Marcel Steiner Kolumne: Erfolgreicher Test mit fatalem Ausgang

Lange war es vermeintlich still bei Steiner Motorsport. Hinter den Kulissen wurde jedoch fleißig an den Vorbereitungen der Saison 2022 gearbeitet. Helftec Engineering hat den Turbo-Motor mit einigen Modifikationen überarbeitet und mit neuen Kolben bestückt. Nach einem sehr erfolgreichen Prüfstandlauf vor Ostern, konnten wir mit der Set Up- und Finish-Arbeit am LobArt/Helftec-Honda beginnen. Daher fühlten wir uns am 28. April 2022 gut vorbereitet, um in Anneau du Rhin, eine erste Testfahrt zu absolvieren. Danach wollten wir gleich nach Abreschviller/F an das erste Rennen aufbrechen, welches in der Nähe von Anneau du Rhin liegt.

Trotz relativ langer Rennstreckenabsenz, lief der letzte Schliff für die Piste routiniert. Vor der ersten Ausfahrt war ich dann doch etwas nervös. Nach einigen Kurven fanden der LobArt und ich aber bereits gut zusammen. Nach jedem kurzen Stint untersuchten wir das Auto und Motor auf etwaige Undichtheiten, Abnutzungen oder Defekte. Alles schien perfekt und ich konnte alle Leistungsstufen auf der Strecke ausprobieren und fühlen. In den oberen Leistungsstufen schiebt der Motor schon imposant an und ich freute mich, dies endlich mal am Berg auszutesten. Hierfür wollten wir noch zwei ältere Sätze Reifen kurz anrollen, damit diese im Training beim Bergrennen wieder ihren Grip finden. Ich spürte sofort, dass diese Slicks gleich viel schneller mehr Haftung boten. Eigentlich in Gedanken schon fast auf dem Weg nach Abreschviller, wollte ich nochmal bei Highspeed den Downforce in „Adrenalin“, dem schnellen Rechtsknick nach der langen Geraden, fühlen und danach meine letzte Runde dieses Abends fahren.

Doch dann der große Schock! Kurz vor dem Anbremsen der Kurve vor dem Fahrerlager leuchten bei mir am Display alle roten Lampen – Öldruckalarm! Ich bremste das Auto so schnell es ging ab, damit die Fliehkraftkupplung den Motor vom Getriebe trennte (ein Auskuppeln während der Fahrt ist leider so nicht möglich). Als ich zum Stillstand kam, saß ich bereits in dichtem Rauch. Ich dachte erst an ein harmloses Ölleck. Beim Aussteigen aus dem Auto entpuppte sich der Rauch aber als Feuer. Zu allem Unglück kam ich zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr an die Feuerlöscherauslösung. Somit konnte ich nur noch zusehen, wie der in unzähligen Stunden mit viel Hingabe aufgebaute LobArt brannte. Nach gefühlt unendlichen Sekunden, kam dann Rettung aus dem Fahrerlager. Fahrerkollege Jürg Ochsner schnappte sich einen Feuerlöscher, rannte herbei und löschte meinen Rennwagen. Unmittelbar danach war auch das Streckensicherungsfahrzeug mit einem weiteren Feuerlöscher zur Stelle.

Jemand scheint es nicht gut zu meinen mit uns und dem Turboprojekt. Nach dem ersten Augenschein des Autos, musste ich mir das Saisonende eingestehen, ehe diese gestartet war. Zum großen Glück kann ich ein super Team um mich herum schätzen, welches auch in den schwierigsten Zeiten ruhig und fokussiert arbeitet. So versuchten wir direkt vor Ort, das Auto vom größten Teil des Löschmittels zu reinigen. Am nächsten Tag wurde in der heimischen Werkstatt der Rennwagen zerlegt und die Teile gereinigt. Vielen Dank an meine Leute für ihren Einsatz! Nach der „Grobreinigung“ und ersten Analyse des Schadens, scheinen wir mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Dies wirft uns jedoch zeitlich und finanziell um Welten zurück. Daher sind wir auf jede Art von Unterstützung angewiesen. Nichtsdestotrotz verfolgen wir das Ziel, mit einem einsatz- und konkurrenzfähigen LobArt/Heltec-Honda in Hemberg Mitte Juni 2022 zum Auftakt der Schweizer Bergmeisterschaft wieder am Start zu stehen.

Gerne nehmen wir Jede Unterstützung in Form einer Spende für den Wiederaufbau des LobArt dankend entgegen:
IBAN CH89 0636 3016 0858 6330 0

Voll motiviert!
Marcel Steiner & Team