Vidar Jødahl: Showtime im Rennmodus

Mit qualmenden Reifen durch die Kurven driftend machte der leuchtend blaue BMW E30 M3 schon beim Osnabrücker Bergrennen 2018 Furore. Das Publikum staunte: Hier suchte jemand nicht die klinische Ideallinie, um noch die letzte Hundertstelsekunde herauszuholen, sondern wollte ganz offensichtlich vor allem Spaß am Fahren haben und diesen Spaß auch dem Publikum vermitteln. Und es staunte nicht nur das Publikum am Uphöfener Berg. Das Video von Vidar Jødahls außergewöhnlicher Performance wurde im Internet bisher über 2 Millionen Mal aufgerufen – wohl öfter als jedes andere Video vom Osnabrücker Bergrennen bisher.

Von einem norwegischen Fahrerkollegen hatte Jødahl von dem norddeutschen Event erfahren. Tom Einar Aaserud nimmt seit Jahren die weite Reise von Nordnorwegen nach Osnabrück auf sich. Er genießt das Flair und den warmherzigen Empfang, und es stört ihn nicht, dass er mit seinem betagten Audi Coupé S2, Baujahr 1992 nicht an der Spitze mitfahren kann. So hat er bereits mehrere andere norwegische Fahrer neugierig gemacht und nach Osnabrück gelockt, darunter beispielsweise Stian Hermansen, der mit seinem wunderschönen und sehr schnellen Mitsubishi Lancer Evo VII ebenfalls schon wiederholt dabei war. Jetzt hat sich auch Vidar Jødahl, in der Nähe von Oslo zu Hause, von der Begeisterung seiner Landsleute anstecken lassen.

Vidar Jødahl wurde 1971 geboren und startete seine Motorsportkarriere in den 1990er Jahren mit Drag Racing. 1996 kaufte er seinen ersten BMW E30 und begann mit Rundstreckenrennen in der skandinavischen Gatebil-Serie. 2019 möchte er das Meilenrennen in Schweden gewinnen, und sein großes Zukunftsziel ist das legendäre Pikes-Peak-Bergrennen in Colorado (USA). Nach den Highlights seiner bisherigen Motorsportkarriere befragt, nennt er den Geschwindigkeits-Weltrekord auf Eis, den er und sein Team im Winter 2019 in Schweden aufstellten – und sein erstes Osnabrücker Bergrennen 2018. „Die Veranstalter und das Team, alle waren so hilfsbereit und nett zu uns!“

Gibt es in Norwegen auch Bergrennen? „Ja, aber sie sind anders als die Rennen in Mitteleuropa. Die Autos kommen üblicherweise aus dem Rallycross, und der Streckenbelag ist meistens Schotter. In Nordnorwegen findet ein Rennen auf einer langen Straßenstrecke statt, aber wegen ihrer Schikanen ist sie nicht so schnell wie die in Osnabrück.“ Darum ist Jødahl 2019 zurück an den Uphöfener Berg gekommen und hat gleich noch einige Kollegen von seinem Buldre Racingteam mitgebracht. Er selbst saß wieder am Steuer des BMW E30 M3. „Es macht solchen Spaß, mit diesem Auto zu spielen!“ Und das Publikum jubelte über die Neuauflage der Jødahl-Show.

von Ruth Scheithauer / MSC Osnabrück

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Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.