche Tomas Vavrinec auf dem ex-Jerman Mitsubishi.

In der Gruppe A wird es zu einem weiteren Duell zwischen Österreich und Tschechien kommen. Der Steirer Christian Schweiger wird dabei mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 8 erneut die österreichische Fahne in der Berg-EM hochhalten und fiebert bereits mit Spannung dem Auftaktwochenende entgegen. Dabei wird er auf den Tschechen Lukas Vojacek treffen, der über den Winter seinen Mitsubishi Lancer Evo 8 komplett neu aufbaute und somit ebenfalls bestens gerüstet nach Frankreich reisen wird. Das gilt jedoch auch für seinen Landsmann und ex-Europameister Jaromir Maly, der mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 8 ebenfalls Bestens vorbereitet ist. Zusätzlich werden in der 2-Liter Klasse die beiden Tschechen Dominik Pavlu und Zdenek Kminek einen Renault Clio RS pilotieren, wobei es für letztgenannten der erste Start in der Berg-EM sein wird. Deutsche Piloten sind in beiden EM-Kategorien nicht gemeldet.

Außerhalb der Berg-EM wird der Französische Meister Nicolas Werver mit seinem mächtigen Porsche 997 Cup an den Start gehen und im Kampf um den Tourenwagengesamtsieg sicherlich die Rechte sprechen. Dabei wird er auf seine Landsleute treffen, welche hier von Christian und Philippe Schmitter (Team Petit) angeführt werden, welche auf einen Porsche 997 GT2 bzw. auf einen Lamborghini Gallardo vertrauen.

Quelle: www.hillclimbfans.com