Vorschau KW Berg-Cup 2021 – Top-Starter in vielen Klassen

Ein Stückweit Freude und Beständigkeit bringt in diesen Coronatagen der KW Berg-Cup in die deutsche Bergrennszene. Mit seinem so nicht erwarteten Einschreiberesultat von 117 Fahrern und 108 Fahrzeugen, setzt die Traditionsmeisterschaft am Berg ein hoffnungsvolles Lebenszeichen und ermutigt zudem Veranstalter und Fans. Wie es aber nach den beiden, wohl gesicherten Rundstreckenveranstaltungen von Hockenheim und Oschersleben, mit dem Terminkalender weitergeht, ist angesichts der aktuell wieder steigenden Inzidenzwerte fraglich. Nichtsdestotrotz wollen wir uns die Einschreibeliste des KW Berg-Cup 2021 einmal genauer anschauen.

Beginnen wir mit den E2-SH Boliden, wo Ralf Kroll mit seinem Silver Car S2 Evo wieder mit von der Partie sein wird. Mit diesem Boliden ist er sicherlich in seiner Klasse nun der Gejagte. Interessant wird sicher der Vergleich mit dem jungen „Nordlicht“ Hauke Weber, der es Kroll wohl keines Wegs leicht machen wird, und mit seinem TracKing RC01 mit Audi-Silhouette (Foto oben) eine volle Saison im KW Berg Cup einplant. In der Klasse E1 über 3l Hubraum wird wohl Holger Hovemann mit seinem spektakulären Opel Kadett C V8 GT/R für Begeisterung sorgen. Der Rennbolide wird dank eines neuen Hauptsponsors in neuem Design an den Start gehen. Die Konkurrenz dürfte sicherlich der Salzburger Bernhard Permetinger anführen, der mit seinem im Vorjahr neu eingekauften BMW Z4 GT3 heuer endlich die ersten Rennkilometer absolvieren möchte. Der wunderschöne Bolide wird dabei sicherlich mit seinem einmaligen Klang begeistern.

Aber auch Jochen Stoll vom Homburger Automobilclub wird mit seinem vom KÜS Team 75 Bernhard betreuten Porsche 911 GT3 Cup sicherlich nicht außer Acht zulassen sein. Gerade beim „Shootout“ am kommenden Wochenende in Hockenheim zählt der Pfälzer zu den Kandidaten auf die schnellste Gesamtzeit. Und auch der Österreicher Stefan Hetzenauer möchte mit seinem Subaru Impreza WRX STI in seiner ersten KW Berg Cup Saison für Furore sorgen. Weiter wird auch die sympathische Rennamazone Sabine Röck wieder ihren bewährten VW Golf 1 Turbo an den Start bringen und Christian Handa vertraut auf den legendären Lancia Delta Integrale und die Unterstützung seines am Berg erfolgreichen Vaters Norbert Handa. Mit Spannung darf das Comeback des früheren Berg-Cup Gesamtsiegers Hans-Joachim Schmidt erwartet werden, der einen mächtigen VW Scirocco 1 Turbo an den Start bringen möchte.

In der Klasse über 2 Liter bis 3 Liter Hubraum werden die Karten neu gemischt. Michael Bodenmüller wechselt mit seinem potenten Opel Kadett C 16V von den 2l Boliden in diese Klasse. Dafür wurde ein neuer 2,5l Motor von Gerent Rennsporttechnik verbaut. Einer der großen Favoriten auf Klassensiege ist wohl auch der Allgäuer Marcel Gapp mit dem weiter verbesserten BMW E36 M3. Aber auch der Norddeutsche Michael Weber ist mit seinem Audi 80 Quattro keines Wegs zu unterschätzen. Gespannt darf man zudem auf den Odenwälder Alexander Wolk sein, der seinem VW Golf 2 Turbo in Ruhe weiterentwickeln konnte und ebenfalls in dieser Klasse ein gewichtiges Wort um die Topplatzierungen mitreden möchte. „Urgestein“ Thomas Ostermann hat zwischenzeitlich einen 24V-6 Zylinder-Motor in seinem BMW E30 Hartge verbaut.

In der 8V-Wertung wird der junge Felix Bürker mit seinem Opel Frank Kadett C Limo ein großer Anwärter auf den Titel sein. Nach einer kleinen Pause wird es ihm Alexander Bärtel mit seinem Opel Nemeth Kadett C Limo keines Wegs leicht machen. Und auch Alexander Wirth ist wieder an Bord des Berg-Cups, das mit seinem Opel Ascona B. Einen weiteren Opel Kadett C „Limo“ wird der Vorarlberger Werner Walser an den Start bringen. Aber auch die BMW Fraktion ist wieder stark vertreten, in Form von Karl-Heinz Schlachter und dessen klassischen BMW 2002 tii Alpina, zudem wird Neueinsteiger Andre Bunte einen BMW E30 an den Start bringen.

