Faltenbacher Fiat Abarth 1000 TCR – Die Legende lebt …

Bereits ein Jahr nach der Gründung des MSC Wiesau hatte man mit Erich Faltenbacher einen sehr erfolgreichen Motorsportler. Mit seinem Fiat Abarth 1000 TCR gewann er 1973 die Nordbayerische ADAC Bergmeisterschaft. Mit diesem Titel legte er den Grundstein für eine lange Liste sportlicher Erfolge seit Gründung des ADAC Ortsclubs Wiesau. Das Bild von der Zweiradeinlage beim Bergrennen in Happurg 1972 ging um die ganze Welt. Das Nachrichtenmagazin „Der Stern“ brachte damals in seiner Märzausgabe 1973 eine Kolumne über den Motorsport heraus unter dem Motto „Manchmal fahren Sie auch auf den Boden“. In dieser Kolumne ging es um akrobatische Aktionen von Autos bei Rennen. 1975 verkaufte Erich Faltenbacher den Fiat Abarth nachdem er beruflich weniger Zeit für sein Hobby hatte. Das Auto wechselte im Laufe der nächsten Jahre mehrmals die Besitzer. Nach einem Unfall bei einem Rundstreckenrennen in den 80iger Jahren verschwand der 1000 TCR in einer Garage. Die meisten dieser legendären Tourenwagen die Anfang der 70iger die Szene dominierten sind entweder verschrottet oder verrostet. Originale Fiat Abarth 1000 TCR gibt es nicht mehr viele, die meisten sind Nachbauten. Auf der ganzen Welt vor allem in Italien existieren noch einige Exemplare.

Sie werden meistens von den Besitzern bei Historischen Motorsportveranstaltungen eingesetzt. Wie der Zufall es wollte fand der neue  Besitzer das Auto dann vor ca. 10 Jahren durch ein Kundengespräch. Der damalige Besitzer aus Ulm wollte ihn wieder aufbauen aber nicht verkaufen. Nach langen zähen Verhandlungen gelang es ihm jetzt den Fiat in seinen Besitz zu bringen. Nun wird der Fiat Abarth wieder restauriert und neu aufgebaut. Die Substanz der Karosserie ist noch in einem guten Zustand. Der neue Besitzer Michael Feyl aus Treuchtlingen will das Auto nun wieder so Instand setzen wie ihn Erich Faltenbacher gehabt und gefahren hat. Aus diesem Anlass ist er an den MSC Wiesau herangetreten wegen Bildmaterial und Ergebnislisten. Leider ist Erich Faltenbacher vor 10 Jahren verstorben, sodass er nicht mehr miterlebt wie der restaurierte  Fiat Abarth 1000 TCR wieder das Licht der Welt erblickt. Alte MSC Mitglieder, sein damaliger Mechaniker und die Familie Faltenbacher werden nun dem neuen Besitzer die nötigen Infos  für die Restauration zukommen lassen.

Besonders stolz ist man beim MSC Wiesau natürlich das das Fahrzeug nach fast 50 Jahren noch existiert. Denn das Auto ist ein Stück Vereinsgeschichte. Nach Erich Faltenbacher fanden sich eine Reihe von erfolgreichen Aktiven im Bergrennsport. Werner Härtl und Jörg Twardokus sorgten in den späten 70igern für regionale Erfolge bei Bergrennen. Manfred Opel pilotierte Anfang der 80gier einen Gruppe 1 Ford Fiesta. Mit dem Gruppe-H Fiat Ritmo konnte Detlef Bayer zahlreiche Klassensiege einfahren. Mit Peter Gehret im Gruppe G Opel Kadett sorgte ein weiterer Fahrer für einen Nordbayerischen Titel im Bergrennsport. Der Erfolgreichste dürfte wohl Josef Wölfl sein. Er gewann 1990 und 1991 mit einem Formel Ford 2000 ebenfalls den Titel eines Nordbayerischen Meisters. Nach der Jahrtausendwende sorgten Robert Bauer und Helmut Götzl sowie Stefan Müller im KW Gruppe H Berg Cup für Topplatzierungen mit ihren VW Polos in den Klassen 1150 ccm und 1300 ccm.

Nicht nur Motorsportler waren dem Bergrennsport verbunden. Mit dem leider zu früh verstorbenen Roland Höfer, hatte man einen recht beliebten Pressefachmann. Seine Bilder und Berichte fanden in der Motorsportpresse und bei den Aktiven guten Anklang. Bis 1979 gab es den Bergpreis der Oberpfalz auch bekannt als Friedenfelser Bergrennen. Dieser fand auf einem Teilstück der Staatsstraße von Friedenfels nach Poppenreuth statt. Leider machten Umweltauflagen eine Weiterführung unmöglich. 2012 gelang es vor allem durch den Einsatz des Vorsitzenden des AC Friedenfels, Stefan Schmalzreich, die tradionelle Veranstaltung als Historische Berg-Gleichmäßigkeitsprüfung wieder zum Leben zu erwecken. Mit dem Historischen Bergpreis Friedenfels gelang dem AC Friedenfels und dem MSC Wiesau 2015 und 2018 eine Weiterführung.

Als Anfang 2021 dann  eine Anfrage wegen Bilder und Ergebnislisten zu den Fiat Abarth von Erich Faltenbacher kam war die Freude natürlich groß beim MSC Wiesau. Der 2.Vorsitende des MC Wiesau Karl-Heinz Dietrich stellte dann den Kontakt zwischen dem neuen Besitzer und der Familie von Erich Faltenbacher her. „Zurzeit wird der Fiat Abarth restauriert. Wir alle hoffen natürlich das wir dann 2022 den Fiat Abarth 1000 TCR  zu unseren 50 jährigen Bestehen wieder der Öffentlichkeit und bei Veranstaltungen präsentieren können“, so Karl-Heinz Dietrich. Denn der Bergrennsport hat eine lange Tradition bei MSC Wiesau.

Text: MSC Wiesau

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.