Merli und Schagerl glänzen in Portugal – Hin auf Podium

Vor annähernd 100.000 begeisterten Zuschauern dominierten Christian Merli und Karl Schagerl den portugiesischen Lauf zur FIA European Hill Climb Championship, nachdem sie sich bereits beim Auftaktrennen im vergangenen April in Frankreich einen Namen gemacht hatten. Alexander Hin erreichte mit Gesamtrang drei, das beste Resultat eines Deutschen seit rund 25 Jahren bei einem EBM-Lauf.

Sieben Monate, nach der Ausrichtung des FIA ​​Hill Climb Masters, vibrierte die Stadt Braga erneut im Klang der Motoren, und die Teilnehmer fanden sich wieder an der traditionellen Strecke der Rampa da Falperra ein, deren 5 km Streckenlänge im Durchschnitt mit mehr als 170 km/h zurückgelegt wurden,  dass im Gegensatz zu den ersten 3 km, die während des Masters verwendet wurden. Die Streckelänge war zwar anders, aber der Name des absoluten Siegers blieb gleich: Der Goldmedaillengewinner vom vergangenen Oktober, Christian Merli (Osella FA30), war einmal mehr unschlagbar und gewann jeden der drei Rennläufe mit großer Souveränität. Einziger Wermutstropfen des Wochenendes war ein kleiner Leitplankenkontakt am Samstag in einem Trainingslauf.

Der Bronzemedaillengewinner beim Masters, der Tscheche Petr Trnka (Norma M20 FC), fühlt sich auf der schnellen Braga-Strecke definitiv wohl. Als Zweiter in der Gesamtwertung und Erster in der E2-SC-Gruppe war er ziemlich nah an Merlis Zeiten dran, zum Beispiel verlor er am ersten Anstieg weniger als 2 Sekunden. Der Deutsche Alexander Hin (Osella FA30) und der Spanier Joseba Iraola (Nova NP01) zeigten ebenfalls Mut auf einem Kurs, der viel Standhaftigkeit (Topspeed 265, 15 km/h) erfordert, und belegten jeweils den 3. und 4. Platz, getrennt durch weniger als 4 Zehntel in der kumulierten Zeit ihrer beiden besten Läufe . Der Tscheche Milos Benès (Osella FA30) wurde Fünfter vor dem Spanier Javier Villa, der trotz eines im Vergleich zur Konkurrenz untermotorisierten Autos (BRC53 Suzuki) einmal mehr echtes Können zeigte. Sébastien Petit (Nova NP01), Michele Fattorini am Steuer des kleinen Wolf Thunder GB08 mit Aprilia-Antrieb, folgten.

In der Kategorie 1 startete der Sonntag schlecht für den Favoriten Karl Schagerl, der im ersten Rennlauf in die Streckenbegrenzung einschlug. Der Österreicher schaffte es, seinen Golf Rallye für die beiden verbleibenden Anstiege, zu reparieren, um den Mitsubishi Lancer des Kroaten Domagoj Perekovic noch abzufangen, der ebenfalls erleichtert war, nach seinem Ausfall im ersten Rennen, in der Endwertung vertreten zu sein. Am Steuer eines Mercedes AMG GT4, den sie auch auf der Rennstrecke fährt, sorgte die junge Gabriela Correia (Foto) mit dem Erreichen des Podiums der Gruppe 1 für Aufsehen und profitierte von ihren beeindruckenden Zeiten.

Wie schon in Frankreich holte Tomislav Muhvic (Mitsubishi Lancer Evo IX) den Sieg in der PF-Gruppe 2, diesmal gegen den Portugiesen Vitor Pascoal (Porsche 911 GT3 Cup), während der Österreicher Christian Schweiger (Mitsubishi Lancer Evo VII) im Training wegen Motorschaden und einem Feuer an Bord ausrollte. Er musste leider auch auf die Weiterreise zum spanischen EM-Lauf verzichten. In PF-Gruppe 3 setzte sich das Duell zwischen Igor Stefanovski (Hyundai i30 TCR) und Antonino Migliuolo (Mitsubishi Lancer Evo IX) fort und erneut gewann der Mazedonier. Vasilije Jaksic (Mitsubishi Lancer Evo IX) aus Montenegro und Maciej Serafin (Renault Clio Sport 2.0 16v) ​​aus Polen gewannen die Gruppen 4 bzw. 5. Der mit Spannung erwartete Audi RS5 DTM, der mit José Antonio Lopez-Fombona am Berg debütierte, muss noch sein volles Potenzial zeigen, wird aber am 14. und 15. Mai beim dritten Lauf der FIA European Hill Climb Championship in Al Fito (Spanien) mehr zeigen können. Ein Einschlag in die Leitplanken der Zielkurve konnte zwischenzeitlich repariert werden.

Text und Fotos: FiA