Boxengeflüster 06/2020: Wussten Sie schon dass…?

DASS sich der harte Kern der Mitglieder des Homburger Automobilclubs am letzten Samstagabend, dem abgesagten Termin des 47. Homburger ADAC Bergrennen, zu einem „Wiedersehens-Grillabend“ nach langer Coronazeit getroffen haben. Am Materiallager des Bergrennens schwelgten knapp 30 HAC´ler und Formel-Pilot Gerd Kauff als „Specialguest“, in lange vermissten Bezingesprächen. Kauff reiste spontan aus Alzey an. Selbst als „Wurstleiter“ titulierte sich Jürgen Guckert, der hinter dem Grill stand und für heiße „Rennwürstchen“ und „Fleischküchelchen“ sorgte. In der abgesagten Saison hätte Guckert bei seinem Heimrennen auf der Käshofer Straße und erneut in Mickhausen als Rennleiter sowie in Osnabrück als Vize-RL fungieren sollen.

DASS am 21. Juni endlich das erste Bergrennen in Europa nach dem Corona-Lockdown in Kroatien stattfand. „Wir freuen uns sehr, das erste Saisonrennen in Angriff nehmen zu können. Das zu tun, was wir lieben.“ Sprach Christian Merli und beendete prompt das 14. Nagrada Grada Skradina in Kroatien mit dem Gesamtsieg. Die Coronakrise mit der Absage der FIA-Europameisterschaft hatte die Saisonplanung von Europameister und Osnabrück-Streckenrekordhalter Christian Merli über den Haufen geworfen. So nutzte der italienische Top-Fahrer gern die Gelegenheit, Mitte Juni in Kroatien zu starten. Über den Winter hatte er an seinem imposanten Osella FA 30 Aerodynamik und Motor weiter verbessert und die Farben aufgefrischt. Ein Schaden beim letzten Test auf der Rundstrecke zwang ihn, das fix und fertig vorbereitete Auto kurz vor der Abreise nach Kroatien noch einmal komplett auseinanderzunehmen. Nun aber dürfte ihm der Siegerpokal Auftrieb für den Rest der Saison geben. In Italien hofft man derzeit noch auf eine abgespeckte Meisterschaft mit 4 oder 5 Rennen, auf die sich Merlis ganze Aufmerksamkeit richten dürfte. Einmal mehr will er seinem ewigen Konkurrenten Simone Faggioli (Norma M20 FC) Paroli bieten, der in Kroatien Zweiter wurde.

DASS KW Berg-Cup „Chef“ Uli Kohl und seine Frau Brigitte anfangs Dezember erstmals Großeltern werden. Tochter Christina Fürst, die in den vergangen vier Jahren als Rallye Co-Pilotin im rot-weißen BROSE Skoda Fabia R5 auch zu Deutschen Rallyemeister-Ehren kam, wird eine Babypause einlegen. Bisher gab es für Uli und Brigitte nur den „Enkelhund“ Mayla, eine schokobraune Labradorhündin, die Christina gehört. Zwischenzeitlich wird Ursula Mayrhofer den „heißen Sitz“ neben Dominik Dinkel übernehmen. Christina bleibt natürlich auch in ihrer Babypause Mitglied des Brose Rallye Teams.

DASS In diesem schwierigen Jahr, in dem auch die unzähligen Fans des Automobilsports aufgrund der Corona-Pandemie keine Gelegenheit zum Besuch der spektakulären Rennen in allen Sparten, wie der Rundstrecke, Rallye oder Bergrennen „vor Ort“, bedingt durch die notwendigen Komplettabsagen in Deutschland, haben, hat sich eine noch junge, aber ebenso spannende Sportart etabliert und ist in den Fokus, auch der nationalen und internationalen Medien gerückt. SIM-Racing wurde bereits im Herbst 2018 vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) als offizielle Sportdisziplin anerkannt und seitdem wurden für das Fahren an Simulatoren die unterschiedlichsten Reglements   und Meisterschaftsformate entwickelt. So wurde bereits im vergangenen Herbst vom DMSB ein Rundstreckenreglement entwickelt und Mitglieder einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe gestalten im eSport Bereich die nationalen Strukturen im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit. Auf der Ebene des Automobilport-Weltverbandes FIA hat sich unter starker Beteiligung der Medien die SIM Racing eSports League gebildet.

DASS auch der MSC Osnabrück als Veranstalter des Int. Osnabrücker Bergrennens hierfür eine Arbeitsgruppe gründete und für das Trainingsprogramm der Vereinsmitglieder und dem Einsatz bei diversen virtuellen Meisterschaften zwei Racing Simulator Cockpits mit dem notwendigen Zubehör beschaffte. Natürlich ist auch die Teilnahme an der internationalen GTR4U-SIM Racing-Berg-Meisterschaft vorgesehen; für die Norddeutschen sicherlich mit dem Höhepunkt des Laufes des virtuellen Osnabrücker Bergrennens, das für den 26. Oktober 2020 terminiert ist. Geplant ist auch die Teilnahme an der neuen Rundstreckenmeisterschaft des ADAC Weser Ems e.V., die im kommenden Winterhalbjahr durchgeführt werden soll.

DASS „Bergrennen in Deutschland“, die Webseite für alle am Berg, dieses Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert. Seit dem Frühjahr 2005 ist berg-meisterschaft.de nahezu durchgehend online, kurz unterbrochen von vier Re-Designs. Inzwischen wurden vom Seitenbetreiber Thomas Bubel über 13.000 News, Berichte, Fotos und Dokumente zum Thema Bergrennen national und international über die Webseite hochgeladen und online verbreitet. Pro Jahr werden zwischen 8 und 10.000 km in Sachen Bergrennsport zurückgelegt, das sind hochgerechnet auf die Jahre rund 130.000 km die für „BiD“ in ganz Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien und Slowenien zurückgelegt wurden. Leider wird diese Bilanz in der aktuellen Coronazeit nicht wesentlich erhöht werden können. Die Hoffnungen ruhen auf 2021!

Über Thomas Bubel 526 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.