Noch mehr Rekorde zum Schweizer Saisonabschluss?

Auf die Pflicht folgt die Kür. Beim Saisonfinale der Schweizer Berg-Meisterschaft wollen Eric Berguerand und Andy Feigenwinter als neue Meister nochmals glänzen. Eric Berguerand hat am vergangenen Wochenende mit einem dritten Platz beim Bergrennen am Gurnigel seinen fünften Titel bei den Rennwagen nach 2013, 2014, 2015 und 2016 ins Trockene gefahren. Am kommenden Wochenende steht der 40-jährige Walliser als frischgebackener Meister nochmals im Einsatz: beim Saisonfinale der Schweizer Bergmeisterschaft, dem achten Lauf von Châtel-St-Denis nach Les Paccots im Kanton Freiburg.

Obwohl Berguerand, der in Les Paccots in 53,55 min den Streckenrekord hält, den Titel im Sack hat, ist er für das letzte Rennen 2019 voll motiviert. «Ich freue mich auf Les Paccots, bin gleichzeitig aber auch froh, dass die Saison am Wochenende zu Ende geht. Es war anstrengend, aber die Arbeit hat sich ausbezahlt. Und ich hoffe, dass mir beim letzten Rennen nochmals ein Top-Ergebnis gelingt.» Im Rennen um den Gesamtsieg kann Berguerand in Les Paccots eigentlich nur die Technik im Weg stehen. So wie zuletzt am Gurnigel, als es am Lola FA99 des Wallisers Probleme mit der Schaltung gab. Berguerands Dauerrivale Marcel Steiner wird in Les Paccots nämlich fehlen. «Ich werde wohl eine Pause gebrauchen», sagt der Vizemeister, der in dieser Saison meistens das Nachsehen gegen Bergeurand hatte, auch oder weil sein LobArt LA01 salopp gesagt übergewichtig ist. «Ich habe in Les Rangiers rund eine Sekunde pro Kilometer auf die beiden Spitzenreiter aus Italien verloren – allein aufgrund des Gewichts. Auch gegen Eric bin ich da im Nachteil. Aber nichtsdestotrotz gratuliere ich ihm zu seinem Titel. Er hat ihn verdient.»

Zu den Top-Anwärtern auf Platz 2 hinter Berguerand gehört somit Robin Faustini. Der junge Aargauer hat den dritten Gesamtrang am Gurnigel trotz des Tagessieges von Thomas Amweg sichergestellt. «Das war mein Ziel für dieses Jahr», so Faustini, der auch im Freiburgischen mit dem Reynard 97D seines Vaters Simon Hugentobler antritt. Dieser trifft in der Kategorie der Sportwagen E2 bis 3000 cm3 beim Finale auf keinen Geringeren als auf den Franzosen Cyrill Frantz, der im Vorjahr hinter Sieger Berguerand und Joël Volluz Gesamtdritter wurde und wie Hugentobler auf Osella fährt. Wie Berguerand bei den Rennwagen könnte es auch Andy Feigenwinter bei den Tourenwagen locker angehen. Der Baselbieter könnte zwar theoretisch noch eingeholt werden. Doch Roger Schnellmann, der Einzige, der dazu noch in der Lage wäre, verzichtet auf den Start auf der 2,58 km langen Strecke. Damit ist Feigenwinter die Tourenwagen-Krone nicht mehr zu nehmen. Doch genug hat der Fahrer des Lotus Exige deshalb noch lange nicht. «Ich will natürlich nochmals gewinnen und meinen eigenen Rekord schlagen», so Feigenwinter, der in dieser Saison bereits vier neue Rekorde aufgestellt hat. Nicht am Start ist auch der zweite Mitsubishi Evo VIII von Ronnie Bratschi. Der Urner ist nach seinem Überschlag am Gurnigel wohlauf und hat auch bereits angekündigt, dass er zurückkommen wird. Doch die Reparatur seines Autos wird Zeit in Anspruch nehmen. Inzwischen kennt Bratschi die Unfallursache. «Die Diagnose am Auto hat ergeben, dass schon vor dem Abflug hinten rechts ein Querlenker gebrochen ist», so Bratschi. «Die Analyse des Onboardvideos hat außerdem bestätigt, dass kein Aquaplaning am Unfall schuld war, dass meine Linie 100 % gepasst hat, und dass ich kein unnötiges Risiko eingegangen bin.»

Spannend wird es beim Finale in Les Paccots auch noch um den Titel im Bergpokal, der zwischen den Uetendorfern Philipp Krebs (Renault Clio) und Martin Bürki (VW Polo) ausgefochten wird. Insgesamt werden mehr als 150 Teilnehmer in Châtel-St-Denis am Start stehen. Los geht es am Samstag kurz nach Mittag mit den ersten Trainingsläufen. Auch am Sonntagmorgen stehen zuerst Probefahrten auf dem Programm, ehe es ab 10.40 Uhr ans Eingemachte geht. Den genauen Zeitplan sowie weitere Details zum Bergrennen Châtel-St-Denis – Les Paccots finden Sie im Internet unter www.ecuriedeslions.ch/paccots

von Christian Eichenberger / ASS

Über Thomas Bubel 391 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.