Wie künstliche Intelligenz das Rennfahren verändert

Die Digitalisierung schreitet rapide voran und unsere Erfindungen werden immer mehr zu Quantensprüngen. Eine der neuesten Entwicklungen befindet sich im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die langsam unsere Arbeitsschritte automatisiert und gleichzeitig unser Leben verbessert. Momentan steckt die Technologie noch in den Kinderschuhen, doch in Zukunft werden wir bald selbstfahrende und intelligente Autos sehen. Wie wird die Zukunft des Rennfahrens in einigen Jahren aussehen, wenn wir plötzlich die Entscheidungen der Künstlichen Intelligenz überlassen?

Künstliche Intelligenz im Rennsport
Künstliche Intelligenz beschäftigt uns nun schon seit Jahren, jedoch haben sich gerade in den letzten Jahren einige neue Technologien entwickelt, die bereits unseren Alltag beeinflussen. Mittlerweile wird die Entwicklung im Marketing, in der Online-Sicherheit und im Bankwesen eingesetzt. Oftmals sind die Veränderungen so gering, dass User gar nicht bemerken, wie weit Künstliche Intelligenz bereits in ihr Leben eingebunden ist. Im Kundendienst sind immer mehr Chatbots anzufinden, die Antworten von echten Mitarbeitern so gut imitieren, dass User den Unterschied nicht erkennen können. Die Bots werden mit Maschinellem Lernen ausgestattet, was ihnen die Möglichkeit gibt, aus den Antworten und Reaktionen der User zu lernen und neue Informationen zu generieren.

Künstliche Intelligenz wird zudem immer wichtiger für Online-Unterhaltung, wo Computer die Prozesse übernehmen, die das menschliche Gehirn nicht mehr verarbeiten kann. Meistens handelt es sich um große Datensätze, die Aspekte wie die Immersion und die Authentizität des Contents beeinflussen. In Casino Spielautomaten kommt AI zum Einsatz, wenn Besucher mit den Spielen, wie dem berühmten Starburst-Spiel, interagieren. Die dadurch entstandenen Datensätze werden analysiert und sortiert, um Usern eine bessere Erfahrung zu bieten. Wenn Casino-Spiele und Videospiele in Zukunft mit Virtual Reality ausgestattet werden, können sich Spieler dank Künstlicher Intelligenz auf eine personalisierte Erfahrung freuen. Für viele Unternehmen ist ein Leben ohne die Arbeit der Künstlichen Intelligenz heute gar nicht mehr vorstellbar.

Nicht anders sieht es im Rennsport aus, wo Unternehmen die Limits der Computertechnologie testen. Der Aspekt des automatisierten Kundendienstes mag hier vielleicht nicht so relevant sein, jedoch profitieren die neuesten Automodelle von Künstlicher Intelligenz in verschiedenen Formen. Beispielsweise wird ein Infotainment-System integriert, das den Reifendruck und den Motor überprüfen kann. Die Innovation betrifft hauptsächlich elektrische Vehikel, die in den nächsten Jahren immer häufiger auf den Straßen anzutreffen werden sein. Erst im November 2020 gab Elon Musk bekannt, dass sein Unternehmen an einer neuen Künstlichen Intelligenz arbeite, die in Zukunft die Batterieleistung elektrischer Autos manuell regulieren könne. Durch die größere Leistung und verschiedenen Ladearten der elektrischen Autos wird eine solche Entwicklung einen gravierenden Unterschied für die Lebensdauer der Batterien machen. Man stelle sich vor, das eigene Rennauto reguliert die Geschwindigkeit und Motorleistung im Laufe des Rennens ‒ wäre ein solcher Eingriff einer Computertechnologie überhaupt fair?

Die Zukunft des Rennsports im Angesicht der technischen Quantensprünge
Im Herbst 2018 gab das Unternehmen Roborace bekannt, es würde an der Technologie eines selbstfahrenden Autos arbeiten. Während BMW und Mercedes schon seit Jahren behaupten, sie würden kurz vor dem Durchbruch stehen und bald das erste selbstfahrende Vehikel auf den Markt bringen, zeigte Roborace die ersten Entwicklungen in diesem Bereich. Menschen sollen in Zukunft mehr mit Künstlicher Intelligenz interagieren und dem Computer sozusagen beibringen, wie das Auto zu fahren ist. Via Maschinellem Lernen wendet die KI das Gelernte wiederum in einem echten Szenario an und beeinflusst die Geschwindigkeit und z. B. die Drehkraft des Motors. In seinen Experimenten stellte das Unternehmen fest, dass Faktoren wie GPS stellenweise noch nicht ausgereift sind, um Künstliche Intelligenz vollkommen in das Lenkrad einzubauen, denn die Höhe von Gebäuden störte bei den Testfahrten mehrfach die Datenübertragung.

Natürlich ist diese Entwicklung noch lange nicht ausgereift, um im Alltag einsetzbar zu sein, allerdings sind immer mehr Trends in die Richtung KI im Rennwesen zu beobachten. Bei der virtuellen Hausmesse der KW Automative im November 2020 wurden Teilnehmer bereits Zeuge der KI-Technologien in Deutschland. Der BMW M4 wurde hier beispielsweise mit seinem neuen Motor vorgestellt, während die Förderung der Bundesregierung für Künstliche Intelligenz erläutert wurde. Es ergibt Sinn, dass die deutsche Regierung in diese Innovationen der Zukunft investiert, denn hier können in den nächsten Jahren Kosten gespart und Unfälle vermieden werden, wenn die menschlichen Fehler eine geringere Rolle im Verkehr spielen. Bevor Künstliche Intelligenz allerdings in elektrische Autos des Normalverbrauchers eingebaut werden kann, sind noch einige Entwicklungen nötig, um die Fragen der Sicherheit und Konsistenz zu beantworten. Der Rennsport wird mit Sicherheit der erste Bereich sein, in dem Künstliche Intelligenz eine größere Rolle spielen wird. Ob wir in Zukunft allerdings Roboter 250 oder einem jungen Michael Schuhmacher beim Rennen zusehen, steht noch in den Sternen.

Über Thomas Bubel 642 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.