Die 2l Klasse stellt einmal mehr die meisten Starter im KW Berg Cup. Angeführt von Thomas Strasser im VW Minichberger Scirocco 16V. Der Tiroler wird 2021 ein Team mit Hans-Peter Eller bilden, womit sie sicherlich große Anwärter auf den Gesamtsieg sind. Aber auch Mario Minichberger himself ist mit seinem spektakulären und wunderschönen BMW 2002 16V mit Formel 2-Motortechnik ein großer Sieganwärter. Auch der Schwabe Erwin Buck mit seinem VW Spiess-Scirocco 16V wird für zusätzliche Spannung sorgen. Nachdem Unfall in Cividale (I) im Vorjahr wurde der Tourenwagen wieder ordnungsgemäß instandgesetzt. Hier und da ist Ralph Paulick mit seinem VW Minichberger Golf 1 keines Wegs für eine Überraschung gut. Dies konnte der Bayernschwabe schon mehrmals unter Beweis stellen. Weiter wird auch Lars Heisel aus dem Flik-Familienteam mit seinem Opel Böhm Kadett C 16V wieder für positive Akzente sorgen, was aber auch für den Schwarzwälder Andre Scheer und dessen BMW 320iS zutrifft. Verstärkung hat sich Mario Ruwe in seinen VW Golf 2 16V geholt, und zwar in Form des amtierenden EM-Dritten Christoph Lampert. Der Vorarlberger wird ausgewählte Rennen mit seinem Ex-Fahrzeug absolvieren und auf jeden Fall seine Erfahrung einbringen um die Performance des Gesamtpackets zu steigern. Spannendes gibt es auch vom Vorarlberger Bauunternehmer Markus Reich zu berichten, der in seinem VW Minichberger Corrado R jetzt auf einen 1170 ccm Turbomotor vertraut. Weiter wurde der „Wolfsburger“ mit einem Allradantrieb ausgestattet. Und auch Rainer Schönborn aus dem Hunsrück möchte mit seinem wunderschönen VW Golf 1 16V wieder für Topzeiten sorgen. Aus der 8V-Wertung wird Norbert Wimmer mit dem BMW 2002 ti wieder für spektakuläre Rennaction sorgen. Größte Herausforderer dürften dabei Michael Rauch mit dem Opel Briegel Kadett C sowie das Team Marcel Hellberg und Frank Brügge mit dem VW Brügge Golf 1 sein. Rückkehrer Bernd Ehrle sollte man mit dem Opel Minichberger Kadett C in der 8V-Wertung im Hinterkopf haben. Des Weiteren möchte auch Alexander Pleier mit seinem Opel Kadett C keines Falls tatenlos zusehen. Und dann wäre da auch noch das Team Johann Hatezic und Roland Christall mit dem bewährten Opel Frank Ascona B. Ebenfalls wieder im KW Berg Cup eingeschrieben hat sich der Steirer Johannes Pabst mit dem Opel Risse Kadett D 16V. Wieder- und Neueinsteiger in dieser Klasse sind das Team Thomas Claus und Frank Sperrfechter, die einen Opel Kadett C 16V an den Start bringen werden sowie Marko Weirich, der einen wunderschön vorbereiteten VW Minichberger Golf 1 pilotieren wird. Wie eh und je vertraut Werner Weiss auf seinen spektakulären Ford Escort BDA und auch Dieter Altmann jun. wird mit dem verbesserten ex-STW Peugeot 405 MI 16 mit von der Partie sein.

Bei den 1,6l Tourenwagen werden die Karten ebenfalls völlig neu gemischt. Einer der heißen Anwärter auf den Sieg ist der junge Belgier Andy Heindrichs mit dem frisch aufgebauten Opel Wiebe Corsa A 16V sein. Aber auch Sarp Bilen gewinnt mit dem VW Golf 2 16V mehr und mehr Land. Viel Zeit in der Werkstatt verbrachte in den letzten Monaten das Vater-Sohn-Gespann Schulte. Manfred mit dem Citroen Nemeth AX Kit Car begeisterte die Fans in den letzten Jahren vorwiegend im Ausland. Sein Sohn Benedikt hat zwischenzeitlich ein praktisch identisches Fahrzeug (Foto Mitte) auf die Räder gestellt, wird sich aber noch dem Feintuning widmen müssen. Weiter wird der gebürtige Finne Mikko Kataja mit seinem Toyota Starlet VHT Racing wieder herzhaft das Gaspedal treten und mit seiner spektakulären Fahrweise für Aufsehen sorgen. Auch Routinier Helmut Maier mit dem VW Spiess-Golf 16V ist wieder im KW Berg Cup eingeschrieben. Wirklich Gespannt darf man auf den Schweizer Martin Bürki blicken, der mit seinem VW MB Polo 16V sicherlich zu den absoluten Sieganwärter zuzählen sein dürfte, wenn er regelmäßig zu den Rennen kommt. Und auch Wolfgang Glas vom ASC Bobingen möchte mit seinem VW Minichberger Golf 20V ebenfalls nicht tatenlos zusehen. Mit von der Partie wird auch der junge Lukas Eigl mit seinem Opel Corsa A GSI 16V sein.

