KW Berg-Cup Klasseneinblicke von Homburg

Da wir uns im Kurzbericht nach Homburg in der Hauptsache mit den ersten, frühen Zwischenständen im KW Berg-Cup und NSU-Bergpokal beschäftigt hatten, müssen wir zuerst noch über ein paar allgemeine Dinge des am 09. und 10. Juli über die Bühne gegangenen „47. Homburger ADAC Bergrennen“ sprechen. Erwähnt hatten wir ja bereits die guten, trockenen äußeren Bedingungen, wobei der Samstag mit den höheren Temperaturen aufwartete. Heikel gestaltete sich dieses Jahr die dem Start folgende Bergabfahrt zum Brückchen, der ersten Mut- und Schlüsselstelle der technisch anspruchsvollen 2,6-Kilometer-Rennstrecke, die aus dem Saarland nach Rheinland-Pfalz führt. Ursache der Probleme war die nicht mehr wirklich topfebene Fahrbahn, die besonders den hart abgestimmten Autos zu schaffen machte, diese teilweise zum Springen brachte. Verteilt auf Samstag und Sonntag standen je drei Läufe auf dem Programm. Der Trainingstag begann mit leichter Verspätung gegen 09:00 Uhr, er dauerte bis etwa 17:30 Uhr. Sonntags startete das Rennen dann wie geplant exakt um 08:30 Uhr, trotz einiger Vorfälle war die letzte Talfahrt erfreulich früh kurz nach 16:00 Uhr beendet. Übrigens wurde im Rennen in den Klassen nach den Resultaten des Trainings von langsam nach schnell gestartet, was den Aufbau der Spannung unterstützte. Die Truppe des Homburger AC hatte dieses Verfahren auch schon vor Corona praktiziert. Für die Fans an der Strecke, die zahlreich kamen, ist das eine echt tolle Sache.

Damit wollen wir es bewenden lassen und uns lieber um das Geschehen in Training und Rennen kümmern, wie immer in der Reihenfolge des Programms. Also steigen wir ein mit den 1600er-Autos der gemeinsam gewerteten Gruppen A/F/CTC. Reden wir zuerst über den Sieger. Das ist, bereits zum vierten Mal in dieser Saison, Robert Maslonka, dessen VW Polo 1142 G60 nach den Zicken am Iberg wieder einwandfrei läuft. Er bestimmt in jedem Lauf das Tempo und gewinnt am Ende mit einem Polster von 6,175 Sekunden klar. Abwechslungsreicher ist es auf den Rängen dahinter. Um die restlichen zwei Podestplätze bewerben sich die Herrschaften Helmut Knoblich im Citroen C2 sowie die Ford-Fiesta-Piloten Lukas Friedrich und Jürgen Fechter. Nach Race-Heat eins lautet die Reihung auf den Positionen zwei bis vier Jürgen Fechter, Helmut Knoblich und Lukas Friedrich. Das genannte Trio liegt innerhalb von 0,510 Sekunden zusammen. In der zweiten Auffahrt spielt Helmut Knoblich bei seinem ersten Start in diesem Jahr seine Homburg-Routine aus, holt sich Platz zwei. Lukas Friedrich verbessert sich ebenfalls, ist nun 244 Tausendstel hinter Helmut Knoblich Dritter. Dem Vierten, Jürgen Fechter, fehlen 1,057 Sekunden auf Position drei. Im finalen dritten Run bekommt Lukas Friedrich Probleme mit der Spritzufuhr. Noch vor dem Lauf wird eine Not-OP durchgeführt. Die hält allerdings nur bis zum oberen Teil der Strecke. In den letzten drei Rechtskurven produziert der Fiesta Aussetzer, nimmt kein Gas mehr an. Auf der Ziellinie fehlen 22,5 km/h. Damit sind die Würfel gefallen. Helmut Knoblich steigt als Zweiter auf das Podium, Jürgen Fechter als Dritter. Lukas Friedrich bleibt Rang vier, Fünfter ist der einheimische Slalomspezialist Kai Petto mit seinem VW Polo 6N.

Bei den 2-Litern führt kein Weg an Kai Neu vorbei. Der Lokalmatador kontert im Ford Focus (Foto unten) alle Angriffe und holt sich den Homburg-Sieg. Um den zweiten Platz balgen sich Markus Goldbach (Renault Wiebe Mégane Coupé) und Martin Kraus mit seinem G-Lader VW Polo. Rennlauf eins geht an Markus Goldbach, er ist 0,112 Sekunden vor Martin Kraus Zweiter (Foto: oben). In der zweiten Auffahrt greift Martin Kraus an, ist 0,548 Sekunden schneller oben als Markus Goldbach. Damit sind die Plätze getauscht, Martin Kraus hat sich als neuer Zweiter einen Puffer von 0,452 Sekunden heraus gefahren. Im Finale ist Markus Goldbach wieder der schnellere des um Rang zwei kämpfenden Duos. Allerdings reicht seine um eine Zehntelsekunde bessere Zeit nicht mehr zum Platzrücktausch. Martin Kraus bleibt Zweiter hinter dem souverän agierenden Kai Neu, Markus Goldbach beendet sein Homburg Wochenende als Dritter. Rang vier holt sich im Rallye-Citroen DS3 R3T Gino Kruhs, Fünfter wird Christian Bodner im BMW 320iS.

Text: Uli Kohl, Fotos: Mathias Kaiser, Peter Fuchs

Über Thomas Bubel 744 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.