Boxengeflüster 03/2021: Wussten Sie schon dass…?

DASS sich die beiden Bergrenn-Routiniers Alexander Hin und Steffen Hofmann vor wenigen Tagen handelseinig wurden. Zuerst hieß es, dass in der Berg-Saison 2021 die beiden ihre Rennfahrzeuge tauschen, dass also Steffen Hofmann im Osella PA30 V8 platznimmt und sich Alexander Hin einmal im NSU TT versuchen wird. Aber nein, das ist ein vorgezogener Aprilscherz. Der Oberfranke hat sich beim „Häuslebauer“ Hin ein neues Einfamilienhaus bestellt und am Sonntag vergangener Woche bei einem Besuch in Elzach, den Vertrag mit besten Konditionen unterschrieben (beide mit negativem Coronatest). Somit wird man Steffen in diesem unvorhersehbaren Jahr kaum bei einem Bergrennen antreffen, der zigfache NSU Bergpokal-Gesamtsieger wird sich dem Innenausbau seines neunen Traumhauses widmen.

DASS in Italien ab dem 1. Januar 2021 eine Lizenz für Mechaniker bei Bergrennen vom Verband ACI Sport eingeführt wurde. Die Lizenz für sogenannte mechanische Assistenten, ist insbesondere für das Teammitglied obligatorisch, dass das Auto zum Startbereich begleitet, und der somit auch über den erforderlichen Versicherungsschutz verfügt. Die maximale Anzahl der im Fahrerlager zugelassenen Teamstärke, beträgt fünf Personen. Die für die Veranstaltung eingeplanten Teamhelfer, müssen dem jeweiligen Veranstalter vor Beginn der Papierabnahme mit Namen und die Lizenznummern obligatorisch mittgeteilt werden. Diese Lizenz hat jährliche Kosten von 30€.

DASS in diesen Tagen der saarländische MSC Mithras Schwarzerden sein 50. Vereinsjubiläum feiert. In wenigen Wochen ist es zudem genau 30 Jahre her, als das Teufelskopf-Bergrennen von Reichweiler bei Kusel, letztmals stattfand. Organisiert vom MSC Mithras, mit dem damaligen Rennleiter und langjährigen ADAC-Saarland Funktionär Karl-Heinz Finkler an der Spitze. Das Auftauchen eines Haselhuhns, das jedoch später niemals wieder gesichtet wurde, besiegelte 1991 das Ende des traditionsreichen Bergrennens auf der saarpfälzischen Grenze. Heutzutage wird die anspruchsvolle Bergstrecke oftmals in Wertungsprüfungen der Saarland-Pfalz-Rallye und auch der Rallye Deutschland einbezogen. Neben dem alljährlichen Einsatz beim Homburger Bergrennen mit dem Ampelteam, ist die Radsportsparte des MSC mit der „Grünen Hölle Freisen“ im Mountainbike-Sport aktiv. Seit nunmehr 17 Jahren findet im September das große MTB Wochenenden mit Rennen und Touren in und um Freisen statt. Alleine der Name der Radsportgruppe verrät die Herkunft und Sympathie zum Rennsport. Darüber hinaus gibt es noch ein Klapprad Racing Team, die „20 Zoll Bagasch“ die sich spaßeshalber zum Ziel gesetzt hat, Legenden der Rennnbahn zu werden. Mit der Teilnahme bei den 24h von Zandvoort und den 24h Rad am Ring, auf der Nordschleife, hat diese Truppe schon außergewöhnliches geleistet, zumal dort nur Rennradfahrer an den Start gehen. So sind die Jungs mit ihren Klapprädern, wohlgemerkt ohne Schaltung, dort schon was Einzigartiges. Einer der Initiatoren ist Uwe Glasen, der mit seinem Bruder Marco einst als Starter beim Bergrennen die Rennwagen den Berg hinauf schickte. Marco Glasen ist einstweilen noch im Rallye-Sport aktiv, immer wenn Langstreckenweltmeister Timo Bernhard Lust verspürt eine Rallye zu bestreiten, nimmt Marco auf dem Co-Pilotensitz Platz.

DASS der in Monaco lebende 56-fache Grand-Prix Teilnehmer Alex Caffi, zwischen 1986 und 1992 Formel 1-Pilot u.a. bei Osella und Arrows, gelegentlich bei italienischen Bergrennen an den Start geht. Beim Saisonauftakt in seinem Heimatland, dem „Salita des Costo“, gelegen auf halben Weg vom Gardasee nach Venedig, pilotierte Alex einem von der Squadra Corse Angelo Caffi vorbereiteten Wolf GB08 Thunder mit Aprilia-Motorradmotor, zog sich aber nach dem Training aus dem Wettbewerb zurück. Die Entscheidung, am Renntag nicht an den Start zu gehen, resultierte aus einer kurzfristigen Reglementsänderung der ACI-Sportkommissare und einem damit verbundenen Chaos in Bezug auf die 1000er-Klasse und die 1150er-Klasse, dieses quasi Markenpokals. Die Informationen über die neue Klasseneinteilung erreichten jedoch nicht jeden Teilnehmer, sodass Wagen plötzlich in der falschen Klasse genannt und damit nicht protestsicher waren. Daher gab Caffi den Start vor den Rennläufen auf, da er sich sportlich bewusst war, nicht in der Kategorie zu sein, zu der er gehört. Nichts desto trotz wird man den Piloten des AC Brescia bei seinem Heim-Bergrennen am 12./13. Juni 2021, der 50. Ausgabe der Trofeo Vallecamonica spätesten wiedersehen.

DASS das Schweizer Bergrennen „Course des Cote Massongex“ neu am 21./22. August 2021, also Termingleich mit Osnabrück, stattfindet. Ursprünglich sollte der Lauf zur Schweizer Bergmeisterschaft am 10./11. Juli gefahren werden. Die Organisatoren haben wegen der Corona-Bestimmungen gehandelt.

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.