Homburger AC feierte turbulentes und erfolgreiches Jahr

Für den Homburger Automobilclub war das abgelaufene Jahr 2019 erneut eine Zeit des Umbruchs. Nach dem überraschenden Rücktritt des 1. Vorsitzenden Christoph Baldes, der die letzten 15 Jahre beim Homburger ADAC Ortsclub an der Spitze stand und auch die Schatzmeisterin Carina Hemmer aus familiären Gründen ihr Amt nach fünf Jahren aufgab, war eine außerordentliche Mitgliederversammlung samt Neuwahlen im letzten Herbst nötig geworden. Der teilweise neu zusammengesetzte Vorstand ging sogleich neue Wege und organisierte am vergangenen Samstagabend statt einer Jahresabschlussfeier in der stressigen Vorweihnachtszeit erstmals einen Neujahrsempfang, samt den üblichen Ehrungen und der traditionellen Kürung der Clubmeister im Motorsport.

Anfang November letzten Jahres wurde in einer kurzfristig anberaumten Versammlung, der bisherige zweite Vorsitzende Andreas Herl in das oberste Vorstandsamt des seit 1968 bestehenden Automobilclubs gewählt. Der 54jährige Schornsteinfegermeister und Unternehmer aus Pirmasens, war lange Zeit selbst aktiver Renn- und Rallyefahrer und steht auch für das Bergrennen auf der Käshofer Straße ohne Wenn und Aber ein, das in diesem Jahr vom 10.-12. Juli zum 47. Mal in Folge stattfinden wird. Mit dem neuen zweiten Vorsitzenden Andreas Schumacher aus Käshofen, wo das Bergrennen bekanntlich seinen Zielpunkt hat, wurde wie in früheren Zeiten wieder ein engeres Netz mit der 700 Seelen-Gemeinde auf der Sickinger Höhe geknüpft. Der Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Käshofen, ist somit in der über 50jährigen Geschichte des saarpfälzischen Clubs das erste Käshofer Vorstandsmitglied. Nachdem auch die Neubesetzung des Schatzmeisterpostens, mit dem wie Herl aus Pirmasens kommenden Steuerberater Karl Eichenlaub vollzogen war, war die „Kuh vom Eis“ und der HAC wieder voll handlungsfähig. Gerade in der Zeit der Jahreswende stehen alljährlich Weichenstellungen für die kommende Motorsportsaison an. Verträge mit den beim Bergrennen startenden Rennserien und Meisterschaften, die Anmeldung des 47. Homburger ADAC Bergrennens beim Deutschen Motorsport Bund sowie die ersten Genehmigungen bei Behörden im Saarland und der Pfalz standen bereits an und auch Poolbeiträge und Genehmigungsgebühren sind zu diesem frühen Zeitpunkt im neuen Jahr bereits fällig. Hier war die neu zusammengesetzte Vorstandschaft bereits gefordert. Dazu kommen aktuell Gespräche mit Sponsoren und Werbepartnern.

Mit dem Dorfgemeinschaftshaus von Käshofen hat man zwischenzeitlich einen neuen Treffpunkt für größere Clubabende, Besprechungen vor dem Bergrennen, das Helferfest nach dem Bergrennen und diverser Vorstandssitzungen gefunden. Kleinere Clubabende, wo es nur um gesellige „Benzingespräche“ geht, finden auch weiterhin bei Franca Grupico in der Pizzeria La Fattoria in Homburg-Sanddorf statt. Zum zweiten Mal hatte am vergangen Samstagabend das DGH Käshofen für den alljährlichen, gesellschaftlichen Höhepunkt im Clubleben der HAC-Mitglieder und einiger Helfer beim Bergrennen, seine Pforten geöffnet. Um den gedrängten Terminen im Dezember zu entgehen, entschloss man sich erstmalig zu einer Feier im Januar. Mit der Ehrung der Meister und Platzierten in der Clubmeisterschaft fand die erfolgreiche Motorsportsaison 2019 einen feierlichen Abschluss. Insgesamt 20 Aktive gingen im Vorjahr unter der grün-weißen Flagge des Homburger AC bei Bergrennen, Berg-Slalom, Rundstrecken, Kart, Rallye und Slalomveranstaltungen an den Start. Allein beim heimischen Bergrennen in Juli gingen 18 lizensierte Clubmitglieder ins Rennen, so viele wie bei keinem anderen Veranstalterverein in der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft.

