Veranstalter auf den Barrikaden – KW Berg-Cup Kalender 2020 weiter vorläufig

Mit der Veröffentlichung des noch vorläufigen Terminkalenders des KW Berg Cup 2020, kommt ans Tageslicht, was schon lange im Untergrund brodelte. Einige Rennveranstalter, meist aus der Deutschen Szene, aber auch ein Österreichischer Veranstalterverein, sind mit den Konditionen des Berg-Cup e.V. zur Vergabe eines Cup-Laufs nicht mehr einverstanden. Lange Zeit spielte man schon mit dem Gedanken die Verträge des Berg-Cup e.V. zu den gegebenen Konditionen nicht mehr zu unterzeichnen. Noch im alten Jahr brachte der MC Heilbad Heiligenstadt den Stein ins Rollen und unterbreitete dem Berg-Cup e.V. ein Gegenangebot. Parallel dazu reagierten drei weitere Orga Teams ähnlich und verweigerten vorerst die Unterschriften unter den Verträgen mit dem Berg-Cup e.V.

„So kann es nicht mehr weitergehen“, sagte Christoph Schackmann vom Bitburger Eifel-Motorsportclub, „die Relationen stimmen nicht mehr“. Thomas Bubel vom saarländischen Homburger AC gibt zu bedenken, „dass alle Veranstalter ihre Rennen ehrenamtlich in ihrer Freizeit auf die Beine stellen und es immer schwieriger wird Sponsoren und vor allem Helfer zu akquirieren. Vor allem freiwilligen Helfer zu gewinnen wird mehr und mehr zum Problem, was somit auch zum finanziellen Negativpunkt wird. Denn fehlen die Helfer, muss beispielsweise Personal (Security) teuer eingekauft werden, um behördliche Auflagen sicher zu erfüllen“. Kevin Ferner vom Iberg bringt es auf den Punkt. „Es möchte niemand dem KW Berg-Cup schaden oder ihn kaputt machen, ganz im Gegenteil. Nur die Konditionen für die Veranstalter, die die unternehmerischen Risiken ganz allein tragen, müssen stimmen“.

Stein des Anstoßes ist der an den KW Berg-Cup zu entrichtende Poolbeitrag, der in seiner Höhe vielen Rennveranstaltern mittlerweile schmerzlich in der Vereinskasse und dem Budget der Veranstaltung zu Buche schlägt. Ein weiterer Kritikpunkt war und ist das Berg-Cup Magazin, welches von den Veranstaltern über den Multimediabeitrag mitfinanziert wird. Nach Meinung vieler Organisatoren sollte das Magazin, das es seit 1998 in nahezu unveränderter Form gibt, zeitgemäßer in elektronischer und somit kostengünstigerer Form herausgeben oder die Papierausgabe einem völligen Neudesign unterwerfen werden.

Im Dezember nahmen die Vertreter der Clubs MC Heilbad Heiligenstadt (Ibergrennen), RSG Altensteiner-Oberland (Glasbachrennen), EMSC Bitburg (Wolsfelder Bergrennen) und des Homburger Automobilclubs (Homburger Bergrennen) eigenständige, mitunter langwierige Verhandlungen mit dem Berg-Cup e.V. auf. Nach zähen Ringen und Zugeständnissen des Rennserienbetreibers haben der EMSB Bitburg und der Homburger AC zwischenzeitlich ihre Unterschriften unter das Vertragswerk gesetzt und haben die Konditionen zumindest für die Saison 2020 akzeptiert. Die beiden Thüringischen Rennen am Iberg und Glasbach konnten sich aktuell noch nicht dazu durchringen. „Wir haben dem Berg-Cup unserer Angebot unterbreitet“, so Kevin Ferner und Sascha Herz vom Iberg. „Falls unser Angebot letztendlich nicht akzeptiert wird und wir keinen Cup-Lauf haben werden, planen wir die finanziellen Einsparungen zu Teilen an die Aktiven weiterzureichen in Form von vergünstigtem Nenngeld, dann haben alle Beteiligten was davon“. Und Ferner weiter, „nach der Veröffentlichung des vorläufigen Berg-Cup Kalenders 2020, haben mich sehr viele Nachrichten und Anrufe erreicht. Unter welchem finanziellen Druck die Rennveranstalter stehen, wissen viele Aktive und Fans nicht. Der MC Heilbad Heiligenstadt geht davon aus, dass die Anzahl der Nennungen nicht signifikant zurückgehen wird“.

Demnächst sollen noch einmal weitere Gespräche auch von Seiten der RSG Altensteiner-Oberland mit dem Berg-Cup Vorsitzenden Uli Kohl geführt werden. Weitere, ebenfalls hadernde Veranstalter hatten zuvor bereits ihre Unterschrift unter die Verträge gesetzt und waren von Entwicklungen danach überrascht. Zustimmung und Solidarität mit den vier oben genannten Veranstalterkollegen wurden nun auch hier laut. Man ist natürlich der Meinung, dass die ausgehandelten neuen Konditionen für alle Veranstalter eines KW Berg-Cup Laufes gelten sollten und eine Gleichbehandlung unabdingbar ist.

Der Terminkalender der 33. KW Berg-Cup Saison ist unter diesen Umständen als vorläufig anzusehen. Bis Mitte Januar kann es laut Berg-Cup e.V. noch die eine oder andere Ergänzung geben. Die bisher fest stehenden Termine sind:

25./26. April 2020 – 17. ADAC Bergpreis Schottenring (D)
02./03. Mai 2020 – European Hill Race Eschdorf (L)
31./01. Mai / Juni 2020 – 58. Wolsfelder ADAC / EMSC Bergrennen (D)
20./21. Juni 2020 – 9. Bergrennen Hemberg (CH)
11./12. Juli 2020 – 47. Homburger ADAC Bergrennen (D)
25./26. Juli 2020 – 51. ADAC Hauenstein-Bergrennen (D)
01./02. August 2020 – 53. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen (D)
29./30. August 2020 – ASC Bergrennen Oberhallau (CH)
12./13. September 2020 – 53. Int. Bergrennen Eichenbühl (D)
26./27. September 2020 – Autobergrennen Esthofen-St. Agatha (A)
03./04. Oktober 2020 – Int. 39. ADAC Bergrennen Mickhausen (D)

07. November 2020 – Berg-Cup Siegerehrung in Bad Mergentheim (D)

Stand heute, bedeutet dies elf Rennen für die Internationale Serie (IS) KW Berg-Cup. Bleibt das so, gehen die punktbesten acht Resultate je Fahrer oder Team in die Jahresendwertung ein. Der KW Berg-Cup National und der NSU-Bergpokal sind bei allen deutschen  Veranstaltungen mit von der Partie. Die Nationale Serie bestreitet ihr Auslandsrennen in St. Agatha (Österreich), der NSU-Bergpokal beim European Hill Race im luxemburgischen Eschdorf. Das ergibt für die beiden Nationalen Varianten zurzeit acht mögliche Gipfelsprints, von denen die punktbesten sieben Ergebnisse zum Endstand addiert werden. Es bleibt also spannend um den KW Berg-Cup, gleich ob auf der Rennpiste oder am grünen Tisch.

Über Thomas Bubel 454 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.