Vojacek verteidigt EM-Krone – Benes Tagessieger in Kroatien

Das Finale zur Berg Europameisterschaft im kroatischen Buzet produzierte einen äußerst spannenden Kampf um den Gesamtsieg. Da die beiden italienischen EM-Dominatoren Simone Faggioli und Christian Merli auf die Reise nach Kroatien verzichteten und zeitgleich am italienischen Monte Erice antraten (mit Sieg und Rekord für Faggioli), waren gleich mehrere Sieganwärter nach den Trainingsläufen auszumachen, welche aber mit dem zum Teil doch rutschigen Asphalt haderten. Dieser und die doch fast noch sommerlichen Temperaturen um die 28°C sorgten dann leider am Renntag auch für zahlreiche Unfälle und Unterbrechungen, welche aber für die Piloten zum Glück alle gut ausgingen. Ex-Europameister Danny Zardo (I) in seinem Norma M20 FC erwischte es hart, mit einem heftigen Einschlag in eine Mauer.

Mit einer eindrucksvollen Performance konnte sich den Gesamtsieg der Tscheche Milos Benes sichern. Am Steuer des Osella FA30 Judd konnte er im entscheidenden 2. Rennlauf nochmals nachlegen. Dabei konnte er den kleinen Rückstand vom 1. Rennlauf am Ende des Tages in einen knappen 0,35sec. Vorsprung verwandeln. Damit konnte er beim Berg-EM Finale einen großartigen Erfolg realisieren und dabei das Bergrennen Buzet erstmals für sich entscheiden. Auf dem zweiten Gesamtrang folgte der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik mit seinem Norma M20FC Mugen, der sich nach einigen Jahren wieder dieser Herausforderung in Kroatien stellte. Damit stand für ihn am Ende auch der Sieg in der E2-SC Klasse zu Buche. Übrigens wurde sein Motor, nach dem Eklat von Osnabrück, bei diesem Rennen von der FIA genauer unter die Lupe genommen und mittels eines neuen Gerätes der Hubraum überprüft: Ergebnis 2996ccm! Was bedeutet dass es aktuell nichts zu beanstanden gibt. Diese neue Methode wurde dann auch noch gleich beim Gesamtsieger und dessen Judd Motor angewandt, und auch hier gab es keine Beanstandung. Dabei dauerte diese Überprüfung in beiden Fällen um die 30 Minuten.

Das Gesamtpodium in Buzet komplettierte der Vorarlberger Christoph Lampert mit seinem Osella FA30 Zytek (Foto Mitte), der damit seinen dritten Rang in der EM-Abschlusstabelle zementierte, dass in seiner ersten kompletten EM-Saison. Zwar haderte er ebenfalls mit dem Asphalt und den rutschigen Bedingungen, jedoch konnte er trotzdem großartige Zeiten realisieren. Dabei blieb zum Glück ein Dreher im 2. Trainingslauf im oberen Bereich der Strecke ohne Folgen. Rang Vier ging im Gesamtklassement nach Italien an Stefano di Fulvio (Osella PA30 Zytek), der sich jedoch am Ende des Wochenendes nicht gerade erfreut über dieses Ergebnis zeigte. Vor allem mit seinen gefahrenen Zeiten war der bekannt spektakulär agierende Pilot überhaupt nicht zufrieden. Trotzdem konnte er mit Platz Zwei in der Gruppe E2-SC glänzen. Die Top 5 im Gesamtklassement komplettierte der Franzose Sebastien Petit mit seinem Norma M20FC Mugen, der ein klein wenig enttäuschte. Nach einem spannenden 2. Rennlauf konnte er noch den dritten Rang in der E2-SC Klasse realisieren und damit dennoch ein spitzen Ergebnis beim Berg-EM Finale fixieren. Rang Sechs im Gesamtklassement ging an den Italiener Fausto Bormolini im legendären Reynard K02 F3000. Mit grandiosen Zeiten fehlten ihm am Ende auf den Franzosen gerade einmal 0,5sec., wobei in der Gruppe D, E2-SS für ihn noch der letzte Platz am Podium mit dem dritten Rang zu Buche stand. Auf dem siebenten Gesamtplatz folgte der junge Tscheche Petr Trnka mit seinem Ligier JS53 Evo 2 LRM. Damit konnte er sich erneut als schnellster 2l Pilot feiern lassen. Die Top 8 im Gesamtklassement komplettierte der Ungar mit Kroatischer-Lizenz Laszlo Szasz mit seinem Reynard Zytek F3000. Dabei konnte er den schnellsten 2l Piloten der Formel-Klassen, mit dem Briten Darren Warwick hinter sich halten, der jedoch erstmals in Buzet am Start war und dann auch noch mit Motorproblemen zu kämpfen hatte. Schlussendlich war er froh mit seinem spektakulären Dallara F399 überhaupt das Ziel zu erreichen.

