Bergrennen am Gurnigel – 50 Jahre in der Schweizer Meisterschaft

In einer Woche steht die 50. Auflage des traditionellen Schweizer Bergrennens am Gurnigel auf dem Programm. Wie gewohnt haben zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Fahrer aus der Region bereits viele Vorarbeiten an der der gut 3,7 km langen Strecke zwischen Dürrbach und Gurnigelbad geleistet. Zusätzliche mobile Sicherheitselemente werden in diesen Tagen von den Profis der Firma Sagérime herbeigeführt und an den neuralgischen Stellen platziert, damit Zuschauer und Piloten bei einem Zwischenfall optimal geschützt sind. Die Startliste umfasst in diesem Jahr über 250 Namen, was einmal mehr das Interesse der Aktiven aus der ganzen Schweiz an diesem publikumswirksamen Anlass vor den Toren Berns bestätigt. Jetzt benötigt der Veranstalter nur noch etwas Goodwill von Petrus, damit am 7. und 8. September möglichst viele Zuschauer die Naturtribünen entlang der Piste belegen und die hohen Ausgaben gedeckt werden können.

Als Ende der Sechzigerjahre angesichts des neuen Autoverlads am Lötschberg der bisherige Berner-Lauf von Mitholz nach Kandersteg ersetzt werden musste, erinnerten sich die damaligen Organisatoren an die Strecke im Gantrischgebiet, die erst kurz zuvor asphaltiert worden war. Nach zwei Probedurchgängen als Sektionsanlass (1968 und 1969) erfolgte 1970 die Ablösung des «Bühlstutzes» durch das 1. Nationale Bergrennen am Gurnigel. Da seither alljährlich ein Rennen ausgetragen worden ist, darf der VBG nun das 50-jährige Bestehen als Schweizer Meisterschaftslauf feiern.

Da sowohl das Publikum wie auch die Fahrer 2018 die Rückkehr zum traditionellen Format des Bergrennens eindeutig begrüßt haben, werden auch in diesem Jahr die Darbietungen der Automobilsportler ganz klar im Vordergrund stehen. Wie bereits kommuniziert wurde, feiert das Gurngigelrennen heuer den 50. Geburtstag von dessen Aufnahme in die Schweizer Meisterschaft. Seit 1970 hat hier ohne Unterbruch ein SM-Lauf stattgefunden, und dies wird mit einem kleinen, aber feinen Showblock gewürdigt. Bewusst beschränken sich die Verantwortlichen auf ein Dutzend Teilnehmer bzw. Fahrzeuge, die dieses Rennen in der Vergangenheit geprägt haben. Die prominenteste «Legende» ist Gurnigel-König Fredy Amweg (20 Tagessiege zwischen 1973 und 1998) auf seinem Eigenbau F2 von 1976, aber auch an Marcel Steiners Vater Heinz, der 20 Jahre nach seinem Rücktritt nochmals den Martini-CN-Boliden steuert, oder an Jürg Dürig und seinen spektakulären BMW 635 CSi dürften sich vor allem langjährige Besucher erinnern. Die komplette Liste mit Bildern der Fahrzeuge ist auf der Webseite www.gurnigelrennen.ch aufgeschaltet.

von Jürg Kaufmann (Text und Fotos)

Über Thomas Bubel 399 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.