Neustart des Bergrennens Mickhausen am 1. und 2. Oktober – Es gibt einige Änderungen

Eine gute Nachricht für alle Freunde des Motorsports: Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause soll das Bergrennen Mickhausen heuer am ersten Oktober-Wochenende wieder in die Stauden zurückkehren. So jedenfalls plant es der Automobil Sport Club (ASC) Bobingen, der die legendäre Motorsportveranstaltung am Mickhauser Berg seit dem Jahr 2001 organisiert. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung jedenfalls stimmten die Mitglieder nahezu einstimmig dem Konzept des Organisationsteams zu, das dessen Leiter Hinrich Groeneveld präsentierte.

Mit Hochdruck arbeitet das Orga-Team schon seit Wochen am Comeback des Bergrennens, das an einem schönen Wochenende alljährlich bis zu 20.000 Zuschauer an die kurvenreiche Kreisstraße A 16 von Münster hinauf nach Birkach lockt. Freilich steht hinter allen Plänen weiterhin ein großes Fragezeichen. Hinrich Groeneveld: „Wenn uns Corona noch einmal einen Strich durch die Rechnung machen sollte, dann können wir im Juli noch die Reißleine ziehen. Durch die bisherigen Vorbereitungen sind der Vereinskasse noch keine nennenswerten Kosten entstanden.“ Das Bergrennen wurde beim Deutschen Motorsportbund (DMSB) bereits im vergangenen Herbst beantragt und im Rennkalender für 2022 verankert. Im Juli soll dann der Antrag beim Augsburger Landratsamt folgen.

Damit die Großveranstaltung am 1. und 2. Oktober zumindest mit einer schwarzen Null abgeschlossen wird und nicht erneut ein schmerzhaftes Defizit verkraftet werden muss, sind – Stichwort „Bergrennen light“ – einige einschneidende Änderungen und Einsparungen erforderlich. So wird die Anzahl der teuren Großbildleinwände entlang der 2,1 Kilometer langen Strecke von bisher drei auf nur noch zwei reduziert. Neu organisiert wird auch der Zeltbetrieb im Vorstart-Bereich. Im Besucher-Festzelt, das vom neuen Festwirt Jochen Mörz aus Amberg im Unterallgäu bewirtet wird, soll es einen abgetrennten Premium-Bereich für VIP-Gäste und Pressevertreter mit gewohnt exklusiver Bewirtung geben. Ein eigenes VIP-Zelt ist nicht mehr vorgesehen. An großen Monitoren können alle Zeltbesucher das Renngeschehen hautnah verfolgen. Apropos VIP-Bereich: auch wenn die Liste der Sponsoren nahezu wöchentlich wächst: Unterstützer der Motorsport-Großveranstaltung sind weiterhin willkommen, um die ASC-Vereinskasse zu entlasten.

Komplett neu aufgestellt wird 2022 das Ticket-System. Eintrittskarten wird es demnach nur noch über einen Online-Ticketservice geben (www.bergrennen-mickhausen.com) An den Zugängen zur Rennstrecke werden die Online-Strichcodes gescannt und in eine „richtige“ Eintrittskarte zum Umhängen umgetauscht. Damit entfällt – auch aus Gründen der Sicherheit – der aufwändige Bargeldverkehr in den bisherigen Kassenhäuschen ersatzlos.

Die Streckenbeschallung installiert der ASC in Eigenregie. Das erforderliche Equipment konnte der Verein aus einer Firmenauflösung erwerben. Durchsagen im Fahrerlager und im Vorstartbereich erfolgen über eine eigene Radiofrequenz. Somit ist im gesamten Ortsbereich von Münster die Installation von Lautsprechern nicht mehr erforderlich. Auch den Einbau von doppelten Leitplanken an den Abzweigungen der Feld- und Waldwege entlang der Rennstrecke übernimmt der ASC mittels eines Hülsen-Stecksystems künftig selber. 200 Fahrer werden für das Rennen im Vorfeld zugelassen. Weil es erfahrungsgemäß kurzfristig immer wieder Absagen in letzter Minute und Ausfälle während der Trainingsläufe gibt, sei dieses Starterfeld gut zu bewältigen, erläutert der stellvertretende Orga-Chef Michael Kanth. Das Startgeld wird geringfügig von bisher 170 auf 190 Euro angehoben. Wie in den Vorjahren sind drei Trainingsläufe am Samstag und drei Rennläufe am Sonntag vorgesehen. Einen Lauf zur internationalen FIA-Hill-Climb-Challange wird es heuer nicht mehr geben. Aufwand und Kosten stünden nicht dafür, so Kanth. Nach derzeitigem Stand wird in Mickhausen traditionell der letzte Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft ausgetragen.

Die Traditionsveranstaltung am Mickhauser Berg wurde im Jahr 1964 als „Augusta-Bergrennen“ erstmals veranstaltet. Nach dem Rennen 1985 war dann (zunächst) Schluss. Seit 2001 ist der ASC Bobingen e.V. im ADAC der Veranstalter des legendären Bergrennen Mickhausen. Im Jahr 1952 gegründet, zählt der ASC Bobingen e.V. im ADAC heute mehr als 160 Mitglieder. Neben dem bekannten Bergrennen Mickhausen ist die Jugendarbeit in der Kart-Slalom-Gruppe das zweite sportliche Standbein des Vereins.

Text: Walter Kleber