Im Gesamtklassement komplettierte die Top 10 der Italiener Manuel Dondi, der sich in eindrucksvoller Art und Weise auch den Tourenwagengesamtsieg beim ersten Antreten in Buzet sichern konnte. Dabei konnte er sich mit seinem Fiat X 1/9 Alfa Romeo beeindruckend in Szene setzen und mit seiner spektakulären Fahrweise die Zuseher entlang der Strecke begeistern. Der Lohn war am Ende auch ein neuer Tourenwagenstreckenrekord, welchen er im 2. Rennlauf um unglaubliche 2sec. verbessern konnte. Bereits im 1. Rennheat war er bereits unter der alten Rekordmarke geblieben. Rang Zwei Gesamt ging an den Tschechen Dan Michl mit seinem Lotus Elise, der bisher die schnellste Zeit bei diesem Rennen hielt. Das Podium im TW-Gesamtklassement komplettierte der Kroate Domagoj Perekovic mit seinem brachialen Mitsubishi Lancer Evo 9. Der Lohn war am Ende des Wochenendes auch der Sieg in der Klasse E2-SH über 3l Hubraum. Rang Vier ging an den Ungar Norbert Nagy, der mit seinem BMW E90 M3 eine großartige Vorstellung ablieferte. Dabei war es für ihn der erste Auftritt in Buzet, womit seine gezeigte Leistung umso höher einzustufen ist. Die Top5 Gesamt bei den Tourenwagen komplettierte der Italiener Luca Gaetani, der ebenfalls das erste Mal im kroatischen Buzet mit von der Partie war und dabei mit seinem einmalig klingenden Ferrari 458 GT3 einen guten Eindruck machte.

In der Gruppe A der Produktionswagen stand die Titelentscheidung in der EM-Kategorie I an. Mit einer beeindruckenden Leistung in der 2-Liter Klasse konnte sich in der Slowene und ex-Europameister Ales Prek erneut den vollen Erfolg in dieser Gruppe sichern. Auf dem zweiten Platz folgte der Italiener Luca Zuurbier. Das Podium komplettierte der Kroate Sasa Radola, alle drei Honda Civic Type R. Dabei konnte Letztgenannter mit seinen Zeiten einen vollen Erfolg im Zuge der nationalen Meisterschaft einfahren. Rang vier reichte schlussendlich den alten und neuen Bergeuropameister (Kategorie I) Lukas Vojacek aus Tschechien (Foto oben), der mit seinem gelb-schwarzen Subaru Impreza WRX STI seine Pflichtübung ohne jegliche Probleme meisterte und dabei auch die Klasse über 3l Hubraum für sich entscheiden konnte. Damit konnte er sich auch 2019 den Berg-EM Titel sichern und somit seinen großartigen Erfolg vom Vorjahr wiederholen. Rang Sechs in dieser Gruppe ging übrigens an den ehemaligen kroatischen Berg Europameister Niko Pulic, der in seiner Comebacksaison am Steuer seines weiß-gelben Opel Adam R2 einen weiteren Sieg in der 1,6l Klasse für sich verbuchen konnte.

von Hillclimbfans und Thomas Bubel

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.