Vasilije Jakšić holt ersten EM-Titel der Kategorie 1 nach Mazedonien

Das Bergrennen „Buzetski Dani“ in Kroatien, war der letzte Lauf der Saison 2022 der FIA European Hill Climb Championship. Der noch ausstehende Gesamttitel der Kategorie 1 für produktionsbasierte „geschlossene Autos“ ging an den mazedonischen Fahrer Vasilije Jakšić, der mit einem Mitsubishi Lancer Evo IX den sechsten Sieg seiner Saison in der Gruppe 4 verbuchen konnte.

Nachdem er bereits zum Champion der Gruppe 4 gekrönt worden war, beeinträchtigte sein katastrophaler Lauf im slowenischen Ilirska Bistrica vor zwei Wochen nur Jakšićs Führung in der Gesamtposition der Kategorie 1 und verkürzte seinen Vorsprung auf nur sieben Punkte vor dem Österreicher Karl Schagerl, dem Tabellenführer in Gruppe 1, und Antonino Migliuolo, Tabellenführer in Gruppe 3. Schagerl war in seinem stark modifizierten Volkswagen Golf Rallye der schnellste aller Kategorie-1-Fahrzeuge, ein brillanter neunter Gesamtrang unter den besten Sportprototypen der Kategorie 2. Er wurde vom superschnellen Fiat X1/9 des jungen Italieners Manuel Dondi hart bedrängt, aber der Vorsprung von drei Sekunden reichte für Schagerl aus, um den Druck auf Jakšić aufrechtzuerhalten, der ebenfalls einen sauberen Sieg in seiner Klasse einfahren musste.

Der andere Mann, der um die Kategorie-1-Krone kämpfte, war Titelverteidiger Migliuolo in seinem hochentwickelten Mitsubishi Lancer. Am Ende war der Italiener der erste der drei Gesamtkandidaten, der schwächelte, und wurde vom Hyundai i30 TCR des mazedonischen Fahrers Igor Stefanovski auf den zweiten Platz in Gruppe 3 geschlagen, was bedeutet, dass Migliuolo zwar als Divisionsmeister gekrönt wurde, aber aus dem EM-Titelrennen war. Jakšić fuhr im Gegenzug vorbildlich und trotzte dem Druck, den Schagerl auf ihn ausübte, um mit acht Sekunden an der Spitze der Gruppe 4 zu landen. Das bedeutet, dass er seine Division und den Gesamttitel der Kategorie 1 bei der diesjährigen EHC für sich beansprucht.

Der Gesamtsieger von Buzetski Dani kam selbstverständlich aus der Kategorie 2 und zum achten Mal in acht Veranstaltungen in dieser Saison war es der Italiener Christian Merli, der seine Osella FA 30 zu dieser Ehre trieb. Nachdem Merli bereits in der vorherigen Runde den Titel in der Kategorie 2 gewonnen hatte, entschied er sich dafür, während der unwettergepeitschten Trainingseinheiten am Samstag nicht auf die Strecke zu gehen. Dennoch nutzte Merli seine ganze Erfahrung, um vier Sekunden schneller zu sein, als sein Saison-langer Herausforderer Petr Trnka im Norma. Passenderweise wurde das Gesamtpodium von Alexander Hin aus Deutschland vervollständigt, der im Training ran musste, da er die Strecke nicht kannte. Dritter in der EM-Gesamtwertung der Kategorie 2 für das Jahr 2022 und auch für diese Veranstaltung, können sich sehen lassen.

Neben den modernen Autos des EBM, traten 30 Fahrzeuge zur fünften und letzten Runde der diesjährigen FIA Historic Hill Climb Championship an. Der Gesamtsieger – mit einem enormen Vorsprung von 22,277 Sekunden – war der Italiener Piero Lottini (Osella PA 9), der seine Meisterschaftssaison in der Kategorie 4 mit Glanz beendete. Hinter ihm auf dem zweiten Platz des Events und zur Bestätigung seines EM-Titels in Kategorie 1 war der Österreicher Harald Mössler, im Daren Mk3 mit seinem vierter Sieg bei fünf Starts in der Division. Das Gesamtpodium der Kategorie 5 komplettierte der Van Diemen RF82 des Franzosen Jean-Marc Debeaune, der auch seinen vierten Klassensieg des Jahres und den Divisionstitel holte.

Auch Kategorie-2-Champion Brando Motti komplettierte 2022 eine saubere Siegesserie, der Italiener holte am Steuer seines Porsche 911 Carrera RS als Gesamtfünfter seinen fünften Sieg in der Kategorie 2. Sein italienischer Landsmann Giorgio Tessore war mit seinem Porsche 911 SC bereits Kategorie-3-Champion und musste sich in der Schlussrunde dem Skoda 130 RS von Jirí Kubíček geschlagen geben, wobei der Tscheche bei seinem erst dritten Einsatz in dieser Saison erneut beeindruckte.

Damit endet die Saison 2022 für Europas beiden führende Bergrennserien, in der in jeder Division verdiente Champions gekrönt werden. Es war ein Jahr, das in allen Kategorien gleichermaßen engen Wettbewerb und überlegene Dominanz hervorbrachte und historische Veranstaltungsorte gesehen hat, die von der Hingabe der organisierenden Clubs zeugen.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.