Regionale, Nationale und internationale Erfolge konnte Sport- und Rennleiter Jürgen Guckert aus Kirkel wieder einmal vermelden. „Ein kleiner Wermutstropfen ist natürlich der Rücktritt unseres Weltmeisters und Le Mans-Siegers Timo Bernhard“, bedauert HAC-Pressesprecher Thomas Bubel, der durch den Abend moderierte. Bernhard hatte Anfang Dezember seine Profikarriere beendet, bleibt seinem Arbeitgeber Porsche jedoch als Markenbotschafter erhalten. Aber wie man den 38jährigen Miesauer kennt, kann er auch zukünftig nicht von Gaspedal und Lenkrad lassen, denn Motorsport war und ist nicht nur Beruf sondern auch sein größtes Hobby. Seine Teilnahme am diesjährigen Homburger Bergrennen hat er bereits angekündigt und auch die ein oder andere Rallye soll dem Rennsportler aus Leidenschaft Spaß bringen. Zum Abschluss fuhr der Eigner des Team 75 Motorsport noch einmal einen zweiten Platz bei 6-Stundenrennen in Watkins Glen (USA) ein. Dazu kommt ein Laufsieg auf Porsche GT3-R im hart umkämpften ADAC GT Masters und am Jahresende Rang 9 in dieser Liga der Supersportwagen.

In der den Amateuren vorbehaltenen Clubmeisterschaft 2019 dominierte der Homburger Kai Neu mit seinem Ford Focus ST 170. Der KfZ-Servicetechniker im elterlichen Autohaus holte sich mit 88,36 Punkten zum zweiten Mal nach 2017 den Titel. Die stattliche Punktausbeute sammelte der Familienvater im Bergrennsport. In der Deutschen Berg-Meisterschaft belegte Neu mit Rang 5 in der Gesamtwertung erneut einen Spitzenplatz. Von der Wertigkeit vergleichbar ist der Gesamtsieg im KW Berg-Cup National, dazu gesellten sich 7 Klassensiege in der Gruppe F bis 2000 ccm Hubraum. Für den Vorjahresmeister Marco Blatt (Ottweiler) reichte es diesmal zur Vize-Meisterschaft. Mit seinem Peugeot 106 gelang dem jungen Ingenieur der zweite Platz in der Deutschen Amateur-Bergmeisterschaft des NAVC, knapp vor seinem Vater, Teamchef und Markenkollegen Heimo Blatt, der HAC-intern sowie in der NAVC-Jahresmeisterschaft auf Rang drei fuhr. In der West-Deutschen Slalommeisterschaft landete das Duo am Ende auf den Plätzen zwei und drei. Das HAC-Podium verpasste Martin Kraus (Blieskastel) mit Rang vier. Die Jahresbilanz des Lageristen weist Rang 5 im KW Berg-Cup National aus. Dahinter folgt der Otterberger Christoph Schwarz, der übrigens das Homburger Bergrennen bereits in seiner Jugend kennenlernte, indem er seinen Vater der lange Jahre als Lokalreporter arbeitete, begleitete. Schwarz Junior war damals schon von den historischen NSU TT-Rennern begeistert. Mit seinem selbst aufgebauten NSU TT, mit Baujahr 1968, nahm er wie in den Vorjahren am klassischen NSU Bergpokal teil und schaffte in der Jahreswertung Rang fünf. Clubintern folgte danach der Westricher Boris Schmidt im Citoren AX GTi, der seinerseits Rang 11 in der Berg DM schaffte. Die weiteren Platzierten ab der Position 7 heißen, Ulrich Zeitz (Kelkheim / Citroen C2 GT), Jonas Steinbrenner (Mandelbachtal / BMW 323i), Fredi Marquitz (St. Ingbert / BMW 318is), Jochen Stoll (Gundersweiler / Porsche GT3 Cup), Christian Bächle (Homburg / Peugeot 206 RC) der übrigens die HAC-Rallye-Wertung gewann und Volker Stoll aus Gundersweiler, ebenfalls auf einem Peugeot 206 RC.

Im Rahmen der Mitgliederehrungen wurde die ausgeschiedene Kassiererin Carina Hemmer, die nach der kürzlichen Hochzeit nun Ressmann heißt, für ihre 10jährige Mitgliedschaft mit der Vereinsnadel in Bronze bedacht. Gold gab es für den Münchwieser Motorenbauer und Tuner Hermann Müller, der seit 30 Jahren dem Verein angehört. Der einzig wirkliche echte Nachwuchsfahrer im Homburger AC, der 13jährige Max Reis aus Ramstein, kletterte auch im Jahr 2019 wieder eine Sprosse nach oben. In der Rotax Mini-Klasse des Kart-Sports heimste der Schüler 18 Rennsiege ein und belegte am Saisonende 4. Rang in der Rotax-Mini-Germany. In der noch verbleibenden Winterzeit heißet es nun für die Aktiven des HAC ihre Rennfahrzeuge in den Garagen und Hallen zu Warten und zu verbessern, um eventuell noch das ein oder andere PS zu finden.

Über Thomas Bubel 427 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.