Erfolgreiches Heimrennen für Patrick Rahn dank Helfer mit Herz

Pünktlich zum Höhepunkt seiner ersten Saison in der Deutschen Automobil Bergmeisterschaft, dem Heimspiel beim Osnabrücker ADAC Bergrennen, durfte Patrick Rahn und sein Team die eingeschobene Familienzeit beenden, denn am 23. Juli kam Töchterchen Lucie zur Welt, was ansich schon der größte Erfolg des Jahres bedeutet. Mutter und Kind sind wohlauf und somit bekam Patrick die „Freigabe“ wieder mit seinem Formel 3 Rennwagen ins Geschehen einzugreifen. In Borgloh, vor den Toren der Friedensstadt, traf das junge Team von der Lippe auf ein internationales Spitzenfeld, wie es in diesem Jahr noch bei keinem anderen Bergrennen in Europa zusammenfand.

Die Trauben hingen diesmal also besonders hoch, doch um es vorweg zu nehmen, am Ende reichte es zu einem fantastischen 5. Platz in der Klasse und zu Rang 14 in der Gesamtwertung. „Da hier in der Borgloher Schweiz die „Creme de la Creme“ aus ganz Europa antrat bin ich stolz darauf drittschnellster Deutscher gewesen zu sein“. Einige Unwägbarkeiten waren aber dennoch im Spiel. Aber der Reihe nach.

Am Samstag hieß es zu den Trainingsläufen die recht kurze aber sehr tückische Strecke kennenlernen. Respekt ist da von Nöten, denn die jährliche Unfallquote auf dieser Strecke ist hoch. Patrick tastete sich in den vier Durchgängen an die magische Minutengrenze heran, und knackte sie auch. Der Renntag begann mit Stress. „Das Auto war komplett fertig vorbereitet und wir wollten zum Vorstart. Beim starten des Dallara hat sich dann aber der Anlasser verabschiedet und wir versuchten das Fahrzeug anzuschieben, was aber aufgrund der extremen Verdichtung nicht gelang“, berichtet der Teamchef und Pilot in Personalunion. Der 1. Rennlauf fiel damit ins Wasser. Dank der sehr kompetenten und schnellen Hilfe von Mitkonkurrent Sascha Herz, konnte mit ein paar vorhandenen Ersatzteilen der Anlasser durch seine Profi-Erfahrung im Bereich der Formel 3 Technik wieder instandgesetzt werden. Gottlob wertete man diesmal nach den FIA-Regularien, wo die schnellsten zwei aus vier Zeiten in die Endwertung einfließen.

Der 2. Rennlauf konnte somit kommen. „Hier gelang mir eine gute Zeit von 58,51 Sekunden. Das Auto lief klasse. Im 3. Rennlauf wollte ich nochmal nachlegen und war auf einem guten Weg. Mit den grünen Sektorenzeiten wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine 57er Zeit geworden. Leider habe ich aber die lange Rechtskurve am Maisfeld kurz vor der Einfahrt in den Wald zu schnell gefahren, sodass das Heck völlig unvorhergesehen ausbrach und ich mich gedrehte habe. Nur durch eine sofortige Vollbremsung konnte ich einen Einschlag in den sich nähernden Graben oder der dahinter liegenden Leitplanke vermeiden. Laut unserer Datenaufzeichnung war ich diese Stelle mir mehr als 134 km/h angegangen. Somit Glück gehabt, nur ein ganz leichter Kontakt mit den Reifenstapeln konnte ich spüren, was den Formel 3 nicht beschädigte. Nach kurzem Kontrollblick in den Rückspiegel, ob die Räder normal stehen und der Flügel in seiner Position ist, bin ich dann direkt weiter gefahren und konnte den Lauf abschließen“.

Nach diesem ereignisreichen Wochenende im hohen Norden, beginnt erst in fünf Wochen beim Bergrennen Eichenbühl in Unterfranken die heiße Endphase in den DMSB Bergprädikaten. Das Finale des Jahres 2019 steigt dann am 5. und 6. Oktober im bayerischen Mickhausen. Aktuell rangiert das Rahn Formel 3 Team auf Rang 6 in der Zwischentabelle des DMSB Berg-Cup für Rennsportfahrzeuge.

Über Thomas Bubel 400 Artikel
Thomas Bubel ist Jahrgang 1966, verheiratet und hat zwei Kinder. Er berichtet seit 20 Jahren in Wort und Bild über Bergrennen. Seit 1991 ist er Pressesprecher seines Heimatvereins Homburger Automomobilclub und des Homburger ADAC Bergrennens. Seit 11 Jahren betreibt der freie Journalist und Fotograf "Bergrennen in Deutschland", die Webseite für alle am Berg.