Eine große Abordnung stellt die 1400er Klasse da. Hier wird das neu formierte Team Armin Ebenhöh und Tobias Mayer zum einen den VW Minichberger Scircco 16V an den Start bringen. Des Weiteren wird sich dieses Team auch den VW Polo 1 16V teilen und somit gleich mit zwei Boliden versuchen, jagt auf den Gesamtsieg zu machen. „Mister Bergcup“ Franz Weißdorn mit seinem mehr als bewährten VW Polo 1 16V ist motiviert, um im Kampf um die Klassensiege einzuschreiten. Weitere Spannung verspricht das Team Dominik Schlott und Jürgen Schneider, die als Team mit dem VW Schneider Polo 16V mittlerweile eine Bank sind. Ein eingespieltes Team im Wechsel der Piloten- und Mechanikerrollen bilden Ronnie Bucher und Thomas Pröschel, im schwarzen VW Schneider Corrado 16V. Aus dem Osnabrücker Land ist Markus Hülsmann auf VW Golf 1 16V ebenfalls nicht außer Acht zulassen sowie Harald Leikeim, der nach vielen Jahren Pause auf sein Comeback im VW Polo 6N Corona bedingt ein Jahr warten musste. Weiter wird auch Jörg Davidovic nun in dieser Klasse mit dem NSU TT 16V in diese Klasse aufsteigen. Bei den 8V-Boliden will es der Eichenbühler Nils Abb im neuaufgebauten VW Schneider Polo II weiter wissen. Kontrahenten sind in diesem Fall Frank Duscher und dessen VW Polo 1, aber auch Frank Lohmann vom MSC Osnabrück mit seinem VW Polo 86C. Als neues Team wird das Tochter-Vater Duo Sophia und Stefan Faulhaber auftreten und einen, ebenfalls in der Abb´schen Werkstatt entstandenen VW Polo 1 an die Startlinie stellen. Zwei weitere Wieder- und Neueinsteiger sind hier Philipp Plein vom EMSC Bitburg im VW Polo GT sowie der Oberösterreicher Daniel Schuster mit dem VW Polo 86C.

Im angeschlossenen NSU Bergpokal wird 2021 Jörg Davidovic nach einigen Jahren nicht mehr im Team an den Start gehen. Mit dem NSU Hofmann TT wird er aber trotzdem zum absoluten Favoritenkreis zuzählen sein. Uwe Schindler mit dem NSU KWR TT und auch Jörg Höber im NSU 67 TT werden hier alles daran setzen, um ganz vorne mitzumischen. Erstmals mit einem Teampartner wird Thomas Krystofiak im NSU 1200C KWR die Sonderwertung im KW Berg-Cup in Angriff nehmen. Christian Hindmarsh wird hier der zweite Fahrer des roten Klassikers sein.

Etwas Unterrepräsentiert sind diesmal die einzelnen Klassen der Gruppen F. In der großen Hubraumklasse plant der Badener Hans-Joachim Brett mit dem Mitsubishi Lancer Evo 10 einige Einsätze. Überraschen in die Liste findet sich der Vize-Europabergmeister von 2010 Achim Kreim im bekannten Mitsubishi. Pascal Ehrmann im Peugeot 207 RC trifft demnach auf zwei harten Brocken. Im Vergleich zu den Vorjahren fehlen in der Klasse bis 2000 ccm doch einige Stammfahrer. Lediglich zwei Piloten haben sich eingeschrieben. Dennoch sind mit Markus Goldbach im Renault Wiebe Megane Coupe und dem Homburger Kai Neu, diesmal im Ford Escort RS2000, die beiden Top-Protagonisten der letzten Jahre eingeschrieben. Last but not least, darf man bei den 1,6l Wagen mit Spannung auf den Wiedereinstieg von Robert Maslonka und seinen neuaufgebauten VW Polo 86C G60 (Foto unten) warten.

Von Peter Schabernack und Thomas Bubel

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.